Einheitliche Regeln: Quarantäne und häusliche Isolierung

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Gespeichert von Webworker.Hivric am 26. November 2020
Grafik Informationen zur Quarantäneverordnung

Quarantäne und häusliche Isolierung

Neue Verordnung legt einheitliche Regeln für Nordrhein-Westfalen fest

Das NRW-Gesundheitsministerium hat erstmals eine Verordnung erlassen, die für Quarantäne und häusliche Isolierung landesweit einheitliche Regeln festlegt. So gilt nun für bestimmte Personengruppen während der Corona-Pandemie eine automatische Quarantäne, sie muss von den Gesundheitsämtern nicht mehr in jedem Einzelfall angeordnet werden.

Personen, die an Covid-19 erkrankt sind oder ansteckend sein können, müssen sich in Quarantäne (zur Vorbeugung) oder häusliche Isolierung (bei bestätigter Infektion) begeben. Sie müssen sich also „absondern“, um keine weiteren Personen anstecken zu können. 

Quarantänepflicht
  • Eine Quarantäne ist automatisch Pflicht in folgenden Fällen und dann eigenverantwortlich und direkt zu beginnen: 
    • für Personen, deren PCR-Test oder Antigenschnelltest auf das Coronavirus SARS-CoV-2 positiv ausgefallen ist
    • für Angehörige desselben Haushalts von positiv getesteten Personen
    • für Personen, die Krankheitssymptome zeigen und sich deshalb einem PCR-Test unterziehen – auf jeden Fall bis zum Vorliegen des Testergebnisses
  • Über die Quarantäne von Personen außerhalb des eigenen Haushalts, die engen persönlichen Kontakt zu infizierten Menschen hatten, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.
    • Grundregel: Quarantäne kommt in Frage, wenn mindestens 15-minütiger enger Kontakt, zum Beispiel im Rahmen eines Gesprächs, bestand und keine Alltagsmasken getragen wurden. Oder wenn die Person sich mit einer infizierten Person über einen längeren Zeitraum in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum aufhielt.
Dauer der Quarantäne
  • Die Dauer der Quarantäne kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Es gelten folgende Regelungen:
    • Wurde die Quarantäne aufgrund eines positiven Schnelltests begonnen, wird empfohlen zur Bestätigung einen PCR-Test machen zu lassen.
    • Der Zeitraum von der vorgenommenen Testung bis zum Vorliegen des Testergebnisses muss in Quarantäne verbracht werden. Fällt das Ergebnis negativ aus (= keine Infektion), kann die Quarantäne sofort beendet werden.
    • Im Falle eines Tests mit positivem Ergebnis (= Infizierung nachgewiesen) endet die automatische Quarantäne frühestens zehn Tage nach Vornahme des ersten Erregernachweises – wenn die getestete Person symptomfrei bleibt.
    • Wenn die getestete Person jedoch Symptome zeigt, verlängert sich die automatische Quarantäne so lange, bis 48 Stunden lang keine Krankheitsanzeichen mehr vorliegen.
    • Für Familienangehörige und andere Personen derselben häuslichen Gemeinschaft gilt eine automatische Quarantänezeit von 14 Tagen gerechnet ab Testdurchführung beim ersten Haushaltsmitglied.
      • Die Quarantäne kann verkürzt werden, wenn ein frühestens am zehnten Tag durchgeführter Test (PCR- oder Schnelltest) negativ ist.
      • Ein vor dem zehnten Tage durchgeführter Test verkürzt die Quarantänezeit nicht – selbst bei negativem Ergebnis. Das Risiko, dass die Infektion noch ausbricht, ist zu groß.
      • Falls Gesundheitsämter vor dem zehnten Quarantänetag testen, geht es nicht um das Thema Verkürzung. Sondern darum, bei einem positiven Ergebnis frühzeitig gegebenenfalls weitere Kontaktpersonen zu ermitteln und so die Infektionskette unterbrechen zu können.
    • Über die Quarantäne von engen Kontaktpersonen außerhalb des eigenen Hausstandes entscheidet die zuständige Behörde vor Ort. Auch für diese Personengruppe gilt in der Regel eine Quarantänedauer von 14 Tagen, die mit einem negativen Testergebnis auf zehn Tage verkürzt werden kann.
    • In Fällen, in denen der Verdacht oder Nachweis einer Infektion mit einer Virusmutation vorliegt, kann das Gesundheitsamt die Verkürzung der Quarantäne auf zehn Tage untersagen.
    • Bei der Berechnung der Quarantänedauer zählt der Tag nach der Testung als Tag 1 der Quarantäne.
      • Beispiel: Tag der Testung des Falles war am 30.11.2020. Die Frist beginnt am folgenden Tag (01.12.2020) zu laufen und endet mit Ablauf des 14.12.2020 (= Quarantänedauer von 14 Tagen).
Umsetzung der Quarantäne
  • Quarantäne heißt:
    • direkter Rückzug in die eigene Wohnung, das eigene Haus oder die Unterkunft.
    • kein Verlassen der Unterkunft während der Quarantäne, auch nicht zum Einkaufen oder zum Ausführen eines Hundes. Das müssen nun andere erledigen.
    • Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Unterkunft müssen strikt vermieden werden.
    • Kontakte zu anderen, nicht in der Quarantäne befindlichen Menschen innerhalb der Unterkunft sind nur in Ausnahmefällen zulässig (zum Beispiel bei Betreuungsbedarf). Dann müssen wichtige Verhaltensregeln eingehalten werden, wie das Tragen einer Alltagsmaske, gute Handhygiene und ausreichendes Lüften in den Räumen.
    • Der eigene Garten, der Balkon oder eine Terrasse dürfen genutzt werden – aber nicht, um andere Menschen zu treffen.
    • Die Wohnung darf nur für einen Test oder für notwendige Arztbesuche verlassen werden. Dabei ist es sehr wichtig, die Verhaltensregeln einzuhalten (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen). In diesen Fällen ist die zuständige Behörde über den Termin zu informieren.
  • Treten in der Quarantänezeit Symptome auf, ist das örtlich zuständige Gesundheitsamt direkt zu informieren.
  • Die zuständigen Behörden vor Ort können in Einzelfällen individuelle Quarantäneanordnungen festlegen.
Informationspflichten
  • Personen mit positivem Testergebnis (infizierte Personen) müssen unmittelbar ihre engen persönlichen Kontakte informieren, mit denen sie sich in den vier Tagen vor oder in der Zeit seit Durchführung des Tests getroffen haben.
    • Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum über einen längeren Zeitraum bestand, oder in einem direkten Kontakt (über 15 Minuten) kein Abstand von anderthalb Metern untereinander eingehalten wurde und keine Alltagsmasken getragen wurden.
  • Die so informierten Personen werden gebeten, sich freiwillig in häusliche Quarantäne zurückzuziehen. Wenn die informierten Personen weiterhin Kontakte nach außen haben müssen, sollen sie verstärkt auf Hygieneregeln achten, Alltagsmaske tragen, Abstand halten und Kontakte reduzieren - bis das zuständige Gesundheitsamt das weitere Vorgehen festgelegt hat.
Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Einreise nach Nordrhein-Westfalen aus ausländischen Risikogebieten
  • Wer aus einem sogenannten „Virusvarianten-Gebiet" nach Nordrhein-Westfalen einreist, muss sich unverzüglich in Quarantäne begeben und Kontakt zu seinem örtlichen Gesundheitsamt aufnehmen.
    • Diese Maßnahme ist in der aktuellen Corona-Einreiseverordnung festgeschrieben worden, sie steht auf unserer Internetseite zu den rechtlichen Regelungen 
    • Dies geschieht, um zu verhindern, dass sich eine gefährliche Variante des Coronavirus, die in diesen Ländern festgestellt wurde, in Nordrhein-Westfalen ausbreitet.
    • Wie Betroffene ihre Quarantänezeit durch Vorlage eines negativen Coronatests verkürzen können und wer nicht zur Quarantäne verpflichtet ist (zum Beispiel Durchreisende, Berufskraftfahrer mit Aufenthalten in NRW unter 72 Stunden) ist ebenfalls in der Corona-Einreiseverordnung geregelt. 
    • Welche Staaten und Regionen als „Virusvarianten-Gebiete" gelten, geht tagesaktuell aus dieser Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts hervor
       
  • Wer aus einem anderem Risikogebieten im Ausland nach Nordrhein-Westfalen einreist, muss zwar grundsätzlich eine zehntägige Einreisequarantäne antreten.
  • Zu beachten ist darüber hinaus die Meldepflicht für Einreisende nach der bundesweit geltenden Anordnung des Bundesgesundheitsministeriums.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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