Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Bild des Benutzers Webworker.Hivric
Gespeichert von Webworker.Hivric am 26. August 2021
Porträt eines selbstbewussten Pflegeteams. Es steht in einer Schlange hintereinander vor einem weißem Hintergrund und alle strecken den linken Daumen hoch.

Pflegefachfrau / Pflegefachmann

Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (PflBRefG), das im Juli 2017 verkündet wurde, wurde der Grundstein für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeausbildung gelegt. Das Gesetz ist bundesweit zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden im Pflegeberufegesetz (PflBG) zusammengeführt. Dieses ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen.
Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“.
Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Die Ausbildungsdauer beträgt generell in Vollzeit drei Jahre (2.100 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht / 2.500 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung findet an den Pflegeschulen und in Krankenhäusern, Einrichtungen der stationären Altenhilfe sowie der ambulanten Versorgung statt. Hierzu werden Ausbildungsverträge geschlossen. Die Auszubildenden erhalten während der Ausbildung eine Ausbildungsvergütung.

Nach zwei Dritteln der Ausbildung wird eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eingeführt. Die am Abschluss der Ausbildung stehende staatliche Prüfung besteht aus einem praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil.

Der Zugang zur bundeseinheiltich geregelten dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung ist - im Sinne der europäischen Vergleichbarkeit der  Pflegeausbildungen - ohne Schulabschluss nicht möglich.
Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann sind gemäß § 11 Pflegeberufegesetz:

1. der mittlere Schulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder

2. der Hauptschulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Schulabschluss, zusammen mit dem Nachweis

a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijärhiger Dauer.

b) einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferausbildung von mindestens einjähriger Dauer

oder

3. der erfolgreiche Abschluss einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen Schulbildung.

Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung kann ein Pflegestudium absolviert werden. Informationen dazu gibt es hier.

Theoretische Ausbildung

Schulungs- und Beratungskonzept zur neuen Ausbildung

Ein- bis zweitägige Informationsveranstaltungen in Köln und Bielefeld

Zur Vorbereitung der Bildungseinrichtungen auf die neue Ausbildung fördert das MAGS das Projekt „Information, Schulung und Beratung der Pflegeschulen zur Einführung und Umsetzung des Pflegeberufegesetzes (PflBG)“. Mit Unterstützung des Deutschen Instituts für Pflegeforschung und der Fachhochschule Bielefeld sollen die Bildungseinrichtungen ein gemeinsames Verständnis zum neuen Pflegeberuf und zu den zu erlangenden Kompetenzen entwickeln. Projektlaufzeit: 16. November 2018 bis 15. Mai 2020.

Das Konzept unterstützt die Pflegeschulen und die Träger der praktischen Ausbildung durch fünf ein- bis zweitägige Modulveranstaltungen, die im Zeitraum von Februar 2019 bis März 2020 an beiden Projektstandorten angeboten werden.

Jedes Modul ist durch einen besonderen Schwerpunkt ausgewiesen: Ausgehend von den zentralen Innovationen der Pflegeberufereform und den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen, über Gestaltungsmöglichkeiten der Lernortkooperation und Fragen der Ausbildungsfinanzierung fokussieren die Module insbesondere den Prozess der schulinternen Curriculumentwicklung und der Ausbildungsplanung auf der Grundlage der jeweils aktuellen bundesrechtlichen und landesrechtlichen Vorgaben und Empfehlungen.

Schwerpunkte der Schulungsmodule

Modul 1 - Implikationen des PflBG und der PflAPrV für die Entwicklung schulinterner Curricula (eintägiges Modul für die Pflegeschulen)

Dieses eintägige Modul für die Pflegeschulen ist auf eine vertiefende Auseinandersetzung mit den zentralen Innovationen der Pflegeberufereform und auf ihre Begründungszusammenhänge ausgerichtet. Insbesondere das Pflege- und Berufsverständnis des neu konzipierten Pflegeberufs sowie die Kompetenzorientierung beinhalten wesentliche curriculare Implikationen, die im Prozess der schulinternen Curriculumentwicklung aufzugreifen und abzubilden sind.

Darüber hinaus gilt es, die Spielräume für die schulinterne Curriculumentwicklung auszuloten und diese verantwortlich auszugestalten. Das Modul endet mit einem Arbeitsauftrag, der die Projektierung der schulinternen Curriculumentwicklung anregt und der im Modul 3 aufgegriffen und weitergeführt wird.

Modul 2 - Verantwortungs- und Aufgabenbereich der Träger (eintägiges Modul für die Träger der praktischen Ausbildung)

Mit dem PflBG wird auch die Verantwortungsdifferenzierung zwischen den Trägern der praktischen Ausbildung und den Pflegeschulen neu geregelt. Durch das PflBG wird den Trägern der praktischen Ausbildung ein erweiterter Verantwortungs- und Aufgabenbereich zugewiesen. So sind sie verantwortlich für den Ausbildungsvertrag einschließlich der Realisierungsmöglichkeiten des auf Seiten der Auszubildenden gegebenen Wahlrechts.

Die Sicherstellung der komplexen Anforderungen an die praktische Ausbildung beinhaltet die Zuständigkeit für den Ausbildungsplan und für die Einsatzplanung in allen nach Anlage 7 PflAPrV vorgeschriebenen Einsatzbereichen. Diese Verantwortung schließt Kooperationsverhandlungen und -verträge mit den Einrichtungen für solche Einsatzbereiche ein, die der Träger der praktischen Ausbildung selbst nicht vorhält. Darüber hinaus werden in diesem Modul Fragen der Ausbildungsfinanzierung thematisiert.

Modul 3 - Curriculumentwicklung und Lernortkooperation (zweitägiges Modul für die Pflegeschulen)

Die kompetenzorientierte Pflegeausbildung fordert eine Abstimmung und Verzahnung der Bildungsgegenstände in der Pflegeschule und an den Lernorten der praktischen Ausbildung gemäß Anlage 7 PflAPrV im Sinne integrierter Curricula. Vor diesem Hintergrund sind berufstypische Pflege- und Berufssituationen unter besonderer Berücksichtigung der vorbehaltenen Tätigkeiten zu analysieren und auf die Kompetenzprofile der Anlagen 1 und 2 PflAPrV zu beziehen.

Über die Situations- und Kompetenzanalysen können weitere Grundlagen für die Entwicklung eines generalistisch ausgerichteten schulinternen Curriculums gewonnen werden, welches mit dem Ausbildungsplan und der Einsatzplanung abgestimmt ist. Das Modul beinhaltet einen Arbeitsauftrag zur Curriculumentwicklung, der als Vorbereitung auf Modul 4 durchzuführen ist.

Modul 4 - Entwicklung schulinterner Curricula (zweitägiges Modul für die Pflegeschulen)

Zum dem Zeitpunkt, zu dem dieses Modul angeboten wird, werden die Rahmenempfehlungen der Fachkommission vorliegen. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung eventueller weiterer landesrechtlicher Spezifika werden in diesem Modul die Eckdaten für ein generalistisch ausgerichtetes schulinternes Curriculum entwickelt.

Es geht darum, die curricularen Prinzipien und entwickelten curricularen Einheiten aus den Rahmenempfehlungen aufzugreifen, konsequent und folgerichtig auf der Ebene des schulinternen Curriculums weiterzuführen und zugleich die gegebenen Spielräume auszuloten und verantwortlich auszugestalten. Darüber hinaus gilt es, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung der schulinternen Curricula in den eigenen Einrichtungen festzulegen.

Modul 5 - Implementierung von schulinternen Curricula (eintägiges Modul für die Pflegeschulen)

In diesem Modul werden die entwickelten schulinternen Curricula einer kritischen Analyse unterzogen, insbesondere mit Blick auf deren Implementierung. Dabei werden mögliche Chancen und Risiken der Umsetzung einer kritischen Bewertung unterzogen.

Modul 6 - Optionales Modul

In der Projektlaufzeit und während der Umsetzung des Schulungsangebotes in den Modulen 1 bis 5 wird ggf. ein weiterer Bedarf an ergänzenden Informationen oder Themen ersichtlich. Darüber hinaus kann sich die Notwendigkeit einer weiteren Vertiefung ausgewählter Gesichtspunkte zeigen. Hierfür ist ein optionales Modul vorgesehen, das optional und zu gegebenem Zeitpunkt auf der Grundlage des festgestellten Bedarfs eigens konzipiert wird.

Materialien aus den Schulungsmodulen

Die für die einzelnen Module entwickelten Materialien werden in den Modulveranstaltungen erprobt und nach einer eventuellen Revision in digitalisierter Form auf diesen Internetseiten zur Verfügung gestellt.
 

Die Projektorganisation im Überblick

Grafik: Die Projektorganisation im Überblick

 

Organisation der Schulungsgruppen

Um allen Pflegeschulen in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit zur Projektteilnahme zu eröffnen, wurden an beiden Standorten - an der FH Bielefeld und am DIP - jeweils mehrere Schulungsgruppen eingerichtet. Größeren Pflegebildungseinrichtungen und solchen, die mehrere Ausbildungsgänge anbieten, ist eine Teilnahmemöglichkeit für jeweils zwei verantwortliche Personen eröffnet worden.

Systematische und kontinuierliche Arbeitsprozesse im Projekt sind wesentlich auf eine institutionelle und personelle Kontinuität angewiesen. Deshalb sollen die Schulungsgruppen nur im Ausnahmefall und nach ausdrücklicher Rücksprache mit dem jeweils verantwortlichen Standort gewechselt werden.

Die Termine für Modul 1 sind allen Verantwortlichen bereits frühzeitig schriftlich mitgeteilt worden. Die weiteren Termine werden innerhalb der jeweiligen Schulungsgruppen bekannt gegeben. Die Pflegeschulen in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster werden von der FH Bielefeld begleitet. Für die Begleitung der Pflegeschulen in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln ist das DIP verantwortlich.

Die Träger der praktischen Ausbildung, die mit Modul 2 angesprochen werden, werden von den beiden Projektstandorten direkt angeschrieben und eingeladen. Die Kontaktherstellung zu den Trägern wird durch die kooperierenden Pflegeschulen unterstützt.
 

Kontakt für weitere Rückfragen

 
Fachhochschule Bielefeld                                          DIP
E-Mail: info.schulbereit@fh-bielefeld.de                   E-Mail: schulbereit@dip.de

 

Qualifikation der Lehrenden

Zulassung in bestimmten Fällen auch ohne Masterabschluss möglich

Um die Ausbildung landesweit für möglichst viele motivierte und interessierte Bewerberinnen und Bewerber sicher zu stellen, ist es sehr wichtig, kurzfristig geeignete Lehrkräfte zu gewinnen. Hierzu wurden die Bezirksregierungen angewiesen, Anpassungen bei der Zulassung von hauptberuflichen Lehrkräften vorzunehmen.

Somit konnten bis zum 31. Dezember 2019 auch Absolventinnen und Absolventen mit einem hochschulischen Bachelorabschluss auch ohne Masterabschluss als hauptberufliche Lehrkräfte zugelassen werden.

Wichtig war dabei, dass die Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen ein Studium der Pflegepädagogik oder ein anderes berufsspezifisches Studium an einer Hochschule mit einer pädagogischen Zusatzqualifikation im Umfang von 400 Stunden absolviert haben. Für diese Lehrkräfte gilt der Bestandsschutz des § 65 Absatz 4 Nr. 2 und Nr. 3 des Pflegeberufegesetz (PflBG). Sie müssen demnach formal nicht nachqualifiziert werden.

Für die Anerkennung dieser Lehrkräfte sind die jeweiligen Bezirksregierungen zuständig:
 

 

Regelung der Zulassung hauptberuflicher Lehrkräfte an Pflegeschulen ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2025:

Ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2025 können Lehrkräfte nach § 3 Landesausführungsgesetz Pflegeberufe (LAGPflB) mit einem hochschulischen Bachelorabschluss der pflegepädagogischen oder einer anderen berufsspezifischen Ausrichtung, den theoretischen Unterricht durchführen. Der Anteil an zulässigen Bachelorabsolventinnen und Absolventen als Lehrkraft richtet sich nach der Größe der Schule. Dies wird in folgender Tabelle ersichtlich:

Anzahl an Schülerinnen und Schülern der Pflegeschule Zulässige Anzahl der Lehrkräfte auf Bachelorniveau in Vollzeit
120 1
240 2
über 240 bis 4

Diese Lehrkräfte müssen sich bis zum 31. Dezember 2025 nach § 3 LAGPflB mit einem pädagogischen Masterabschluss nachqualifizieren. Für diese Lehrkräfte besteht demnach kein Bestandsschutz.

In der nachfolgenden Abbildung werden die Regelungen zur Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer ersichtlich.


 

Zudem sollen mehr pflegepädagogische Studienplätze angeboten werden, damit zukünftig ausreichend Pädagoginnen und Pädagogen mit Masterabschluss zur Verfügung stehen. Hierfür haben die Fachhochschule Münster, Fachhochschule Bielefeld, die katholische Hochschule Köln, die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf und die Hochschule für Gesundheit Bochum angeboten, ihre Studienkapazitäten auszubauen. Insgesamt sind über 100 neue Studienplätze auf Masterniveau geplant.

Relation von Lehrkräften zu Ausbildungsplätzen

In § 9 des Pflegeberufegesetz (PflBG) ist festgehalten, dass ein Verhältnis von einer hauptberuflichen Lehrkraft (in Vollzeit) zu 20 Ausbildungsplätzen zu bestehen hat. Diese Regelung kann, befristet bis zum 31. Dezember 2029, durch landesrechtliche Vorgaben angepasst werden.

In NRW ist in § 2 der Durchführungsverordung Pflegeberufegesetz (DVO-PflBG NRW) das Verhältnis zunächst auf 1:25 (eine Vollzeit Lehrkraft auf 25 Ausbildungsplätze) angepasst. Es ist jedoch jederzeit möglich, mehr Lehrkräfte einzustellen. Ab dem 1. Januar 2030 tritt dann § 9 PflBG mit der Regelung 1:20 in Kraft.

Pädagogische Zusatzqualifikation von 400 Stunden zur Anerkennung als Lehrkraft an Pflegeschulen in Nordrhein-Westfalen

Zahlreiche anerkannte hauptamtlich Lehrende der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege bringen ihre fachliche Expertise beispielsweise im Rahmen eines abgeschlossenen Studiums der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements oder anderer relevanter Bildungsgänge in die Pflegeausbildung mit. Im pädagogischen Team der Pflegeschule bringen sie ihre Kompetenzen ein und wirken an einem gewinnbringenden Skills-Mix in der Lehre mit.

Ihnen haben in der Regel Kompetenzen für den pädagogischen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit gefehlt. Um diese wichtigen Kenntnisse der Pflegepädagogik erlangen zu können, hat das Land Nordrhein-Westfalen bereits vor Jahren durch die Katholische Hochschule NRW ein Konzept für eine pflegepädagogische Zusatzqualifikation von 400 Stunden entwickeln und testen lassen. Dieses Bildungsangebot wird seit dem an verschiedenen hochschulischen Standorten in Nordrhein-Westfalen erfolgreich angeboten. Lehrende erhalten so ein pädagogisches Theorie- und Anwendungswissen, welches für die Lehrtätigkeit sehr unterstützend wirkt.

Im Rahmen der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes wird weiterhin an dem Konzept festgehalten, dass neben den geforderten Pflegepädagogen nach § 9 PflBG auch Lehrende an Pflegeschulen tätig sein sollen, die über ein anderes berufsspezifisches Studium verfügen und mit Ableistung der hochschulischen, pädagogischen Zusatzqualifikation von 400 Stunden eine Anerkennung als Lehrkraft durch die zuständige Bezirksregierung erhalten. So können die guten Erfahrungen, die mit dem Einbringen unterschiedlicher pflegerelevanter Qualifikationen bisher gemacht wurden, auch weiterhin zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Pflegeausbildung beitragen.

Praktische Ausbildung

Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter

Nach Pflegeberufegesetz und Pflegeausbildungs- und Prüfungsverordnung

Eine der wesentlichen neuen Regelungen des Pflegeberufegesetzes und der hierzu erlassenen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung stellt die Praxisanleitung dar. Erstmalig wird die konkret zu leistende Anleitungszeit definiert. Ebenso wird neben den Angaben zu den Voraussetzungen zur Befähigung als Praxisanleitung auch eine Fortbildungsverpflichtung normiert.

In § 6 des Pflegeberufegesetzes (PflBG) ist geregelt, dass die „zu gewährleistende Praxisanleitung im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit“ beträgt. Mit dem ‚Erlass Praxisanleitungen NRW‘ werden die Aufgaben der Bezirksregierungen bezüglich der Praxisanleitungen nach dem Pflegeberufegesetz ausgefüllt.

Den Erlass zur Praxisanleitung in Nordrhein-Westfalen können Sie hier einsehen. Die Ergänzung zum Erlass Praxisanleitung finden Sie hier.
 

Weiterbildung für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter

§ 4 Abs. 3 Satz 1 der PflAPrV gibt an: „Die Befähigung zur Praxisanleiterin oder zum Praxisanleiter ist durch eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 300 Stunden und kontinuierliche, insbesondere berufspädagogische Fortbildung im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich gegenüber der zuständigen Behörde nachzuweisen."

Die Kosten für die Praxisanleitung werden mit den Pauschalbeträgen zur Finanzierung der Kosten der Ausbildung gedeckt, die bei den Trägern der theoretischen und praktischen Ausbildung anfallen. Hierin sind unter anderem die Kosten für die Weiterbildung und laufende Fortbildung der Praxisanleitungen enthalten.
Die aktuellen Pauschalbeträge in Nordrhein-Westfalen sind auf der Website https://www.mags.nrw/pflegeberufereform-finanzierung dargestellt.

Für Nordrhein-Westfalen wird zum Inhalt der berufspädagogischen Zusatzqualifikation empfohlen, eine erste Orientierung an bereits bestehenden  Weiterbildungsordnungen vorzunehmen. Dabei kann die empfehlende Standard–Praxisanleitung des Landes NRW als Grundlage dienen und auf den geforderten Umfang von 300 Stunden fortgeschrieben werden. Auch andere bestehende Curricula für die Weiterbildung Praxisanleitung können für die curriculare Ausgestaltung eines Weiterbildungsangebotes herangezogen werden.

Das Gesundheitsministerium NRW plant, eine curriculare Vorgabe für die Weiterbildung zur Praxisanleitung in Auftrag zu geben.

Auf die berufspädagogische Zusatzqualifikation kann das Modul „Personalführung und –anleitung“ der staatlich geregelten Weiterbildungen in der Pflege angerechnet werden. Näheres dazu regelt der Erlass „Anteilige Anrechnung staatlich geregelter Weiterbildungsinhalte auf die Weiterbildung zur Praxisanleitung nach dem Pflegeberufegesetz“ vom 03. Mai 2021. Den Erlass finden Sie hier.

Zuständige Behörde für den Nachweis der Weiterbildung Praxisanleitung und für die Nachweise von mindestens 24 Stunden Fortbildung pro Jahr ist die jeweils zuständige Bezirksregierung. Zuständig ist die Bezirksregierung, in deren Gebiet die Einrichtung liegt, bei der die Praxisanleitung tätig ist oder tätig sein möchte.

Weitergebildete Praxisanleiterinnen und -anleiter, die ihre Anerkennung vor dem 31. Dezember 2019 erhalten haben, sind gleichgestellt und können diese Aufgabe auch mit Inkrafttreten des Pflegeberufegesetzes wahrnehmen (§ 4 Abs. 3 Satz 2 PflAPrV).

Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen soll, sobald sie ihre Arbeit aufgenommen hat, die Zuständigkeit zur Weiterbildung zur Praxisanleiterin bzw. zum Praxisanleiter nach dem Pflegeberufegesetz übernehmen.
 

Finanzierung

Ausbildungsfonds refinanziert Kosten für Ausbildungen in der Pflege

Die Finanzierung der Pflegeausbildung wurde neu geregelt. Sie erfolgt einheitlich über einen sogenannten Ausbildungsfonds und ermöglicht damit eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Ausbildung.

Über den Ausbildungsfonds werden die Kosten für die theoretische und praktische Ausbildung sowie die Ausbildungsvergütung refinanziert. Durch ein Umlageverfahren werden ausbildende und nicht ausbildende Einrichtungen gleichermaßen zur Finanzierung herangezogen. Gemäß § 33 PflBG wird der Finanzierungsbedarf nach folgenden Anteilen aufgebracht (gerundet):

  • 57 Prozent  Krankenhäuser
  • 30 Prozent  ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen
  • 9    Prozent  Land
  • 3,6 Prozent PKV

Mittel aus dem Ausbildungsfonds erhalten die Bildungs- und Pflegeeinrichtungen, in denen Pflegekräfte theoretisch und praktisch ausgebildet werden.
 

Budgetverhandlungen gemäß § 30 Abs. 1 PflBG in Nordrhein-Westfalen

Zur Finanzierung der bei den Trägern der theoretischen und praktischen Ausbildung anfallenden Kosten der Ausbildung werden regelhaft Pauschalbudgets vereinbart. Hierfür sind für die Pflegeschulen und die Träger der praktischen Ausbildung getrennte (landesweit geltende) Pauschalen zu vereinbaren, die die jeweiligen Ausbildungskosten pro Kopf berücksichtigen. Nicht pauschalierungsfähig sind die Kosten der Ausbildungsvergütung.

Die Budgetverhandlungen zur Vereinbarung der Pauschalbeträge in Nordrhein-Westfalen sind abgeschlossen. Die gesetzlich normierten Parteien der Verhandlung verständigten sich auf die in der nachstehenden Tabelle ausgewiesenen Jahresbeträge (exklusiv der Ausbildungsvergütung – diese wird aufwandsbezogen refinanziert):

 

Budget / Schüler 2020 2021*
 
Pflegeschule
 
7.350 € / Jahr
(612,50 € / Monat)
7.563 € / Jahr
(630,25 € / Monat)
Träger d. prakt. Ausbildung  
8.000 € / Jahr
(666,67 € / Monat)
 
8.232 € / Jahr
(686 € / Monat)
Gesamt 15.350 € / Jahr 15.795 € / Jahr

* Steigerung von 2020 um 2,9 %

Die fondsverwaltende Stelle ist bei der Bezirksregierung Münster eingerichtet. Nachfolgende Aufgabenschwerpunkte der fondsverwaltenden Stelle sind:

  • Verwaltung des Ausgleichsfonds
  • Ermittlung des Finanzierungsbedarfs
  • Erhebung der Umlagebeträge
  • Auszahlung von (monatlichen) Ausgleichszuweisungen an die ausbildenden Einrichtungen zur Finanzierung der Ausbildungskosten

 

Wie bisher werden bei Umschulungen Lehrgangskosten durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter übernommen; dabei wird die Möglichkeit zur dreijährigen Umschulungsförderung dauerhaft verankert. Auszubildende werden auch dafür nicht mit Kosten belastet.

Darüber hinaus wird NRW auch im Rahmen der mit dem Beginn der neuen Ausbildung ab 2020 zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seine Verantwortung für eine Finanzierung von Investitions- und Mietkosten an den Pflegeschulen nachkommen, soweit der Haushaltsgesetzgeber hierfür die erforderlichen Mittel bereitstellt.

Zu Website der fondsverwaltenden Stelle bei der Bezirksregierung Münster geht es hier.
 

Behördenzuständigkeit, NRW-Förderrichtlinie zu § 54 PflBG

Die nachfolgenden Aufgaben wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2020 auf die fünf Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen übertragen:

  • Staatliche Anerkennung der Pflegeschulen
  • Aufsicht einer rechtskonformen Ausbildung
  • Zulassung zur staatlichen Prüfung / Prüfungsvorsitz im Rahmen der staatlichen Prüfung
  • Erstellung der relevanten Urkunden und Zulassungen (Ausbildungszeugnis/ Zulassung zum Beruf)

Ziel des Reformprozesses im Rahmen der Umsetzung der Pflegeberufereform in Nordrhein-Westfalen ist es unter anderem auch, möglichst schlanke Verwaltungsverfahren und unkomplizierte Behördenzuständigkeiten für die generalistische Pflegeausbildung aufzubauen.

Durch die Zentralisierung auf die fünf Bezirksregierungen entfallen zukünftig Doppelstrukturen mit den Kommunen, was die Verfahren bündelt und vereinfacht.

NRW-Förderrichtlinie zu § 54 PflBG - Finanzspritze für die Pflegeausbildung

Die Pflegeschulen und Pflegehochschulen in Nordrhein-Westfalen erhalten insgesamt vier Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung. Damit können sie die rund 7.000 Ausbildungsträger in Nordrhein-Westfalen (Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen) dabei unterstützen, geeignete Kooperationspartner für die verschiedenen Praxiseinsätze ihrer Pflegeschülerinnen und -schüler zu finden. Die Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung.

Die Förderrichtlinie finden Sie im Rechtsportal der Landesregierung.

Fragen und Antworten sowie die Kontaktadressen der Bezirksregierungen finden Sie hier.
 

Sonderinvestitionsprogramm des Landes unterstützt Ausbau und Modernisierung von Pflegeschulen

Durch die Landesförderung können die mehr als 150 Pflegeschulen, die nicht den Vorgaben des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG) unterliegen, in eine zukunftsorientierte Fachkraftausbildung investieren.

Das Geld kann den früheren Fachseminaren für Altenpflege kurzfristig zur Verfügung gestellt werden. Dazu gibt es zwei Förderverfahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Antrags- und Bewilligungsbehörde ist die Bezirksregierung Münster.

Förderung notwendiger Modernisierungsmaßnahmen an Pflegeschulen - Bestandsplätze

Für notwendige Modernisierungen ist je belegtem Schulplatz eine Pauschale in Höhe von 5.100 Euro vorgesehen.

  

Förderung des Ausbaus von Ausbildungsplätzen an Pflegeschulen - Kapazitätserweiterung

Zur Finanzierung des Kapazitätsaufbaus steht einmalig ein pauschalierter Festbetrag in Höhe von 20.400 Euro pro neu eingerichtetem Schulplatz zur Verfügung.

Die Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen zur Förderung des Ausbaus von Ausbildungsplätzen an Pflegeschulen (FRL-PS) wurde in der geänderten Fassung im Ministerialblatt veröffentlicht und ist nun auch hier in der neuen Fassung abrufbar.

Ausbildungsstätten
Pflegestudium

Die hochschulische Pflegeausbildung wird durch das Pflegeberufegesetz (§ 37 PflBG) erstmalig regelhaft gesetzlich verankert. Bisher wurde der Pflegestudiengang lediglich ausbildungsbegleitend oder ausbildungsintegriert in Modellstudiengängen angeboten.

Um komplexe pflegerische Anforderungen zu erfüllen, leistet das Pflegestudium einen wichtigen Beitrag. Des Weiteren eröffnet es neue Karrieremöglichkeiten und macht die Ausbildung für verschiedene Zielgruppen interessant. Dies bestätigen auch die Erfahrungen aus den Modellstudiengängen „Pflege“, die seit dem Jahr 2010 in Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden.

Die hochschulische Pflegeausbildung hat einen Umfang von mindestens drei Jahren und schließt mit der Verleihung des akademischen Bachelor-Grades ab. An der Hochschule wird stets generalistisch ausgebildet. Das bedeutet, dass die Studierenden den Abschluss der Pflegefachfrau, des Pflegefachmannes mit akademischen Grad erreichen und es keinen gesonderten Abschluss zur Altenpflegerin, Altenpfleger oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger mit akademischen Grad gibt.

Das Studium umfasst theoretische sowie praktische Lehrveranstaltungen, welche die Studierenden befähigen sollen, erworbenes Wissen in der pflegerischen Versorgung anzuwenden.

Erste Hochschulen informieren bereits über ihr Studienangebot Pflege.

Die Hochschule für Gesundheit in Bochum informiert hier
Informationen der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf finden Sie hier

Weiterbildung

Hier sind insbesondere die in Nordrhein-Westfalen staatlich anerkannten Fachweiterbildungen zu nennen, die per Verordnung geregelt sind:
 

Materialien

Gesetze, Verordnungen und Materialien
Übersicht über die Regelungen auf Bundes- und Landesebene

Wer einen Blick in die Gesetzes- und Verordnungstexte rund um das Pflegeberufegesetz werfen möchte, findet hier die Fundstellen.

Bundesebene:

Landesebene:

 

Materialien:

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat im Rahmen der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes (PflBG) neue Aufgaben bekommen. Hierfür wurde die Geschäftsstelle nach dem Pflegeberufegesetz im BIBB eingerichtet. Diese unterstützt die Arbeit der Fachkommission u.a. bei der Erarbeitung bundeseinheitlicher Rahmenpläne.
Nach der Veröffentlichung der Rahmenpläne werden nun auch die Empfehlungen zur Gestaltung von Kooperationsverträgen veröffentlicht und stehen als Download zur Verfügung. Informationen finden Sie unter: http://www.bibb.de/pflegeberufe.

Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG

Kooperationsverträge Pflegeausbildung

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.pflegeausbildung.net.
 

Erstellung schulinterner Curricula

Nach Pflegeberufegesetz und Pflegeausbildungs- und Prüfungsverordnung

Die Pflegeschulen sind verpflichtet, schulinterne Curricula zu erstellen. Auf dieser Seite sind unterschiedliche Materialien und Vorgaben aufgeführt, die Pflegeschulen bei der Erstellung schulinterner Curricula nach § 6 Abs. 2 PflBG sowie nach den Vorgaben der Pflegeausbildungs- und Prüfungsverordnung nutzen können.

Rahmenlehrpläne und Rahmenausbildungspläne

Die Rahmenpläne der Fachkommission liegen inzwischen vor und haben gemäß § 53 Pflegeberufegesetz (PflBG) einen empfehlenden Charakter. In NRW werden die Rahmenpläne den Pflegeschulen zur Erstellung schulinterner Curricula empfohlen.

Grundlage der Rahmenpläne sind die Kompetenzen, welche nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV) mit der Ausbildung erworben werden sollen. Die Ergebnisse sollen „kontinuierlich, mindestens alle fünf Jahre“ überprüft und ggf. angepasst werden. Dieses soll ebenfalls durch die Fachkommission geschehen.
 
Die Mitglieder dieser Kommission setzen sich aus pflegefachlichen, pflegewissenschaftlichen und pflegepädagogischen Expertinnen und Experten zusammen. Diese wurden auf Vorschlag der einzelnen Länder und der Fachverbände ausgewählt. Dabei wurde darauf geachtet, dass Fachpersonen aus der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege gleichermaßen beteiligt sind.
 
Aus Nordrhein-Westfalen sind folgende Personen in der Fachkommission vertreten:

  • Frau Brigitte von Germeten-Ortmann (Leiterin der Abteilung Gesundheits- und Altenhilfe beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn, Diplom-Pflegepädagogin)
     
  • Frau Prof. Gertrud Hundenborn (Leiterin Pflegebildungsforschung, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des DIP e.V. Köln)
     
  • Frau Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal (Professorin an der Fachhochschule Bielefeld)
     
  • Herr Uwe Machleit (Leiter der evangelischen Stiftung Augusta, Fachseminar für Altenpflege, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.)

Als Vertreter der Arbeits- und Sozialministerkonferenz nimmt aus NRW Herr Prof. Dr. Thomas Evers aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales an den Sitzungen der Fachkommission teil.

Die Rahmenpläne für die neuen Pflegeausbildungen finden Sie auf der Internetseite des Bundesinstituts für Berufsbildung

Qualitätsbeurteilung schulinterner Curricula

Kriterien für eine Makroevaluation schulinterner Curricula wurden durch die Autorinnen Prof. Gertrud Hundenborn, Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal und Prof. Dr. Patrizia Raschper im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) im Rahmen des Projektes SchulBerEit erstellt. Die „Qualitätsbeurteilung schulinterner Curricula auf der Grundlage des Pflegeberufegesetzes und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung" kann in den Pflegeschulen genutzt werden, um ihre curricularen Ausarbeitungen mit dieser Qualitätsbeurteilung abzugleichen.

Die „Qualitätsbeurteilung schulinterner Curricula auf der Grundlage des Pflegeberufegesetzes und der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung" finden Sie hier.

Prüfung schulinterner Curricula

Nach § 6 Abs. 2 PflBG erstellen die Pflegeschulen schulinterne Curricula auf Grundlage der Empfehlungen der Rahmenlehrpläne nach § 53 Absatz 1 und 2 PflBG und aufgrund der Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Eine Prüfung der schulinternen Curricula findet durch die jeweils zuständige Bezirksregierung statt.
Den Bezirksregierungen des Landes NRW liegt eine „Checkliste zur Prüfung von Schulcurricula nach PflBG und PflAPrV“ zur Prüfung schulinterner Curricula vor. Die Checkliste können Sie hier einsehen.

 

Fragen & Antworten

Weitere Informationen rund um die Pflegeberufereform

Ausbildung, Organisation, Finanzierung: Zahlreiche Fragen, die sich im Umsetzungsprozess der Pflegeberufereform in Nordrhein-Westfalen stellen, werden auf dieser Seite gebündelt beantwortet.

 

Theoretische und praktische Ausbildung

Gibt es vom Land NRW Regelungen zur Zwischenprüfung?

Die Organisation und Durchführung sowie die Bewertung der Zwischenprüfung gemäß § 7 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung - PflAPrV) obliegt, im Rahmen der Gesamtverantwortung für die Ausbildung, den Pflegeschulen. Grundlage hierfür sind die rechtlichen Vorgaben gemäß der o.g. Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sowie des Pflegeberufegesetzes.
Das Land wird hierzu aktuell keine weiteren rechtlichen Regelungen erlassen.

Können Fortbildungskosten von Praxisanleitungen über einen Bildungsscheck abgerechnet werden?

In der Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) entstehen für die Träger der praktischen Ausbildung  u.a. Kosten für die Praxisanleitung zur Durchführung der praktischen Ausbildung.
Fortbildungskosten werden bei der generalistischen Ausbildung über die Pauschale für die Träger der praktischen Ausbildung finanziert. Eine Doppelfinanzierung ist nicht möglich. Praxisanleitungen können keine Fortbildungskosten über Bildungsschecks abrechnen.

Wie sollen die Abschnitte des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung organisatorisch auf einander abgestimmt werden?

Die Ausbildung erfolgt im Wechsel von Abschnitten des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung (§ 1 Absatz 3 PflAPrV).
Entsprechend den Ausführungen der Fachkommission nach § 53 Pflegeberufegesetz sind unterschiedliche organisatorische Varianten, wie verschiedene Formen von Blockphasen, in die Praxiseinsätze integrierte Studientage oder Kombinationen beider Formen, grundsätzlich möglich. Hierbei ist eine gewisse Kontinuität, Stabilität und Langfristigkeit zu berücksichtigen (s. auch Rahmenpläne der Fachkommission n. § 53 PflBG, S. 30) .

Nach wie vor ist die Ausbildung in Teilzeit möglich. Dies betrifft sowohl die Planung für den theoretischen und praktischen Unterricht als auch für die praktische Ausbildung. Dabei gelten die identischen berufspädagogischen Grundlagen entsprechend der Vollzeitausbildung.

Wie berechnen sich die Stunden für den theoretischen und praktischen Unterricht und die Stunden für die praktische Ausbildung?

Gemäß § 1 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – PflAPrV umfasst die Ausbildung für den theoretischen und praktischen Unterricht 2.100 Stunden und für die praktische Ausbildung 2.500 Stunden. Dabei wird eine Praxisstunde mit 60 Minuten berechnet. Bei der Berechnung einer Unterrichtsstunde ist es grundsätzlich üblich bei „einer Stunde“ von 45 Minuten Dauer auszugehen, da Vor- und Nachbereitungszeiten einzuberechnen sind.

Wird das Land Nordrhein-Westfalen eine verbindliche Vorgabe zur Notenerfassung in der generalistischen Pflegeausbildung erlassen?

Verbindliche Vorgaben zur Notenerfassung durch das Land Nordrhein-Westfalen erfolgen zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Gleichwohl können  die nachfolgenden empfehlenden Kriterien Orientierung bieten.

In der bisherigen Altenpflegeausbildung wurde im Jahre 2006 eine Vielzahl an Dokumenten im Rahmen der vorliegenden Handlungsleitfäden für die Altenpflegeausbildung vorgegeben. Demgegenüber gab es im Bereich der bisherigen Ausbildung in der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege lediglich die auf die Lehrplangestaltung ausgerichtete Ausbildungsrichtlinie in einer überarbeiteten Fassung aus dem Jahr 2003. Bildungseinrichtungen nutzen inzwischen unterschiedliche Softwaresysteme für die Schulverwaltung, die über umfangreiche Tools zur Erfassung der Noten verfügen.

Vor dem Hintergrund, dass die Curricula der Pflegeschulen und die damit verbundenen curricularen Bausteine sowie die Jahresplanungen sehr unterschiedlich sind und die schulinterne Curriculumentwicklung unterschiedlich fortgeschritten ist, hält es das MAGS NRW derzeit für nicht Ziel führend, allen Schulen ein einheitliches Vorgehen hinsichtlich der Erfassung von Noten vorzugeben.

Bildungseinrichtungen entscheiden im Rahmen ihrer Verantwortung für die Ausbildungsqualität nicht zuletzt auch auf Basis der individuellen Schulcurricula, wie beispielsweise das Notenstammblatt gestaltet werden sollte und hinterlegen dies, soweit vorhanden, in der jeweiligen Schulsoftware.

Grundlage der nachfolgenden Empfehlungen zur Notengebung und Dokumentation bilden die Vorgaben des Pflegeberufegesetzes (PflBG) und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – PflAPrV):

  • Zur übergeordneten Strukturierung von Jahrgangszeugnissen lassen sich die elf curricularen Einheiten der Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG heranziehen.Die Bildung der jeweiligen Gesamtnote für die curriculare Einheit erfolgt aus den Leistungskontrollen der curricularen Bausteine (z. B. Lerneinheiten, Module) der Pflegschulen im Ausbildungsverlauf.
     
  • Fallbezogene Aufgaben (Fallsituationen) bilden die Grundlage zur Überprüfung von Kompetenzen entsprechend der Kompetenzbereiche I - V (schriftliche Prüfung und praktische Prüfung Kompetenzbereiche I - V; mündliche Prüfung: Kompetenzbereiche III - V).
     
  • Da fallbezogene Aufgaben (Fallsituationen) und Kompetenzen untrennbar miteinander verbunden sind, ist eine Bewertung einzelner Kompetenzen im Sinne der Konstruktionsprinzipien von Fallsituationen nicht möglich. Kompetenzen lassen sich nur situationsbezogen prüfen.
     
  • In den curricularen Einheiten der Rahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG wiederholen sich die Kompetenzen der Kompetenzbereich gemäß Anlage 1-4 PflfAPrV, so dass davon ausgegangen werden kann, dass alle Kompetenzen im Ausbildungszeitraum überprüfbar sind (vgl. Kompetenzmatrix der Fachkommission n. § 53 PflBG: https://www.bibb.de/de/86562.php).
     
  • Die Zwischenprüfung nach § 6 Absatz 5 des PflBG wird in eigener Verantwortung der Pflegeschule durchgeführt. Der Maßstab nach § 17 der PflAPrV gilt entsprechend.

Noten und Notenschlüssel:

Alle für die Prüfung relevanten Noten können entsprechend dem folgendem Notenschlüssel in Verbindung mit § 17 PflAPrV gebildet werden (u. a. bundesweit gültiger Notenschlüssel der IHK):

 

Prozentwert Erreichter
Wert
Note Notendefinition
100 - 92 bis
unter 1,50
sehr gut
(1)
eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maß entspricht
91 - 81 1,50 bis
unter 2,50
gut
(2)
eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht
80 - 67 2,50 bis
unter 3,50
befriedigend
(3)
eine Leistung, die im Allgemeinen den Anforderungen entspricht
66 - 50 3,50 bis
unter 4,50
ausreichend
(4)
eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht
49 - 30 4,50 bis
unter 5,50
mangelhaft
(5)
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können
29 - 0 ab 5,50 ungenügend
(6)
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können

 

Bei einer Auszubildenden oder einem Auszubildenden sind in einem Orientierungseinsatz mit 400 Stunden, 100 Stunden Fehlzeiten. Dürfen die 100 Stunden als Fehlzeit tatsächlich angerechnet werden und gilt der Praxiseinsatz trotzdem als absolviert?

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (§ 1 Absatz 4 PflAPrV) enthält eine Regelung zur Konkretisierung der Fehlzeitenregelung gemäß des Pflegeberufegesetzes (§ 13 Absatz 1 Nr. 2 PflBG). Danach können bis zu 10 Prozent der Stunden des theoretischen und praktischen Unterrichts sowie bis zu 10 Prozent der Stunden der praktischen Ausbildung als Fehlzeiten auf die Dauer der Ausbildung angerechnet werden. Die PflAPrV (§ 1 Absatz 4) präzisiert diese Regelung für die Pflichteinsätze in der praktischen Ausbildung.

Während die Regelung im PflBG (§ 13 Absatz 1 Nr. 2) die Anrechnungsmöglichkeit über alle Zeiten der praktischen Ausbildung mit einem Wert von 10 Prozent (= 250 Stunden) allgemein festlegt, bestimmt die PflAPrV (§ 1 Absatz. 4) in diesem Rahmen speziell die Anrechnung von Fehlzeiten, die sich auf den jeweiligen Pflichteinsatz (und nicht auf die Pflichteinsätze insgesamt) auswirken, mit jeweils 25 Prozent. Dadurch wird sichergestellt, dass genügend Anteile für einen erfolgreichen Abschluss des betreffenden Pflichteinsatzes absolviert wurden.

Wie wirken sich Fehlzeiten in der praktischen Ausbildung auf den Nachweis / die Anrechnung der Praxisanleitung aus?

Während eines Einsatzes im Rahmen der praktischen Ausbildung muss für jede Auszubildende/ jeden Auszubildenden Praxisanleitung im Umfang von mindestens 10 Prozent der Ausbildungszeit gewährleistet werden.

Die Zeitvorgabe von 10 Prozent bezieht sich auf die tatsächliche Ausbildungszeit. Wenn sich die tatsächliche Ausbildungszeit reduziert, z.B. in Folge einer Erkrankung der bzw. des Auszubildenden, hat dies auch Auswirkungen auf den Umfang der Praxisanleitung.

Sind für den Pflichteinsatz der stationären Akutpflege 400 Stunden geplant und erkrankt der bzw. die Auszubildende für 80 Stunden, beträgt die tatsächliche Ausbildungszeit in diesem Einsatz noch 320 Stunden. Dieser reduzierte Stundenumfang ist für den Umfang der Praxisanleitung maßgeblich. Es sind demnach 32 Stunden Praxisanleitung für diesen Einsatz nachzuweisen.

Zum Umfang der Praxisanleitung bilden § 6 Abs. 3 Satz 3 und § 18 Abs. 1 Nr. 3 PflBG und § 4 Abs. 1 Satz 3 PflAPrV die gesetzliche Basis.

Welche Tätigkeitsanteile können den 10 Prozent Anleitungszeit nach dem PflBG angerechnet werden?

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen geht davon aus, dass die Vor- und Nachbereitung einer konkreten Anleitung mit zur vorgegebenen Anleitungszeit gezählt wird. Dies wird analog zum Pflegeprozess ausgelegt, in dem die Planung und Evaluation einer pflegerischen Leistung untrennbar mit der Durchführung der Leistung verbunden sind.

In § 18 Absatz 1 Nummer 3 des Pflegeberufegesetzes ist geregelt, dass für mindestens 10 Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden praktischen Ausbildungszeit eine Praxisanleitung sicherzustellen ist. Die in dem praktischen Einsatz zu vermittelnden Kompetenzen sind die entscheidende Richtgröße der Praxisanleitung. Die Entwicklung der Kompetenzen kann bezogen auf den tatsächlichen Zeitaufwand der Praxisanleitung variieren und selbstverständlich auch über die vorgegebene Mindestzeit von 10 Prozent hinausgehen.

Eine Auszubildende oder ein Auszubildender möchte während eines zehnwöchigen Orientierungseinsatzes mit 400 Stunden zwei Wochen Urlaub nehmen. Ist der Jahresurlaub dann Bestandteil der praktischen Einsätze und sind die 400 Pflichtstunden damit erfüllt?

Nach dem Pflegeberufegesetz wird der Urlaub auf die Dauer der Ausbildung angerechnet. Der Jahresurlaub ist in der unterrichtsfreien Zeit zu gewähren. Die Pflichtstunden des Praxiseinsatzes wären, wie in der Frage geschildert, bei einem zweiwöchigen Urlaub erfüllt (vgl. § 13 Absatz 1 Nr. 1 PflBG und § 1 Absatz 4 PflAPrV).

Können Auszubildende ihren Urlaub auch im Rahmen anderer Pflichteinsätze nehmen, selbst wenn diese außerhalb der Einsätze beim Anstellungsträger liegen?

Der Urlaub ist grundsätzlich während der unterrichtsfreien Zeit zu gewähren (§ 13 Absatz 1 Nr. 1 PflBG). Allerdings wird eine zusammenhängende Gewährung bzw. Inanspruchnahme von Urlaub im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes (§ 7 Absatz 2 BurlG) bei einem solchen Praxiseinsatz nicht möglich bzw. gemäß der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (§ 1 Absatz 4 Satz 1 und 3 PflAPrV) nicht zulässig sein, da dessen Stundenzahl die Urlaubsstunden bzw. (Mindest-) Urlaubstage vom Umfang her unterschreiten:

Beispiel: Einem Pflichteinsatz von 120 Stunden (3 Wochen) in der pädiatrischen Versorgung stehen hierzu Mindesturlaub von 24 Tagen (5 Wochen) entgegen (§ 3 Abs. 1 BurlG).

Wie wird die Arbeitszeit während der schulischen Ausbildung berechnet?

Gemäß Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (§ 1 PflAPrV) umfasst die dreijährige Ausbildung theoretischen und fachpraktischen Unterricht von 2100 Stunden und praktische Ausbildung von 2500 Stunden. Es ist grundsätzlich üblich, bei einer Unterrichtsstunde einen Umfang von 45 Minuten zuzüglich Vor- und Nachbereitungszeit und bei einer Praxisstunde einen Umfang von 60 Minuten, zu Grunde zu legen.

Ein Ausgleich von Wochenarbeitszeiten zwischen den beiden Lernorten (Pflegeschule und praktische Ausbildungsstelle) ist nicht zulässig. Es ist somit nicht erlaubt, den Auszubildenden während der theoretischen Blöcke „Minusstunden“ zu berechnen, die durch Arbeitszeit in der Praxis ausgeglichen werden müssen.

Im Rahmen der tariflichen Ausgestaltung beträgt beispielsweise die Ausbildung bei den praktischen Ausbildungsstellen derzeit etwa 38,5 bis 42 Wochenstunden. Soweit im Rahmen von Blockunterricht etwa 18 bis 20 Wochen im Jahr für den Unterricht an der Pflegeschule benötigt werden, stehen abzüglich der sechs Wochen Urlaub die Auszubildenden den praktischen Ausbildungsstellen 24 bis 26 Wochen pro Jahr zur Verfügung.

Bei einer Wochenarbeitszeit von 38,5 bis 42 Stunden ergibt sich daraus abzüglich der etwa zehn Feiertage pro Jahr ein Gesamtvolumen von etwa 2.800 bis 3.000 praktischen Ausbildungsstunden, also erheblich mehr, als der Gesetzgeber als Mindestzeit verlangt.

Um in der unterrichtsfreien Zeit Vor- und Nachbereitungszeiten zum Zweck eines erfolgreichen Ausbildungsabschlusses zu gewährleisten, ist der Einsatz der Auszubildenden während des theoretischen Ausbildungsblocks, z.B. an Wochenenden oder Feiertagen, nicht zulässig.

Der Gesetzgeber verweist in der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung entsprechend auf den Wechsel von Abschnitten der theoretischen und praktischen Ausbildung. Im Sinne der besonderen Belange der Auszubildenden sind beispielsweise Nachtwachen unmittelbar vor Beginn des theoretischen Ausbildungsblocks ebenfalls nicht zulässig.

Pflegeschulen haben die Möglichkeit (und Verpflichtung) den Bezirksregierungen anzuzeigen, wenn Träger der praktischen Ausbildung Ihre Beratung und Intervention nicht beachten. In diesen Fällen haben die Bezirksregierungen die Möglichkeit gemäß § 7 Abs. 5 Satz 2 PflBG – bis hin zur Untersagung der Durchführung von Ausbildungen – tätig zu werden.

 

Organisation und Struktur

Welche Einrichtungen können Träger der praktischen Ausbildung sein?

Nach dem Wortlaut des § 8 Absatz 2 Pflegebeufegesetz (PflBG) können Träger der praktischen Ausbildung ausschließlich Einrichtungen nach § 7 Absatz 1 PflBG sein, nämlich Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegeeinrichtungen. Die Aufzählung der Einrichtungen in § 7 Absatz 1 PflBG, in denen Pflichteinsatze erbracht werden können, ist abschließend. Die Befugnis zur Ausbildung der genannten Einrichtungen führt nach § 33 Absatz 1 PflBG in Verbindung mit § 13 Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung (PflAFinV) zur Beteiligung am Ausgleichsfonds. Dies zieht entsprechende Zahlungsverpflichtungen in Form eines Umlagebetrages nach sich, den der Träger monatlich zu leisten hat. Die Frage, wer Träger der praktischen Ausbildung sein kann, ist folglich mit der Einzahlung in den Ausgleichsfonds eng verknüpft.

Diesbezüglich hat das Nordrhein-Westfalen keine Regelungskompetenz.
Der Bundesgesetzgeber hat den Ländern lediglich in § 7 Absatz 2 PflBG die Möglichkeit gegeben, die Geeignetheit von Einrichtungen zur Durchführung von Teilen der praktischen Ausbildung zu bestimmen. Nach § 7 Absatz 2 PflBG können die Pflichteinsätze in den speziellen Bereichen der pädiatrischen Versorgung und der allgemein-, geronto-, kinder- oder jugendpsychiatrischen Versorgung sowie weitere Einsätze in anderen, zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte geeigneten Einrichtungen durchgeführt werden. Von dieser Ermächtigung hat das Land Nordrhein-Westfalen vollumfänglich Gebrauch gemacht und in § 1 der Durchführungsverordnung Pflegeberufegesetz (DVO-PflBG NRW) die Geeignetheit von Einrichtungen nach § 7 Absatz 2 PflBG sehr weitreichend bestimmt.

Beispiel Rehabilitationskliniken:
Rehabilitationseinrichtungen kommen im Sinne des § 7 Absatz 2 PflBG in Verbindung mit § 1 DVO-PflBG für Pflichteinsätze in speziellen Versorgungsbereichen (vgl. § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 8 DVO-PflBG NRW) oder für weitere Einsätze (vgl. § 1 Absatz 3 Nummer 12 DVO-PflBG NRW) in Betracht.
Sofern Sie sich mit Ihrer Einrichtung an der praktischen Ausbildung beteiligen möchten und nicht zu einer Einrichtung nach § 7 Absatz 1 PflBG zählen, prüfen Sie zunächst die Möglichkeiten, die über die DVO-PflBG NRW (abrufbar unter dem Punkt: Gesetze, Verordnungen und Materialien) bestimmt sind.

Können Psychiatrische Krankenhäuser ebenfalls Träger der praktischen Ausbildung sein?

Die Pflichteinsätze in der allgemeinen Akutpflege in stationären Einrichtungen können gemäß § 7 Absatz 1 Nummer 1 PflBG in Krankenhäusern geleistet werden, die zur Versorgung nach § 108 SGB V zugelassen sind. Das sind Hochschulkliniken, Plankrankenhäuser und Vertragskrankenhäuser. Psychiatrische Krankenhäuser sind nur dann für Pflichteinsätze in der stationären Akutpflege geeignet, wenn dort Ausbildungsinhalte der allgemeinen Akutpflege vermittelt werden können. Dies ergibt sich aus der Gesetzesbegründung des Pflegeberufegesetzes.

Welche Qualifikationsanforderungen muss die Praxisanleitung in den jeweiligen Einsätzen der Auszubildenden erfüllen?

Die hier hinterlegte Tabelle gibt einen Überblick, welche Qualifikationsanforderungen für die Praxisanleitung aus den gesetzlichen Vorgaben zur praktischen Ausbildung abgeleitet werden.
Die gesetzlichen Vorgaben sind in § 7 Pflegeberufegesetz (PflBG) und § 4 Pflegeberufe-Ausbildungs- und –Prüfungsverordnung (PflAPrV) im Zusammenhang mit „Anlage 7 (zu § 1 Absatz 2 Nummer 2, § 26 Absatz 2 Satz 1, § 28 Absatz 2 Satz 1) Stundenverteilung im Rahmen der praktischen Ausbildung der beruflichen Pflegeausbildung“ nachzulesen.

Kann eine Weiterbildung oder Teile einer anderen Weiterbildung auf die 300 Stunden der pädagogischen Zusatzqualifikation als Praxisanleitung angerechnet werden?

Auf den Stundenumfang der berufspädagogischen Zusatzqualifikation zur Praxisanleitung kann in Nordrhein-Westfalen das Modul „Personalführung und – anleitung“ aus den Fachweiterbildungen für die Intensivpflege und Anästhesie, den Operationsdienst und die psychiatrische Pflege angerechnet werden. Näheres dazu regelt der Erlass „Anteilige Anrechnung staatlich geregelter Weiterbildungsinhalte auf die Weiterbildung zur Praxisanleitung nach dem Pflegeberufegesetz“ vom 03. Mai 2021. Den Erlass finden Sie hier.

Müssen auch Praxisanleitungen, die im Nachweiszeitraum für die Pflichtfortbildung die pädagogische Zusatzqualifikation von 300 Stunden abschließen, die Fortbildungspflicht zur Praxisanleitung erfüllen?

Eine Praxisanleitung muss, wenn sie ihre Aufgaben unterjährig übernimmt, anteilige Fortbildungsstunden nachweisen. Diese Regelung gilt auch dann, wenn die Praxisanleitung im laufenden Nachweiszeitraum ihre Weiterbildung zur Praxisanleitung abschließt.

Kann die Teilnahme an einem Studium zum Nachweis der Fortbildungspflicht angerechnet werden?

Eine pauschale Anrechnung von Studienzeiten als Pflichtfortbildung zur Praxisanleitung ist in NRW nicht vorgesehen.

Was ist im Hinblick auf die Namensänderung von Fachseminaren für Altenpflege zu beachten?

Gemäß § 6 Absatz 2 Pflegeberufegesetz (PflBG) wird der theoretische und praktische Unterricht an staatlichen, staatlich genehmigten oder staatlich anerkannten Pflegeschulen nach § 9 auf der Grundlage eines von den Pflegeschulen zu erstellenden schulinternen Curriculums erteilt.

Alle Pflegeschulen in öffentlicher wie in privater Trägerschaft haben die Mindestanforderungen nach § 9 PflBG zu erfüllen.

In § 65 PflBG wird die Weitergeltung der staatlichen Anerkennung von Schulen nach dem Krankenpflegegesetz sowie von Fachseminaren für Altenpflege nach dem Altenpflegegesetz geregelt. Die Vorschrift dient der Sicherung der Ausbildungskapazitäten sowie der Besitzstandswahrung und soll einen zeitlich gestreckten Übergang (bis 31.12.2029) zu den Mindestanforderungen an Pflegeschulen nach § 9 PflBG schaffen.

Die staatlichen Anerkennungen der Fachseminare für Altenpflege und Krankenpflegeschulen gelten fort, soweit sie nicht nach § 65 Absatz PflBG widerrufen werden. Die Überprüfung der Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung sowie ggfls. deren Widerruf erfolgen durch die zuständige Landesbehörde, welches die jeweilige örtlich zuständige Bezirksregierung ist. Übergangsfristen ermöglichen den Schulen, den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Kann die generalistische Pflegeausbildung auch bundesländerübergreifend durchgeführt werden?

Die generalistische Pflegeausbildung kann auch bundesländerübergreifend absolviert werden, wobei dabei auch Besonderheiten zu beachten sind:

Beim Ausbildungsbudget gilt das Standortprinzip. Dies bedeutet, dass der Träger der praktischen Ausbildung bzw. die Schule das Ausbildungsbudget des Bundeslandes erhält, in dem sein/ihr Standort liegt. Dabei ist der Sitz der Einrichtung maßgeblich, nicht der Sitz des Trägers. Im Falle länderübergreifender Kooperationen ist der Träger der praktischen Ausbildung für die Weiterleitung von Kostenanteilen verantwortlich.

Hinsichtlich des Ausbildungs- und Prüfungsrechts ist aufgrund der Gesamtverantwortung der Pflegeschule das Ausbildungs- und Prüfungsrecht des Landes maßgebend, in dem die Schule ihren Sitz hat.

Was ist die Ombudsstelle?

Das Pflegeberufegesetz des Bundes hat die Grundlage für eine außergerichtliche Ombudsstelle in der generalistischen Pflegeausbildung geschaffen. Zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen dem / der Auszubildenden und dem Träger der praktischen Ausbildung hat das Land Nordrhein-Westfalen  zum 1. Juli 2020 bei der Bezirksregierung Münster, als fondsverwaltende Stelle, die Ombudsstelle für die Auszubildenden der generalistischen Pflegeausbildung eingerichtet. Die Einrichtung der Ombudsstelle ist darauf ausgerichtet, die Auszubildenden und die Qualität der Ausbildung zu stärken.

Weitere Informationen sowie einen Flyer finden Sie bei der Bezirksregierung Münster.

Wann muss der Vertiefungsschwerpunkt, für den sich Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr entscheiden, im Ausbildungsvertrag festgeschrieben werden?

Nach den Vorgaben des Pflegeberufegesetzes (§ 16) muss der Ausbildungsvertrag u. a. auch die Bezeichnung des gewählten Vertiefungseinsatzes einschließlich einer Ausrichtung nach § 7 Absatz 4 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes enthalten. Gemäß § 16 Absatz 5 ist eine Änderung des Vertiefungseinsatzes bis zu dessen Beginn jederzeit in beiderseitigem Einverständnis möglich. Jedoch bedürfen diese Änderungen der Schriftform.

Für Berufsabschlüsse in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie in der Altenpflege im Sinne des Pflegeberufegesetzes (§§ 58 ff.) sind insbesondere die Vorgaben des § 59 des Pflegeberufegesetzes zu beachten.

Danach kann der oder die Auszubildende vor Beginn des letzten Ausbildungsdrittels das entsprechende Wahlrecht ausüben, anstelle des Abschlusses zum generalistisch ausgebildeten Pflegefachmann bzw. Pflegefachfrau den Abschluss als Altenpfleger/in oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in anzustreben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der korrespondierende Vertiefungseinsatz bereits im Ausbildungsvertrag festgelegt wurde.

Wie werden die einjährigen Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz und in der Altenpflegehilfe weiterentwickelt?

Im Pflegeberufegesetz (PflBG) werden in § 11 die Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung geregelt. Gemäß § 11 Absatz 1 Nummer 2 gehört dazu u. a. auch eine erfolgreich abgeschlossene landesrechtlich geregelte Assistenz- oder Helferausbildung von mindestens einjähriger Dauer, die die von der Arbeits- und Sozialministerkonferenz 2012 und von der Gesundheitsministerkonferenz 2013 als Mindestanforderung beschlossenen Eckpunkte für die in Länderzuständigkeit liegenden Ausbildungen zu Assistenz- und Helferberufen in der Pflege (BAnz AT 17. Februar 2016 B3) erfüllt.

Das MAGS NRW arbeitet derzeit intensiv an den rechtlichen Grundlagen für die  generalistische Assistenzausbildung in der Pflege in der die bisherigen einjährigen Ausbildungen in der Altenpflegehilfe und der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz zusammengeführt werden. Diese Verordnung ist derzeit im Landtag zur Beratung und soll sich an den oben genannten Mindeststandards orientieren. Darüber hinaus soll mit Einführung der generalistischen Pflegeassistenzausbildung für möglichst viele geeignete Interessentinnen und Interessenten der Einstieg in die pflegeberufliche Bildung eröffnet werden.

Mehr Informationen gibt es hier.

 

Anerkennung und Anrechnung

Ich habe bereits eine dreijährige Ausbildung in der Altenpflege oder der Gesundheits- und Krankenpflege oder der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege abgeschlossen. Wird diese nach dem Pflegeberufegesetz anerkannt?

Da es neben dem generalistischen Abschluss Pflegefachfrau / Pflegefachmann weiterhin die speziellen Abschlüsse in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und in der Altenpflege geben wird, entfällt der Anspruch auf Umschreibung der bisherigen Berufsbezeichnungen.

Die Vorschriften, die die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung betreffen, sind nach § 64 (Sätze 2 und 3) jedoch unverändert auch auf die Berufsabschlüsse nach dem Krankenpflegegesetz in der am 31. Dezember 2019 geltenden Fassung oder nach dem Altenpflegegesetz in der am 31. Dezember 2019 geltenden Fassung anzuwenden. So dürfen beispielsweise die in § 4 genannten Tätigkeiten von allen Personen ausgeübt werden, die einen Abschluss nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) erwerben oder ihre Berufsbezeichnung nach den bisherigen Berufsgesetzen erworben haben.
Allerdings folgt daraus nicht, dass die individuelle Pflegefachperson ohne weitere Einschränkungen in allen pflegerischen Einsatzbereichen eingesetzt werden kann.
Entscheidend ist vielmehr die haftungsrechtliche Verantwortung der Pflegeeinrichtungen und der Krankenhäuser. Pflegefachpersonen müssen im Einzelfall die ihnen übertragenen vorbehaltenen Aufgaben fachgerecht durchführen können. In der Regel wird sich daraus nur eine eingeschränkte Einsetzbarkeit der Pflegefachpersonen mit Berufsabschlüssen außerhalb der Generalistik ergeben. So vermittelt die Spezialisierung des Abschlusses Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im dritten Ausbildungsjahr auf diese Tätigkeitsbereiche ausgerichtete beschränkte Kompetenzen, was gerade den Sinn der Spezialisierung ausmacht. Eine Vergleichbarkeit mit dem generalistischen Abschluss ist damit allerdings eben insoweit nicht gegeben. Durch Weiterbildungen und Berufserfahrung im Einzelfall kann eine Einsetzbarkeit begründet sein.

Werden in Nordrhein-Westfalen gesetzliche Regelungen erlassen, um bereits laufende Kurse der bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege und der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege in die generalistische Ausbildung zu überführen?

Das Pflegeberufegesetz (PflBG) bestimmt in § 66, dass Auszubildende, die vor dem 31. Dezember 2019 eine Ausbildung in den Berufen der Altenpflege und der Gesundheits- und Krankenpflege beginnen, diese auch beenden können. Darüber hinaus schafft es die Möglichkeit einer Überleitung in die generalistische Ausbildung. Nach fachlicher Prüfung wird das Land Nordrhein-Westfalen, wie die überwiegende Zahl der anderen Bundesländer, keinen Gebrauch zur Überleitung der Ausbildungen machen.

Ist eine Verkürzung der generalistischen Ausbildung Pflegefachfrau/-mann für Absolventinnen und Absolventen der staatlich anerkannten einjährigen Helfer- / Assistenzausbildungen möglich?

Auf Antrag kann die jeweilige Bezirksregierung als zuständige Behörde in Nordrhein-Westfalen andere erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen oder erfolgreich abgeschlossene Teile einer Ausbildung im Umfang ihrer Gleichwertigkeit bis zu zwei Dritteln der Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz anrechnen, wenn das Ausbildungsziel durch die Anrechnung nicht gefährdet wird (§ 12 Absatz 1 Pflegeberufegesetz).

Selbstverständlich gilt dies auch für landesrechtlich geregelte staatlich anerkannte Altenpflegehilfeausbildungen und die Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz. Hierfür ist jeweils eine Einzelfallentscheidung erforderlich.

Die bisherigen Ausbildungen in der Familienpflege und der Sozialassistenz wurden bislang auf die Altenpflegeausbildung angerechnet. Wird dies auf die Ausbildungen nach dem Pflegeberufegesetz übertragen?

Eine unmittelbare Anwendung der Erlasse „Verkürzung der Altenpflegeausbildung für staatlich geprüfte Sozialassistentinnen und Sozialassistenten in NRW“ vom 19.02.2015 (Az. 402 – 0422) und des entsprechenden Erlasses betreffend Familienpflegeausbildung  vom 29.11.2004 auf die Fachkraftausbildung ist nicht möglich, da sich diese auf die Verkürzung der Altenpflegeausbildung beziehen und daher unmittelbar auf die generalistische Fachkraftausbildung nicht mehr anwendbar sind. § 12 PflBG sieht jedoch ausdrücklich die Möglichkeit einer Anrechnung von gleichwertigen, erfolgreich abgeschlossenen  Ausbildungen auf die Dauer der Ausbildung zur Pflegefachkraft vor.

Unter Berücksichtigung des durch die Richtlinie 2005/36/EG vorgegebenen Rahmens ist danach auch zukünftig eine Anrechnung möglich, wenn in der bereits abgeschlossenen Ausbildung Inhalte der Fachkraftausbildung auf mindestens gleichwertigem  Niveau vermittelt wurden. Da es sich bei der Ausbildung zur Familienpflegekraft und bei der Sozialassistenz nicht um Assistenz- oder Helferberufe in der Pflege handelt, ist eine Anrechnung dieser Ausbildungen nach § 12 Abs. 2 PflBG auf ein Drittel der Dauer der Pflegefachkraftausbildung (= ein Jahr) nicht möglich.

Eine Anrechnung nach Abs. 1 ist jedoch auch bis zu dieser Dauer dadurch nicht ausgeschlossen. Für ein grundsätzliches Abweichen von der bisherigen Handhabung sind damit keine offensichtlichen Gründe erkennbar. Die Entscheidung über die Anrechnung liegt jedoch bei der zuständigen Bezirksregierung und erfolgt nach pflichtgemäßem Ermessen.

Das Altenpflegegesetz ist am 31.12.2019 außer Kraft getreten (Art. 15 Abs. 5 PflBG). Wonach richtet sich die Ausbildung in der Altenpflege ab dem 01.01.2020 für Ausbildungen, die vor Ablauf des 31.12.2019 begonnen wurden?

Eine Ausbildung, die vor Ablauf des 31. Dezember 2019 begonnen wurde, kann bis zum 31. Dezember 2024 auf der Grundlage der Vorschriften des Altenpflegegesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, einschließlich der darin enthaltenen Kostenregelungen, in der am 31. Dezember 2019 geltenden Fassung abgeschlossen werden (§ 66 Abs. 2 S. 1 Pflegeberufegesetz).

Das Krankenpflegegesetz ist am 31.12.2019 außer Kraft getreten (Art. 15 Abs. 5 PflBG). Wonach richtet sich die Ausbildung und Prüfung in den Berufen der Krankenpflege ab dem 01.01.2020 für Ausbildungen, die vor Ablauf des 31.12.2019 begonnen wurden?

Eine Ausbildung, die vor Ablauf des 31. Dezember 2019 begonnen wurde, kann bis zum 31. Dezember 2024 auf der Grundlage der Vorschriften des Krankenpflegegesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung in der am 31. Dezember 2019 geltenden Fassung abgeschlossen werden (§ 66 Abs. 1 S. 1 Pflegeberufegesetz).

Ist die generalistische Ausbildung in anderen EU-Mitgliedsstaaten anerkannt?

Die generalistische Pflegeausbildung wird über die EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen in anderen EU-Mitgliedstaaten automatisch anerkannt werden. Die gesonderten Abschlüsse in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege können weiterhin im Rahmen einer Einzelfallprüfung in anderen EU-Mitgliedstaaten anerkannt werden.

 

Pflegeberufereform und Finanzierung

Was ist die Pflegeberufereform?

Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen wurden im Pflegeberufegesetz (PflBG) zusammengeführt. Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen.

Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“.

Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Neben einer Steigerung der Attraktivität des Berufsbilds soll mit der Vereinheitlichung ein einfacherer Wechsel zwischen den einzelnen Beschäftigungsbereichen der Pflege ermöglicht und damit die Arbeitsmarktflexibilität gefördert sowie die Karrierebildung unterstützt werden.

Die neuen Pflegeausbildungen sind zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Nach zwei Dritteln der Ausbildung wird eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eingeführt. Den Ländern wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, die mit der Zwischenprüfung festgestellten Kompetenzen im Rahmen einer Pflegeassistenz- oder Helferausbildung anzuerkennen. Ein Bestehen der Prüfung ist nicht erforderlich, um die Ausbildung fortzuführen. Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung ist ein Pflegestudium mit dem hochschulischen Abschluss „Bachelor“ möglich.

Wie steht NRW zu den „Kann“-Bestimmungen im Gesetz?

NRW macht sich die „Kann-Regelungen“ im Gesetz zur Umsetzung des Pflegeberufegesetzes NRW (LAGPflB) (Drucksache 17/3775) zu Eigen. Das dazu vorgelegte Gesetz schafft die Rahmenbedingungen, um den Umsetzungsprozess in NRW auf der vorgesehenen Zeitschiene ausgestalten zu können. Durch die geschaffenen Ermächtigungsgrundlagen in § 4 LAGPflB wurden die Vorgaben des Bundes flexibel und effektiv an die Situation in NRW angepasst und inzwischen weitgehend umgesetzt.

Mit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung wurde auch eine gemeinsame Finanzierungsstruktur aufgebaut (siehe auch „Finanzierung“). Wie werden die Ausbildungen in der Pflege bislang finanziert?

Bislang gibt es noch Unterschiede in der Finanzierung der Bildungseinrichtungen in der Altenpflege und in der Gesundheits- und Krankenpflege bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit 380 Euro pro Schülerin und Schüler und Monat an den Schulkosten für die Altenpflegeausbildung. Um die Ausbildungsqualität zu sichern und die Attraktivität der Ausbildung weiter zu erhöhen wurde die Schulkostenpauschale bereits zum 1. Januar 2019 um 100 Euro erhöht (von 280€ auf 380€).

Damit stehen im Jahr 2019 insgesamt 85,5 Mio. € zur Finanzierung der Altenpflegeausbildung im Landeshaushalt zu Verfügung. Insbesondere durch die Einführung des so genannten Umlageverfahrens (in 2012), mit dem die Ausbildungsvergütungen auch durch die nicht-ausbildenden Einrichtungen und Dienste getragen werden, sind die Ausbildungskapazitäten in der Altenpflege von rd. 10.000 landesgeförderten Schülerinnen und Schüler (Stand Dez. 2011) auf 19.300 (Stand Dez. 2018) kontinuierlich und deutlich angestiegen.

Demgegenüber wird die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege mit einem deutlich höheren Satz pro Monat durch die Krankenversicherung finanziert.

Wurden durch das MAGS Verrechnungssätze definiert, wenn die Pflegeschule gemäß § 8 Absatz 4 Pflegeberufegesetz die Wahrnehmung von Aufgaben vom Träger übernimmt?

Die Pauschalen für den Träger der praktischen Ausbildung beinhalten auch die Kosten der Organisation nach § 8 Pflegeberufegesetz (PflBG).

Sofern die Aufgaben des Trägers der praktischen Ausbildung ganz oder teilweise auf eine Pflegeschule übertragen werden, sind die entstehenden Kosten aus den Ausgleichszuweisungen - entsprechend der individuellen Vereinbarung - zu finanzieren (das bedeutet, dass in den Ausgleichzuweisungen enthaltene Kosten der übrigen Kooperationspartner durch den Träger der praktischen Ausbildung auf der Grundlage der Kooperationsverträge weiterzuleiten sind).

Seitens des MAGS sind und werden hierzu keine Verrechnungssätze definiert, da es sich um (bilaterale) privatrechtliche Verträge kooperierender Einrichtungen handelt.

Wie werden die Ausbildungsbudgets für die Teilzeitausbildungen berechnet? (pauschale Finanzierungsbeiträge und Ausbildungsvergütung)

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt gemäß § 6 Pflegeberufegesetz (PflBG) in Vollzeit (VZ) drei Jahre (36 Monate).

Im Sinne eines Beitrags zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es zulässig, die Ausbildung auch in Teilzeitform (TZ) mit einer Höchstdauer von fünf Jahren zu absolvieren.

Bei der Ausbildung in Teilzeitform ist zu beachten, dass sie an die gleichen rechtlichen Voraussetzungen gebunden ist wie die dreijährige Ausbildung. Ausbildungen in Teilzeitform genießen hinsichtlich der Einhaltung der Voraussetzungen keinen Sonderstatus.

Mindeststundenzahl und Fehlzeitenregelung gelten entsprechend den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV). Das bedeutet, dass auch bei einer Ausbildung in Teilzeit das Erreichen der Mindeststundenzahl für den theoretischen und praktischen Unterricht und für die praktische Ausbildung sicherzustellen ist.

Gemäß § 3 PflAFinV sind die Pauschalen so zu bemessen, dass die Kosten der Pflegeausbildung nach dem Bundes- und landesrechtlichen Regelungen finanziert werden. Da die Pflegeausbildung eine reguläre Ausbildungsdauer von drei Jahren umfasst, ist diese Struktur als Grundlage für die Bemessung der Pauschalhöhen anzunehmen.

Daher sind die pauschalen Finanzierungsbeträge als auch die Ausbildungsvergütung im Rahmen einer Teilzeitausbildung (z.B. 48 Monate) auf die verlängerte Ausbildungszeit umzurechnen. Eine Teilzeitausbildung, die an dieselben Anforderungen wie eine Ausbildung in Vollzeit gebunden ist, kann - im Sinne einer gleichgeschalteten Finanzierung - nur die Finanzierungsbeträge einer Vollzeitausbildung bewirken.

Bereits in den derzeit gültigen pflegerischen Berufsgesetzen sind Teilzeitausbildungen geregelt.

Wer finanziert die Praxisanleiter und die Praxisanleitung der Schüler (bei 10%-iger nachzuweisender Praxisanleitung pro Einsatz)?

In der Ausbildung entstehen für Pflegeeinrichtungen u.a. Kosten für die Praxisanleitung und Kosten für die Kooperation mit anderen Pflegeeinrichtungen zur Durchführung der praktischen Ausbildung.

Die Ausbildungseinrichtungen und Pflegeschulen erhalten aus dem Fonds eine Ausgleichszahlung zur Abdeckung der Ausbildungskosten. Die Grundlage für die Höhe des Ausbildungsbudgets der Einrichtungen und Pflegeschulen sind die gemeldeten voraussichtlichen Ausbildungszahlen. Die zuständige Stelle setzt auf Grundlage dieser Angaben das jeweilige Ausbildungsbudget zur Deckung der Ausbildungskosten fest.

Die vereinbarten Budgets werden in einem zweijährigen Rhythmus den realen Entwicklungen angepasst.

Relevante

Pressemitteilungen

Weiteres

zum Thema

KONTAKT

Fachreferat
NO RESULTS

VERWEISE

ZUM THEMA

Informationen

Downloads