Passivrauchen

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Gespeichert von HKP.Suchorski am 11. September 2017
Schild Rauchen Verboten

Informationen zum Passivrauchen

Passivrauch enthält mehr als 4.000 Substanzen, darunter Giftstoffe wie Blausäure oder Ammoniak

Das Einatmen von Passivrauch ist gesundheitsschädlich, da er dem Tabkrauch gleicht, den Rauchende inhalieren. Er hält sich lange in der Luft, belastet selbst Räume, in denen aktuell nicht geraucht wird.

Der so genannte Passivrauch enthält weit mehr als 4.000 Substanzen, darunter Giftstoffe wie Blausäure oder Ammoniak. Für über 70 Substanzen ist erwiesen, dass sie krebserregend sind oder im Verdacht stehen, Krebserkrankungen zu verursachen. Sogar kleinste Belastungen können zur Entwicklung von Tumoren beitragen.

Auch "kalter" Tabakrauch gefährdet die Gesundheit. Einzelne Bestandteile des Passivrauchs verbleiben lange in der Luft. Selbst Räume, in denen aktuell nicht geraucht wird, sind nicht frei von Schadstoffen des Tabakrauchs. Denn Tabakfeinstaubpartikel lagern sich an Wänden, Decken, Böden und Gegenständen ab und werden wieder in die Raumluft abgegeben. Selbst moderne Ventilationssysteme können aus der Luft die gefährlichen Inhaltstoffe des Tabakrauchs nicht vollständig entfernen.

Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die Tabakrauch ausgesetzt sind, sind von den gleichen akuten oder chronischen Erkrankungen bedroht wie Raucherinnen und Raucher. Das belegen zahlreiche Studien.

Passivrauchende Kinder - früh geschädigt für ein ganzes Leben

Asthma, Bronchitis, Mittelohrentzündungen, Kopfschmerzen bis hin zu Karies bei den Milchzähnen - die Liste möglicher Folgen des Passivrauchens in der Stillzeit, im Säuglings- und Kindesalter ist lang. Säuglinge, deren stillende Mütter rauchen, sind durch Schadstoffe in der Muttermilch und der Luft gleich doppelt belastet. Bei diesen Kindern werden vermehrt Unruhe, Erbrechen, Koliken und eine verminderte Gewichtszunahme beobachtet. Nichtrauchende werdende Mütter, die aber bis zu sieben Stunden täglich den Belastungen durch Tabakrauch ausgesetzt sind, weisen eine erhöhte Frühgeburtenrate auf.

Der Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Krebskrankheiten im Kindesalter ist nicht zweifelsfrei geklärt. Doch ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Passivrauchen der erste Schritt in der Entwicklung von einer normalen Zelle zu einer Krebszelle sein kann - wie bei Erwachsenen auch. Erwiesen ist, dass Kinder mit starken Rauchbelastungen bis zu viermal häufiger an Hirnhautentzündungen erkranken als Kinder aus rauchfreien Haushalten.

Passivrauchen am Arbeitsplatz - erhöhtes Lungenkrebsrisiko

Je länger und intensiver die Belastung mit Tabakrauch am Arbeitsplatz ist, umso mehr erhöht sich das Risiko durch Passivrauchen an Lungenkrebs zu erkranken. Diesen Zusammenhang verdeutlichen wissenschaftliche Studien.

Um fast 25 Prozent steigt das Risiko einer Lungenkrebserkrankung, wenn Nichtrauchende an ihrem Arbeitsplatz dem blauen Dunst ausgesetzt sind. Ist die Belastung stark, verdoppelt sich das Risiko sogar. Wer in einem langen Arbeitsleben über vier Jahrzehnte dem Tabakrauch ausgesetzt war, hat ein um rund 60 Prozent erhöhtes Risiko gegenüber einem rauchfreien Arbeitsplatz.
Folgenlos ist das Rauchen am Arbeitsplatz für Nichtrauchende wohl in den seltensten Fällen. Hunderte von Studien belegen, dass Passivrauchen häufig Erkrankungen der Atemwege sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge hat.

Erhöhtes Gesundheitsrisiko für Beschäftigte in der Gastronomie

Schon unmittelbar neben der Tür zum Raucherinnen- und Raucherraum steigt die Schadstoffkonzentration durch Tabakrauch an. Da ist es nicht weiter erstaunlich, dass in der Gastronomie Beschäftigte häufiger unter der Belastung durch Tabakrauch leiden als dies an anderen Arbeitsplätzen der Fall ist. Als so genannte "Marker" der Belastung gelten die Stoffe Nikotin und Cotinin. Die Menge dieser Stoffe steigt im Körper der Gastronomiebeschäftigten im Laufe der Arbeitszeit an. Dies trifft auch für nichtrauchende Gäste bei einem längeren Aufenthalt in einer Raucherinnen- und Rauchergaststätte zu.

In Betrieben mit einer Raucherlaubnis haben die Beschäftigten sowohl ein deutlich höheres Lungenkrebsrisiko als auch ein erhöhtes Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Allein an der Nikotinkonzentration im Haar der Beschäftigten lässt sich ablesen, ob es sich um eine stark verrauchte Gaststätte handelt oder ob die Belastung geringer ist. Bei nicht rauchenden Beschäftigten stark mit Tabakrauch belasteter Betriebe konnte ein ähnlich hoher Nikotingehalt nachgewiesen werden wie bei rauchenden Kolleginnen und Kollegen.

Untersuchungen zeigen eindeutig, dass sich mit der Einführung einer rauchfreien Gastronomie die Luftqualität bessert - mit positiven Folgen für die Gesundheit der nichtrauchenden Beschäftigten.

Hinweis:

Alle Informationen wurden aus Veröffentlichungen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zusammengetragen. Ausführlich informiert das Krebsforschungszentrum über die gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens im Internet unter www.dkfz.de.

Passivrauchen: Zahlen, Daten, Fakten

Zitate

"Tabakrauch ist der gefährlichste vermeidbare Schadstoff in Innenräumen"

(Fazit Krebsforschungszentrum der Weltgesundheitsorganisation)

"Saubere Luft zum Atmen garantieren nur komplett rauchfreie Innenräume"

(Fazit Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Todesfälle

  • Jährlich sterben rund 3.300 Nichtraucherinnen und Nichtraucher in Deutschland durch Passivrauchen (Studie der Uni Münster, 2003)

Erkrankungsrisiko

  • Nichtraucherinnen und Nichtraucher sind durch Passivrauch von gleichen akuten oder chronischen Erkrankungen bedroht wie Raucherinnen und Raucher. Das belegen zahlreiche Studien.
  • Lungenkrebsrisiko deutlich erhöht - um bis zu 40 Prozent  (Quelle: DKFZ)
  • 1,8faches Brustkrebsrisiko bei starker Passivrauchbelastung (DKFZ)
  • Schlaganfallrisiko um 25 Prozent erhöht (Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung)

Zusammensetzung von Passivrauch

  • Passivrauch gleicht dem Tabakrauch, den Rauchende inhalieren
  • Passivrauch enthält über 4.880 Stoffe, darunter das Nervengift Nikotin, giftige Metalle wie Blei, krebserregende Substanzen wie Benzol und Teer

Passivrauchende Kinder . . .

  • . . . können frühzeitig für ein ganzes Leben geschädigt werden.
  • . . . atmen bis zu dreimal mehr als Erwachsene = mehr Schadstoffaufnahme
  • Kinder mit starken Rauchbelastungen erkranken bis zu viermal häufiger an Hirnhautentzündung als Kinder aus rauchfreien Haushalten.
  • Asthma, Bronchitis, Mittelohrentzündungen, Kopfschmerzen bis hin zu Karies bei Milchzähnen = Folgen des Passivrauchens bei Kindern

Hinweis: Als Quellen dienten Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA).

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