Impfstrategie für Nordrhein-Westfalen

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Grafik Impfstrategie

Impfstrategie für Nordrhein-Westfalen – anspruchsvolle Aufgaben auf viele Ebenen verteilt

EU, Bund, Land, Kommunen, Verbände meistern die Herausforderung gemeinsam

Die Corona-Schutzimpfung im bevölkerungsreichsten Bundesland zu organisieren, zu planen und durchzuführen zählt zu den größten Herausforderungen, die Nordrhein-Westfalen jemals im Gesundheitswesen zu bewältigen hatte.

Es ist eine Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn sie auf viele Schultern verteilt wird und alle Partner zusammenarbeiten - von der europäischen Ebene bis zu den Verantwortlichen direkt vor Ort in den Kommunen.

Weil sich das Wissen über das Coronavirus SARS-CoV-2 und die Entwicklung der Pandemie permanent verändert, ist auch die Impfstrategie dynamisch und muss immer wieder den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Aber das Ziel bleibt immer gleich: Zurück in ein normales Leben!

Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen sollen die Möglichkeit bekommen, sich in ihrer Region impfen zu lassen. Und das so schnell, gerecht und sicher wie möglich. Wie kann das gelingen? Die beteiligten Partner haben dafür eine gemeinsame Strategie erarbeitet.

Corona-Impfstrategie:

Viele Partner, eine gemeinsame Stratgeie
Die Impfstoffe
  • Seit dem 21. Dezember 2020 ist der Impfstoff der Unternehmen BioNTech und Pfizer EU-weit zugelassen. Am 27. Dezember 2020 ging es in Nordrhein-Westfalen mit ersten Impfungen in Pflegeheimen los.
     
  • Am 6. Januar 2021 ist der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna als zweites Medikament gegen COVID-19 EU-weit zugelassen worden. Zur vollständigen Immunisierung sind auch hier zwei Impfdosen notwendig. 
     
  • Am 29. Januar 2021 erhielt der Impfstoff von AstraZeneca die bedingte Zulassung der EU. Damit war er der dritte in der EU zugelassene Impfstoff gegen COVID-19. Weitere Informationen können den Fragen und Antworten zu AstraZeneca entnommen werden.
     
  • Am 11. März 2021 kam ein weiterer Corona-Impfstoff hinzu: Der Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson erhielt die bedingte Zulassung der Europäischen Kommission. Er muss nur einmal geimpft werden.
     
  • Inzwischen - Stand: 25. Mai 2021 - wurden mehr als zehn Millionen Impfungen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. 
     
  • Die Zulassung weiterer Impfstoffe im Laufe des Jahres 2021 wird erwartet.
      
  • Mehr über die Impfstoffe steht auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit
Die Logistik

Der Impfstoff wird mit Lastwagen regelmäßig in ein Zentrallager in Nordrhein-Westfalen geliefert.

Von dort aus gelangt er dann in kleineren Einheiten an die Orte des Impfens im ganzen Land.

Die Impfdosen werden dabei entsprechend der Bevölkerungszahl gleichmäßig und gerecht verteilt.

Die Impfreihenfolge

Alle, die wollen, werden geimpft – allerdings nicht unbedingt sofort.

Da der Impfstoff nach wie vor nur eingeschränkt verfügbar ist, richtet sich die Reihenfolge der Impfung nach dem Infektionsrisiko und nach dem Risiko, dass die COVID-19-Erkrankung einen schweren oder gar tödlichen Verlauf nimmt. 

Die Impfreihenfolge ist in einer Verordnung des Bundes festgelegt. Sie soll laut Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 7. Juni 2021 aufgehoben werden.    

Die Impfstellen

Zu Impfbeginn standen die besonders gefährdeten Menschen in Pflegeheimen im Fokus, im Februar 2021 nahmen die 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit auf. 

Inzwischen nehmen auch die Impfungen bei Hausärztinnen und Hausärzten großen Raum ein, ab Juni 2021 sollen zusätzlich die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in das Impfgeschehen einsteigen.    

Von der EU bis zur Kommune: Zuständigkeiten rund um die Corona-Schutzimpfung

1. Europäische Kommission

Die EU-Kommission wählt geeignete Impfstoffe aus und sichert die Versorgung mit Impfstoffdosen, um sie allen EU-Mitgliedsländern zur Verfügung zu stellen.

Dabei arbeitet sie eng mit den Entwicklern potenziell geeigneter Impfstoffe zusammen: Bisher wurden Vereinbarungen mit sechs Impfstoffentwicklern getroffen. Damit folgt die EU-Kommission ihrer Impfstrategie vom Juni 2020.

Die Prüfung der Impfstoffe übernimmt die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in Amsterdam. Sie testet auf Verträglichkeit, Wirksamkeit und Qualität und gibt eine wissenschaftliche Empfehlung ab.

2. Bundesebene

Der Bund beschafft und finanziert den Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung und organisiert die Verteilung an die zentralen Anlieferungsstellen in den Bundesländern.

Dabei sind verschiedene Ministerien und Institute zuständig, insbesondere das Bundesministerium für Gesundheit. Zum Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums gehören auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Robert Koch-Institut (RKI).

Ein Impfstoff darf in Deutschland nur in den Verkehr gebracht werden, wenn er von der zuständigen Bundesbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, geprüft und freigegeben wurde.

Das RKI beobachtet die Pandemie seit Beginn. Hier ist auch die Ständige Impfkommission (STIKO) angesiedelt, die Empfehlungen rund um die Corona-Schutzimpfung gibt, zum Beispiel zur Impfreihenfolge.

Informationen zur Nationalen Impfstrategie finden Sie auf der offiziellen Seite der Bundesregierung.
 

3.  Land Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung trägt die Verantwortung für den Gesamtprozess der Impfungen in Nordrhein-Westfalen.

Das Land ist unter anderem zuständig für:

  • die zentrale Lagerung und die Verteilung des Impfstoffs an die verschiedenen Impfstellen in ganz Nordrhein-Westfalen
     
  • die Festlegung, welche Personengruppen zuerst geimpft werden können (auf Basis der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums) und 
     
  • die Erarbeitung einheitlicher Vorgaben für die Impfzentren
     

4. Kreise und kreisfreie Städte

Die Kreise und kreisfreien Städte sind für die Einrichtung und den Betrieb der jeweiligen Impfzentren zuständig. Somit kümmern sie sich um die organisatorische Leitung und bestimmte Teile des Personals in den Impfstellen, zum Beispiel für die Registrierung, den Sicherheitsdienst und das Gebäudemanagement.

5.  Kassenärztliche Vereinigungen (KV)

Die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen sind für das Terminmanagement der Impfzentren verantwortlich, sie betreiben die Termin-Hotlines und die Internetseiten zur Anmeldung.   

Darüber hinaus unterstützen sie die Kommunen und stellen zum Beispiel das medizinische und nichtärztliche Personal für die Impfungen bereit. Sie verantworten die medizinisch-fachliche Leitung in den Impfzentren.

Dazu gehört auch unter anderem die Bereitstellung der Aufklärungsbögen und Einwilligungserklärungen sowie die Ausstattung der Impfzentren mit Hard- und Software, außerdem die Einsatzplanung der mobilen Teams.

6. Hilfsorganisationen

Bei Bedarf unterstützen Hilfsorganisationen die mobilen Impfteams oder das Personal in den Impfstellen. Sie werden von den Kreisen und kreisfreien Städten oder den Kassenärztlichen Vereinigungen beauftragt.
 

7. Niedergelassene Ärzteschaft

Ärztinnen und Ärzte mit eigenen Praxen sind für die Impfungen in den Impfzentren und bei der Unterstützung der mobilen Teams essentiell. Inzwischen ist die Corona-Schutzimpfung auch in Arztpraxen und bei Hausbesuchen möglich. 
 

8. Krankenhäuser

Die Krankenhäuser haben die Impfung des eigenen Personals übernommen - von der Bestellung des Impfstoffs bis zur Verimpfung.
 

9. Weitere Unterstützung

Bei Bedarf kommt auch die Unterstützung durch weitere Partner in Betracht. Genannt seien hier das Freiwilligenregister, die Bundeswehr und der MDK.
 

So können alle mitwirken

Nur gemeinsam geht’s!

Am wichtigsten ist das Verständnis für und die Solidarität mit anderen Menschen. Mit den vielen Helferinnen und Helfern. Mit den Menschen, die wegen ihres besonderen Risikos zuerst geimpft werden dürfen, ebenso wie mit anderen, die noch warten müssen.

Und auch für Geimpfte gilt weiterhin: AHA-L hilft – also Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmasken und regelmäßig lüften.

Gemeinsam wird uns die Rückkehr zu einem normalen Alltag gelingen. 

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