Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung und Digitalisierung im Berufsbildungszentrum

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Sozialminister mit Azubi

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung –handlungsorientiert und digital. Minister Laumann besucht Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer OWL

Minister Karl-Josef Laumann besucht das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer OWL. Digitalisierung spielt eine zunehmend wichtige Rolle.

Im Rahmen der ESF-geförderten Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung werden Auszubildende optimal vorbereitet auf die digitale Transformation. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann informierte sich in beim Berufsbildungszentrum in Bielefeld über den Stand. Auszubildende erläuterten, wie sich die Fachkräfte von morgen mit den technischen und digitalen Möglichkeiten und Herausforderungen in ihrer Ausbildung auseinandersetzen.

Digitaler Wandel im Berufsbildungszentrum des Handwerks

Vor allem kleine, spezialisierte Betriebe können nicht alle Inhalte vermitteln, die für eine umfassende Berufsausbildung notwendig sind. Hier ergänzt die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) die Ausbildung. Dabei spielt die Digitalisierung eine zunehmend wichtige Rolle, wovon sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld überzeugen konnte.

Begrüßt wurde der Minister von Ralf Noltemeyer (Vizepräsident der Handwerkskammer), Wolfgang Borgert (stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer), Birgit Stehl (Geschäftsführerin der Handwerkskammer) und Roland Willrich (stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums), die ihm beim Rundgang unter anderem über den prozessorientierten Unterricht im Berufsbildungszentrum informierten.

Celebi Celik, Auszubildender als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei Elektro Pilger in Bielefeld, erklärte dem Minister, wie er in seiner Ausbildung auf die Planung und Errichtung eines automatisierten Gebäudes (smart home) vorbereitet wird und wie Auszubildende sich mit den technischen und digitalen Möglichkeiten in ihrer Ausbildung auseinandersetzen.

In mehr als 560 ÜLU-Kursen für insgesamt rund 6.000 Teilnehmende aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern des Handwerks - von der Konditorei über die Feinwerkmechanik bis hin zur Elektrotechnik - vermitteln im Berufsbildungszentrum Lehrkräfte den jungen Menschen berufsfeldbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten in modernen Arbeitstechniken.

Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ergänzt im Handwerk die betriebliche Ausbildung und die Berufsschule. Das gilt auch für die ÜLU im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, der „Lehrwerkstatt des Handwerks“, wie Roland Willrich, stellvertretender Leiter im Berufsbildungszentrum, die Einrichtung nennt.

Gab es früher jeweils einen eigenen Raum für Theorie, Praxis und die EDV, findet heute der komplette Unterricht in einem mit WLAN ausgestatteten Fachraum statt, die Inhalte sind miteinander verzahnt. Roland Willrich: „Wissensvermittlung und Anwendung in der Praxis erfolgen zusammenhängend und situativ.“ Tafel und Kreide wurden durch interaktive Whiteboards ersetzt, und es kommen Laptops und Tablets zum Einsatz.

Ein Beispiel für das Lernen in der ÜLU zur Illustration: Im Bereich Feinwerkmechanik sollen die Auszubildenden im Auftrag eines Kunden über 1.000 Getriebedeckel fertigen. Zunächst müssen sie die Kosten kalkulieren sowie die einzusetzenden Werkzeuge und Maschinen auswählen. Anschließend erstellen sie mit Hilfe einer CAD-Software eine 3D-Zeichnung des Getriebedeckels. Die Daten werden dann vom Programm in Maschinendaten umgerechnet und in die CNC-Maschine eingegeben: Die Produktion kann beginnen!

Ab Herbst werden im BBZ Bielefeld 3D-Drucker zur Verfügung stehen. „So“, sagt Roland Willrich, „können Ausbilder mit den Auszubildenden gemeinsam die Vor- und Nachteile des subtraktiven Fertigungsverfahren über CNC mit Fräsen und Drehen auf der einen und dem additiven Verfahren beim 3D-Druck auf der anderen Seite diskutieren.“ Ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung sind 3D-Brillen inklusive Software für die Ausbildung von Anlagenmechanikern und Anlagenmechanikerinnen, die ebenfalls ab Herbst im BBZ eingesetzt werden. Diese kommen bei der Planung von Bädern zum Einsatz, wodurch zum Beispiel Kunden schon im Vorfeld einen Eindruck von ihrem fertigen Badezimmer erhalten können.

Doch nicht nur die Auszubildenden, auch die Lehrkräfte selbst müssen sich im Zuge der Digitalisierung qualifizieren. Dazu steht den Lehrkräften ein Coach zur Seite. Angedacht sind zudem didaktische Schulungen und Workshops unter anderem zum integrativen Einsatz digitaler Medien. So sind alle im Handlungsfeld ÜLU aktiven Personen im BBZ bestens vorbereitet auf die digitale Transformation.
 

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