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Anerkennung von Assistenzhunden

Blinde Person die mit eine Assistenzhund einen Zebrastreifen überquert

Anerkennung von Assistenzhunden

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (Teilhabestärkungsgesetz) vom 2. Juni 2021 ist das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes, BGG) um Regelungen zu Assistenzhunden ergänzt worden. Im BGG des Bundes ist nunmehr geregelt, dass Menschen mit Behinderungen der Zutritt zu öffentlichen und privaten Anlagen und Einrichtungen wegen der Begleitung durch ihren Assistenzhund nicht verweigert werden darf.

Zum 1. März 2023 ist hierzu die  Assistenzhundeverordnung (AHundV) bundesweit in Kraft getreten. Mit dieser Verordnung werden unter anderem die Anforderungen an die Eignung, Ausbildung, Prüfung und Haltung von Assistenzhunden festgesetzt. Sie sieht zudem eine einheitliche Kennzeichnung aller Assistenzhunde sowie die Erstellung eines Lichtbildausweises für den Menschen mit Behinderungen vor. Hiermit wird eindeutig nachgewiesen, dass es sich um einen Assistenzhund handelt. Die Anerkennung wird befristet ausgestellt und bleibt gültig, bis der Assistenzhund das zehnte Lebensjahr vollendet hat.

Für die Umsetzung der Aufgaben zur Anerkennung eines Assistenzhundes ist in Nordrhein-Westfalen das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW zuständig. Das Sozialministerium händigt übergangsweise den Ausweis nebst Abzeichen für den Assistenzhund aus.

Was ist ein Assistenzhund?

Assistenzhunde sollen Menschen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung im Alltag unterstützen. Mit Blick auf die jeweils individuellen Bedarfe einer Person durchlaufen Assistenzhunde eine spezielle Ausbildung, die darauf ausgerichtet ist, die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen oder zu erleichtern. Es gibt neben Blindenführhunden auch Signalhunde, Mobilitätsanzeigehunde, PSB-Assistenzhunde oder Warn- und Anzeige-Assistenzhunde. Nach Expertenschätzung sind aktuell ca. 3.000 Assistenzhunde (inklusive Blindenführhunde) in ganz Deutschland im Einsatz.

Anerkennung Ihres Assistenzhundes

Sofern sich Ihr Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen befindet oder ein Umzug aus dem Ausland nach NRW stattfindet, wenden Sie sich für die Anerkennung Ihres Assistenzhundes sowie für die Ausstellung der entsprechenden Ausweisdokumente bitte an das:

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Fürstenwall 25
Referat VI B 3
40219 Düsseldorf

Fragen zur Antragstellung

Für Fragen rund um die Antragstellung nach der AHundV stehen wir Ihnen montags und dienstags von 9.00 bis 11.00 Uhr sowie donnerstags von 14.00 bis 16.00 Uhr gerne zur Verfügung unter

Telefon: 0211-855-4410
E-Mail: Assistenzhunde[at]mags.nrw.de (Assistenzhunde[at]mags[dot]nrw[dot]de)

INFORMATIONEN Antragsstellung

Wichtiger Hinweis:
Den vollständig ausgefüllten Antrag sowie die in den jeweiligen beigefügten Hinweisblättern aufgeführten Unterlagen übersenden Sie bitte
postalisch an die zuvor genannte Adresse des Ministeriums.

Der Antrag auf Anerkennung eines Assistenzhundes nach § 21 AHundV betrifft Hunde, die bereits eine dem BGG des Bundes entsprechende Ausbildung zum Assistenzhund mit erfolgreicher Prüfung beendet haben oder eine entsprechende Ausbildung zum Assistenzhund vor dem 01.07.2023 begonnen und diese mit erfolgreicher Prüfung bis einschließlich 30. Juni 2024 beendet haben.

Der Antrag kann spätestens bis einschließlich 31. Dezember 2025 gestellt werden. Weitergehende Informationen zu den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie im Antragsvordruck zu § 21 AhundV auf dem dort beigefügten Hinweisblatt.

Der Antrag auf Anerkennung eines Assistenzhundes nach § 22 Abs. 1 AHundV betrifft Hunde, die bereits im Ausland als Assistenzhund anerkannt und eine Ausbildung entsprechend des § 12f Satz 2 BGG absolviert haben. Folgende Inhalte der Assistenzhundeausbildung müssen insbesondere vermittelt worden sein:  Schulung des Sozial- und Umweltverhaltens, Gehorsamkeit, grundlegende und spezifische Hilfeleistungen, das langfristige Funktionieren der Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft, Vermittlung der notwenigen Kenntnisse und Fähigkeiten an Halterinnen und Halter, auch im Hinblick auf die artgerechte Haltung von Assistenzhunden. Gegenstand der Ausbildung müssen hierbei insbesondere die Schulung des Sozial- und Umweltverhaltens sowie des Gehorsams des Hundes, grundlegende und spezifische Hilfeleistungen des Hundes, das langfristige Funktionieren der Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft sowie die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten an den Halter, insbesondere im Hinblick auf die artgerechte Haltung des Assistenzhundes gewesen sein.

Weitergehende Informationen zu den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie im Antragsvordruck zu § 22 Abs. 1 AHundV auf dem dort beigefügten Hinweisblatt.

Der Antrag auf Anerkennung eines Assistenzhundes nach § 22 Abs. 2 AHundV betrifft Hunde, welche bereits von einem anderen Träger (z.B. gesetzliche Sozialversicherung, Träger nach § 6 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX), Beihilfeträger, Träger der Heilfürsorge oder private Versicherungsunternehmen) als Hilfsmittel zur Teilhabe oder zum behinderungsbedingten Nachteilsausgleich anerkannt wurden.

Der Antrag kann spätestens bis einschließlich 31. Dezember 2025 gestellt werden. Weitergehende Informationen zu den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie im Antragsvordruck zu § 22 Abs. 2 AHundV auf dem dort beigefügten Hinweisblatt.

Die Ausstellung eines Ausweises und Kennzeichens nach § 23 AHundV betrifft Hunde, die als Hilfsmittel im Sinne des § 33 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) gewährt wurden. Nach dem Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen handelt es sich hier um Blindenführhunde.

Weitergehende Informationen zu den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie im Antragsvordruck zu § 23 AHundV auf dem dort beigefügten Hinweisblatt.

Der Antrag auf Verlängerung der Anerkennung und der Gültigkeit des Ausweises betrifft Hunde, die bereits als Assistenzhund i.S. der §§ 21 oder 22 AHundV anerkannt worden sind oder für die nach § 23 AHundV ein Ausweis erteilt worden ist (Blindenführhunde). Bis zu sechs Monate vor Ablauf einer Anerkennung nach den §§ 21, 22 oder der Gültigkeit des Ausweises nach § 23 AhundV kann eine Verlängerung der Anerkennung um jeweils bis zu zwölf Monate beantragt werden (max. zweimalig). Der Zeitraum der Verlängerung beginnt jeweils mit Ablauf des vorangegangenen Gültigkeitszeitraums. Weitergehende Informationen zu den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie im Antragsvordruck zu § 24 AHundV auf dem dort beigefügten Hinweisblatt.