Alterssicherung

Bild des Benutzers migration
Gespeichert von migration am 1. Oktober 2014
Fotos zeigt Spieltsteine die das Wort Rente bilden vor Euroscheinen

Alterssicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland gibt es schon seit dem Jahr 1890. Seitdem hat sie sich von einem kleinen Zuschuss zur wichtigsten Einkommensquelle im Alter entwickelt. Doch hat die Rente angesichts des demografischen Wandels eine Zukunft?

Die gesetzliche Rentenversicherung ist das wichtigste Standbein der Alterssicherung in Deutschland. Zwei Drittel der Leistungen des gesamten Alterssicherungssystems werden durch die Deutsche Rentenversicherung erbracht. Daneben stehen die beiden schmaleren Säulen der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge.

Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rente ist der Spiegel des Erwerbslebens: Ihre individuelle Höhe hängt von der Dauer des Versicherungslebens und der Höhe der jeweils eingezahlten Beiträge ab. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet eine Absicherung im Alter, bei Erwerbsminderung und beim Tod naher Angehöriger.

Zuständig für die Durchführung der Versicherung und das Leistungsverfahren ist die Deutsche Rentenversicherung. Es gibt die bundesunmittelbaren Rentenversicherungsträger Deutsche Rentenversicherung Bund und Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See sowie landesunmittelbare Regionalträger. In Nordrhein-Westfalen sind das die Deutsche Rentenversicherung Rheinland und die Deutsche Rentenversicherung Westfalen, über die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales die Aufsicht führt.

Daneben gibt es außerdem spezielle Versicherungs- bzw. Versorgungsträger für einzelne Berufsgruppen wie Künstler und Publizisten, Landwirte, Freiberufler und Beamte.

Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung wird vom Arbeitgeber organisiert. Es gibt sie in zwei Formen:

1. Der Arbeitgeber sagt seinen Arbeitnehmern zu, ihnen und ggf. auch ihren Hinterbliebenen bestimmte Versorgungsleistungen zu zahlen.

2. Die Arbeitnehmer wenden einen Teil ihres Arbeitsentgeltes für die Altersversorgung auf. Dieser Beitrag wird vom Arbeitgeber direkt vom Gehalt abgezogen und in eine Versorgungszusage umgewandelt. Seit 2002 hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber einen Rechtsanspruch auf diese Vorsorgeform.

Beide Formen der betrieblichen Altersversorgung können kombiniert werden.

Private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge ist sehr vielfältig. Wohneigentum, private Rentenversicherungen oder Rentenfonds fallen bspw. darunter. Bestimmte Formen der privaten Altersvorsorge werden gefördert, das bekannteste Beispiel hierfür ist die Riester-Rente.

In den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl der Rentner ansteigen, da die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Außerdem leben die Menschen in Deutschland immer länger und beziehen damit auch länger eine Rente. Auf der anderen Seite verringert sich die Zahl der jungen Menschen, die mit ihren Rentenversicherungsbeiträgen die Rentenzahlungen direkt finanzieren (Umlagesystem). Wie können wir trotzdem sicherstellen, dass die Menschen in Zukunft ein ausreichendes Alterseinkommen erhalten und damit ihren Lebensstandard aufrechterhalten können, den sie sich während ihres Erwerbslebens aufgebaut haben?

Bisher wird die Lösung des Problems darin gesehen, das Niveau der gesetzlichen Rente abzusenken, um so die Rentenversicherungsbeiträge möglichst niedrig zu halten. Die so entstandene Versorgungslücke soll durch kapitalgedeckte betriebliche und private Altersvorsorge (z. B. Riester-Rente) gefüllt werden. Es zeigt sich aber immer deutlicher, dass diese zusätzliche Altersvorsorge das sinkende Rentenniveau nicht ausgleichen kann. Zum einen wird sie noch nicht ausreichend genutzt, zum anderen sind die Erträge abhängig von der Lage auf den Finanzmärkten und schwanken stark. Klar ist also, dass Veränderungen im System der Alterssicherung notwendig sind.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales begleitet diesen Reformprozess nicht nur auf politischer Ebene im Bundesrat, sondern versteht sich als Motor der Diskussion um die Neuausrichtung des Alterssicherungssystems. Dabei setzt sich das Ministerium dafür ein, die gesetzliche Rente wieder zu stärken, sodass sich jeder darauf verlassen kann, im Alter, bei Erwerbsminderung oder im Falle des Todes eines nahen Angehörigen gut abgesichert zu sein.

Relevante

Pressemitteilungen

Weiteres

zum Thema