Digitale Vernetzung der Krankenhäuser hat sich im Alltag bewährt

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Gespeichert von Andreé König am 13. April 2022
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13. April 2022

Zwei Jahre Virtuelles Krankenhaus Nordrhein-Westfalen: Telemedizinischer Lebensretter hat sich bewährt

Minister Laumann: Der Wohnort eines Menschen darf nicht darüber entscheiden, wie gut jemand versorgt wird

Die telemedizinische Vernetzung von Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen hat sich bewährt. Diese Zwischenbilanz zog Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gemeinsam mit weiteren Beteiligten zum zweijährigen Bestehen des Virtuellen Krankenhauses Nordrhein-Westfalen (VKh.NRW). Die Initative der Landesregierung macht die Expertise aus medizinischen Spitzenzentren über eine digitale Plattform flächendeckend im Land verfügbar.

„Patientenversorgung muss ortsnah stattfinden”, sagte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. „Der Wohnort eines Menschen darf nicht darüber entscheiden, wie gut jemand versorgt wird. Dafür haben wir ein hervorragend aufgestelltes Gesundheitssystem. Über das Virtuelle Krankenhaus Nordrhein-Westfalen stellen wir die Spitzenmedizin unserer Zentren flächendeckend zur Verfügung. Gerade in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie war die digitale fachliche Beratung zu COVID-19 eine wichtige Unterstützung, um Patientinnen und Patienten mit Schwersterkrankungen bestmöglich zu versorgen und eine Überlastung unserer Intensivstationen zu vermeiden.“
 
Seit dem Start des Virtuellen Krankenhauses Nordrhein-Westfalen Ende März 2020 wurden fast 600 an COVID-19 erkrankte Patientinnen und Patienten in mehr als 3.700 Telekonsilen (sichere Video-Audio-Verbindungen) im Rahmen der Vorstufe des Virtuellen Krankenhauses durch die Universitätskliniken Aachen und Münster versorgt. Über 40 Krankenhäuser nehmen den Dienst regelmäßig in Anspruch.
 
Univ.-Prof. Dr. med. Gernot Marx, Klinikdirektor für Operative Medizin und Intermediate Care der Universitätsklinik Aachen und verantwortlich für die Leitung und Steuerung der Vorstufe des VKh.NRW, erklärt: „Das Virtuelle Krankenhaus hat in der Corona-Pandemie die besonderen Möglichkeiten einer qualitätsorientierten, telemedizinischen und belastbaren Versorgung in der Intensivmedizin eindrucksvoll belegt. Durch digital-vernetzte intensivmedizinische Versorgungsnetzwerke wird eine dauerhafte Perspektive für die Sicherstellung einer hochqualitativen und flächendeckenden intensivmedizinischen Versorgung in Deutschland ermöglicht werden.“
 
„Die COVID-19-Vorstufe des Virtuellen Krankenhaus hat auf beeindruckende Weise gezeigt, dass Telemedizin in der Intensivmedizin einen großen Nutzen für Patientinnen und Patienten hat. Mit der Überführung dieser Leistungen in die Regelversorgung ist nun sichergestellt, dass schwersterkrankte COVID-19-Patientinnen und -Patienten auch weiterhin mit aller verfügbaren Expertise optimal versorgt werden – an dem für sie optimalen Ort“, so Univ.-Prof. Dr. med. Alex W. Friedrich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Münster.
 
Telekonsile, also die Beratung und Behandlung über digitale Plattformen, können auch bei anderen Krankheitsbildern einen wertvollen Beitrag leisten, um die Qualität der Versorgung ortsunabhängig zu erhöhen. Das Virtuelle Krankenhaus wird nach den sehr positiven Erfahrungen der Vorstufe nun Schritt für Schritt ausgebaut. So sind seit dem 17. März 2022 auch Telekonsile für die Indikation “Schwere Herzschwäche” (Therapierefraktäre Herzinsuffizienz) verfügbar.

An das VKh.NRW-Netzwerk angeschlossene Krankenhäuser aus Nordrhein-Westfalen können so auf das Wissen des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) zurückgreifen. Eine therapierefraktäre Herzinsuffizienz ist eine komplexe Erkrankung. Eine differenzierte Diagnostik und eine optimale Therapieplanung sind grundlegend wichtig. Die Expertise spezialisierter Zentren kann die Kompetenzen vor Ort optimal ergänzen.
 
„Im weiteren Verlauf der Pilotphase wird das Angebot des VKh.NRW auf die Indikationsfelder resektable Lebertumore und Seltene Erkrankungen ausgeweitet”, so Nadja Pecquet, Geschäftsführerin der Virtuelles Krankenhaus NRW gGmbH. „Bei allen Indikationen handelt es sich um Fachbereiche, in denen hochspezialisiertes Expertenwissen erforderlich ist, das in ausgewiesenen Fachzentren gebündelt ist.”

Die technische und organisatorische Anbindung läuft auf Hochtouren. Mit mehr als 150 Krankenhäusern sind bereits Nutzungsverträge für eine Zusammenarbeit mit dem Virtuellen Krankenhaus geschlossen. Neben den stationären Einrichtungen schließt das VKh.NRW zeitnah erste Einrichtungen im ambulanten Bereich an. Über eine wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase werden die Prozesse evaluiert und optimiert, um die Services des VKh.NRW bestmöglich an den Bedürfnissen der Netzwerkpartner auszurichten.
 

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