Digital Jobzone - Virtuelle Karrieremesse in der Region Aachen

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Foto: Messestand der Regionalagentur Aachen

Virtuell Fachkräfte gewinnen - Region Aachen geht innovative Wege

Erste virtuelle Karrieremesse unterstützt Unternehmen, Fachkräfte bundesweit zu rekrutieren - Regionalagentur Aachen als Impulsgeber

Premiere in der Region Aachen: Die erste virtuelle Karrieremesse präsentierte einen neuen Weg, Fachkräfte für lokale Unternehmen aus ganz Deutschland zu gewinnen. Interessierte konnten online durch die virtuelle Messewelt schlendern, Bewerbungsunterlagen einreichen und mit Personalern aus über 20 Unternehmen chatten. Die "Digital Jobzone" wurde mit ESF-Mitteln und durch die Regionalagentur Aachen vorangetrieben.

Digital Jobzone - Jobsuchende und potenzielle Arbeitgeber treffen in Echtzeit zusammen

Qualifizierte Fachkräfte finden – das ist für viele Unternehmen heute der Erfolgsfaktor Nummer 1. Der Konkurrenzkampf um die hellsten Köpfe ist längst entbrannt. Die demografische Entwicklung, der digitale Wandel und der Sog der Großstädte verschärfen den ohnehin schon harten Wettbewerb. Jetzt gibt es einen neuen, innovativen Weg, Fachkräfte zu gewinnen: die „Digital Jobzone“, eine virtuelle Karrieremesse. Sie bringt Jobsuchende und potenzielle Arbeitgeber in Echtzeit zusammen.

Zum Initiatorenkreis der ersten virtuellen Karrieremesse, die im Mai 2018 in der Region Aachen stattfand, gehörte von Anfang an die beim Zweckverband Region Aachen angesiedelte und vom Land NRW mit ESF-Mitteln geförderte Regionalagentur in Zusammenarbeit zum Beispiel mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Düren und regioIT.

Zunächst galt es, Fürsprecher aus Wirtschaft, Verwaltung und Unternehmen aus der Region für die noch unbekannte Idee zu überzeugen. „Wir wollten mit der virtuellen Karrieremesse einen ganz neuen Weg erproben, um Fachkräfte aus ganz Deutschland für unsere Region zu gewinnen“, sagt Janine Teucher, Mitarbeiterin der Regionalagentur Aachen. „Um ihnen die Jobsuche zu erleichtern, haben wir das komplette Angebot freier Stellen von mehr als 20 Firmen gebündelt auf einer Plattform präsentiert. Zugleich wollten wir zeigen, wie attraktiv die Region Aachen ist, in der sie zukünftig arbeiten werden.“ Zu diesem Zweck präsentierte die Regionalagentur sich und die Region mit einem eigenen Stand.

Perfektes Matching

So lief der virtuelle Messebesuch ab: Gleich nach der Registrierung betraten die jobsuchenden Fachkräfte bequem von zu Hause aus am PC, Smartphone oder Tablet – „also ganz ohne Fahrtaufwand, Reisekosten und Stress mit dem Dresscode“ – die Eingangshalle mit einem Informationsstand des Veranstalters und dem Stand der Regionalagentur. „Ein Highlight hier“, sagt Janine Teucher, „war ein Live-Vortrag zum Thema „Grenzüberschreitendes Leben und Arbeiten in der Region“. Außerdem bestand die Möglichkeit, mit unserer zertifizierten Beraterin Dorothea Maaß zu chatten. Sie beriet zum ESF-geförderten „Bildungsscheck NRW“ und informierte über die „Beratung zur beruflichen Entwicklung“ in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus konnten sich Interessenten an unserem Stand anhand von Informationsmaterial und Filmen über den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Aachen sowie vom hohen Freizeitwert und vom vielfältigen Kulturangebot der Region überzeugen.“

Von der Lobby gelangten die Besucherinnen und Besucher zu zwei Showfloors mit den Messeständen der 22 ausstellenden Firmen, gestaltet im Corporate Design des jeweiligen Unternehmens, meist IT-Unternehmen, aber auch zwei Hersteller von Elektrofahrzeugen, eine Druckerei, eine Schreinerei und das Bistum Aachen.

An jedem der Stände empfing die Jobsuchenden ein Avatar, also eine Grafikfigur, oft versehen mit den realen Gesichtszügen des Personalers der Firma. Informationen zum Download sowie Imagefilme klärten auf über den Geschäftsgegenstand der Firma und zeigten, so Janine Teucher, „wofür das Unternehmen steht.“

Im Zentrum der Messe wie auch jeder einzelnen Firmenpräsentation aber stand die Job-Wall mit den ausführlichen Stellenausschreibungen der Unternehmen inklusive detailliertem Anforderungsprofil der insgesamt 180 freien Arbeitsplätze. Wer unter den Stellenangeboten etwas Passendes entdeckte, konnte sofort im individuellen, also nicht-öffentlichen Chat mit dem Personaler Kontakt aufnehmen, weitere Detail-Informationen einholen, die Konditionen eines möglichen Arbeitsvertrags besprechen und so rasch klären, ob das Angebot für ihn oder sie in Frage kommt oder nicht. Bestand Interesse auf beiden Seiten, konnten Interessierte unverzüglich ihre Bewerbungsunterlagen digital übermitteln oder gleich einen Termin vereinbaren für ein Vorstellungsgespräch.

334 Registrierungen verzeichneten die Analysetools sowie 280 Chats und rund 2000 Einzelnachrichten. Nutzerinnen und Nutzer, ergab die Auswertung, kamen hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus anderen Bundesländern, vor allem aus Baden-Württemberg. Von den Bewerbern, die Angaben zu ihrer Tätigkeit und Ausbildung gemacht haben, waren die meisten Hochschulabsolventen, Team- oder Bereichsleiter, Projekt- und Produktmanager, Softwareentwickler und Ingenieure - aber auch arbeitssuchende Personen. „Bislang“, resümiert Dr. Günter Bleimann-Gather von der TEMA Technologie Marketing AG, „haben wir von Ausstellern und Besuchern ausschließlich positives Feedback bekommen.“

Professionelle Unterstützung für Unternehmen

Reibungsloser Ablauf und Gesamterfolg der ersten virtuellen Karrieremesse in der Region Aachen resultieren nicht zuletzt aus der professionellen Vorarbeit. So hatte die Ubivent GmbH bei der Gestaltung eng mit den ausstellenden Unternehmen kooperiert und die beteiligten Personaler in einem Webinar akribisch auf ihren Messe-Auftritt und die Nutzung der Chatfunktion vorbereitet. „Mit der Arbeit am Stand selbst“, sagt Janine Teucher, „hatten die Unternehmen nichts zu tun. Sie mussten nur die Stellenausschreibungen und die Informationen zum Unternehmen liefern. Zum Serviceangebot gehörte zudem eine bundesweite Vermarktung im Vorfeld über Xing, Facebook, LinkedIn, Youtube, Twitter, Instagram sowie in Radio und Presse - das alles ohne den sonst üblichen Messestress, Messebau, Reisen zu einem sehr überschaubaren Preis.“

Vom umfassenden Dienstleistungsspektrum profitierten alle: Besucherinnen und Besucher lobten die einfache Handhabung und die kurzen Wege, ausstellende Unternehmen den geringen organisatorischen Aufwand. Alice Brammertz, Prokuristin der Schreinerei Brammertz GmbH: „Die professionelle Begleitung der Firmen war ausgezeichnet. Zunächst hatten wir gedacht, so ein Format sei nichts für das Handwerk. Aber nachdem zuvor zwei Monate lang keine Bewerbungen bei uns eingegangen waren, haben wir es dann doch versucht und den Messestand komplett auf unsere Facebook-Seite übertragen. Im Nachgang der Messe konnten wir so innerhalb von zehn Tagen einen Schreinermeister einstellen und einen Gesellen.“

Digitale Antwort auf den Fachkräftemangel

„Sehr zufrieden“ zeigt sich auch Katharina Siegers, Personalreferentin beim Bischöflichen  Generalvikariat im Bistum Aachen: „Die meisten denken im Themenfeld Kirche und Personal immer zuerst an Priester und pastorale Mitarbeiter. Aber wir haben neben den pastoralen Stellen eine Vielfalt an Stellen und Aufgaben in der Verwaltung und sind – was kaum jemand weiß – als Katholische Kirche mit allen Einrichtungen, Verbänden, Pfarreien usw. mit rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber. Weil auch wir den Fachkräftemangel zu spüren bekommen, war die Digital Jobzone für uns eine gute Sache, da wir so ohne großen Aufwand bundesweit auf uns aufmerksam machen konnten. Innerhalb weniger Tage traf eine ganze Welle von Bewerbungen für unsere freien Stellen in den Bereichen Betriebswirtschaft, Informatik und Sachbearbeitung bei uns ein. Viele Menschen bringen virtuelle Karrieremesse und Bistum nicht unbedingt zusammen und stutzen. Aber genau deshalb bleiben wir in Erinnerung. Insofern war das eine super Marketingaktion. So viel ist sicher: Beim nächsten Mal sind wir wieder mit dabei!“

Der Veranstalter, die TEMA AG, hat bereits signalisiert, die virtuelle Karrieremesse im kommenden Jahr fortzuführen. Gut und sinnvoll wäre es, wenn sich dann auch die Gesundheitswirtschaft, also Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit ihrem hohen Personalbedarf, beteiligen würden. „Für uns als Regionalagentur“, sagt Janine Teucher, „ging es in diesem Jahr darum, ein völlig neues Format zu erproben. Das Resultat zeigt: Die virtuelle Karrieremesse ist sicher nicht die einzige, aber eine gute digitale Antwort auf den Fachkräftemangel in unserer Region.“

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