Praktische Beispiele für eine gute Beschäftigung
Gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Pflege-, Betreuungs- und Gesundheitsfachberufen fördert die Arbeitszufriedenheit in den Berufen
Maßnahmen für eine attraktive Beschäftigung zu entwickeln und mehr Personen für die Gesundheitsberufe zu gewinnen, ist eines der Ziele der Arbeitsgruppe „Gute Beschäftigung“. Viele gute Beispiele aus der Praxis helfen dabei, sich untereinander zu vernetzen.
Der Pflegeberuf braucht mehr Wertschätzung.
Rufen auch Sie zum Nominieren toller Pflegekräfte auf!
Mit unserem Online-Wettbewerb „Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ zeigen wir, wie vielfältig der Beruf und die Menschen sind, die ihn ausüben.
Noch bis Ende des Monats suchen wir Pflegeprofis aus Ihrer Region. Die Resonanz der vergangenen Jahre war überwältigend. Daran wollen wir anknüpfen. Helfen Sie uns und rufen Sie zum Mitmachen auf. Oder Sie kennen ebenfalls eine tolle Pflegekraft? Dann sagen Sie ihr doch mit einer Nominierung Danke.
Eine Initiative des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV)
Nähere Informationen erhalten Sie über das Pflegeprofi-Faktenblatt, welches Sie hier abrufen können.
„Welcome Internationals“ unterstützt Betriebe (und die Region) dabei, internationale Fachkräfte langfristig zu binden. Ziel ist es, diese erfolgreich zu integrieren und ihnen sowohl eine subjektive als auch objektive Bleibeperspektive im Märkischen Kreis zu ermöglichen.
Durch Veranstaltungen und Workshops helfen wir Unternehmen, den innerbetrieblichen Integrationsprozess zu gestalten und die gesellschaftliche Eingliederung der neuen Mitarbeitenden zu fördern. Gemeinsam mit regionalen Partnern wollen wir ein nachhaltiges Unterstützungssystem aufbauen und etablieren.
Die Branchen: Pflege – Produzierendes Gewerbe – Handwerk
Das Praxisangebot Welcome Internationals ist Teil des Projekts „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen“. Die „Arbeitgeberschmiede Südwestfalen“ bündelt die vielfältigen Kompetenzen aus der Region Südwestfalen, um die branchenübergreifende Arbeitgeberattraktivität zu stärken und weiterzuentwickeln.
Die Vision: Südwestfalen möchte als Top-Arbeitgeber-Region deutschlandweit bekannt werden.
Beteiligt sind sieben renommierte Verbundpartner aus Südwestfalen, die in verschiedenen Praxisangeboten dazu Strategien entwickeln. Informationen zu den Verbundpartnern können Sie hier abrufen.
Die Laufzeit des Projektes erstreckt sich über drei Jahre bis zum 31. Dezember 2026. Finanziert wird es mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.
Weitere Informationen zur Arbeitgeberschmiede Südwestfalen erhalten Sie hier
Die Integration von internationalen Fachkräften steht im Vordergrund der Projektarbeit. Dabei gilt es eine „gute Beschäftigung“ aber auch eine gute Ausbildung zu gewährleisten. Es werden Rahmenbedingungen geschaffen, um das Leben und Arbeit im Märkischen Kreis zu erleichtern und den Betrieben eine Unterstützungsstruktur geschaffen. Eine Homepage wird dazu im Laufe des Jahres 2025 eingerichtet.
Laufbahnmodell Pflege – Karrieren gestalten, Fachkompetenz stärken
Innovatives Best-Practice-Modell für moderne Pflegekarrieren
Mit dem neuen Laufbahnmodell Pflege geht das Universitätsklinikum Köln einen wegweisenden Schritt in der Weiterentwicklung von Pflegeberufen. Als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland etabliert sie ein differenziertes Karrieremodell, das individuelle Entwicklungsmöglichkeiten in der Pflege schafft – weit über klassische Führungspositionen hinaus.
Warum ein Laufbahnmodell in der Pflege?
Die Anforderungen an die professionelle Pflege steigen – ebenso wie die Ansprüche der Pflegefachpersonen an ihre berufliche Entwicklung. Das Kölner Modell reagiert darauf mit einem zukunftsorientierten System, das Fachkompetenz, Didaktik und Führung gleichwertig fördert. Ziel ist es, die Pflegequalität weiterzuentwickeln, Auszubildende noch besser zu begleiten und Pflegekräfte langfristig an das Berufsfeld zu binden.
Drei Karrierewege – ein gemeinsames Ziel: Qualität in der Pflege
Das Laufbahnmodell bietet Pflegefachpersonen drei gleichwertige Entwicklungspfade:
- Fachlaufbahn: Vertiefung und Spezialisierung pflegerischer Expertise – z. B. in bestimmten Fachbereichen, als Advanced Practice Nurse oder im Expertenteam
- Didaktische Laufbahn: Weiterentwicklung in der Praxisanleitung, pädagogischen Qualifizierung und Ausbildungsbegleitung
- Führungslaufbahn: Übernahme von Leitungsfunktionen im stationären oder ambulanten Bereich
Diese Pfade ermöglichen individuelle Karrieren, die sich an den Stärken und Interessen der Pflegefachpersonen orientieren – ganz im Sinne moderner Personalentwicklung.
Visualisiert als U-Bahn-Netz – klar, orientierend, motivierend
Das Laufbahnmodell ist übersichtlich und ansprechend in Form eines U-Bahn-Netzplans dargestellt. Dieses visuelle Konzept macht deutlich: Alle Wege führen zu Entwicklung – und niemand muss auf dem Bahnsteig stehen bleiben. Es verdeutlicht, dass Karrieren in der Pflege nicht linear verlaufen müssen, sondern dynamisch, verzweigt und individuell angepasst sein können.
Modell mit Signalwirkung – übertragbar und inspirierend
Das Kölner Laufbahnmodell steht beispielhaft für eine zeitgemäße Personalstrategie im Gesundheitswesen. Es schafft neue Perspektiven für Pflegefachpersonen und sendet ein klares Signal: Pflege ist mehr als ein Beruf – sie bietet vielfältige, anschlussfähige und planbare Entwicklungsmöglichkeiten.
Fazit:
Das Laufbahnmodell des Universitätsklinikums Köln ist ein zukunftsweisendes Best-Practice-Beispiel für eine innovative, vielfältige und attraktive Pflegekarriere. Es verbindet individuelle Entwicklung mit institutioneller Qualität – und stärkt die Pflege als anspruchsvolles, vielseitiges und lebenslanges Berufsfeld.
Weitere Informationen zum Laufbahnmodell erhalten Sie hier
Mit der Zukunftsinitiative „Gute Pflege - Märkischer Kreis" wollen wir - der Märkische Kreis und die agentur mark GmbH - Pflegeunternehmen bei der Bewältigung des Fachkräftemangels unterstützen.
Wir laden Expertinnen und Experten zu Veranstaltungen, Workshops und „runden Tischen“ ein, stellen gute Praxis aus den Betrieben vor und initiieren und entwickeln gemeinsam mit allen Beteiligten konkrete Lösungsansätze. Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen eine nachhaltige Unterstützungsstruktur gegen den Fachkräftemangel zu schaffen.
Unsere Themenschwerpunkte:
- Nachwuchsgewinnung Nähere Informationen erhalten Sie hier
- Weiterqualifizierung von Hilfskräften zu Fachkräften Nähere Informationen erhalten Sie hier
- Internationale Fachkräfte Nähere Informationen erhalten Sie hier
- Entlastung der Fachkräfte durch Nutzung technischer Möglichkeiten Nähere Informationen erhalten Sie hier
- Wandel der Führungs- und Unternehmenskultur Nähere Informationen erhalten Sie hier
Ein Schwerpunkt der Zukunftsinitiative Gute Pflege im Märkischen Kreis ist die Unterstützung der Betriebe bei der Anwerbung und Integration von Internationalen Fachkräften. Es wurde dazu eine Arbeitsgruppe Internationale Fachkräfte gegründet. In diesem Rahmen erfolgte u. a. die Organisation von:
- regelmäßigen Treffen mit Betrieben und relevanten Institutionen (ZAV, Arbeitgeberservice, IQ Netzwerk, Goethe Institut etc.)
- berufsbezogenen Sprachkursen (durch BAMF gefördert)
- Job Speeddatings für Geflüchtete zur Integration in Pflegebetriebe (Jobturbo)
- Eines Lehrgangs „Interkulturelle Kompetenzen im Betrieb“ in der Volkshochschule Lüdenscheid für Fach- und Führungskräfte
- gemeinsamen Anwerbeaktivitäten sowie
- Fachveranstaltungen
Am UKM werden seit vielen Jahren (Pflege)-fachkräfte aus vielen Nationen eingestellt. Begonnen hat das Projekt mit der Anwerbung von spanischen Pflegefachkräften im Jahr 2014. Insgesamt kann das Integrationsteam des Geschäftsbereichs Pflegeentwicklung auf eine vielfältige Expertise in der Integrationsarbeit mit mehr als 20 Nationen zurückgreifen und hat mehrere hundert internationale Fachkräfte (Pflegefachpersonen, OTA, ATA, internationale Auszubildende) für das Klinikum gewinnen und integrieren können. Das Integrationsteam der Abteilung Internationale Fachkräfte im Geschäftsbereich Pflegentwicklung arbeitet in einer Tandemstruktur eng vernetzt, um den gesamten Prozess ganzheitlich und multiprofessionell betreuen zu können (1. Tandem Akquise und strategische Evaluation & Entwicklung, Integration; 2. Tandem Begleitung der Berufsanerkennung, Integration).
Diese enge Verzahnung von Management, Wissenschaft und Pädagogik zeigt sich im Arbeitsalltag der Integration als sehr wegweisend, kurze Entscheidungswege und eine enge und vertrauensvolle Begleitung der Fachkräfte helfen die Prozesse interkulturell und effizient gut zu gestalten. Unterstützt werden sie dabei von den Kulturbotschafter*innen, die mit ihren ganz persönlichen Integrationserfahrungen eine wertvolle Verbindung bilden.
Die Castings mit den zukünftigen Kolleg*innen werden soweit möglich vom Team vor Ort in den Ländern selbst durchgeführt. Dabei nutzen die Vertreter*innen des UKM die Chance direkt einen persönlichen vertrauensvollen Bezug zu den Bewerber*innen aufzubauen und nebenbei auch selbst ein Gefühl für die Lebenswelt der neuen (Pflege)-fachkräfte zu entwickeln sowie eigene kulturelle Grundannahmen zu reflektieren.
Das Integrationskonzept am UKM ist mehrdimensional in drei Säulen aufgebaut und versucht auf unterschiedlichen Ebenen positiv auf die berufliche und soziale Integration der internationalen (Pflege)-fachkräfte einzuwirken. Mehrere Projekte von Integrationsstationen im UKM zeigen noch mal mehr, wie innovativ berufliche und soziale Integration auch konzeptionell weitergedacht werden kann.
Alle bereits vorhandenen Maßnahmen werden regelmäßig wissenschaftlich evaluiert und sind angelehnt und strukturiert nach dem Werkzeugkoffer des DKF:
Das Integrationsmanagementkonzept am UKM umfasst die drei Säulen Preboarding, Onboarding und Follow-up.
Bereits vor der Einreise stehen die zukünftigen internationalen Kolleg:innen im engen Austausch mit dem Integrationsteam. In digitalen Vorbereitungsgesprächen erhalten sie Informationen zum UKM, zum Leben in Münster sowie zum Anerkennungsverfahren. Parallel laufen organisatorische Prozesse wie Sprachkurse, Vertragsvorbereitungen, Visaanträge und die Beantragung von Defizitbescheiden – meist in Zusammenarbeit mit vermittelnden Agenturen.
Während des Onboardings wird die Einreise koordiniert und im sogenannten Final Call mit dem Integrationsteam die Ankunft vorbereitet. In Münster folgt dann das Relocation-Management: SIM-Karte, Bankkonto, Krankenversicherung und Anmeldung als Einwohner der Stadt Münster werden organisiert. Danach beginnt die Einarbeitung am UKM, das mit über 12.000 Mitarbeitenden eine komplexe Struktur bietet. Die Orientierung am Arbeitsplatz und die Identifikation mit dem neuen Umfeld stehen dabei im Mittelpunkt.
In der Follow-up-Phase begleitet das Anerkennungsteam die Fachkräfte intensiv im Anerkennungsprozess – durch Praxisanleitung, Skillstage und Reflexion. Unterstützt werden sie dabei von Pflegedienstleitungen, Praxisanleitungen und insbesondere den Kulturbotschafter:innen, die als interkulturelle Brückenbauer:innen die soziale und kulturelle Integration fördern. Die kontinuierliche Begleitung aller Beteiligten schafft die Grundlage für eine erfolgreiche und nachhaltige Integration am UKM.
Literatur:
Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheitsberufen (2025). Patenschaften und Mentoringprogramm – Kulturbotschafter:innen am Universitätskliniken Münster (UKM) [Elektronische Version] Verfügbar unter: https:// Patenschaften und Mentoringprogramm - Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen (DKF) unter Trägerschaft des Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
Maase, A. (2021). Internationale Pflegefachkräfte in der akutmedizinischen Versorgung – Kulturelle Herausforderungen und Spannungsfelder. In Kohlen, H. (Hrsg.) Ethik – Pflege – Politik. Frankfurt am Main: Mabuse
Maase, A. (2022). „Wir sind mehr als ein Paar Hände“ – Migrierte Pflegefachkräfte und ihr symbolischer Kampf um fachliche und akademische Anerkennung in deutschen Krankenhäusern. Pflege & Gesellschaft: Vol. 27(3), 240-253.
Maase, A., Hake, S. (2024). Brücken bauen zwischen den Kulturen – Onboarding internationaler Pflegefachpersonen. Die Schwester Der Pfleger: 7/24, 62-64.
Universitätsklinikum Münster (2025). Abteilung Internationale Pflegefachkräfte [Elektronische Version] Verfügbar unter: ukm-pflege-internationale-pflegefachkraefte-integrationskonzept-20230807.pdf
Die Teamstrukturen am Universitätsklinikum Münster (UKM) werden zunehmend diverser und vielseitiger. Durch die stetig wachsende Zusammenarbeit mit Kollegen und Koleginnen aus dem internationalen Raum entsteht eine wertvolle kulturelle Vielfalt. Unterschiedliche Hintergründe, Denkweisen und Lebensrealitäten treffen dabei im Arbeitsalltag aufeinander.
Diese Vielfalt ist eine große Chance: Sie bereichert die multiprofessionelle Zusammenarbeit und eröffnet neue Perspektiven. Gleichzeitig kann sie jedoch auch zu Missverständnissen oder Unsicherheiten führen.
Um die Mitarbeitenden am UKM auf diese Herausforderungen gezielt vorzubereiten, hat die Abteilung für Internationale Fachkräfte im Geschäftsbereich Pflegeentwicklung gemeinsam mit dem ethnologischen Institut (ESE e.V.) einen monatlich stattfindenden eintägigen Workshop zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ initiiert. Die Teilnehmenden erhalten dabei einen praxisnahen Einblick in kulturelle Unterschiede und deren Bedeutung für den Berufsalltag. Anhand des Kulturschockmodells und der Analyse typischer Ursachen interkultureller Missverständnisse lernen sie, kulturelle Vielfalt bewusster wahrzunehmen und besser zu verstehen.
Im Mittelpunkt steht der Perspektivwechsel – der Schlüssel, um andere Sichtweisen nachvollziehen und ein respektvolles Miteinander aktiv gestalten zu können.
Ziel des Workshops ist es, ein wertschätzendes Miteinander zu fördern und praktische Strategien zu vermitteln, um interkulturelle Situationen im Arbeitsumfeld souverän und konstruktiv zu gestalten.
Ergänzend zum Workshop wurde initiiert durch die Abteilung Internationale Fachkräfte im Geschäftsbereich Pflegeentwicklung am Universitätsklinikum Münster der gleichnamige Fächer „Interkulturelle Kompetenz“ entwickelt. Dieser baut auf den Inhalten des Workshops auf und bietet die Möglichkeit, zentrale Themen vertiefend zu reflektieren, sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzten und relevantes Wissen aus der Fortbildung zu erhalten. Im Fokus stehen dabei die fünf zentralen Aspekte Interkultureller Kompetenz:
- Aneignung und Beschaffung von Informationen sowie Entwicklung von Interesse
- Einübung des Perspektivenwechsels
- Erkennen und Überwinden von Ethnozentrismus
- Reflexion interkultureller Begegnungssituationen
- Förderung von Einstellungen und Werten
(Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung [ESE e.V.], 2024)
Wichtige Begriffe wie Kultur, Ethnozentrismus, Integration und Diversität werden definiert und schaffen so einen fundierten Überblick über die wesentlichen Inhalte der Fortbildung.
Literatur:
Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung (ESE e. V). (2024). Zentrale Aspekte Interkultureller Kompetenz. Abgerufen am 02.05.2025. Verfügbar unter
https://www.ese-web.de/erwachsenenbildung/allgemeine-informationen/
Weitere Informationen zu internationalen Fachkräften in Münster erhalten Sie auf der Internetseite des Universitätsklinikum Münster (UKM) und kann hier abgerufen werden.
Für internationale Fachpersonen stellt neben dem Erlernen der deutschen Sprache die Sehnsucht nach Vertrautem sowie das Erleben kultureller Differenziertheit die größte Herausforderung im Integrationsprozess dar. Spannungsfelder der Fachexpertise zeigen sich von Zuschreibungen von Inkompetenzen bis zu Ausgrenzungserfahrungen. Feste Bezugspersonen sind dabei eine große Hilfe, insbesondere bei der Bewältigung kultureller Herausforderungen. Niemand kann besser nachvollziehen, wie schwer es ist, sich in einer anderen Kultur und beruflichen Sozialisation zurechtzufinden, als die internationalen (Pflege)fachpersonen selbst. Sie haben den Perspektivwechsel selbst erlebt und sind mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Wird das Heimweh zu stark oder das Gefühl der Ausgrenzung zu groß, erschwert dies die soziale Integration und kann den Abbruch des Prozesses zur Folge haben.
Die 22 Kulturbotschafter und Kulturbotschafterinnen am UKM kommen aus Albanien, Brasilien, Italien, Kolumbien, Spanien, Syrien und Mexiko und bilden mit ihren ganz persönlichen Integrationserfahrungen eine wertvolle Verbindung zwischen den internationalen Fachkräften, den Stationsteams und dem Integrationsteam der Abteilung Internationale Fachkräfte im Geschäftsbereich Pflegeentwicklung. Sie
Ziel des Projektes war es für die Initiatoren und Initiatorinnen im Team der Abteilung Internationale Fachkräfte, die Ressourcen der internationalen Mitarbeitenden stärker in den Integrationsprozess einzubinden und so ein wertschätzendes, kulturell vielfältiges Miteinander zu fördern. Aus diesem Projekt wurde ein Konzept entwickelt, welches am UKM inzwischen fest implementiert ist. Mit ihren individuellen Migrationserfahrungen bieten die Kulturbotschafter und Kulturbotschafterinnen den neuen internationalen (Pflege)fachpersonen eine wertvolle Unterstützung bei sozialen und beruflichen Herausforderungen, besonders im Onboarding. Durch weitere Projekte soll dieses Grundkonzept weiter ausgearbeitet und an die Bedürfnisse angepasst werden.
Ana María Kulturbotschafterin aus Kolumbien arbeitet im UKM auf einer onkologischen Station und beschreibt ihren Start so: „Der Start in Deutschland war herausfordernd – eine neue Sprache, eine zunächst ungewohnte Pflegepraxis und ich hatte großes Heimweh. Das Projekt der Kulturbotschafter*innen gibt mir die Möglichkeit, anderen beim Ankommen zu helfen.“
International Nurses in Münster | Uniklinik Münster
Für eine effektive Rollenschärfung ist eine Reflexion des Verständnisses von Interkulturalität und kulturellen Unterschieden notwendig, die in einem einwöchigen interkulturellen Workshop erarbeitet wurden. Dabei erfolgte u.a. die Thematisierung der Phasen des Kulturschocks sowie eigene Diskriminierungserfahrungen. Entstanden ist ein vielseitiges Rollenprofil fester Bezugspersonen und ein wertvolles interkulturelles Netzwerk am Universitätsklinikum Münster (dkf-kda.de, 2025; Maase & Hake 2024).
Literatur:
Maase, A. (2021). Internationale Pflegefachkräfte in der akutmedizinischen Versorgung – Kulturelle Herausforderungen und Spannungsfelder. In Kohlen, H. (Hrsg.) Ethik – Pflege – Politik. Frankfurt am Main: Mabuse
Maase, A., Hake, S. (2024). Brücken bauen zwischen den Kulturen – Onboarding internatio-naler Pflegefachpersonen. Die Schwester Der Pfleger: 7/24, 62-64.
Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheitsberufen (2025). Patenschaften und Mentoringprogramm – Kulturbotschafter und Kulturbotschafterinnen am Universitätskliniken Münster (UKM) [Elektronische Version] Verfügbar unter: https:// Patenschaften und Mentoringprogramm - Deutsches Kompetenzzentrum für internationale Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen (DKF) unter Trägerschaft des Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
Universitätsklinikum Münster (2025). Internationale Fachkräfte – Unsere Kulturbotschafter*innen [Elektronische Version] Verfügbar unter: International Nurses in Münster | Uniklinik Münster
Das Zukunftsbündnis Gute Beschäftigung des MAGS NRW (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen) ist ein bedeutendes Projekt, das darauf abzielt, nachhaltige und faire Arbeitsbedingungen in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Es setzt sich dafür ein, gute und sichere Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft.
Das Bündnis verfolgt mehrere zentrale Ziele: Zum einen soll die Qualität der Arbeitsplätze verbessert werden, indem Arbeitsbedingungen fair gestaltet und soziale Absicherung gestärkt werden. Zum anderen möchte man die Beschäftigten in ihrer Weiterentwicklung unterstützen, etwa durch Qualifizierungsmaßnahmen und lebenslanges Lernen, um den sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden.
Im Hinblick auf die Pflege spielt das Zukunftsbündnis im Bereich der Guten Beschäftigung eine besonders wichtige Rolle, da die Pflegebranche vor großen Herausforderungen steht, wie dem Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und dem Wunsch nach besseren Arbeitsbedingungen. Das Bündnis setzt sich dafür ein, die Arbeitsplätze in der Pflege zukunftssicher und attraktiv zu gestalten, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Ein zentrales Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Das umfasst faire Löhne, flexible Arbeitszeiten, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine wertschätzende Arbeitskultur. Durch diese Maßnahmen soll die Pflegebranche für Mitarbeitende nicht nur ein sicherer Arbeitsplatz sein, sondern auch eine erfüllende und gesellschaftlich wertgeschätzte Tätigkeit. Darüber hinaus fördert das Bündnis die Qualifizierung und Weiterbildung in der Pflege, um die Fachkräfte auf die sich wandelnden Anforderungen vorzubereiten. Das betrifft beispielsweise den Einsatz digitaler Technologien, um die Pflege effizienter und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Digitalisierung kann dabei helfen administrative Aufgaben zu reduzieren, die Pflegeplanung zu verbessern und die Kommunikation zwischen Pflegekräften und Patientinnen sowie Patienten zu erleichtern.
Insgesamt trägt das Engagement des MAGS NRW im Rahmen des Zukunftsbündnisses dazu bei, die Pflegebranche nachhaltiger, gerechter und zukunftsfähiger zu gestalten. Damit wird nicht nur die Qualität der Pflege verbessert, sondern auch die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden gesteigert, was letztlich allen zugutekommt.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 14.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 2.250 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert.
Mit rund 7.400 ambulanten Pflegeeinrichtungen, die circa 420.000 Pflegebedürftige betreuen, und 6.700 stationären Pflegeeinrichtungen mit etwa 390.000 Plätzen vertritt der bpa mehr als jede dritte Pflegeeinrichtung bundesweit. Die Mehrzahl der Mitglieder sind typische mittelständische Unternehmen, ob als Pflegedienst mit 25 Mitarbeitenden oder als Pflegeheim mit 70 bis 80 Plätzen.
Die Digitalisierung ist in der Pflegebranche sehr wichtig, weil sie dazu beiträgt, die Arbeitsprozesse effizienter und besser zu gestalten. Durch den Einsatz digitaler Technologien können Pflegekräfte beispielsweise schneller auf Patientendaten zugreifen, was die Versorgung verbessert und den Arbeitsalltag erleichtert. Außerdem ermöglicht Digitalisierung eine bessere Planung und Organisation, was wiederum die Arbeitsbelastung reduziert und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigert. Insgesamt trägt die Digitalisierung dazu bei, die Pflegebranche zukunftssicher zu machen, qualifizierte Fachkräfte zu unterstützen und somit gute Beschäftigungsmöglichkeiten zu sichern.
Hier setzt die Veranstaltungsreihe des bpa Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste als Best-Practice Beispiel an - qualifizierte Fachkräfte unterstützen, die beschäftigten Mitarbeitenden in ihrer Weiterentwicklung fördern, Impulse setzen und Wissen weitergeben – im Jahr 2025 mit dem Schwerpunkt Digitalisierung.
Das bpa.hybrid.kolloquium ist eine Veranstaltungsreihe, in der spannende Vorträge zu einem jährlich wechselnden Thema mit der anschließenden Möglichkeit der Diskussion und dem fachlichen Austausch stattfinden. Die jährliche Veranstaltung, die zentral in Dortmund stattfindet, kann sowohl online als auch in Präsenz besucht werden, so dass eine Teilnahme gut möglich ist.
Die Dozenten und Referenten aus Politik,. Wirtschaft, Wissenschaft und Mitgliedsunternehmen des bpa sorgen für einen abwechslungsreichen Tag, der zusätzlich zum Netzwerken einlädt. Inspiriert kehren die Teilnehmer wieder in die eigenen Pflegeunternehmen zurück, implementieren die Impulse oder bauen ihr erworbenes Wissen zielgerichtet weiter aus.
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Inhaber und Führungskräfte von Pflegeunternehmen. Diese tragen dann maßgeblich dazu bei, den Transfer in die pflegerische Praxis zu gestalten.
Eine Auswahl der Themen der letzten Jahre im Überblick:
- 2014: Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen
- 2015: Wer pflegt uns in der Zukunft? - Antworten auf den Fachkräftemangel
- 2016: Die Wohngemeinschaft als Geschäftsidee - Status quo, Chancen und Risiken
- 2017: Betriebsübergang und Nachfolgeregelung
- 2018: Wir trotzen dem Fachkräftemangel – der Weg zum attraktiven Arbeitgeber
- 2023: „Pflege zukunftssicher gestalten – digital & nachhaltig“
- 2025: Pflege der Zukunft: Mit Robotik, KI und Telematik auf neuen Wegen in der pflegerischen Versorgung