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Neue Beispiele aus den Regionen

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Übergang Schule-Beruf: Gute Praxis in den Regionen - aktuelle Beispiele

Gute Praxis im Übergang Schule–Beruf: In Duisburg erkunden Jugendliche Berufe im Garten- und Landschaftsbau. Das Pilotprojekt „Mein Beruf – Meine Entscheidung“ in Euskirchen bietet klischeefreie Berufsorientierung. Eine Schulprojektwoche im Kreis Warendorf zeigt Berufsperspektiven in der Landwirtschaft.

Kommunale Koordinierungsstellen - Beispiele guter Praxis

Die Kommunalen Koordinierungsstellen sind wichtige Ansprechpartner beim Übergang Schule-Beruf und unterstützen mit ihren Aktivitäten die Umsetzung des Übergangssystems "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf in NRW". Hier finden Sie die aktuellen Beispiele guter Praxis.

Beispiele guter Praxis zum Herunterladen

Berufliche Orientierung

Berufsorientierungsprojekt „Garten- und Landschaftsbau“

In Duisburg wachsen heute Bäume und Sträucher, wo früher die Stahlindustrie dominierte. Betriebe aus dem Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) sind gefragte Partner, wenn es um Stadtbegrünung, ökologische Freiräume und nachhaltige Bauprojekte geht – und sie suchen dringend Nachwuchs. Da vielen Jugendlichen aber nicht bekannt ist, wie vielfältig die Tätigkeiten im GaLaBau sind, entwickelte die Koordinierungsstelle (KoKo) Duisburg gemeinsam mit der Lise-Meitner-Gesamtschule und dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW ein Schulprojekt zur Berufsfelderkundung im Garten- und Landschaftsbau.

Das Projekt richtete sich an interessierte Jugendliche der 9. Klassen. Projektbedingungen für die Schulen waren, dass sie einen Schulgarten und Garten-AG haben, die sich auch während der Sommerferien um die Gartenpflege kümmert. 

Kurz vor den Sommerferien gestalteten die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule gemeinsam mit den Fachkräften des Landesverbandes den schuleigenen Garten neu – nach einer kurzen Einweisung in die üblichen Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau. Anschließend ging es in die Praxis: Hochbeet anlegen, Zäune aufstellen und eine Wiese für Insekten bepflanzen. Währenddessen konnten die Jugendlichen Fragen rund um den Ausbildungsberuf und die dazugehörigen Anforderungen stellen.

Das Projekt zeigte, dass Berufsorientierung direkt in der Schule funktioniert. Den Schülerinnen und Schülern wurden konkrete Ansprechpersonen vermittelt, und sie erhielten Einblicke in das Berufsfeld – ohne weite Wege. Und das kam an: Die Jugendlichen arbeiteten gut zusammen und waren davon beeindruckt, was man mit handwerklichem Geschick innerhalb eines Tages schaffen kann. 

Die KoKo Duisburg plant, dieses Konzept mit anderen Handwerksbetrieben fortzuführen. Für Ende des Jahres plant sie bereits ein weiteres Schulprojekt im Maler- und Lackiergewerbe.

Klischeefreie Berufsorientierung Pilotprojekt mit einer Gesamtschule

Klischees und Rollenvorstellungen beeinflussen weiterhin die Berufs- und Studienwahl. Mit dem Pilotprojekt „Mein Beruf – Meine Entscheidung“ setzt die KoKo Euskirchen gezielt an dieser Stelle an, um Jugendliche zu ermutigen, ihre Entscheidungen frei von gesellschaftlichen Zuschreibungen zu treffen.

Das Projekt führte die KoKo gemeinsam mit einer Gesamtschule über einen Zeitraum von zwei Jahren durch. Es richtete sich an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 und 12. Bei der Auftaktveranstaltung an der Gesamtschule lernten die Schülerinnen und Schüler den Begriff „Klischees“ kennen und kreierten selbst den endgültigen Projektnamen: „Mein Beruf – Meine Entscheidung“. 

Das Projekt selbst war zweigeteilt: Im theoretischen Teil wurden Übungen eingesetzt, die auf die Standardelemente von KAoA für die Sekundarstufe II abgestimmt waren. Hier kamen auch die Methodensets der Initiative Klischeefrei zur geschlechtergerechten Berufsorientierung zum Einsatz. Im praktischen Teil erhielten die Jugendlichen an drei Tagen im Berufsbildungszentrum (BZE) Euskirchen Informationen über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sowohl in den SAHGE-Berufen als auch in den MINT-Berufen. Praktische Erfahrung konnten sie in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Soziales, Hotel und Gaststätten sowie Elektrohandwerk sammeln. 

Insgesamt beteiligten sich ca. 50 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt. Dabei zeigte sich, dass die Mischung aus Theorie in der Schule und Praxis in den Werkstätten gut von den jungen Menschen angenommen wurde. Auch die Auftaktveranstaltung und die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler erhöhte ihre Akzeptanz für das Thema deutlich. Eine überraschende Erkenntnis für die Beteiligten: Die jungen Menschen der Jahrgänge 11 und 12 waren sich bewusst, dass sie – unabhängig vom Geschlecht – jeden Beruf erlernen können. Sie beurteilten die Methodenteile zu diesem Thema als interessant, jedoch nicht entscheidungsgebend. Deshalb wurde das Pilotprojekt im Kreis Euskirchen zunächst nicht wiederholt. Derzeit untersucht die KoKo die Möglichkeit, es mit einer jüngeren Zielgruppe und einer anderen Schulform weiterzuführen.

Kommunale Koordinierung

Projektwoche auf dem Emshof: Landwirtschaft, Umwelt, Nachhaltigkeit

Der Kreis Warendorf ist ein großer Flächenkreis mit vielen landwirtschaftlich geprägten Strukturen und einem großen Bedarf an entsprechenden Nachwuchskräften. Um Jugendliche über nachhaltige und ökologische Berufe und Tätigkeiten in der Landwirtschaft zu informieren, startete die Kommunale Koordinierungsstelle (KoKo) im Kreis Warendorf gemeinsam mit dem Bildungsbauernhof Emshof in Telgte eine Projektwoche.

Das Angebot richtete sich besonders an Schülerinnen und Schüler, die sich für die Fächer Informatik, Biologie, Physik, Chemie, Erdkunde, Geologie oder Technik interessieren und sich in diesen Bereichen eine berufliche Zukunft vorstellen können.

Die Projektwoche fand vormittags für bis zu 70 Teilnehmende statt. Schulen meldeten ganze Klassen oder interessierte Jugendliche als Gruppe für je einen Tag an. Neben Hofschnuppern und Hofführungen gab es sieben Workshops: Bodengesundheit, Tiere auf dem Hof, Zeigerpflanzen, Schafe und Wolle, Gemüse und Co., Bagger und Technik sowie Pflasterarbeiten. Im Anschluss reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam ihre Erlebnisse und übertrugen sie in mögliche Berufsperspektiven.

Eine große Herausforderung bei der Umsetzung war jedoch die Einbindung der Betriebe. Viele der landwirtschaftlichen Betriebe sind personell so ausgelastet, dass sie kaum Kapazitäten haben, sich an solchen Projekten zu beteiligen – trotz ihres eigenen Fachkräftebedarfs. 

Dennoch: Die Projektwoche zeigt, wie wertvoll praxisnahe Angebote für die berufliche Orientierung sind. Das Interesse der Schulen war groß und die Rückmeldungen von Jugendlichen und Lehrkräften durchweg positiv. Die Berücksichtigung realer Arbeitssituationen weckte nicht nur das Interesse, sondern ließ Talente erkennen und eröffnete neue Perspektiven.

Über Beispiele guter Praxis werden Sie fortlaufend informiert, eine Übersicht zu erfolgreichen Aktivitäten der Kommunalen Koordinierungsstellen finden Sie hier zum Herunterladen.