Zusammen im Quartier – Projekte im Rhein-Kreis Neuss

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Zusammen im Quartier – Projekte im Rhein-Kreis Neuss

Grevenbroich: Projekt "Zusammen im Quartier: Kinder stärken, Zukunft sichern, Grevenbroich packt an!"
Allgemeine Angaben zum Projekt
Projekttitel

Zusammen im Quartier: Kinder stärken, Zukunft sichern, Grevenbroich packt an!

Projektträger

Alte Feuerwache Grevenbroich e.V.

Projektstandort

Grevenbroich

geplanter Förderzeitraum

01.01.2021 - 31.12.2022

Projektbeginn

2021

Kreis/kreisfreie Stadt

Rhein-Kreis Neuss

Kontakt

Christian Abels
Tel.: 02181 / 608648
E-Mail: christian.abels@altefeuerwache-gv.de
Internet: www.altefeuerwache-gv.de

Ziele und Methoden des Projekts
Örtliche Rahmenbedingungen / Eckdaten
Problemlage

Die Stadt Grevenbroich mit 67.599 Einwohnern ist mit ihren 23 Ortsteilen eher ländlich strukturiert. Die Notwendigkeit des Projektes wird deutlich bei einem Blick auf die Bevölkerungsstruktur von Grevenbroich. Es gibt 13.300 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-21 Jahren in Grevenbroich, die einen Anteil von knapp 20% im Verhältnis zu der o.g. Gesamtbevölkerung darstellen. Besonders die Anzahl der Kinder in der Altersspanne von 0-6 Jahren ist kontinuierlich ansteigend und umfasst derzeit ca. 5.000 Kinder. Allein 1.341 Kinder und Jugendliche befinden sich in Grevenbroich im SGB II-Bezug (0-17 Jahre). Die Dunkelziffer der Bedürftigen dürfte zudem weit darüber liegen. So berichten uns die verschiedenen Existenzhilfeorganisationen und Tafeln im Stadtgebiet von jeweils ca. 500 angemeldeten Kindern allein für ihren Standort. Insbesondere die Corona­ Pandemie wird dazu führen, dass die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander geht.
Derzeit ist bereits jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut betroffen. Ein weiterer Anstieg ist im Anbetracht der derzeitigen Umstände leider zu erwarten. Im für dieses Projekt angedachten Quartier leben 8.093 Menschen, davon sind 1.612 nicht deutscher Herkunft, was einem Migrationsanteil von 20% entspricht und damit deutlich über dem gesamtstädtischen Schnitt (15%). Mit 1.165 Kindern leben zudem 10% aller Grevenbroicher Kinder im Innenstadtgebiet.
Aus diesem Grund möchten wir als anerkannter Jugendhilfeträger das Projektgebiet Innenstadt mit angrenzendem Bahnhofsviertel stärken. Dieser Bereich zeigt zunehmende Segregationsentwicklungen, offenkundige soziale Problemlagen und in einzelnen Straßenzügen eine hohe Ansiedlung von Zuwanderern auf. Die im Projektgebiet lebenden Kinder, Jugendlichen und Familien, welche über ein geringes Einkommen verfügen und/oder von staatlichen Transferleistungen abhängig sind, verfügen über geringe Bildungs-und Teilhabechancen. Sie werden von herkömmlichen Angeboten schwer oder gar nicht erreicht; dies zeigt sich noch verstärkt in Zeiten der Coronapandemie. Im vorgesehenen Projektgebiet gibt es keine zentrale Anlaufstelle mit niederschwelligen Bildungs-und Beratungsangeboten zu verschiedenen Themen, welche Familien gebündelt an einem Ort finden. Diese zentrale Anlaufstelle soll dabei helfen, niederschwellig Bildungsübergänge zu fördern und zu begleiten und damit die Teilhabechance frühzeitig zu ermöglichen.

Ziele / erwartete Ergebnisse

Es bedarf für das Quartier zwischen Bahnhofsviertel und Innenstadt in der Stadt Grevenbroich einer fokussierten sozialpädagogischen und aufsuchenden Arbeit, da zu den besonders relevanten Themen im benannten Viertel vor allem soziale Ungleichheit, Differenzen in den Teilhabechancen und Migrationsbarrieren vorherrschen. Außerdem sind dortige Angebote zurzeit kaum vorhanden, was mit dem Trading Down-Effekt in der Innenstadt einhergeht. Aus diesen Gründen ist eine baldige Eröffnung von Teilhabe- und Entwicklungschancen für alle Kinder, Jugendlichen und ihre Familien im Quartier das Ziel, um verschiedene, bedarfsgerechte und passgenaue Angebote und Hilfestellungen zu benannten Themen zu entwickeln und nachhaltig anzubieten.

Die Niedrigschwelligkeit wird durch eine zentrale Anlaufstelle gewährleistet, die alle Unterstützungsleistungen bündelt. Nach dem Leitbild „begegnen, beraten, begleiten" sollen Kinder, Jugendliche und Eltern Angebote und Hilfestellungen gebündelt an einem Ort vorfinden. Dieser Raum soll die Chance einer offenen Begegnungsmöglichkeit bieten. Dies erhält in Zeiten wie der Coronapandemie, wo für benachteiligte Familien in prekären Lebenssituationen Anlaufstellen nur bedingt verfügbar sind, eine zusätzliche und gewichtige Bedeutung. Die gedachte Nutzergruppe benötigt auch in Krisen Zugang zu niederschwelligen Unterstützungsangeboten, welche hier in Form von Beratungs-und Lotsenangeboten aufrechterhalten werden können.
Folgende Inhalte für das Quartier sind geplant und perspektivisch generell auch für Familien aus anderen Stadtteilen nutzbar, da Behörden und diverse Institutionen im Innenstadtbereich liegen sowie die Tafel der Existenzhilfe im rückwärtigen Bereich des Bahnhofes:

  • Begegnungsstätte
  • Lotsenfunktion rund um familiäre Anliegen, Themen mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe
  • Familienbezogene Bündelung und Koordinierung von Beratungsdiensten
  • Unterstützung der Familiensysteme in allen Lebenslagen und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Präventionskette
  • Stärkung der Erziehungskompetenz
  • Vermittlung positiver Erlebnisse im Bereich Ernährung und Bewegung
  • Förderung von Fähigkeiten und Stärken der Kinder, um somit Bildung- und Teilhabechancen von Kindern zu ermöglichen und Bildungsübergänge zu unterstützen
Projektablauf (Dauer, Bausteine, Instrumente, Personaleinsatz)

Für die erfolgreiche Organisation der Bausteine 1 und 2 sind zwei Fachkraftstellen mit einer Finanzierung in Höhe von jeweils 50% geplant. Auf der einen Stelle soll sodann eine sozialpädagogische Fachkraft mit Bachelor Soziale Arbeit, Kindheitspädagogin o.ä. beschäftigt werden, die sich im Schwerpunkt um die Vernetzung von Angeboten und Leistungen kümmert und mit der Ermittlung des jeweiligen Bedarfs befasst wird. Die andere Stelle soll ihren Fokus auf die Durchführung von Angeboten setzen, weshalb hierfür die Schaffung einer Erzieherin-Stelle angedacht ist. Die vorgesehenen Fachkräfte sollen inhaltlich und räumlich an ein geplantes Familienbüro angegliedert werden.

Beteiligte Akteure / Kooperationspartner

Mittels gezielter Netzwerkarbeit sollen die Erziehungsberatungsstelle der Caritas, das Familienzentrum Hartmannweg, die Fachdienste des Jugendamtes, die Schulsozialarbeiterinnen (Bildungs- und Teilhabepa), die Rheinflanke, das Netzwerk „Frühe Hilfen“ sowie ortsansässige Vereine aus Sport, Musik und Kultur mit einbezogen werden.

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