Hausärzteprogramm

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Arzt im Beratungsgespräch mit jungen Mann mit Vollbart

Aktionsprogramm „Hausärztliche Versorgung“

Damit Niederlassung in ländlichen Gebieten attraktiver wird

Das Land Nordrhein-Westfalen setzt mit dem Hausarztaktionsprogramm (HAP) schwerpunktmäßig in Kommunen mit bis zu 25.000 Einwohnern finanzielle Anreize und nimmt die Altersstruktur der Hausärzteschaft in den Blick.

Insbesondere Niederlassungen und Anstellungen für Hausärzte in ländlichen Regionen werden gefördert, um punktuellen Engpässen in der hausärztlichen Versorgung präventiv entgegen zu wirken. Auch Kommunen mit einer Einwohnerzahl zwischen 25.001 und 40.000 können vom HAP profitieren, wenn die Altersstruktur der Hausärzteschaft vor Ort besonders ungünstig ist.

Schwerpunkte: Niederlassung und Anstellung von Hausärzten

Etwas mehr als die Hälfte der in Nordrhein-Westfalen tätigen Hausärzte ist älter als 55 Jahre und wird aus Altersgründen voraussichtlich in den kommenden zehn bis 15 Jahren ihre Praxis aufgeben – und womöglich keine Nachfolge finden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann steuert dieser Entwicklung mit dem HAP entgegen. Neben der Niederlassung und Anstellung von Hausärzten wird auch die Errichtung bzw. Übernahme von Zweigpraxen finanziell gefördert. Das Land Nordrhein-Westfalen nimmt mit dem HAP seine politische Mitverantwortung für die Sicherstellung der wohnortnahen hausärztlichen Versorgung wahr.

Finanzielle Anreize für eine hausärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen

Im Rahmen des HAP werden  aus Landesmitteln bis zu 60.000 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss gezahlt. Konkret werden Zuwendungen insbesondere für eine Niederlassung von Hausärzten, für eine Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung durch angestellte Hausärzte und für die Übernahme bzw. Errichtung von Zweigpraxen in Gebieten gewährt, in denen die hausärztliche Versorgung aufgrund der Altersstruktur der Hausärzteschaft bedroht ist bzw. mittelfristig gefährdet sein kann. Zuwendungsempfänger im Rahmen des HAP können sowohl Ärzte als auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sein.

Förderung der Niederlassung  

Ärztinnen und Ärzte, die in einer Förderregion in Nordrhein-Westfalen eine vertragsärztliche Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt aufnehmen, können eine finanzielle Förderung erhalten. Die finanzielle Unterstützung kann bis zu 60.000 Euro betragen.

Förderung der Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung durch angestellte Ärztinnen und Ärzte

Ärztinnen und Ärzte, die Ärztinnen und Ärzte für eine vertragsärztliche Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt anstellen, können einen Zuschuss erhalten. Dies gilt auch für die Gründung von Zweigpraxen.  

Sofern sich die Antragstellerin oder der Antragsteller gemäß § 101 Abs. 1 Satz1 Nr. 5 SGB V gegenüber dem Zulassungsausschuss zu einer Leistungsbegrenzung verpflichten muss, die den bisherigen Praxisumfang nicht wesentlich überschreitet, ist eine Förderung nicht möglich.

Die Höhe der Förderung beträgt in beiden oben genannten Fällen:

  • bis zu 60.000 Euro bei Niederlassung oder Anstellung in einer Gemeinde, in der die Gefährdung der hausärztlichen Versorgung droht. Zur Liste dieser Gemeinden
     
  • bis zu 30.000 Euro bei Niederlassung oder Anstellung in einer Gemeinde, in der die hausärztliche Versorgung auf mittlere Sicht gefährdet erscheint. Zur Liste dieser Gemeinden

Wichtig:

Antragstellerinnen und Antragsteller müssen sich je nach Förderung schriftlich verpflichten, für fünf bzw. zehn Jahre im Fördergebiet in dem der Bewilligung zugrunde liegenden Stundenumfang an der hausärztlichen Versorgung teilzunehmen.

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht.

Förderung der Beschäftigung von Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten während der Praxisphase

Hausarztpraxen in einer förderungsfähigen Gemeinde, die eine Weiterbildungsassistentin oder einen Weiterbildungsassistenten beschäftigen, können eine zusätzliche finanzielle Förderung von 500 Euro monatlich erhalten.

Der maximale Förderzeitraum bei einer Vollzeittätigkeit beträgt 24 Monate.

Mit der Antragstellung verpflichtet sich die Hausarztpraxis, die Förderung an die jeweiligen Jungmediziner weiterzugeben.

Förderung des Erwerbs von Zusatzqualifikationen von nicht-ärztlichem Praxispersonal

Das Land beteiligt sich an den Ausgaben von Hausarztpraxen, die den Erwerb von Zusatzqualifikationen von nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen bzw. Praxisassistenten im Sinne der Delegations-Vereinbarung (Anlage 8 BMV-Ä) finanzieren, durch eine einmalige Zuwendung in Höhe von bis zu 1.000 Euro.

Förderung für die Errichtung von Lehrpraxen

Das Land beteiligt sich an den Ausgaben, die für die Errichtung einer Lehrpraxis erforderlich sind, durch eine einmalige Zuwendung in Höhe von bis zu 10.000 Euro.

Darüber hinaus werden anteilig die Ausgaben übernommen, die für die Teilnahme an einem Qualifikationsseminar für Akademische Lehrpraxen anfallen.

Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass die Maßnahme noch nicht begonnen wurde.

Antragsverfahren für alle vier Fördermöglichkeiten

Um die Förderung zu erhalten, muss ein entsprechender Antrag mit den erforderlichen Angaben bei der zuständigen Bezirksregierung (siehe unter der nächsten Überschrift) gestellt werden.

Die genauen Voraussetzungen und einzureichende Unterlagen können Sie der Förderrichtlinie und den Anträgen entnehmen.
 

Kontakt zu den für die Anträge zuständigen Bezirksregierungen

Bezirksregierung Arnsberg

Frau Skaruppe
Dezernat 24
Seibertzstraße 1
59821 Arnsberg
Telefon: 02931-82-2397 (vormittags)
E-Mail: nicole.skaruppe@bra.nrw.de
 

Bezirksregierung Detmold

Dezernat 24
Leopoldstr. 15
32756 Detmold
Telefon: 05231-71-0
E-Mail: poststelle@bezreg-detmold.nrw.de
 

Bezirksregierung Düsseldorf

Frau Melina Mostert
Dezernat 24
Postfach 300865
40408 Düsseldorf
Telefon: 0211-475-3783
E-Mail: melina.mostert@brd.nrw.de
 

Bezirksregierung Köln

Frau Gaby Ehrhardt
Dezernat 24
Zeughausstr. 2-10
50667 Köln
Telefon: 0221-147-2537
E-Mail: gaby.ehrhardt@bezreg-koeln.nrw.de
 

Bezirksregierung Münster

Frau Heike Gösling
Dezernat 24
Domplatz 1-3
48128 Münster
Telefon: 0251 - 411-3126
E-Mail: heike.goesling@bezreg-muenster.nrw.de

Förderung der Weiterbildungsassistenz

Darüber hinaus werden Weiterbildungsassistentinnen mit 500 Euro monatlich unterstützt, die in den Förderregionen ihre Weiterbildungszeit in Hausarztpraxen absolvieren. Auch die Ausbildung von medizinischen Fachangestellten (MFA) zu einer Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA) wird durch das Land in Höhe von bis zu 1.000 Euro gefördert. Diese EVAs sollen die Hausärzte insbesondere bei Hausbesuchen entlasten. Mit Blick auf die Errichtung von Lehrpraxen beteiligt sich das Land zudem einmalig mit bis zu 10.000 Euro an den entsprechenden Investitionskosten.

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