Virtuelles Krankenhaus

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Ärztin bedient ein Tablet

Virtuelles Krankenhaus

Digitale Plattform für den Austausch zwischen Krankenhäusern und niedergelassener Ärzteschaft

Keine Betten, kein Pflegepersonal, keine Notaufnahme - das Virtuelle Krankenhaus hat kein Gebäude, es steht im Internet. Die Pläne für den Aufbau einer digitalen Plattform, über die sich Krankenhäuser fachlich austauschen können, sind weit fortgeschritten. Noch im Herbst 2020 soll das Virtuelle Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen seinen regulären Betrieb aufnehmen. Perspektivisch soll es auch für die niedergelassene Ärzteschaft geöffnet werden.

Die Errungenschaften der Telemedizin sollen es Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Rat und Unterstützung der versierten Kollegenschaft bei komplizierten oder seltenen Krankheitsfällen einzuholen. In Videokonferenzen etwa ist ein solcher Austausch möglich, unterstützt wird er beispielsweise durch den gemeinsamen Zugriff auf Untersuchungsergebnisse oder diagnostische Aufnahmen. Alles natürlich unter den strengen Regeln des Datenschutzes.

Wichtig: Die Angebote des Virtuellen Krankenhauses richten sich nicht direkt an Patientinnen und Patienten. Es gibt keine Sprechstunden im klassischen Sinne. Die Nutzung der Internetplattform ist den Fachleuten vorbehalten.   

Im Kern soll das Virtuelle Krankenhaus folgende Angebote bereithalten: 

  • Telekonsile, elektronische Visiten, Videosprechstunden - durch Nutzung telemedizinischer Lösungen
  • Elektronische Fallakte - gemeinsamer Zugriff auf behandlungsrelevante Daten
  • Zentrales Verzeichnis der Leistungserbringer - für die schnelle Suche nach Spezialisten
     

Der Aufbau des Virtuellen Krankenhauses erfolgt in mehreren Stufen. Auf diese Weise soll bereits kurzfristig ein Angebot – zunächst auf einige Fachbereiche oder Indikationen beschränkt – für die qualifizierte Ergänzung in der stationären und ambulanten Versorgung in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt werden.

Feuertaufe bestanden

Seine Feuertaufe hat das Virtuelle Krankenhaus bereits bestanden. Eine Vorstufe mit den Schwerpunkten Intensivmedizin und Infektiologie startete am 30. März 2020 zur Unterstützung während der Corona-Pandemie. Die tragende Rolle dabei übernahmen die beiden Universitätskliniken in Aachen und Münster. Auf diese Weise konnte die Zahl von Intensivbetten mit angemessener medizinischer Expertise kurzfristig gesteigert wer­den. So konnten insbesondere kleinere Krankenhäuser, die Beratung bei der Behandlung von Beatmungs­patienten benötigten, unterstützt werden.

Erfahrungen gesammelt

Bei der Umsetzung sind die Erfahrungen aus dem erst kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Projekt „TELnet.NRW“ wertvoll. In diesem Projekt wurde in den Modellregionen Aachen und Münster ein großes sektorenübergreifendes telemedizinisches Netzwerk in der Infektiologie und Intensivmedizin aufgebaut, in dem mehr als 10.000 Patienten telemedizinisch betreut wurden.

Gründungsausschuss unterstützt beim Aufbau

Das Land hat einen Gründungsausschuss berufen, der das Ministerium zu rechtlichen, organisatorischen und technischen Fragen beim Aufbau des Virtuellen Krankenhauses berät.

Der Gründungsausschuss hat seine Arbeit am 1. Oktober 2019 aufgenommen und drei themenspezifische Arbeitsgruppen eingerichtet:
 

  • Arbeitsgruppe 1 – Versorgungsauftrag, Strategie, Rechtsfragen
     
  • Arbeitsgruppe 2 – Netzwerk- und Finanzierungsfragen
     
  • Arbeitsgruppe 3 – Datenaustausch, Informationssicherheit und Plattform
     

Mitglieder des Gründungsausschusses

Vertreter von Universitätskliniken mit telemedizinischer Expertise

  • Prof. Dr. Thomas Ittel,
    Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums der RWTH Aachen
     
  • Dr. Karin Overlack,
    Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen
     
  • Prof. Dr. Jochen Werner,
    Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen
     
  • Prof. Dr. Dr. Hugo Van Aken,
    Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Münster

 

Vertreter von Krankenhäusern als potenzielle Nutzer des virtuellen Krankenhauses

  • Sascha Klein,
    Geschäftsführer der Klinikum Oberberg GmbH Gummersbach
     
  • Johannes Schmitz,
    Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH, Olpe

 

Vertreter aus dem niedergelassenen Bereich mit telemedizinischer Erfahrung

  • Dr. Hans-Jürgen Beckmann,
    Vorstand des Ärztenetz MuM – Medizin und Mehr EG
     
  • Dr. Thomas Aßmann,
    Hausärztliches Zentrum Angelus, Geschäftsführer der TAG TeleArzt GmbH

 

Berater mit bundespolitischer Erfahrung und Vernetzung im Gesundheitsbereich

  • Lutz Stroppe,
    Staatssekretär a. D.

 

Vertreter der Selbstverwaltung  

  • Matthias Blum,
    Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen
     
  • Dr. med. Johannes Albert Gehle,
    Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe
     
  • Thomas Müller,
    Vorstand Zentrale Dienste der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe
     
  • Dirk Ruiss,
    Leiter der Landesvertretung des Verbands der Ersatzkassen e. V.

 

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen  

  • Dr. Edmund Heller,
    Staatssekretär
     
  • LMR Lars Ehm,
    Gruppenleiter Gesundheitsversorgung, Prävention, Digitalisierung im Gesundheitswesen

 

Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen  

  • Dr. Dieter Herr,
    Abteilungsleiter Hochschulmedizin, Hochschulbau

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