Zusammen im Quartier (ZIQ) – Familiencoach in Unna

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Zwei Quartierskümmerinnen auf blauem Spielfeld

„Wir leisten Hilfe und lotsen weiter, schnell, flexibel und gut vernetzt.“ – ZIQ-Quartierskümmerinnen im Einsatz

Gute Praxis in Unna - mit dem Programm "Zusammen im Quartier - Kinder stärken - Zukunft sichern“ werden zahlreiche Projekte mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes gefördert

Armut von Familien und ihren Kindern in besonders benachteiligten Quartieren bekämpfen – das ist ein zentrales Anliegen der Projekte, die im Rahmen des ESF-geförderten Programms ZIQ umgesetzt werden. In Unna, im Quartier Königsborn Süd-Ost, zeigt der Projektträger IN VIA, wie gute Praxis gelingt. Zwei Quartierskümmerinnen sind als Familiencoach im Einsatz und helfen armutsgefährdeten Familien, ihre Teilhabechancen zu verbessern – auch und gerade in Pandemiezeiten.

Familiencoach in Königsborn Süd-Ost - Wege gemeinsam finden, aktive Teilhabe ermöglichen, Zukunft gestalten – ZIQ-Projekt in Unna

Der Projektträger IN VIA Unna e.V. - Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit beteiligt sich mit einem Projekt am ESF-geförderten Programm "Zusammen im Quartier - Kinder stärken - Zukunft sichern“ (ZIQ).

Im Quartier Königsborn Süd-Ost, eine Plattenbausiedlung und ein ehemaliger sozialer Brennpunkt mit nach wie vor hoher (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und überdurchschnittlich vielen Familien im sozialen Leistungsbezug, sind hier zwei Quartierskümmerinnen im Einsatz. Ihr umfassendes Aufgabenfeld beschreibt schon der Projekttitel: Familiencoach in Königsborn Süd-Ost - Wege gemeinsam finden, aktive Teilhabe ermöglichen, Zukunft gestalten.

Die Problemlagen im Quartier sind vielfältig und damit auch die Hilfebedarfe für die einzelnen, häufig alleinerziehenden Familien und ihrer Kinder. Entsprechend umfangreich ist die praktische Hilfestellung durch das Projekt und die beiden Quartierskümmerinnen Melanie Franke und Verena Giese.

So ist auch ihr Aufgabenfeld weit gesteckt und umfasst zum Beispiel: Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen etwa zu SGB II, Kindergeld oder Wohngeld; Hilfe bei der Schulanmeldung, bei der Suche nach einem Kindergartenplatz oder nach passenden Sprach- und Integrationskursen; Unterstützung bei Aufenthalts- und Passangelegenheiten ebenso Begleitung bei Behördengängen oder zum Arztbesuch. In den vergangenen Monaten waren zudem vertrauensvolle Gespräche zu Existenzsorgen und Alltagsbewältigung in Pandemiezeiten zu führen und neue Fragen zu beantworten, etwa zum Thema Impfen oder wie Laptops für das Homeschooling oder ein Mittagessen organisiert werden können. „Angesichts der vielen und oft komplexen Bedarfe können wir nicht alles wissen. Aber wir wissen immer, wen und wo wir fragen müssen“, sagt Melanie Franke zum Hilfsangebot.

„Wir sind die Spinnen im Netz“ – Coachen und lotsen im Quartier

„Als Familiencoach übernehmen wir eine wichtige Lotsenfunktion im Quartier. Wir sehen uns als Spinnen im Netz, die den Überblick haben und zu den vorhandenen Angeboten je nach Bedarf und Problemlage weitervermitteln“, beschreibt Melanie Franke ihre Arbeit. „Wir leisten empathisch Hilfe und lotsen weiter, schnell, flexibel und gut vernetzt.“
Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, im Quartier und in den Unterstützungs-Netzwerken der Stadt präsent zu sein. So gibt es zweimal in der Woche eine offene Sprechstunde im Kooperationsbüro des Quartiers sowie monatliche Sprechstunden in unterschiedlichen Familienzentren und Kita-Einrichtungen, alles ohne Anmeldung und so leicht zugänglich wie möglich. Das Büro der Quartierskümmerinnen befindet sich zudem in den Räumen des Jobcenter und garantiert so vielfach kurze (Dienst-)Wege. Auch sind die beiden Quartierskümmerinnen in den Fachnetzwerken aktiv, um bei den unterschiedlichen Themen und Angeboten auf dem Laufenden zu bleiben.

Videoberatung und Quartiers-Spaziergänge – in Kontakt bleiben, auch im Lockdown

Selbst unter den Bedingungen des Lockdowns gelang es, die Unterstützungsarbeit reibungslos fortzusetzen. Für Melanie Franke ist das ein großer Erfolg in dem bislang schwierigen, von der Corona-Pandemie geprägten Projektjahr. „Wir haben die digitale Umstellung gut hingekriegt und können auch mit einem datensicheren Tool Videoberatung anbieten. Das wird aber weniger gut angenommen und ist für viele Menschen hier Quartier im Zugang immer noch zu schwierig.“
Bewährt haben sich dagegen die ganz analogen Quartiers-Spaziergänge, bei denen sich im direkten Kontakt Anliegen besprechen lassen. „Das ist wie Coaching auf der Straße und hat große Wirkung gezeigt“, sagt Melanie Franke. Mit dem Format ‚Walk & Talk‘ konnte das Projekt mit seinem Hilfsangebot auch im Quartier sichtbar bleiben. „Während des Lockdowns haben unsere Klientinnen und Klienten die Spaziergänge sehr dankbar angenommen und uns sehr positive Rückmeldungen gegeben. In der sozialen Arbeit ist der persönliche Kontakt einfach enorm wichtig“, resümiert die Quartierskümmerin.

Beispielhaft für die Programmphilosophie von ZIQ

Die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) ist mit der fachlichen Begleitung der ESF-geförderten ZIQ-Projekte beauftragt. „In Unna im Projekt Familiencoach wird die Programm-Philosophie von ZIQ im Sinne von aufsuchend, niederschwellig und gut vernetzt beispielhaft umgesetzt“, sagt G.I.B.-Berater Lars Czommer.

Die Programm-Philosophie im Sinne von aufsuchend, niederschwellig und gut vernetzt wird hier beispielhaft umgesetzt und steht stellvertretend für viele andere Projekte.

Hier zeige sich auch, wie flexibel die Projekte auf neue Situationen insbesondere in Pandemie-Zeiten reagieren können. Der Projektträger IN VIA Unna sei zudem im Quartier seit langem aktiv und ein „anerkannter Player“. Auch das trage zur guten Vernetzung und Wirksamkeit bei und stehe stellvertretend für viele andere der insgesamt 120 ZIQ-Projekte.

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