Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit

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Endlich ein ZUHAUSE!

Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit

Obdachlosigkeit ist nach Hunger die schlimmste Form von Armut und jeder wohnungslose Mensch ist einer zu viel. Viele Städte stehen vor wachsenden Problemen bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit. Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat daher in Absprache mit verschiedenen Akteuren die Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ ins Leben gerufen.

An der Konzeption der Landesinitiative waren die Kommunalen Spitzenverbände, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und die Landschaftsverbände beteiligt. Zur Verbesserung der Wohnraumversorgung hat Minister Laumann mit Vertretern der Wohnungswirtschaft eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um Wohnungsverluste zu vermeiden und wohnungslose Menschen besser und schneller mit Wohnraum zu versorgen.

Die Wichtigkeit der neuen Landesinitiative wird auch daran deutlich, dass der Landtag in diesem Jahr die Haushaltsmittel für den Wohnungslosenbereich um drei Millionen Euro auf 4.850.000 Euro aufgestockt hat. Ab 2020 sollen diese Mittel nochmals um zwei Millionen Euro auf dann 6.850.000 Euro erhöht werden.
 
Begonnen wird mit den 20 Kreisen und Kommunen in NRW, in denen statistisch besonders viele Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Mit der Förderung soll den Kommunen ermöglicht werden, die präventiven und nachgehenden Wohnungsnotfallhilfen personell zu verstärken sowie eine intensive Wohnraumakquise zu betreiben.

Ziele, Zielgruppen und Inhalte der Landesinitiative

Ziele:

  • Wohnungsverluste sollen verhindert werden
     
  • Wohnraum für Menschen ohne eigene Wohnung schaffen
     
  • Die Lebenslagen obdachloser, wohnungsloser und von Wohnungsverlust bedrohter Menschen sollen verbessert werden

 

Zielgruppen:

  • Menschen ohne eigene Wohnung, die vornehmlich auf der Straße leben
     
  • Menschen, die ordnungsrechtlich oder bei freien Trägern – in Übergangswohnungen oder Übergangswohnheimen untergebracht sind
     
  • Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind
     

Erste Inhalte:

  • Ausbau der Mobilen medizinischen Dienste, die auf Grundlage des NRW-Umsetzungskonzeptes arbeiten
     
  • Verbesserung der psychiatrischen Versorgungssituation für wohnungslose Menschen
     
  • Sensibilisierung der Jobcenter für das Thema „Wohnungslosigkeit“ und Information über die Zielgruppen
     
  • Auf- und Ausbau verbindlicher Kooperationen unter anderem zwischen der Wohnungslosenhilfe, den mobilen medizinischen Diensten, der Suchtberatung, der psychiatrischen Dienste und auch der Wohnungswirtschaft
     
  • Mit einem weiteren Baustein im Rahmen der Landesinitiative, dem Förderprogramm zur Stärkung der Suchtberatung für wohnungslose Menschen, stärkt das Land die niedrigschwellige und auf die Bedarfe wohnungsloser Menschen zugeschnittene Suchtberatung. So sollen drohende Wohnungslosigkeit verhindert und konkrete Hilfestellungen zur Erreichung eines selbständigen Wohnens geleistet werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Praxishilfe „Wohnungsnotfallhilfen vorausschauend planen und präventiv handeln“

Die Praxishilfe für Kommunen und freie Träger der Wohlfahrtshilfe wurde im Rahmen der Landesinitiative „Endlich ein Zuhause“ erarbeitet. Sie schafft eine wichtige Grundlage für die Entwicklung eines weit gefassten Handlungskonzeptes zur Überwindung von  Wohnungslosigkeit in Nordrhein-Westfalen.

Die Praxishilfe gliedert sich in ein Rahmenkonzept, in die Handlungsfelder „Prävention, Unterbringung, Notversorgung und persönliche Hilfe, dauerhafte Wohnungsversorgung, wohnbegleitende Hilfen sowie in den eigenständigen Teil „Handreichung Wohnungsnotfallhilfen im SGB II“. Hilfreich ergänzt wird sie durch Musterdokumente, rechtliche Grundlagen, Übersichten und Checklisten (Anlage 1) sowie Sammlungen von guten Praxisbeispielen (Anlage 2).

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