Informationen für Anbieter

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Gespeichert von HKP.Kittel am 15. September 2017
Foto zeigt pfegebedürftige Frau mit Hand an einem Gehstock, auf der die Hand einer Helferin liegt

Informationen für Anbieter

Antragsverfahren für die Anerkennung eines Unterstützungsangebots

Wenn Sie ein Unterstützungsangebot im Alltag anbieten möchten, benötigen Sie eine Anerkennung für dieses Angebot. In Nordrhein-Westfalen regelt die Anerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO) - die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag.

Zuständig für die Anerkennung sind die Kreise und kreisfreien Städte.

Den Text der Verordnung finden Sie hier: Anerkennungs- und Förderungsverordnung (AnFöVO)

 

Registrierung und Antragstellung

Nutzen Sie für die Antragstellung das elektronische Datenverarbeitungssystem www.pfaduia.nrw.de
 
Das System leitet Sie durch das Antragsformular und informiert Sie über die nötigen Schritte.

Im Rahmen der Antragstellung benötigt die Behörde einige Daten, die zum Teil durch Vorlage entsprechender Dokumente nachgewiesen werden müssen.

Die Dokumente können im Datensystem hochgeladen werden. 

Welchen Antrag auf Anerkennung eines Angebots zur Unterstützung im Alltag möchten Sie stellen?
 

 

Informationen zur Preisgestaltung - Angemessenheit von Preisen

Entsprechend § 7 Absatz 6 AnFöVO werden Angebote nur anerkannt, wenn ihre Vergütungen angemessen sind und die Preise für vergleichbare Leistungen von zugelassenen Pflegeeinrichtungen nicht übersteigen.

Orientiert an den durchschnittlichen Preisen ambulanter Pflegedienste in Nordrhein-Westfalen liegt der Höchstbetrag derzeit bei 34,50 € je Stunde. Soweit Angebote für Betreuungsgruppen erbracht werden, darf ein Höchstbetrag von 97 € pro Tag nicht überschritten werden (in Anlehnung an die Tagespflege). Bei stundenweiser Betreuung in Gruppen sind maximal 20,00 € je Stunde anerkennungsfähig.

Bei der Preisgestaltung ist zu bedenken, dass es sich grundsätzlich um niedrigschwellige Unterstützungsangebote handelt. Die genannten Höchstbeträge sollten möglichst nicht ausgeschöpft werden.

 

Abgabe des Jahresberichts 2020 bis zum 31.03.2021

Anbieter von anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag sind verpflichtet, der zuständigen Behörde jeweils bis zum 31. März des Folgejahres im Rahmen des elektronischen Datenverfahrens (www.pfaduia.nrw.de) einen Jahresbericht vorzulegen. Der Jahresbericht umfasst eine Vervollständigung und Aktualisierung der Daten in pfad.uia. Damit können Anbieter sicherstellen, dass ihre Angebote auch im Angebotsfinder korrekt dargestellt werden.
 
Für das Berichtsjahr 2020 ist nun die Erstellung des Jahresberichts über das elektronische Verfahren möglich. Dieses umfasst zwei Schritte:
 
Schritt 1: Vervollständigung und Aktualisierung aller für die Anerkennung des Angebots erforderlichen Daten.
 
Das Datensystem fordert Sie hier schrittweise auf, die benötigten Daten zu überprüfen oder zu ergänzen. Änderungen werden anschließend als sogenannte Änderungsmitteilung an die zuständige Behörde übersandt. Diese prüft, ob die Anerkennungsvoraussetzungen weiterhin vorliegen und gegebenenfalls eine Änderung des Anerkennungsbescheides erforderlich ist.
 
Schritt 2: Ausfüllen des Formulars für den Jahresbericht.
 
Das Formular umfasst Angaben zur Verfügbarkeit des Angebots, zur fachlichen Begleitung, zu Kenntnisstand und Zuverlässigkeit der leistungserbringenden Personen sowie zur Anzahl der Nutzenden/Kunden. Auch hier fragt das Datensystem die erforderlichen Daten ab. Die zuständige Behörde erhält nach Vervollständigung die Nachricht über die elektronisch eingegangene Jahresmeldung. Die Behörden sind berechtigt, für die Bearbeitung des Jahresberichts Gebühren zu erheben.
 
 
Bei Rückfragen können Sie sich an Ihre Anerkennungsbehörde (Kreis oder kreisfreie Stadt) wenden.

 

Erweiterung des Leistungsangebots in Zeiten des Coronavirus (SARS-CoV-2)

Anlässlich der anhaltenden Corona-Pandemie werden weiterhin alle erteilten Anerkennungen von Angeboten zur Unterstützung im Alltag befristet auf „Dienstleistungen bis zur Haustür“ erweitert.

Die Landesregierung hat die ursprünglich bis 31. März 2021 geltende Regelung erneut verlängert. Sie gilt solange, wie die „epidemische Lage von nationaler Tragweite" auf Bundesebene fortbesteht, maximal jedoch bis zum 30. September 2021.

Es bedarf für diese Leistungen keiner gesonderten behördlichen Anerkennung. Dies ermöglicht es den Anbieterinnen und Anbietern, auf die aktuellen Bedarfe zu reagieren und ihr Leistungsangebot anzupassen. Und es eröffnet vielen pflegebedürftigen Menschen sowie ihren Angehörigen die Möglichkeit, notwendige Unterstützung zu erhalten – Unterstützung, die nicht zwingend einen unmittelbaren Kontakt erfordert.
 
Zu den „Dienstleistungen bis zur Haustür“ zählen zum Beispiel:

  • der Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs
     
  • die Erledigung von Botengängen (Arzt, Apotheke)
     
  • Abhol- und Lieferservice (Speisen, Wäsche)
     
  • Organisation von Behördenangelegenheiten sowie
     
  • persönliche Gespräche mittels Telefon, Videotelefonie oder Mails

 
Darüber hinaus wird - ebenfalls befristet - die Abrechnung von Nachbarschaftshilfe erleichtert. Für Leistungen der Nachbarschaftshilfe, die während der Pandemie erbracht wurden, wird auf den erforderlichen Nachweis einer Qualifikation verzichtet.

Dies entbindet jedoch nicht grundsätzlich von der notwendigen Qualifizierung. Qualifizierungsangebote können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Wert nachbarschaftlicher Unterstützung, den Hilfebedarf der betroffenen Personen und die damit verknüpfte Rolle der Nachbarschaftshelfer zu erkennen.

Informieren Sie sich bei den Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz  oder Ihrer Pflegekasse.

 

Hinweise zur Durchführung von PoC-Antigen-Tests

Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a SGB XI sind grundsätzlich nicht verpflichtet, Testungen anzuwenden. Eine Verpflichtung ergibt sich derzeit lediglich für anerkannte Betreuungsgruppen (für ihre Beschäftigten/leistungserbringenden Personen).
 
Angebote zur Unterstützung im Alltag sind aber von der Testverordnung des Bundes (TestV) erfasst – vgl. § 4 Absatz 2 Nr. 3 (§ 36 Absatz 1 Nummer 7 zweiter Halbsatz IfSG wird ausdrücklich einbezogen). Sie können also PoC-Antigen-Tests für ihre leistungserbringenden Personen (sowie für die von ihr betreuten Personen) verlangen und auch selbst anwenden, wenn sie dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt ein einrichtungsbezogenes Testkonzept vorlegen. Eine Abrechnung über den Pflegerettungsschirm nach § 150 SGB XI ist möglich (Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes).

 

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