TEP-Jubiläum: Engagement und Erfahrung für Ausbildung in Teilzeit

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Gruppenfoto der Teilnehmenden

Zehn Jahre gute Praxis: ESF-Programm TEP stärkt Fachkräftegewinnung und Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie – Jubiläumsveranstaltung

"Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" (TEP) – Jubiläumsveranstaltung zum ESF-Programm am 04.02.2019 in Düsseldorf, Träger, Unternehmen und Netzwerke zeigen gute Praxis

Für junge Menschen mit Familienverantwortung bietet die Ausbildung in Teilzeit eine gute Lösung. Das ESF-Programm TEP unterstützt beim Einstieg in die familienfreundliche Ausbildungsform. Eine Feier zum zehnjährigen Jubiläum präsentierte gute Praxis und gab Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch - von Auszubildenden, Arbeitgebern und Akteurinnen. Über 6.300 zumeist junge Frauen haben bislang von der Unterstützung durch das Programm profitiert.

Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen – zehn Jahre TEP-Programm in Nordrhein-Westfalen

Das ESF-geförderte Programm TEP -"Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen" feiert in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. 2009 hatte Minister Karl-Josef Laumann das Programm zum ersten Mal aufgelegt, jetzt wird es in allen Regionen des Landes mit bis zu 540 Teilnahmeplätzen jährlich gefördert. Insgesamt 42 Bildungsträger setzen das Programm um, unterstützt werden sie von 19 Netzwerken, die sich vor Ort für die Teilzeitberufsausbildung starkmachen. Zentrales Ziel: Fachkräftepotenziale sichern und Menschen mit Familienverantwortung, insbesondere alleinerziehenden Müttern und Vätern, eine qualifizierte Ausbildung und damit solide Berufsperspektiven ermöglichen. Über 6.300 Teilnehmende, zumeist Frauen, konnten mit Hilfe von TEP bislang auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit unterstützt und begleitet werden.

Das nordrhein-westfälische Arbeitsministerium hat zusammen mit der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) das Jubiläum zum Anlass genommen, um das Engagement der beteiligten Akteurinnen und Akteure zu würdigen und die Erfahrungen von TEP-Auszubildenden und Ausbildungsunternehmen in den Mittelpunkt zu stellen.

„Zweifelsohne ist TEP eine Erfolgsgeschichte“, stellte Staatssekretär Dr. Edmund Heller gleich zu Beginn in seiner Begrüßung fest. Zusammen mit Ingrid Schleimer, Gruppenleiterin im Ministerium, dankte er dem großen aktiven Kreis von Unterstützerinnen und Akteurinnen. „Mit Ihrer Arbeit und Ihrem Engagement sind Sie maßgeblich am Erfolg beteiligt.“ Teilzeitberufsausbildung sei ein „gewinnbringendes und zukunftsfähiges Instrument“, wenn Unternehmen Fachkräftepotenziale erschließen und ihre Personalpolitik in der Ausbildung familienfreundlich gestalten wollen.

Mit Blick auf künftige Aufgaben konstatierte der Staatssekretär: „In Nordrhein-Westfalen setzen wir uns dafür ein, Teilzeitberufsausbildung als regulären Weg zum qualifizierten Berufsabschluss bei den Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern bekannter zu machen. Damit kein Unternehmen – wie auch keine Mutter oder Vater ohne Ausbildung – mehr sagen kann: Teilzeitberufsausbildung kenne ich nicht!“

Familiengerechte Ausbildung in der Praxis – Erfahrungen und Beispiele

Die Jubiläums-Veranstaltung im Düsseldorfer Arbeitsministerium bot Gelegenheit, aus den Erfahrungen der bisherigen Programmumsetzung zu lernen. Auf dem Podium berichteten Teilnehmerinnen, Ausbildungsbetriebe und Akteurinnen und belegten, wie Ausbildung in Teilzeit gelingen kann und reale Anschluss- und Berufsperspektiven eröffnet werden.

Beispielgebend präsentierte sich die Region Aachen, wo fünf Bildungsträger das TEP-Programm umsetzen. Mit dabei das Sozialwerk Aachener Christen, das seit Beginn beteiligt ist und erfolgreich junge Frauen beim Einstieg in die Ausbildung begleitet. Zu den Möglichkeiten einer Teilzeitberufsausbildung im Pflege- und Gesundheitsbereich berichteten das Marienhospital Aachen und das Krankenhaus Düren.

In der Region Aachen ist das Netzwerk Teilzeitberufsausbildung ein wichtiges Element in der „Unterstützungsstruktur“. Zusammengeschlossen sind hier Akteure der Kammern, der Arbeitsagentur und Jobcenter, der Regionalagentur und der Bildungsträger. Das Netzwerk wirbt aktiv für die familienfreundliche Ausbildungsform, zuletzt war es eine durch social media begleitete Telefonaktion mit lokalen Zeitungen.
Die Vorteile eines unterstützenden Netzwerks brachte Andrea Hilger von der Aachener Agentur für Arbeit auf den Punkt. „Ich liebe die Schwarmintelligenz im Netzwerk. Dadurch bringen wir unser unterschiedliches Wissen zusammen und können individuelle Lösungen finden, für die Auszubildenden wie für die Arbeitgeber. Nicht zuletzt erreichen wir über die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit viele Menschen in der Region.“

Im Rahmen des TEP-Programms sind u.a. zwei Videoclips entstanden, die für Teilzeitausbildung werben und auf der Veranstaltung erstmals vorgeführt wurden. So hat das Netzwerk "Bündnis für Teilzeitberufsausbildung" in der Emscher-Lippe-Region einen Clip gedreht, der gezielt Arbeitgeber anspricht und die Erfahrungen eines Handwerkbetriebs vorstellt. Eingestellt ist das Video auf einer Website zur Teilzeitausbildung, die am Tag der Jubiläumsveranstaltung freigeschaltet wurde. In einem weiteren Video schildern TEP-Teilnehmerinnen des Dortmunder Trägers dobeq den Alltag als Teilzeitauszubildende - das Video überzeugt mit Witz und Lebensnähe.

Impulse zum Nachahmen - Netzwerken für den Erfolg

G.I.B.-Beraterin Karin Linde hat das TEP-Programm mitentwickelt und begleitet es seit dem Start. In ihrem Ausblick verwies sie darauf, dass für die Teilzeitberufsausbildung weiterhin Unterstützung notwendig sei. Die gute Praxis aus den Regionen zeige Modelle und lade zum Nachahmen ein. Das TEP-Programm gebe dazu nachhaltige Impulse.

Die abschließenden Worte oblagen Ingrid Schleimer als Vertreterin des Arbeitsministeriums. In ihrem Resümee benannte sie die zentralen Gelingensfaktoren: 1. Netzwerkarbeit zur Unterstützung und Lösung von Problemen vor Ort, 2. mutige Arbeitgeber und engagierte Auszubildende sowie 3. mehr Öffentlichkeitsarbeit, damit die Ausbildung in Teilzeit tatsächlich eine Selbstverständlichkeit und eine reguläre Alternative bei der Suche nach Fachkräften werden kann.

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