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Neue Beispiele aus den Regionen

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Übergang Schule-Beruf: Gute Praxis in den Regionen - aktuelle Beispiele

Gute Praxis im Übergang Schule–Beruf: Ein Aktionstag im Raum Bonn/Rhein-Sieg steigert die Attraktivität der dualen Ausbildung. Ausbildungsbotschafter in Köln begeistern junge Menschen für Pflegeberufe. In Remscheid ersetzt die Zeugnismappe den Flyer für Informationen zum Übergang. Der WorkExperienceDay im Kreis Heinsberg bringt Jugendliche und regionale Betriebe zusammen. 

Kommunale Koordinierungsstellen - Beispiele guter Praxis

Die Kommunalen Koordinierungsstellen sind wichtige Ansprechpartner beim Übergang Schule-Beruf und unterstützen mit ihren Aktivitäten die Umsetzung des Übergangssystems "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW". Hier finden Sie die aktuellen Beispiele guter Praxis.

Beispiele guter Praxis zum Herunterladen

Attraktivitätssteigerung des dualen Systems

Veranstaltungsformat „Aktionstag Berufliche Bildung“ – Attraktivität Dualer Ausbildung steigern

Mit dem „Aktionstag Berufliche Bildung“ haben die Berufskollegs in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ein erfolgreiches Format etabliert, das Jugendlichen praxisnahe Einblicke in die duale Ausbildung ermöglicht. Das Pilotprojekt wurde 2024 von der Glasfachschule NRW in Rheinbach und dem Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Bonn-Duisdorf ins Leben gerufen. Die Kommunalen Koordinierungen Bonn und Rhein-Sieg unterstützen die Veranstaltung durch Öffentlichkeitsarbeit und regionale Vernetzung. 

Ziel des Aktionstags ist war, die Vielfalt beruflicher Bildungswege sichtbar zu machen und Schülerinnen und Schüler bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. Im Mittelpunkt standen praktische Mitmachangebote, bei denen typische Tätigkeiten verschiedener Ausbildungsberufe ausprobiert werden können. Gleichzeitig erhielten Jugendliche, Eltern und weitere Interessierte Informationen zu den Bildungsgängen der Berufskollegs sowie zu Ausbildungsmöglichkeiten in der Region. Ausbildungsbetriebe wurden von Beginn an aktiv in die Planung und Durchführung eingebunden. 

Bereits bei der zweiten Durchführung im Jahr 2025 beteiligten sich sechs Berufskollegs. Gemeinsam präsentierten sie 26 Ausbildungsberufe aus elf Berufsfeldern – darunter Technik, Wirtschaft, IT, Gesundheit, Pädagogik, Gestaltung, Handwerk und Gastronomie. Damit leistet der Aktionstag einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit und Attraktivität beruflicher Bildung. 

Darüber hinaus können berufsorientierende Workshop-Angebote im Rahmen der Veranstaltung als Berufsfelderkundungen anerkannt werden. Die Organisierenden verfolgen das Ziel, den Aktionstag langfristig als feste Marke in der Region zu etablieren und so die berufliche Orientierung junger Menschen nachhaltig zu stärken. 

Berufliche Orientierung

Ausbildungsbotschafter in der Pflege – Peer-to-Peer-Angebot für Kölner Schulen 

In Köln werden Pflegekräfte dringend gesucht. Doch diese Berufe spielen in der Berufsorientierung von Jugendlichen bisher kaum eine Rolle. Deshalb entwickelten die Pflegekammer NRW und die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) Köln ein neues Angebot für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe aller Schulformen: Seit September 2025 werden in Köln Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter für Pflegeberufe geschult, die anschließend in die Schulen gehen und jungen Menschen über einen Peer-to-Peer-Ansatz Einblicke in ihr Berufsfeld geben.

In vorbereitenden Schulungen reflektieren die zukünftigen Botschafterinnen und Botschafter zunächst ihre eigene Motivation und ihren Ausbildungsweg, um authentisch über ihre Entscheidung berichten zu können. In den Schulen setzen sie auf einen praxisnahen Ansatz: Sie gehen auf Klischees ein, zeigen die Vielfalt des Berufsfelds – etwa in IT, Katastrophenschutz oder Management – und nutzen praktische Elemente wie Blutdruckmessungen. Diese aktivierenden Methoden sorgen für eine hohe Beteiligung und wecken auch bei den Jungen großes Interesse.

Die besondere Stärke des Projekts liegt in der Kooperation zwischen der Pflegekammer NRW und der KoKo Köln: Die Pflegekammer bringt die fachliche Expertise und den Zugang zu den Ausbildungseinrichtungen ein, die KoKo Köln verfügt über eingespielte Kommunikationswege ins Schulsystem und über verlässliche Netzwerke vor Ort. Der dritte Kooperationspartner, die Cellitinnen Akademie Louise von Marillac, gewinnt engagierte Auszubildende, die von der Pflegekammer NRW qualifiziert werden und anschließend die Schulklassen besuchen.

Das Kölner Beispiel zeigt, dass Pflegeberufe in der beruflichen Orientierung dann besonders gut vermittelt werden können, wenn Fachlichkeit, Schulnähe und Netzwerkqualität zusammenkommen. Letztlich bestätigt das Projekt, dass Peer-to Peer-Ansätze mit hoher Glaubwürdigkeit und Augenhöhe besonders wirksam sind, um Jugendliche zu erreichen.

Übergänge gestalten

Zeugnismappe statt Flyer – Neues Format für Informationen zum Übergang

In Remscheid erhielten die Eltern bislang mit den Halbjahreszeugnissen der 9. Klasse ihres Kindes einen Informationsflyer zum Thema „Übergang von Schule in Ausbildung oder andere Bildungswege“. Der Flyer wurde im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) vor Ort entwickelt und informiert gezielt über die nächsten Schritte und Anschlussoptionen nach der Sekundarstufe I. Da es sich jedoch in der Praxis nicht nachvollziehen ließ, ob die Flyer von der Zielgruppe auch tatsächlich wahrgenommen wurden und der organisatorische Aufwand für die Produktion groß war, entstand die Idee, die Inhalte in einer neuen Form zu entwickeln: in einer Zeugnismappe.

Die Zeugnismappe wird mit den Halbjahreszeugnissen der 9. Klasse ausgegeben und unterstützt Jugendliche sowie Eltern beim Thema Berufliche Orientierung. Über einen QR-Code gelangen sie auf eine Landingpage der Kommunalen Koordinierungsstelle mit Informationen zum Übergang Schule-Beruf, Veranstaltungen und weiteren Angeboten. Ergänzt wird die Mappe durch ein Quiz, das spielerisch wichtige Aspekte der Berufsorientierung vermittelt und zum Besuch der Landingpage anregt.

Die Rückmeldungen aus den beteiligten Arbeitskreisen und von den Studien- und Berufsorientierungskoordinatorinnen und -koordinatoren fallen positiv aus. Besonders die Jugendlichen schätzen die Mappe. Sie hilft ihnen, ihre Unterlagen zu ordnen, und viele empfinden das Remscheider Stadtwappen auf der Titelseite als Wertschätzung ihrer schulischen Leistungen. Auch bei den Eltern stoßen die Zeugnismappen auf positive Resonanz. Deshalb werden sie in Zukunft dauerhaft den ursprünglichen Flyer ersetzen. 

Kommunale Koordinierung

WorkExperienceDay – Dein Weg in die Berufswelt! Neue Wege für die regionale Berufsorientierung

Im Kreis Heinsberg werden bereits zahlreiche Aktivitäten zur Berufsinformation für Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Um die Jugendliche und Betriebe noch besser zusammenzubringen, entwickelte die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) den WorkExperienceDay (WED) für den Übergang Schule-Beruf im Kreis Heinsberg. Das Projekt soll Schulen, Jugendliche und Betriebe enger vernetzen, die duale Ausbildung sichtbarer machen und die regionale Fachkräftesicherung stärken. Projektpartnerin ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Heinsberg (WFG).

Bei der Entwicklung des Formats arbeiteten die KoKo und die WFG mit Schulen, Unternehmen, Kammern, der Agentur für Arbeit und weiteren Netzwerkpartnern zusammen. Die Jugendlichen waren über einen Workshop aktiv in die Planung einbezogen. Sie gaben dem Projekt seinen Namen und Abkürzung und definierten ihre Erwartungen an den Tag. Für den jährlichen WED öffnen die Betriebe am vierten Donnerstag nach den Sommerferien ab 14 Uhr ihre Türen für maximal zehn Jugendliche und präsentieren ihre Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten. Ihre Angebote beinhalten praktische Einblicke, wie kurze Übungen oder Aufgaben aus dem Berufsalltag und Mitmachaktionen.

Für die gute Resonanz auf den WorkExperienceDay sind zwei Faktoren entscheidend: ein attraktives, abwechslungsreiches Angebot für Schülerinnen und Schüler und eine regelmäßige Bewerbung über verschiedene Kanäle wie Werbekarten, Plakate, Großflächenwerbung, Elterninformationen oder Posts auf Social Media. Die Unternehmen profitieren von flexiblen Zeitmodellen. Damit können sie die Besuche der Jugendlichen optimal in ihre Abläufe integrieren.

Über Beispiele guter Praxis werden Sie fortlaufend informiert, eine Übersicht zu erfolgreichen Aktivitäten der Kommunalen Koordinierungsstellen finden Sie hier zum Herunterladen.