Digitale Auftaktveranstaltung ESF 2021 - 2027

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Digitale Auftaktveranstaltung zum Europäischen Sozialfonds 2021–2027

Zum Start des Europäischen Sozialfonds 2021 - 2027 in Nordrhein-Westfalen lädt die ESF-Verwaltungsbehörde am 16. September 2021 zu einer digitalen Auftaktveranstaltung ein. EU-Kommissar Nicolas Schmit und Minister Karl-Josef Laumann geben einen Ausblick auf die neue Förderphase. Interessierte können bereits jetzt Fragen und Anmerkungen zu den drei Foren einreichen, die dann in der Auftaktveranstaltung beantwortet werden.

Digitale ESF-Auftaktveranstaltung 2021–2027 – wir möchten Ihre Fragen und Anmerkungen!

Die ESF-Verwaltungsbehörde führt am 16. September 2021 eine rein digitale Auftaktveranstaltung durch, mit der die ESF-Förderphase 2021-2027 eingeleitet wird.

Die COVID-19-Pandemie zeigt, wie wichtig eine aktiv unterstützende Politik für unsere soziale und wirtschaftliche Zukunft ist. Das ESF-Programm 2021-2027 bietet hier die Möglichkeit, gemeinsam bekannte und im Anschluss an die Pandemie neue und neu zu gewichtende Herausforderungen aktiv anzugehen und richtige Ansätze zu unterstützen.

Zum Auftakt geben Ihnen EU-Kommissar Nicolas Schmit, Minister Karl-Josef Laumann und Staatssekretär Dr. Edmund Heller wichtige Ausblicke auf die neue Förderphase. In drei thematisch unterschiedlichen Foren stellen Fachleute des MAGS NRW und anderer Ministerien die Programme und Projekte der ESF-Förderphase 2021–2027 vor.

In die inhaltliche Vorbereitung dieser Foren sollen auch Ihre Fragen und Anmerkungen zu den Themen einfließen können. Deshalb finden Sie untenstehend den Link, über den Sie uns Ihre Fragen und Anmerkungen bis Freitag, den 20. August 2021 zusenden können.

Bitte beachten Sie bei Ihren Fragen und Anmerkungen, dass auf der Auftaktveranstaltung keine Fragen zur Fördertechnik (verwaltungstechnischen Abwicklung) behandelt werden, sondern es dort ausschließlich um die inhaltliche Ausrichtung des nordrhein-westfälischen ESF 2021–2027 gehen wird.

Bitte benutzen Sie für Ihre Fragen / Anmerkungen den unten stehenden Link. Mit der Auswahl des Forums legen Sie sich noch nicht hinsichtlich des Forums fest, welches Sie am Tag der digitalen Auftaktveranstaltung belegen können. Dieses wird zu einem späteren Zeitpunkt mit der offiziellen Einladung abgefragt werden.

Die Foren, die entlang der Schwerpunkte des künftigen ESF Nordrhein-Westfalen 2021–2027 gruppiert sind, lauten wie folgt:

Forum 1 „Übergang Schule-Beruf sowie Berufliche Ausbildung“

Obwohl sich die Lage am Ausbildungsmarkt zuletzt verbessert hat, stellt der Übergang von der Schule in den Beruf in Nordrhein-Westfalen weiterhin eine besondere Herausforderung dar. Der Anteil der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger/-innen an der gleichaltrigen Bevölkerung 2019 liegt in Nordrhein-Westfalen mit rd. 11 % noch immer über dem Bundesdurchschnitt (Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Sozialberichterstattung NRW; eigene Berechnung).

Unterstützungsangebote müssen hier bereits in der Schule ansetzen mit dem ersten Ziel, das Erreichen eines Abschlusses noch zu ermöglichen – auch durch die Motivation über eine Anschlussperspektive im Sinne „Kein Abschluss ohne Anschluss“ – dem zweiten Ziel des Übergangs in Ausbildung und dem dritten Ziel des Ausbildungsabschlusses.

Der Europäische Sozialfonds agiert in diesem Feld nicht alleine, sondern richtet sich insbesondere auf jene Konstellationen, die für die Regelsysteme schwieriger zu bearbeiten sind. Seien es körperliche oder geistige Beeinträchtigungen, sprachlich-kulturelle Herausforderungen oft in Verbindung mit Migrations- und Fluchterfahrungen bis hin zu familienbedingten prekären Ausgangslagen.

Der weiterhin hohe Anteil junger Menschen, die ihre begonnene Ausbildung abbrechen, deutet darauf hin, dass Erwartung an und Wirklichkeit der Ausbildung zu oft zu weit auseinanderliegen. Die Corona-Pandemie hat zudem die Lage am Ausbildungsmarkt noch einmal auf neue Art und Weise verändert. Die Pandemie-bedingten Arbeitsschutzanforderungen erschwerten z.T. die Ausübung des Gewerbes und führten insbesondere bei kleineren Unternehmen und in spezifischen Branchen dazu, dass sich einige Unternehmen vom Ausbildungsmarkt zurückgezogen haben, also weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.

Mittelfristig sinkt möglicherweise die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber stärker als die Zahl der Ausbildungsstellen (Bundesagentur für Arbeit (RD Nordrhein-Westfalen): Presseinfo Nr. 20, Corona-Pandemie sorgt für eine Verlängerung auf dem NRW Ausbildungsmarkt, 30.06.2021), sodass sich die Lage je nach Region für die Ausbildungswilligen verbessert und das Matching zur Ausbildungsstelle je nach regionalen und branchenspezifischen Herausforderungen an Bedeutung gewinnt. Generell gilt es, frühzeitig die Suchstrategien der Schülerinnen und Schüler durch Beratung sowohl zu erweitern als auch in realistischer Hinsicht zu fokussieren, damit das Potential an Ausbildungsplätzen ausgeschöpft und der Anteil der Ausbildungsabbrüche gesenkt werden kann.

Zentraler Bestandteil der dualen Ausbildung ist die Ausbildung in Unternehmen. Zum einen halten sich ausbildungsberechtigte Unternehmen aber bei der Ausbildung zurück, zum anderen benötigen manche ausbildungswilligen Unternehmen mehr Unterstützung. Veränderte Inhalte, neue Technologien, die Digitalisierung und das Thema Nachhaltigkeit verdeutlichen die steigend komplexen Anforderung der Arbeitswelt und damit auch der Ausbildung. Im Interesse einer qualitativ hochwertigen Ausbildung ist somit auch eine Spezialisierung in Bezug auf bestimmte Ausbildungsbestandteile unerlässlich. Dieses dient der Qualität der Ausbildung und entlastet die Unternehmen von Ausbildungsinhalten, deren Vermittlung ihnen allein schwer fiele.

Bei alldem ist zu berücksichtigen, dass die Ausbildungssituation in den Regionen Nordrhein-Westfalens sehr unterschiedlich ausfällt. Adäquate Strategien dazu sind daher immer mit Blick auf die Gegebenheiten vor Ort gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort zu entwickeln und umzusetzen.
 

Forum 2 „Fachkräfte“

Seit 2013 können in Nordrhein-Westfalen zunehmend Fachkräfteengpässe in einzelnen Regionen und Berufsgruppen beobachtet werden. In Folge der Corona–Pandemie wurde noch einmal mehr deutlich, dass insbesondere in systemrelevanten Berufen, wie bspw. der Pflege oder in Kindertagesstätten, ein erheblicher Mangel an qualifiziertem Personal herrscht.

Die demografischen Prognosen zeigen, dass sich die Lage in Zukunft noch verschärfen wird, wenn keine Maßnahmen getroffen werden. Gleichzeitig fordern digitaler Wandel, Energie- und Mobilitätswende sowie der Weg zur Klimaneutralität Unternehmen und Beschäftigte heraus.

Um diese Entwicklungen beschäftigungsorientiert zu unterstützen und negative Folgen abzufedern, werden in der neuen ESF-Förderphase bewährte Instrumente weiterentwickelt und ergänzt, damit Beschäftigte und kleine und mittlere Unternehmen, ihre Potenziale in den Veränderungsprozess einbringen und nutzen können.

Durch Orientierung, Beratung und Qualifizierung sowie beispielhafte innovative Lösungsmodelle sollen Menschen und Unternehmen unterstützt werden, um Strategien und Perspektiven zu entwickeln, Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren und ihre Umsetzung anzugehen.

Im Forum 2 werden die weiterentwickelten und neuen Förderprogramme zur beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten, zur Beratung von Unternehmen bei der Verbesserung und Modernisierung ihrer Arbeitsorganisation, zur Beratung von Beschäftigten bei der beruflichen Weiterentwicklung sowie zur Entwicklung innovativer Lösungen zur Fachkräftesicherung vorgestellt.

Forum 3 „Zielgruppen“

Trotz der vor der Corona-Pandemie guten konjunkturellen Entwicklung bestehen in Nordrhein-Westfalen am Arbeitsmarkt Gruppen, für die der Eintritt in gute Beschäftigung und Ausbildung schwerer gelingt als für andere. Diese Gruppen waren durch die Pandemie besonders betroffen, weil schwierigere Wohnverhältnisse mit Erwerbstätigkeiten zusammentrafen, die in stärkerem Maße ‚vor Ort‘ und mit hoher Kontaktintensität und –frequenz zu erbringen sind und deren Ausübung entweder eingeschränkt wurde oder ein höheres Infektionsrisiko beinhaltete. Arbeitslose Menschen waren dagegen besonders dadurch betroffen, dass Angebote, die ihre soziale und berufliche Integration unterstützen sollten, eingeschränkt oder gar nicht mehr verfügbar waren.

31 % der in Nordrhein-Westfalen lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund.[1] Während die Erwerbsbeteiligung in ihrer Bevölkerungsgruppe nur bei rd. 64 % beträgt, liegt der Landesdurchschnitt insg. bei rd. 78 %.[2] Ist fast jede dritte Person mit Migrationshintergrund armutsgefährdet, so sind dies bei Menschen ohne Migrationshintergrund nur rd.12 %.[3] Besonders hoch sind diese Quoten in städtischen Quartieren und deuten auf sich verfestigende Armut hin. Die Barrieren der Integration gehen dabei von geringer Literalität an sich, der Kenntnis der deutschen Sprache über fehlende (Basis-)Qualifikationen bis hin zu kulturellen Unterschieden, entlang derer Diskriminierung ausgeübt wird. Den Betroffenen fehlt es oftmals an adressatenbezogenen niedrigschwelligen Hilfsangeboten und – sofern sie Arbeit haben – an der Kenntnis ihrer Rechte, um sich gegen prekäre Beschäftigung zu schützen.

Eine weitere Zielgruppe stellen die Menschen mit Beeinträchtigungen dar. Allein rd. jeder 14. Arbeitslose in Nordrhein-Westfalen war 2019 ein Mensch mit Schwerbehinderung. Die Tendenz ist im Vergleich zu 2011 steigend und wird voraussichtlich im Laufe der kommenden Jahre aufgrund der demographischen Entwicklung Nordrhein-Westfalens die Dringlichkeit des Themas verstärken.[4]

Der Rückgang der Zahl der Langzeitarbeitslosen in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von 2011 bis 2019 um 21 % ist durch die Corona-Pandemie im Trend umgekehrt worden. An den sich bietenden Chancen des näher rückenden Endes der Pandemie können langzeitarbeitslose Menschen weniger partizipieren und sind somit auch in der Dauer überdurchschnittlich von der Pandemie betroffen.

Unter den jüngeren Arbeitslosen haben in Nordrhein-Westfalen rd. 4 von 5 Arbeitslosen 2019 keinen Berufsabschluss.[5] Häufig schlagen sich hier problematische Bedingungen des Aufwachsens nieder, die sich in bestimmten Sozialräumen und Quartieren in Nordrhein-Westfalen verdichten. Die hohen Quoten an Transferleistungsbeziehenden in diesen Quartieren gelten für Kinder und Jugendliche in besonderem Maße (zum Jahresende 2019 bezogen in Nordrhein-Westfalen 18,4% der Minderjährigen Mindestsicherungsleistungen gegenüber 10,9% der Gesamtbevölkerung).

Der Europäische Sozialfonds Nordrhein-Westfalen hat bereits in der Förderphase 2014 – 2020 viele der hier beschriebenen Zielgruppen bei der Integration und Inklusion in Arbeit und Gesellschaft unterstützt, indem mit Hilfe von Sprachkursen über Quartiersarbeit bis hin zu grundlegenden Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen viele zusätzliche Angebote finanziert werden konnten. Die Erfahrungen aus der Förderphase 2014 – 2020 sowie der Blick auf die Herausforderungen der Zukunft – mit beispielsweise dem demographischen und technologischen Wandel – machen deutlich, wie dringend es einer Fortführung der Maßnahmen des ESF Nordrhein-Westfalen auch in der Förderphase 2021 – 2027 bedarf.

[1] Definition Migrationshintergrund: „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt besitzt.“ Hier Migrationshintergrund im engeren Sinne, bedeutet: "Der Migrationshintergrund im engeren Sinn bedeutet, dass nur die Informationen über die Eltern verwendet wird, die auch im gleichen Haushalt leben.“ (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).
[2] Integrationsmonitoring der Länder 2020.
[3] Statistische Ämter des Bundes und der Länder.
[4] Bundesagentur für Arbeit, Statistik.
[5] Bundesagentur für Arbeit, Statistik
 

Bitte beachten Sie bei Ihren Fragen und Anmerkungen, dass auf der Auftaktveranstaltung keine Fragen zur Fördertechnik (verwaltungstechnischen Abwicklung) behandelt werden, sondern es dort ausschließlich um die inhaltliche Ausrichtung des nordrhein-westfälischen ESF 2021–2027 gehen wird.

Bitte benutzen Sie für Ihre Fragen / Anmerkungen das Kontaktformular zur digitalen Auftaktveranstaltung.

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