Hospiz- und Palliativversorgung

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Gespeichert von Andreé König am 28. September 2021

Test123 Würdevolles Leben bis zum Tod

Hospiz- und Palliativversorgung hat dynamische Entwicklung erlebt

Die Hospiz- und Palliativversorgung soll ein würdevolles Leben bis zum Tod bieten. Seit vielen Jahren ist die Verbesserung der Lebensqualität schwerstkranker und sterbender Menschen ein wichtiges gesundheitspolitisches Anliegen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dieser Versorgungsbereich hat in den vergangenen 30 Jahren eine dynamische Entwicklung erlebt. Ein sichtbarer Beweis hierfür sind

  • mehr als 300 ambulante Hospizdienste (einschließlich ambulanter Kinderhospizdienste),
  • ein Tageshospiz,
  • mehr als 200 ambulante Palliativpflegedienste (einschließlich Kinderkrankenpflegediensten),
  • rund 70 stationäre Hospize, davon sechs Kinder- und Jugendhospize,
  • mehr als 60 Palliative-Care-Teams in Nordrhein bzw. Palliativmedizinische Konsiliardienste in Westfalen-Lippe,
  • sechs Teams für spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV) und
  • rund 10.800 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer
  • über 300 stationäre Pflegeeinrichtungen, die eine Gesundheitliche Vorsorgeplanung (GVP) anbieten. 

Weitere informationen bietet der Spezialbericht "Hospizarbeit und Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen".

ALPHA-Stellen

Die vom Land Nordrhein-Westfalen eingerichteten ALPHA-Stellen in Bonn und Münster unterstützen das Land bei der Weiterentwicklung dieser Versorgungsbereiche. Die Ansprechstellen im Land Nordrhein-Westfalen zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung beraten Betroffene und ihre Angehörigen zu Hilfsangeboten und stehen bei fachspezifischen Fragen für haupt- und ehrenamtlich Tätige in der hospizlich-palliativen Versorgung zur Verfügung.

Die Weiterentwicklung dieses Versorgungsbereichs wird zudem von der Arbeitsgemeinschaft Hospiz in NRW begleitet. Jährlich treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Akteure der hospizlich-palliativen Versorgung um die aktuellen Entwicklungen zu beraten.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland unterzeichnet und unterstützt deren Ziele ausdrücklich. Diese werden seit vielen Jahren im Rahmen eines gesundheitspolitischen Schwerpunkts durch zielgerichtete Initiativen und Projekte in Nordrhein-Westfalen umgesetzt.

Hier die Videobotschaft von Herrn Minister Laumann einfügen
 

Weitere Informationen

Hospiz- und Palliativversorgung
Ambulante Hospiz- und Palliativarbeit

Vorrangiges Ziel des Landes NRW in der Hospiz- und Palliativversorgung ist es, dass Menschen möglichst dort sterben können, wo sie es sich wünschen. Der größte Anteil der Bürgerinnen und Bürger wünscht sich das eigene Zuhause als Sterbeort.

Dafür ist ein verlässliches Netz ambulanter Versorgungstrukturen notwendig. Zuhause werden in NRW schwerstkranke und sterbende Menschen im Rahmen der ambulanten allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung, von Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegenden begleitet. Die ambulanten Hospizdienste unterstützen Betroffene und ihre Angehörigen ebenfalls in der letzten Lebensphase.

Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen

Für einige Menschen ist die Pflegeeinrichtung das Zuhause der letzten Lebensphase. Eine hospizlich-palliative Haltung und Sterbekultur in den Einrichtungen und eine gute Zusammenarbeit mit ambulanten Leistungserbringern aus dem ärztlichen oder psychosozialen Bereich sind bei der Begleitung von sterbenden Menschen wichtig. Das Land NRW unterstützt bei der Etablierung dieser Strukturen.

Seit 2015 können stationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach §132g SGB V anbieten. Ziel der Vorausplanung ist es, dass Bürgerinnen und Bürger am Ende ihres Lebens ihren Wünschen entsprechend versorgt werden. Die Beratung zu gesundheitlichen Versorgungswünschen am Lebensende geht mit der Etablierung neuer Prozesse und Abläufe in den Einrichtungen einher.

Stationäre Hospize - Orte der Geborgenheit

Stationäre Hospize nehmen schwerstkranke und sterbende Menschen auf, die nicht ausreichend ambulant versorgt werden können. Es handelt sich um kleine Einrichtungen, deren Anliegen die zeitlich begrenzte palliativ-medizinische Versorgung, Betreuung und Begleitung des Hospizgastes ist.

Das Leistungsspektrum der dort tätigen qualifizierten haupt- und ehrenamtlichen Kräfte schließt die psychosoziale Betreuung der Angehörigen und die individuelle Trauerbegleitung ein

Hospizkultur und Palliativstationen in Krankenhäusern

Die Akutversorgung in einem Krankenhaus hat die Bedürfnisse von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen zu berücksichtigen. Dafür ist die Entwicklung einer hospizlich-palliative Haltung und Sterbekultur auch in dieser Versorgungseinheit, die vorrangig auf Heilung ausgerichtet ist, relevant. Besonders die Übergänge von der stationären zur ambulanten Versorgung und umgekehrt müssen dabei gut koordiniert werden.

Manche Krankenhäuser verfügen über Palliativstationen. Dort kümmert sich ein multiprofessionelles Team um unheilbar kranke Menschen, deren Beschwerden – vor allem chronische Schmerzzustände – nur im Rahmen einer palliativ-medizinischen Behandlung im Krankenhaus gelindert werden können. Sie bieten ein ganzheitliches Behandlungs- und Betreuungskonzept an, in dem medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Angebote gleichermaßen enthalten sind.
 

Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Kindern und Jugendlichen

Die ambulante Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern und Jugendlichen und ihren Familien wird in NRW von Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegenden und Hospizdiensten wahrgenommen.

Das Land NRW verfügt über sechs Kinder- und Jugendhospize. Diese stationären Hospize nehmen Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen sowie ihre Familien auf. Im Gegensatz zu den Hospizen für Erwachsene, stehen die Kinder- und Jugendhospize den betroffenen Familien bereits ab der Diagnosestellung zur Verfügung. Neben den Kindern und Jugendlichen werden auch die Eltern und Geschwisterkinder vor Ort unterstützt und begleitet. Der Aufenthalt, der auch mehrfach in Anspruch genommen werden kann, ist kostenfrei.
 

Aktuell geförderte Projekte

Das Land fördert innovative Ideen und spezifische Fragenstellungen zur Weiterentwicklung der Hospizarbeit und Palliativversorgung mit einer Projektförderung. Die nachfolgende Auflistung stellt nur eine Auswahl geförderter Projekte dar.
 

AURORA  - AmbUlante Gesundheitliche VeRsOrgungsplanung füR die letzte LebensphAse multimorbider Menschen

Das regionale Gesundheitsnetz Leverkusen eG erprobt in einem Modellprojekt die Umsetzung von Gesundheitlicher Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (§132g SGB V) in ambulanten Versorgungsstrukturen. Multimorbid erkrankten Menschen wird über das Case und Care Management des Gesundheitsnetzes eine gesundheitliche Vorsorgeplanung angeboten. Vernetzungsaktivitäten der beteiligten Akteurinnen und Akteure begleiten die Beratungsprozesse, sodass die Versorgungswünsche auch entsprechend umgesetzt werden können.
 
Laufzeit: 2020-2023
 

Zugang für Menschen mit Migrationshintergrund in die haupt- und ehrenamtliche Mitarbeit hospizlicher Einrichtungen

Dieses Projekt zielt auf die Förderung von Netzwerk-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit ab, um so Menschen mit Migrationshintergrund zu befähigen, bei Bedarf die hospizlich-palliativen Versorgungsangebote in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen des Projekts sollen Netzwerkstrukturen und Konzepten sowie förderliche Faktoren beschreiben werden, wie Menschen mit Migrationshintergrund motiviert werden können, in diesem Arbeitsfeld haupt- oder ehrenamtlich tätig zu werden.
 
Laufzeit: 2021
 

Bestandsaufnahme der Netzwerke zur Hospiz- und Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen

In diesem Projekt werden landesweit einheitliche Struktur- und Qualitätskriterien für die hospizlich-palliative Netzwerkarbeit entwickelt und darauf aufbauend werden unterschiedliche Netzwerktypen beschrieben. Nordrhein-Westfälische Netzwerke der Hospizarbeit und Palliativversorgung inklusive deren Ansprechpartnern werden identifiziert, beschrieben und den o.g. Netzwerktypen zugeordnet.

Die Netzwerke werden auf der Internetseite von ALPHA NRW [WL(4] veröffentlicht. Die Darstellung erfolgt unter Berücksichtigung und in Ergänzung bereits vorhandener Suchportale, z.B. Pflegewegweiser NRW.

Laufzeit: 2021
 

Bestandsaufnahme der Angebote zur Begleitung und Unterstützung von Kindern sterbender und verstorbener Elternteile

In diesem Projekt erfolgt eine Bestandsaufnahme von Angeboten für trauernde Kinder und Jugendliche. Dafür werden Recherchen, Onlinebefragungen und Interviews durchgeführt. Zu den Angeboten gehören u.a. die Unterstützung der Hospizdienste oder regional tätigen Vereine für Trauerarbeit sowie weiterer relevanter Personen und Institutionen.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werden auf der Internetseite von ALPHA NRW [WL(7] veröffentlicht und zusätzlich wird eine Handreichung zu Unterstützungsangeboten für Kinder sterbender und verstorbener Elternteile zur Information der Hospizdienste und anderer beteiligter Institutionen erstellt.
 
Laufzeit: 2021

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