Ausbildung in Teilzeit - TEP-Programm begleitet

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Gespeichert von migration am 1. Oktober 2014
Junge Frau mit Aktenordner im Arm steht an Geländer mit Blick auf Werkshalle

Qualifizierte Ausbildung in Teilzeit für junge Menschen mit Familienverantwortung

Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen (TEP): Förderangebot in allen Regionen des Landes

Junge Menschen mit Familienverantwortung haben es oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. Damit der Übergang in (Teilzeit)Ausbildung gelingen kann, gibt es das Programm "Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP), gefördert aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds.

Förderprogramm unterstützt beruflichen (Wieder-)Einstieg: Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen (TEP)

Eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem junge Menschen mit Familienverantwortung haben es aber oftmals besonders schwer, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren. In dieser Situation bietet eine Ausbildung in Teilzeit Müttern und Vätern neue Wege, um erfolgreich in den Beruf einzusteigen. Die Ausbildungsform eröffnet auch Unternehmen die Chance, dem wachsenden Fachkräftebedarf zu begegnen und Auszubildende zu gewinnen.

Damit der Übergang in (Teilzeit)Ausbildung gelingen kann, hat das Land das Programm "Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP) aufgelegt. Finanziert wird das Programm mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Das Landesprogramm ist 2009 gestartet und wird inzwischen beispielgebend in allen Regionen Nordrhein-Westfalens umgesetzt. Das TEP-Programm unterstützt Menschen mit Familienverantwortung, vor allem junge Mütter (und Väter), bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit und gibt Hilfestellung, um Familie und Ausbildung zu vereinbaren. Die Teilnehmenden werden gecoacht, qualifiziert und beruflich vorbereitet und während der ersten Ausbildungsmonate individuell begleitet.

Parallel zur Bildungsbegleitung der TEP-Teilnehmenden werden Unternehmen über die Möglichkeiten der Berufsausbildung in Teilzeit informiert und bei der Umsetzung unterstützt.

Zum Programm informieren die Regionalagenturen des Landes. Sie halten Kontakt zu den Projektträgern vor Ort und helfen interessierten Ausbildungsuchenden und Betrieben weiter. Die Liste der Projektträger in der aktuellen Förderphase bis 2020 steht zum Herunterladen bereit.

TEP-Projekte in allen Regionen des Landes – Anschlussperspektiven finden

Im Rahmen der Förderlinie stehen jährlich bis zu 540 Teilnahmeplätze bereit und werden von derzeit 42 Bildungsträgern angeboten. Über 6.300 Teilnehmende, zumeist Frauen, konnten mit Hilfe von TEP bislang auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit unterstützt und begleitet werden.

Über alle bisherigen Projektrunden hinweg gelang es, für über die Hälfte der Teilnehmenden, berufliche Entwicklungen anzustoßen und umzusetzen. So haben zahlreiche TEP-Teilnehmerinnen erfolgreich eine Ausbildung in Teilzeit aufnehmen können, weitere Teilnehmende haben eine Anschlussperspektive gefunden, indem sie  eine  schulische Berufsausbildung oder eine Arbeit aufgenommen, ein Studium fortgesetzt oder einen Schulabschluss nachgeholt haben. Fast die Hälfte der vorwiegend weiblichen Teilnehmenden haben kleine Kinder im betreuungsintensiven Alter von unter drei Jahren, zwei Drittel sind Alleinerziehende.

Über das Programm TEP konnte die Ausbildungsbereitschaft in Betrieben erhöht werden. Die meisten Ausbildungen wurden im Bereich der IHK abgeschlossen, gefolgt vom Handwerk und einem wachsenden Anteil anderer Kammern wie Ärzte-, Anwalts- oder Landwirtschaftskammer sowie den Bezirksregierungen.

Im Rahmen des Programm-Monitoring hat die G.I.B untersucht, welche Faktoren entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer begleiteten Ausbildung in Teilzeit sind. Die Ergebnisse sind in einem Arbeitspapier zusammengefasst und veröffentlicht. Ausgewertet wurden sowohl die umfangreichen Daten des Programm-Monitorings als auch Befragungen von Bildungsträgern, Teilnehmenden und Ausbildungsbetrieben.

Erfolgsgeschichten zur Teilzeitberufsausbildung - so gelingt die Praxis für Auszubildende und Betriebe

Das nordrhein-westfälische Landesprogramm "Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP) unterstützt Auszubildende und Unternehmen beim Einstieg in die Ausbildung. Das ESF-Programm bietet eine ganze Reihe von Erfolgsgeschichten. Beispiele aus den Regionen des Landes erzählen, wie gute Praxis gelingt und Auszubildende und Ausbildungsbetriebe profitieren.

Im Interview erläutert WHKT-Geschäftsführer Andreas Oehme die Erfahrungen der Handwerkskammern mit der Teilzeitberufsausbildung.

Regionale Netzwerke unterstützen und werben für die Teilzeitberufsausbildung

In Nordrhein-Westfalen engagieren sich mittlerweile 19 Netzwerke für die Teilzeitberufsausbildung. Kein anderes Bundesland verfügt damit über ein ähnlich dichtes Unterstützungs-Netzwerk. An den lokalen und regionalen Bündnissen und Initiativen beteiligen sich Vertretungen aus Kammern, Regionalagenturen. Jobcentern, Agenturen für Arbeit, Gewerkschaften, Gleichstellungsstellen, Berufsschulen und Bildungsträgern. Im Interview erläutert Gisela Oster, Ausbildungsberaterin bei der Handwerkskammer Münster, warum sich die Netzwerkarbeit lohnt und konstatiert einen „Trend zu mehr Teilzeitberufsausbildung“.

Poster für die Öffentlichkeitsarbeit - Angebot des Arbeitsministeriums

"Teilzeit ausgebildet. Voll qualifiziert." Unter diesem Titel stellt das Arbeitsministerium ein Posterset zur Verfügung, um für die Teilzeitberufsausbildung zu werben. Das Poster unterstützt die Träger dabei, Mütter und Väter als potenzielle Auszubildende anzusprechen sowie Unternehmen für die familienfreundliche Ausbildungsform zu gewinnen.

Ausbildung in Teilzeit – Eckdaten und Hintergrund

Das Berufsbildungsgesetz bietet seit 2005 die gesetzliche Grundlage für eine Ausbildung in Teilzeit, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt (z.B. wegen der Betreuung eines Kindes). Dann kann die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Betrieb reduziert werden, während die Berufsschule weiterhin ganztags besucht wird. In der Praxis orientiert sich die Umsetzung an folgendem Modell:

  • Die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 Wochenstunden (bzw. 75% der wöchentlichen Arbeitszeit), in der Regel 30 Stunden.
  • Die tägliche Arbeitszeit soll höchstens sechs Stunden betragen.
  • Die Vergütung kann entsprechend der zeitlichen Verkürzung 75 Prozent betragen und wird vom Betrieb getragen.
  • Die Auszubildenden können BAB (Berufsausbildungsbeihilfe) beantragen und erhalten für sich selbst bis zu einem Alter von 25 Jahren (im Höchstfall bis 27 Jahre) und für ihre Kinder Kindergeld und weitere Hilfen..

Junge Mütter gehen häufig ohne Ausbildung in die Familienphase und verlieren danach den Anschluss an den Arbeitsmarkt. Insbesondere für Alleinerziehende ist das Risiko groß, dass sie und ihre Kinder dauerhaft in einen Zirkel von Hilfebedürftigkeit und Bildungsarmut geraten.

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