Starthelfende

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Beraterin im Gespräch mit Jugendlichem

Damit es passt. Starthelfende unterstützen Ausbildung

Lehrstellenvermittlung zwischen Jugendlichen und Betrieben - Starthelfende Ausbildungsmanagement

Das Projekt "Starthelfende Ausbildungsmanagement" führt Betriebe und Jugendliche zusammen und unterstützt dabei, neue Ausbildungsplätze zu erschließen. Insgesamt 32 Starthelfende sind in NRW im Einsatz, davon zehn mit dem Schwerpunkt Migration. Ziel und Aufgabe ist es, für Jugendliche den passenden Betrieb sowie für Betriebe geeignete Jugendliche zu finden sowie dazu passende Ausbildungsplätze zu erschließen.

Lehrstellenvermittlung und Ausbildungsplatzakquise - Starthelfende Ausbildungsmanagement

Zahlreiche Betriebe in Nordrhein-Westfalen können ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. Gleichzeitig suchen tausende Jugendliche jedes Jahr vergeblich einen Ausbildungsplatz. Damit das Matching besser gelingt, gibt es in Nordrhein-Westfalen das Projekt "Starthelfende Ausbildungsmanagement", mit dem Betriebe und Jugendliche zusammengeführt und zugleich neue Ausbildungsplätze erschlossen werden sollen. Gefördert werden die bei den Handwerks- und Industrie- und Handelskammern sowie bei der Zahnärztekammer Nordrhein und dem Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW angesiedelten 32 sogenannten Starthelfenden mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Arbeitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt ist bis Ende 2017 verlängert worden.

Im Fokus: Ausbildungsplatzsuchende Jugendliche

Ziel und Aufgabe der Starthelfenden ist es, für Betriebe geeignete Jugendliche und für Jugendliche den passenden Betrieb zu finden. Im Fokus stehen dabei vor allem die unvermittelten Jugendlichen im Ausbildungskonsens NRW sowie Schülerinnen und Schüler der Abgangsschulklassen. Die Jugendlichen können sich aber auch direkt an die Starthelfenden wenden.

Beraten werden nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch deren Eltern sowie die Lehrkräfte an den Schulen. Gespräche und Informationsmaterialien sollen helfen, Vorurteile gegenüber bestimmten Berufen und Branchen abzubauen, Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen und über die Vielfalt an anerkannten Ausbildungsberufen aufzuklären.

Eine weitere Aufgabe ist es, die Vernetzung mit allen relevanten Akteuren vor Ort weiter voranzutreiben. Dazu gehören die Kommunalen Koordinierungsstellen in "Kein Abschluss ohne Anschluss", aber auch andere Kammerfachkräfte, die Agenturen für Arbeit und Jobcenter sowie insbesondere für die Starthelfenden mit dem Schwerpunkt Migration die Kooperation mit Migrantenselbstorganisationen und den Kommunalen Integrationszentren.

Reinhard Zimmer ist Starthelfender in Duisburg, im Interview erläutert er seine Beratungsarbeit und skizziert die Bedeutung der Starthelfenden beim neu organisierten Übergang Schule-Beruf. Sein bisheriges Resümee: "Wichtig ist, das Vertrauen der Jugendlichen, aber auch das der Betriebe zu gewinnen. Das gelingt, wenn man beide Seiten ernst nimmt."

Überblick und Aufgaben - Starthelfende im Einsatz für erfolgreiches Ausbildungsmanagement

Die Starthelfenden sind bei den Kammern angesiedelt. Sie beraten Jugendliche und Betriebe und akquirieren neue Ausbildungsplätze. Über ihren Aufgabenbereich erhalten Sie hier einen ausführlichen Überblick und weitere Informationen.

Matching zwischen Jugendlichen und Betrieben

Starthelfende sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kammern und kennen die Betriebe, die Auszubildende suchen. Nach ausführlichen Gesprächen in den Betrieben erstellen sie ein genaues Anforderungsprofil der Betriebe an die zukünftigen Auszubildenden: Welche Voraussetzungen müssen die Jugendlichen mitbringen? Welche sonstigen Erwartungen hat der Ausbildungsbetrieb an Bewerberinnen und Bewerber?

Gleichzeitig erstellen die Starthelfenden nach intensiven Gesprächen mit den Jugendlichen auch hier ein genaues Profil: Was können die Jugendlichen? Welche Fähigkeiten bringen sie mit? Welche Branchen und Berufe kommen ihren Wünschen und Fähigkeiten am ehesten entgegen?

Dabei achten die Starthelfenden nicht nur auf die Noten im vorgelegten Zeugnis. Vielmehr versuchen sie herauszufinden, über welche spezifischen Eigenschaften die Jugendlichen sonst noch verfügen, die für den jeweiligen Ausbildungsberuf von Bedeutung sind. Das heißt: Auch Jugendliche mit nicht so guten Zeugnisnoten haben mit Unterstützung der Starthelfenden eine bessere Chance, doch noch an einen Ausbildungsplatz zu kommen.

Nach der Ermittlung der Stärken, Interessen und persönlichen Kompetenzen, einem Feedback zu ihren Bewerbungsunterlagen und Informationen zum Auftreten im Vorstellungsgespräch gleichen die Starthelfenden die Berufswünsche mit den betrieblichen Anforderungen ab. Stimmen die Profile von Betrieb und Jugendlichem weitgehend überein, leiten die Starthelfenden die Bewerbungen der Jugendlichen weiter an die ausgewählten Betriebe.

Die professionelle Vorauswahl ist für beide Seiten vorteilhaft: Betriebe müssen sich nur noch mit einer begrenzten Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern beschäftigen, und Jugendliche bewerben sich so nur bei Betrieben, bei denen sie tatsächlich eine reelle Chance auf einen Ausbildungsplatz haben.

Für Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen bei den Kammern insgesamt zehn spezielle Starthelfende zur Verfügung. Sie haben selbst einen Migrationshintergrund und können so zielgruppengerecht die Vermittlung betreuen. Zudem kooperieren diese Starthelfenden mit den im Themenfeld Migration in regionalen Netzwerken tätigen Akteuren.

Übergangsbegleitung und Akquise zusätzlicher Ausbildungsplätze

Kommt es zum Vertragsabschluss zwischen Betrieb und Jugendlichem, lassen die Starthelfenden Ausbilder und Auszubildenden nicht allein. Als Kontaktpersonen stehen sie den Betrieben und Jugendlichen im ersten Ausbildungsjahr jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Bei Bedarf vermitteln sie einen Experten oder geeigneten Ansprechpartner, sei es aus der Kammer oder aus einer anderen passenden Institution wie etwa der Agentur für Arbeit. Das erleichtert den Jugendlichen den Berufseinstieg und hilft nachweislich, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

Neben der Besetzung bereits bekannter offener Stellen ist die Akquise neuer, zusätzlicher Ausbildungs- und Praktikumsplätze ein weiteres Aufgabengebiet der Starthelfenden. Das gelingt ihnen in vielen Fällen, weil sie als Beschäftigte der Kammern die Interessen und Bedarfe der Betriebe am besten kennen.

Vermittlung gelingt - erfolgreiche Jahresbilanz

Der Projektträger Westdeutscher Handwerkstag (WHKT) hat Bilanz zum Förderjahr 2015 gezogen. Danach wurden mehr als 1.800 Jugendliche in Ausbildung vermittelt, über 400 in Praktika und rund 300 weitere Jugendliche in eine Einstiegsqualifizierung. Die Starthelfenden führten knapp 8.000 Beratungsgespräche mit Jugendlichen, die sich für eine Ausbildung interessierten.

Auf Seiten der Betriebe wird das Beratungsangebot, auch aufgrund positiver Erfahrungen in der Vergangenheit, immer stärker nachgefragt. Die Starthelfenden erstellten gemeinsam mit Betrieben, die einen Auszubildenden suchten, über 2.600 Anforderungsprofile. Darüber hinaus konnten mehr als 3.300 Kontakte zu Lehrkräften und Studien- und Berufswahlkoordinatoren sowie 5600 Kontakte zu Eltern verzeichnet werden, die bei Fragen der Berufsorientierung und Ausbildung eine wichtige Rolle spielen.

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