Ausbildung in Teilzeit: Neue landesweite Webseite gestartet

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Junge Frau mit Aktenordner im Arm steht an Geländer mit Blick auf Werkshalle
12. Dezember 2022

Aktionsplan Teilzeitberufsausbildung: Neue landesweite Webseite gestartet

Minister Laumann: Durch die Ausbildung in Teilzeit lassen sich weitere Ausbildungsinteressierte erreichen und zukünftige Fachkräfte gewinnen

Mit dem Aktionsplan Teilzeitberufsausbildung verfolgen die Landesregierung und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit seit dem Jahr 2020 das Ziel, die Ausbildung in Teilzeit in Nordrhein-Westfalen bekannter und selbstverständlicher werden zu lassen.

Im Rahmen des Aktionsplans wurde für Ausbildungsinteressierte und Unternehmen jetzt eine landesweite Internetseite mit Informationen und Angeboten rund um die Teilzeitberufsausbildung ins Leben gerufen: www.ausbildung-in-teilzeit.nrw. Der Internetauftritt bietet zukünftig auch eine digitale Sprechstunde an.
 
„Eine Teilzeitberufsausbildung ist schon längst nicht mehr nur für Menschen mit Familienverantwortung eine gute Möglichkeit, einen Berufsabschluss zu erwerben. Wir haben in fast allen Branchen einen Fachkräftebedarf. Hier kann die Ausbildung mit reduzierter Arbeitszeit auch eine geeignete Möglichkeit sein, dass Unternehmen ihre Attraktivität als flexibler Arbeitgeber steigern. Durch die Ausbildung in Teilzeit lassen sich weitere Ausbildungsinteressierte erreichen und zukünftige Fachkräfte gewinnen. Es besteht leider noch immer ein Informationsdefizit und Unsicherheit darüber, was die Teilzeitberufsausbildung ist und wie sie umgesetzt werden kann. Der Internetauftritt hilft dabei, dieses flexible Ausbildungsmodell bekannter zu machen sowie Stolpersteine und Vorurteile abzubauen“, erklärt Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.
 
Die Teilzeitberufsausbildung kann für unterschiedliche Personengruppen eine gute Chance sein. Sie ist wesentlich für die Fachkräfteoffensive, denn der Fachkräftemangel kann nicht wirksam bekämpft werden, so lange im Inland nicht alle ungenutzten Potenziale gehoben werden. So können zum Beispiel auch Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung, mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie Leistungssportlerinnen und -sportler einen Berufsabschluss erlangen, wenn eine Ausbildung in Vollzeit aufgrund der aktuellen Lebensumstände nicht in Betracht kommt.
 
„In der Möglichkeit zur Ausbildung in Teilzeit sehe ich eine klare Win-Win-Situation für junge Menschen sowie für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber”, sagt Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Es sind immer sehr individuelle Gründe, die junge Frauen und Männer erst gar nicht an eine Ausbildung denken lassen. Ein Beispiel sind Erziehende, die mit der Teilzeitausbildung die Möglichkeit erhalten, eine Ausbildung zu absolvieren und so die Chance auf eine gute berufliche Perspektive als Fachkraft haben. Das ist noch nicht so selbstverständlich, wie es sein könnte. Umso wichtiger ist mir unsere gemeinsame Initiative. Aktuell sind es deutlich unter einem Prozent der Ausbildungen, die in Teilzeit absolviert werden. Das bedeutet auch: Hier gibt es ein großes Potential für Unternehmerinnen und Unternehmer, die betrieblichen Nachwuchs suchen. Ich bin überzeugt: Das Engagement lohnt sich für beide Seiten!”
 
Hintergrund:
Im November 2020 wurde der „Aktionsplan Teilzeitberufsausbildung“ unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen initiiert. In Zusammenarbeit mit Kammern, Sozialpartnern, Agenturen für Arbeit sowie Jobcentern und anderen Landesministerien wurden Handlungsbedarfe identifiziert, die in einem Aktionsplan Teilzeitberufsausbildung mit konkreten Arbeitsschritten zur Stärkung der Teilzeitberufsausbildung umgesetzt werden.
 
Bereits im Jahr 2009 hat das Land zudem das Programm „Teilzeitberufsausbildung: Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen" (TEP) entwickelt. TEP wird inzwischen in allen Regionen Nordrhein-Westfalens umgesetzt. Es unterstützt Menschen mit Familienverantwortung, die es oftmals besonders schwer haben, ihren Wunsch nach einer Berufsausbildung zu realisieren, bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz in Teilzeit. Und das Programm gibt Hilfestellung, um Familie und Ausbildung zu vereinbaren und zur Beratung und Sensibilisierung von Betrieben für das Thema beizutragen. Die Landesregierung fördert jährlich bis zu 539 Plätze. Das Programm wird derzeit von 45 Bildungsträgern an 51 Standorten angeboten. Seit 2009 konnten so bislang weit über 6.000 Teilnehmende mit Unterstützung von TEP auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit begleitet werden.
 
Mit dem Modellprojekt RITA+ werden darüber hinaus Ausbildungssuchende unterschiedlicher Zielgruppen bei der Integration in eine Ausbildung in Teilzeit unterstützt. Das Vorhaben trägt dazu bei, Bedarfe zur Ausweitung von Teilzeitberufsausbildung zu ermitteln und Handlungsempfehlungen auszusprechen sowie den Bekanntheitsgrad von Teilzeitberufsausbildung zu erhöhen. Gefördert wird es vom Land Nordrhein-Westfalen mit Mitteln aus dem ESF-Programm „REACT-EU“.

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