Berufswahlpass wird als Online-Tool entwickelt

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Berufswahlapp

Berufswahlpass wird digital - Nordrhein-Westfalen übernimmt die Federführung

Berufswahlpass bald als App und ePortfolio, Finanzierung über das BMBF, Konsortium aus 8 Bundesländern und der Agentur für Arbeit beteiligt sich, G.I.B. übernimmt Projektleitung

Der Berufswahlpass, ein wichtiges Instrument für Jugendliche in der Beruflichen Orientierung, wird digitalisiert. Darauf hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass zusammen mit dem Bund, 8 Ländern und der Agentur für Arbeit verständigt und ein Projektkonsortium zur Entwicklung gegründet. Der Berufswahlpass 4.0 soll als App und ePortfolio ab 2022 allen Bundesländern zur Verfügung stehen. Die Federführung für die Entwicklung liegt beim Land Nordrhein-Westfalen.

Berufswahlpass wird digital - Land Nordrhein-Westfalen an der Entwicklung federführend beteiligt

Der Berufswahlpass ist mit einer jährlichen Auflage von rund 200.000 Exemplaren eines der meist verbreiteten Portfolioinstrumente in der beruflichen Orientierung der Schülerinnen und Schüler in Deutschland.

Aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens Jugendlicher sowie der neuen Möglichkeiten und Chancen digitaler Medien hat sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass darauf verständigt, das Gesamtkonzept des Berufswahlpasses zu erneuern.

Der neue Ansatz sieht vor, den Berufswahlpass als ein Lernkonzept umzusetzen, mit dem die schulische und außerschulische Kompetenzentwicklung digital begleitet werden soll. Mit der Neukonzeption des Berufswahlpasses wird ein Instrument entwickelt, das die unterschiedlichen Ausgangslagen der Schülerschaft berücksichtigt, um jede Schülerin und jeden Schüler bei der Entwicklung ihrer bzw. seiner Berufswahlkompetenz individuell zu unterstützen und zu stärken. Ziel dieses Instruments ist ein individueller Berufswahlmanager für jede Schülerin und jeden Schüler.

Für die Entwicklung eines digitalen Berufswahlpasses wurde ein Projektkonsortium gegründet. Dieses besteht aus acht Ländern (Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Saarland), dem BMBF, dem Bundesinstitut für Berufsbildung sowie der Bundesagentur für Arbeit.

Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und das Ministerium für Schule und Bildung, übernimmt die Federführung des Vorhabens „Berufswahlpass 4.0“. Die Finanzierung erfolgt durch das BMBF (Projektlaufzeit bis Dezember 2021). Die operative Projektleitung und Umsetzung obliegt der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) des Landes NRW. Das Online-Tool wird voraussichtlich ab 2022 an ausgewählten Schulen in acht Bundesländern eingeführt.

Ziel ist es, dass der neue Berufswahlpass die Jugendlichen dabei unterstützt, sich selbstverantwortlich mit dem eigenen Berufswahlprozess auseinanderzusetzen und anstehende Aufgaben anzugehen. Der neue Berufswahlpass begleitet, moderiert und fördert das selbstgesteuerte Lernen. Das Instrument ersetzt dabei jedoch nicht die pädagogische Begleitung, sondern unterstützt und ergänzt sie.

Im Vordergrund stehen die Bedürfnisse der Jugendlichen, die motiviert und über den gesamten Zeitraum des Berufswahlprozesses zur Reflexion angeregt werden sollen. Die digitale Ausführung des Berufswahlpass bietet die Chance diesen um neue Elemente und Funktionen zu bereichern, wie z.B.:

  • Individueller Zugang maßgeschneidert für die jeweilige Nutzerin oder den jeweiligen Nutzer. Der Berufswahlpass kann entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben innerhalb des pädagogischen Rahmenkonzepts selbst gestaltet werden.
  • Messung des Entwicklungsstandes über Self-Assessment-Tools: Abbildung des individuellen Entwicklungsprozesses.
  • Prinzip des Self-Tracking, bei dem beispielsweise Menschen mittels App ihre Trainingsleistung kontinuierlich überwachen, um damit zum Weitermachen zu motivieren und die individuelle Leistung zu managen und zu optimieren; spielerische Elemente (Gamefication) sollen dies unterstützen.
  • Modul für die Erstellung extern zu verwendender Unterlagen wie beispielsweise Bewerbungsunterlagen.
  • Schnittstellen zu bestehenden digitalen Angeboten, insbesondere den Angeboten der Bundesagentur für Arbeit.
  • Möglichkeiten der Einbindung neuer Module und landesspezifischer Angebote oder Aufgabenformate.

Aus welchen Komponenten der digitale Berufswahlpass besteht und wie ein pädagogisches Begleitkonzept aussieht, wird im Projektkonsortium festgelegt.

Dabei wird das neue Instrument in die landesspezifischen Berufsorientierungsmaßnahmen eingebettet. An mehreren Schulen der am Projektkonsortium beteiligten Bundesländer wird der neue Berufswahlpass modellhaft erprobt. Zudem sollen von Experten unterstützende Begleitangebote, wie zum Beispiel Fortbildungen für Lehrkräfte und Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit, entwickelt werden. Nach der Phase der Erprobung sollen das digitale Berufsorientierungsinstrument bundesweit eingeführt und Mechanismen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung etabliert werden.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Mediendidaktik fließen in die Neukonzeption ein. Das Projekt wird aus diesem Grund durch Experten der Berufswahlforschung begleitet. Auch die Erprobung der entwickelten Software wird von einem wissenschaftlichen Dienstleister extern durchgeführt. Eine Digital-Agentur ist mit der IT-Entwicklung und dem IT-Design beauftragt.

Mit der Beauftragung der Dienstleister wurde damit im April 2020 ein weiterer Meilenstein zum digitalen Berufswahlpass (BWP 4.0) erreicht. Dem interdisziplinären Entwicklerteam gehören für die wissenschaftliche Begleitung ein Konsortium um Prof. Dr. Tim Brüggemann (Hochschule des Mittelstandes Bielefeld), Manuel Epker (Institut für Bildungskooperationen IfBk) und Dr. Christian Staden (Institut Technik und Bildung Universität Bremen) sowie für die Erprobung die InterVal GmbH an. Die Expertise zur IT-Entwicklung/ Programmierung und des Designs trägt die sunzinet AG bei.    

Das interdisziplinäre Entwicklerteam wird in den kommenden Monaten ein internetbasiertes, bundesweit nutzbares E-Portfolio konzipieren, programmieren und erproben, so dass das digitale Lerninstrument BWP 4.0 auf mobilen wie stationären Endgeräten wie Smartphones und Laptops bedienbar sein wird.

Ansprechpersonen im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen:
Dr. Jens Stuhldreier oder Katja Heimfarth

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