Rund um die Geburt

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Gute Versorgung von Anfang an

Ein guter Start für ein gesundes Leben

Die Versorgung von Mutter und Kind rund um die Geburt ist eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Unterstützung erhalten die jungen Familien vor, während und nach der Geburt in außerklinischen (ambulant) und klinischen (stationär) Einrichtungen sowie zu Hause durch die gemeinsame Arbeit insbesondere von Fachärzten/-innen für Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderärztinnen und Kinderärzten, Hebammen und Entbindungspflegern.

Im Jahr 2017 kamen in Nordrhein-Westfalen 171.984 Kinder zur Welt, das ist die zweithöchste Zahl seit dem Jahr 2000 (Quelle: Landesamt für Statistik 2018). Damit werden mehr als ein Fünftel aller Kinder in Deutschland in NRW geboren.

Die Versorgung rund um die Geburt ist gekennzeichnet durch eine berufsgruppen- und sektorenübergreifende Struktur. Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Entbindungspfleger und weitere Gesundheitsberufe arbeiten dafür, die geburtshilfliche Versorgung an den rund 150 Geburtshilfeabteilungen in Krankenhäusern in NRW, sowie in Praxen, Geburtshäusern und bei den Familien zu Hause sichern.

Um eine gute und verlässliche Versorgung für Schwangere, Mütter, Neugeborene und Familien in Nordrhein-Westfalen vorzuhalten, ist es wichtig, aktuelle Entwicklungen zu erkennen und die Versorgung weiterzuentwickeln. Daher hat Minister Laumann im Herbst 2017 eine Projektgruppe zum Thema „Strukturelle Weiterentwicklung Geburtshilfe“ im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingerichtet.

Aufgaben der Projektgruppe sind, strukturübergreifende Fragen in der Geburtshilfe zu identifizieren, zu betrachten und abschließend ein Konzept mit Handlungsempfehlungen für eine flächendeckende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Geburtshilfeleistungen für das Land Nordrhein-Westfalen zu erarbeiten.

Aufgaben und Themen der Projektgruppe

Die Aufgaben der Projektgruppe „Strukturelle Weiterentwicklung Geburtshilfe“ orientieren sich an aktuellen Entwicklungen in der Geburtshilfe sowie an bereits bestehenden Erkenntnissen. Diese wurden auch im Landtag NRW in der 12. Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales vorgestellt und beinhalten unter anderem:

  • Aktuelle Entwicklungen in der Geburtshilfe berücksichtigen und bewerten
     
  • Handlungsempfehlungen des Runden Tisches Geburtshilfe aus dem Jahr 2015 reflektieren und priorisieren
     
  • Konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten

 

Themen, die dabei insbesondere Berücksichtigung finden:
 

  • Geburtshilfliche Versorgung, deren Qualität und Finanzierung
     
  • Neue Versorgungskonzepte (z. B. Hebammengeleiteter Kreißsaal)
     
  • Rahmenbedingungen der geburtshilflich tätigen Berufe
     
  • Attraktivitätssteigerung des Berufsbilds „Hebamme bzw. Entbindungspfleger“
     
  • Haftpflichtproblematik bei geburtshilflich tätigen Berufen
     
  • Informationslage zum Thema Schwangerschaft und Geburt.
Forschungsprojekte in Nordrhein-Westfalen zur Geburts- und Hebammenhilfe

Um die Datenlage zu Themen rund um die Geburt zu verbessern, werden Forschungsprojekte und -studien durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert, wie beispielsweise:
 

  • „Geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen in Nordrhein-Westfalen“ (HebAB.NRW)

    Hochschule für Gesundheit (hsg), Bochum
    Laufzeit 2016 – 2019

    Bisher gibt es nur wenig belastbare Informationen zur aktuellen Versorgung mit Leistungen durch Hebammen in der Geburtshilfe sowie Vor- und Nachsorge in NRW. Das Forschungsprojekt erhebt erstmals durch die Befragungen von Müttern und Hebammen den Bedarf an Hebammenleistungen in NRW (welche Hebammenleistungen werden in Anspruch genommen) und überprüft inwieweit dieser Bedarf durch das vorhandene Angebot gedeckt werden kann (Anzahl an Hebammen, Tätigkeitsfelder, regionsbezogene Betreuungsangebote).

     

  • „Verbleibstudie der Absolventinnen und Absolventen der Modellstudiengänge in NRW“ (VAMOS)

    Konsortialführung: Hochschule für Gesundheit (hsg), Bochum
    Laufzeit 2017 – 2019

    Die durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) geförderte Studie dient der Klärung des Verbleibs der Absolventen/innen aus insgesamt 11 nordrhein-westfälischen Modellstudiengängen, u.a. der Hebammenkunde. Dabei geht es u.a. um den Vergleich zwischen nicht-akademisch und akademischen Absolventen/innen bezüglich der Aufgaben- und Verantwortungsbereiche, Zufriedenheit und Entwicklungsperspektiven sowie dem Verbleib im Beruf.

     

  • Forschungsprojekt „Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal (GeschicK) – Informationsstrategien, Entscheidungsabläufe und Qualitätssicherung“

    Universitätsklinikum Bonn (UKB)
    Laufzeit 2018 – 2019

    Die Untersuchung zur Informationslage und Entscheidungsfindung hinsichtlich der Auswahl eines Betreuungskonzeptes und zur medizinischen Sicherheit von hebammengeleiteten Kreißsälen im Vergleich zu ärztlich geleiteten Kreißsälen, wird durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) finanziert.

Versorgung vor, während und nach der Geburt

Vor, während und nach der Geburt haben Frauen Anspruch auf eine Vielzahl an Vorsorge-, Beratungs- und Geburtshilfeleistungen. In der Schwangerschaft (Vorsorge) und bis zur Geburt überwachen und begleiten ein/e Hebamme/Entbindungspfleger und/oder ein/e Frauenärztin/Frauenarzt den Verlauf der Schwangerschaft und bieten Unterstützung bei Fragen. Frauenärzte/innen überprüfen zusätzlich durch Ultraschall-Untersuchungen den Verlauf der Schwangerschaft.

Auch die Geburt wird durch eine/n Hebamme/Entbindungspfleger sowie im Krankenhaus noch zusätzlich durch eine/n Ärztin/Arzt betreut. Je nach Einschätzung des Risikos für Mutter und Kind kann eine Geburt in einer Klinik, einem Geburtshaus oder zuhause stattfinden und eigenverantwortlich durch eine Hebamme/einen Entbindungspfleger begleitet werden.

In den Wochen nach der Geburt (Wochenbett) besucht eine Hebamme/ein Entbindungspfleger die Familie und berät bezüglich Stillen, Ernährung, Versorgung des Neugeborenen und zu Rückbildungs- und Heilungsprozessen der Mutter. Auch Ärzte/innen kontrollieren nach der Geburt in der Praxis die Gesundheit der Mutter und in regelmäßigen Abständen die Entwicklung des Kindes (U1 – U9).

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