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Armut bekämpfen – Beteiligung stärken – Sozialplanung gestalten

Puzzlestücke

Armut bekämpfen – Beteiligung stärken – Sozialplanung gestalten

Aktiv gegen Armut – Unser Einsatz für die Menschen

Armutsbekämpfung bedeutet, Lebenswelten aktiv zu verändern und soziale Ausgrenzung zu verhindern. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt hierfür unterschiedliche Initiativen und die Arbeit vor Ort mit gezieltem Einsatz von Landesmitteln. Gemeinsam mit unseren Partnern in den Städten und Quartieren bringen wir so konkrete Angebote und Hilfen direkt zu den Menschen. Unser Ziel ist ein faires Umfeld, das Chancengleichheit sichert und allen Menschen die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eröffnet.

Unser Einsatz gegen Armut

Die Landesregierung setzt sich für ein Nordrhein-Westfalen ein, das die soziale Teilhabe stärkt und Menschen in den Mittelpunkt stellt. Als Ministerium richten wir unseren Fokus darauf, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, Barrieren abzubauen und Benachteiligungen entgegenzuwirken – und das mit dem Blick auf die Lebenswelt der Menschen in den Quartieren der Kommunen im Land. 

Ein besonderer Impuls dafür war im Jahr 2025 ein Förderaufruf im Rahmen unseres Engagements gegen Armut, der mit zusätzlichen Mitteln des Landtags realisiert wurde. In dieser bisher einmaligen Initiative haben 37 Projekte vor Ort neue, partnerschaftliche Wege erprobt. Ziel war es, die Stimmen und Erfahrungen von Menschen mit Armutserfahrung direkt in die kommunale Praxis einzubringen, um der Stimme Armutsbetroffener mehr Gehör zu verschaffen und positive Entwicklungen anzustoßen. Uns geht es darum, politische Beteiligung dort zu unterstützen, wo die Menschen leben.

Beitrag zur Armutsbekämpfung: Der Stimme Armutsbetroffener mehr Gehör geben

Im vergangenen Jahr hat das Ministerium einen Schwerpunkt auf die politische Beteiligung gelegt. Mit insgesamt 2,4 Millionen Euro wurden landesweit gezielte Maßnahmen gefördert, um Menschen mit Armutserfahrung eine starke Stimme zu geben. 

37 Projekte – Ein Ziel: Politische Teilhabe stärken 

Wie können Menschen mit Armutserfahrungen sich im politischen Diskurs aktiv einbringen? In 37 Vorhaben in ganz Nordrhein-Westfalen haben Kommunen und Träger Formate zur Beteiligung entwickelt und ausprobiert, die Armutsbetroffene aktiv in politische, planerische und alltagsrelevante Entscheidungsprozesse einbinden. 

Der Förderaufruf verfolgte dabei klare Ziele: 

  • Stärkung der politischen Beteiligung und Bildung
  • Vermittlung von Kompetenzen zur Selbsthilfe
  • Aufbau lokaler Netzwerke für eine starke Selbstvertretung
  • Setzen neuer Impulse für die Politik und Infrastruktur vor Ort

Begleitet wurde diese Arbeit wissenschaftlich durch die Hochschule Düsseldorf sowie fachlich durch die G.I.B. Zum Abschluss konnten die Projektträger ihre erfolgreichen Vorhaben persönlich auf einer großen Fachveranstaltung vorstellen und sich landesweit vernetzen. Der Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung wird demnächst hier veröffentlicht.

Hier können Sie alle laufenden Projekte ansehen

Landesweites Netzwerk und direkte Beteiligung

Gleichzeitig hat das Ministerium ein Netzwerk von Menschen mit Armutserfahrung auf Landesebene unmittelbar unterstützt, um die Selbstvertretung zu stärken. Über einen Träger der Wohlfahrtspflege konnten die Mitglieder und weitere interessierte Armutserfahrene an selbstorganisierten Schulungen (wie z.B. zu Öffentlichkeitsarbeit) sowie an regionalen und auch bundesweiten Vernetzungstreffen teilnehmen. 

Vertreterinnen und Vertreter des Netzwerks haben auch im Beirat zur wissenschaftlichen Begleitung der regionalen Projekte zur politischen Beteiligung mitgearbeitet und sich aktiv eingebracht. Einen eigenen aktiven Part hatten Armutserfahrene auch auf der Fachveranstaltung mit Herrn Staatssekretär Matthias Heidmeier.

Regelmäßiger Austausch und Jahrestreffen 2026

Das Ministerium steht mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks von Menschen mit Armutserfahrung in regelmäßigen Gesprächsrunden zu unterschiedlichen Themen im direkten Austausch. Zudem nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Fachreferaten am Jahrestreffen von Menschen mit Armutserfahrung teil, das in diesem Jahr am 5. August 2026 in Köln stattfindet.

Anmelden können sich Interessierte unter diesem Link.

Wissen für ein sozialeres Nordrhein-Westfalen: Wissenschaftliche Expertisen zur Armutsbekämpfung

Was hilft wirklich gegen Armut, und wie können wir soziale Teilhabe in Zeiten von Digitalisierung und Klimawandel nachhaltig sichern? Um fundierte Antworten auf diese Fragen zu finden und wirksame Maßnahmen für die Praxis zu entwickeln, hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) im Jahr 2025 die Erstellung von insgesamt 13 wissenschaftlichen Expertisen gefördert.

Das Besondere: Diese Forschungsfragen wurden nicht am „grünen Tisch“ entworfen. Die Auswahl der Themen beruht direkt auf den Alltagserfahrungen von Menschen mit Armutserfahrung aus ganz Nordrhein-Westfalen, die ihre Perspektiven in die Themenfindung eingebracht haben. Dieser enge Bezug zur Lebensrealität stellt sicher, dass die Wissenschaft genau dort ansetzt, wo die Herausforderungen im Alltag am größten sind.

Die im Rahmen des Förderaufrufs „Beteiligung von Armutsbetroffenen, Expertise zur Armutsbekämpfung sowie Sozialplanung in Nordrhein-Westfalen“ (BES) entstandenen Berichte liefern neue Befunde zu drei zentralen Handlungsfeldern:

  • Soziale und kulturelle Teilhabe: Zwei Expertisen untersuchen den Einsatz, die Verbreitung und Praxis kommunaler Sozial- und Kulturpässe in Nordrhein-Westfalen.
  • Soziale Klimapolitik: Sieben Berichte analysieren die sozialen Dimensionen von Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung mit Blick auf Menschen mit niedrigem Einkommen und zeigen Wege für einen sozialen Ausgleich auf.
  • Digitale Teilhabe: Vier Expertisen untersuchen die digitale Ausstattung, digitalen Kompetenzen und digitale Praxis armutsgefährdeter Menschen und liefern dazu umfangreiche Daten und Fakten und aktuelle Handlungsempfehlungen.

Eine Übersicht über die geförderten Berichte mit Titeln und direkten Links zu den Veröffentlichungen finden Sie hier: