Qualifikation der Lehrenden

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Foto zeigt Krankenpflege-Schülerin

Qualifikation der Lehrenden

Um die Ausbildung landesweit für möglichst viele motivierte und interessierte Bewerberinnen und Bewerber sicher zu stellen, ist es sehr wichtig, kurzfristig geeignete Lehrkräfte zu gewinnen. Hierzu wurden die Bezirksregierungen angewiesen, Anpassungen bei der Zulassung von hauptamtlichen Lehrkräften vorzunehmen. Somit können bis zum 31. Dezember 2019 auch Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelorabschluss auch ohne Masterabschluss als hauptamtliche Lehrkräfte zugelassen werden. Wichtig ist hierbei, dass die Bachelorabsolventinnen und Bachelorabsolventen ein Studium der Pflegepädagogik oder ein anderes berufsspezifisches Studium mit einer pädagogischen Zusatzqualifikation im Umfang von 400 Stunden absolviert haben. Für diese Lehrkräfte gilt der Bestandsschutz des § 65 Absatz 4 Nr. 2 und Nr. 3 des Pflegeberufegesetz (PflBG). Sie müssen demnach formal nicht nachqualifiziert werden.

Für die Anerkennung dieser Lehrkräfte sind die jeweiligen Bezirksregierungen zuständig:

 

Regelung der Zulassung hauptamtlicher Lehrkräfte an Pflegeschulen ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2025:

Ab dem 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2025 können Lehrkräfte nach § 3 Landesausführungsgesetz Pflegeberufe (LAGPflB) mit einem Bachelorabschluss der pflegepädagogischen oder einer anderen berufsspezifischen Ausrichtung, den theoretischen Unterricht durchführen. Der Anteil an zulässigen Bachelorabsolventinnen und Absolventen als Lehrkraft richtet sich nach der Größe der Schule. Dies wird in folgender Tabelle ersichtlich:

Anzahl an Schülerinnen und Schülern der Pflegeschule Zulässige Anzahl der Lehrkräfte auf Bachelorniveau in Vollzeit
120 1
240 2
über 240 bis 4

Diese Lehrkräfte müssen sich bis zum 31. Dezember 2025 nach § 3 LAGPflB mit einem pädagogischen Masterabschluss nachqualifizieren. Für diese Lehrkräfte besteht demnach kein Bestandsschutz.

In der nachfolgenden Abbildung werden die Regelungen zur Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer ersichtlich.

Zudem sollen mehr pflegepädagogische Studienplätze angeboten werden, damit zukünftig ausreichend Pädagoginnen und Pädagogen mit Masterabschluss zur Verfügung stehen. Hierfür haben die Fachhochschule Münster, Fachhochschule Bielefeld, die katholische Hochschule Köln, die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf und die Hochschule für Gesundheit Bochum angeboten, ihre Studienkapazitäten auszubauen. Insgesamt sind über 100 neue Studienplätze auf Masterniveau geplant.

Relation von Lehrkräften zu Ausbildungsplätzen

In § 9 des Pflegeberufegesetz (PflBG) ist festgehalten, dass ein Verhältnis von einer hauptamtlichen Lehrkraft (in Vollzeit) zu 20 Ausbildungsplätzen zu bestehen hat. Diese Regelung kann, befristet bis zum 31. Dezember 2029, durch landesrechtliche Vorgaben angepasst werden.
In NRW ist vorgesehen, das Verhältnis zunächst auf 1:25 (eine Vollzeit Lehrkraft auf 25 Ausbildungsplätze) anzupassen. Es ist jedoch jederzeit möglich, mehr Lehrkräfte einzustellen. Ab dem 1. Januar 2030 tritt dann § 9 PflBG mit der Regelung 1:20 in Kraft.

Pädagogische Zusatzqualifikation von 400 Stunden zur Anerkennung als Lehrkraft an Pflegeschulen in Nordrhein-Westfalen

Zahlreiche anerkannte hauptamtlich Lehrende in der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege bringen ihre fachliche Expertise beispielsweise im Rahmen eines abgeschlossenen Studiums der Pflegewissenschaft, des Pflegemanagements oder anderer relevanter Bildungsgänge in die Pflegeausbildung mit. Im pädagogischen Team der Pflegeschule bringen sie ihre Kompetenzen ein und wirken an einem gewinnbringenden Skills-Mix in der Lehre mit. Ihnen haben in der Regel Kompetenzen im pädagogischen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit gefehlt. Um diese wichtigen Kenntnisse der Pflegepädagogik erlangen zu können, hat das Land Nordrhein-Westfalen bereits vor Jahren durch die Katholische Hochschule NRW ein Konzept für eine pflegepädagogische Zusatzqualifikation von 400 Stunden entwickeln und testen lassen. Dieses Bildungsangebot wird seit dem an verschiedenen hochschulischen Standorten in Nordrhein-Westfalen erfolgreich angeboten. Lehrende erhalten so ein pädagogisches Theorie- und Anwendungswissen, welches für die Lehrtätigkeit sehr unterstützend wirkt.

Im Rahmen der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes wird weiterhin an dem Konzept festgehalten, dass neben den geforderten Pflegepädagogen nach § 9 PflBG auch Lehrende an Pflegeschulen tätig sein sollen, die über eine relevante hochschulische Qualifizierung verfügen und mit Ableistung der pädagogischen Zusatzqualifikation von 400 Stunden eine Anerkennung als Lehrkraft durch die zuständige Bezirksregierung erhalten. So können die guten Erfahrungen, die mit dem Einbringen unterschiedlicher pflegerelevanter Qualifikationen bisher gemacht wurden, auch weiterhin zur Sicherung einer qualitativ hochwertige Pflegeausbildung beitragen.

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