Im Dialog bleiben durch mehr Onlineangebote – Regionalagentur OWL

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Melanie Taube, Leiterin Regionalagentur OWL, Porträt

„Wir sind überrascht, wie gut und effektiv sich Online-Formate umsetzen lassen“ – Regionalagentur OWL baut das Angebot aus

Arbeiten in Zeiten der Corona-Pandemie - Regionalagentur OWL, gefördert aus Mitteln des ESF, unterstützt weiterhin Umsetzung der Förderprogramme

Die Regionalagentur Ostwestfalen-Lippe (OWL) hat auf die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie schnell reagiert und geeignete Online-Formate bereitgestellt. Leiterin Melanie Taube erläutert, wie die Regionalagentur OWL auch unter veränderten Bedingungen eine professionelle Beratung und die Umsetzung von ESF-Förderprogrammen gewährleistet. Videokonferenzen und Onlineworkshops sind dabei neuer Alltag.

Professionell onlinegehen - Angebote und Erfahrungen der Regionalagentur OWL

Die Regionalagentur Ostwestfalen-Lippe (OWL) hat wie alle 16 Regionalagenturen in Nordrhein-Westfalen die Aufgabe, auch unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie die Beratungsarbeit fortzuführen und geeignete Onlineformate bereitzustellen oder auszubauen. In Ostwestfalen-Lippe wurden dafür bestehende Angebote modifiziert und zusätzliche Web-Angebote entwickelt.

Wie Leiterin Melanie Taube erläutert, erfolgt seit Mitte März insbesondere die Erstberatung zur ESF-geförderten Potentialberatung über Video- oder Telefonkonferenzen. Bislang wurden bereits über 20 Beratungen mit anschließender Ausgabe von Beratungsschecks durchgeführt. Viele Unternehmen, so Melanie Taube, nutzten das Angebot vor allem, um sich für die strategische Ausrichtung ihrer Personal- und Organisationsentwicklung für die Zeit nach der Corona-Krise fitzumachen.

Ein Beispiel dafür, wie die Regionalagentur Veranstaltungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Online-Formate umwandelt, sind die Zukunftsdialoge für KMU „Fit für moderne Arbeit: Personalplanung mit Weitblick“. Statt Präsenzveranstaltungen gibt es nun gemeinsam mit dem Demografie-Experten-Netzwerk (DEX e.V.) und den regionalen Wirtschaftsförderungen eine Webinar-Reihe, die mit insgesamt vier Online-Veranstaltungen über das Jahr verteilt angeboten wird. Unter dem Dach der Zukunftsdialoge plant die Regionalagentur außerdem zusätzliche Online-Sprechstunden mit dem Fokus auf Personal- und Organisationsentwicklung.

Im Online-Dialog mit den Akteuren - Erfahrungen für Nach-Corona-Zeit auswerten

Die Regionalagentur OWL will die Formate Webinar und Online-Veranstaltungen künftig intensiver nutzen und weitere Einsatzmöglichkeiten entwickeln. Dazu gehört z.B. ein Branchendialog, den die Regionalagentur gemeinsam mit der Food-Processing-Initiative e.V., dem Branchencluster „it's OWL“ und dem nordrhein-westfälischen Arbeitsministerium speziell für Unternehmen im Nahrungsmittelgewerbe anbietet. Das Format ist ein Mix aus Online-Meetings und einer abschließenden Präsenzveranstaltung im Herbst.

Online-Umfragen bei KMU und Unternehmensberatungen sollen zudem Aufschluss darüber geben, welche Handlungsbedarfe die Betriebe in Folge der Corona-Krise für ihre Organisations- und Personalentwicklung sehen. Vorgestellt und mit den Unternehmensberatungen diskutiert werden die Ergebnisse in einem Online-Dialog im Juni und beim Beratertag OWL im Oktober 2020. Welche Bedeutung die Ergebnisse für die Ausrichtung arbeitsmarktpolitischer Programme haben können, wird die Regionalagentur abschließend mit dem Arbeitsministerium diskutieren.

Der Austausch mit den Akteuren der Region erfolgt erfolgreich online. An der von der Regionalagentur organisierten Videokonferenz der Bildungsscheckberatungsstellen nahmen - neben dem Arbeitsministerium und der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) - 32 Bildungsscheckberaterinnen und -berater teil. Ein ähnlicher Video-Austausch soll mit den Erwerbslosenberatungsstellen der Region, der G.I.B. und weiteren Projektträgern im Juni stattfinden. Auch die Runden Tische mit allen relevanten Arbeitsmarktakteuren zum Ausbildungsprogramm NRW und zum Programm TEP wurden und werden via Videokonferenz durchgeführt.

Allerdings gibt es Grenzen und nicht alles lässt sich digital durchführen, davon ist Melanie Taube überzeugt. Etwa bei ganztägigen Workshop-Angeboten. Dafür hat die Regionalagentur jetzt Rahmenbedingungen erarbeitet, die auch Präsenzveranstaltungen im kleinen Rahmen mit maximal 20 bis 30 Teilnehmenden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen erlauben.

Regionalagentur als Anlaufstelle für Träger bei Fragen zur "kontaktreduzierten Umsetzung von Maßnahmen"

Über die Arbeit der Zuwendungsempfänger unter den Bedingungen der Corona-Pandemie ist die Regionalagentur gut informiert. So hat eine kleine Umfrage beim Online-Treffen mit den Bildungsscheckberatungsstellen ergeben, dass knapp 70 Prozent aktuell die Bildungsscheckberatung via Online- oder Telefonkonferenz anbieten. Auch die Träger anderer Programme wie zum Beispiel des Ausbildungsprogramms NRW setzen nach Kenntnis von Melanie Taube die Maßnahmen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstands- und Hygieneregelungen um. Nicht selten wenden sich die Träger mit Fragen zur „kontaktreduzierten Umsetzung von Maßnahmen“ an die Regionalagentur. Hier finden sie immer eine fach- und sachgerechte Antwort. Spezialfragen wie etwa die, ob die Förderpauschale von 400 Euro auch dann in voller Höhe gezahlt wird, wenn ein Auszubildender in Kurzarbeit geht, werden in Kooperation mit dem Arbeitsministerium geklärt.

Der Online-Dialog funktioniert gut, aber wir freuen uns auch wieder auf persönlichen Austausch.

Schon jetzt ist für Melanie Taube klar, dass einige der neu entwickelten Online-Tools zukünftig das Beratungsangebot der Regionalagentur ergänzen werden. „Wir sind überrascht, wie gut und effektiv sich Online-Formate umsetzen lassen und welche Vorteile sie bieten. OWL ist eine große Flächenregion. Wenn wir regionalen Austausch anbieten, bedeutet das bei Präsenz auch viel Fahrerei. Das ist zusätzlicher Zeit- und Ressourcenaufwand, der bei Online-Dialogen entfällt. Auch ein Dialog bzw. reger Austausch funktioniert im Online-Meeting erstaunlich gut, wenn eine gewisse Disziplin eingehalten wird bzw. wir für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen.“

Und dennoch: „Wir freuen uns auch wieder auf persönlichen Austausch. Es ist schon ein Vorteil, wenn man in Unternehmen vor Ort berät, die Atmosphäre im Betrieb auffängt und vielleicht eine kleine Führung bekommt. Austauschtreffen und Dialogveranstaltungen sollten nicht ausschließlich online stattfinden. Ein wichtiger Aspekt ist für mich das persönliche Netzwerken etwa in der Pause - und das kommt im Web dann doch zu kurz.“

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