"Starke Pflege in Münster - Wir können das!" - Kampagne gestartet

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Attraktives Arbeitsfeld: Kampagne aus Münster wirbt für die Pflege

ESF-Projekt startet Imagekampagne - Auftaktveranstaltung am 7. März 2019 mit Minister Karl-Josef Laumann

In kaum einer anderen Branche ist der Fachkräftemangel so groß wie in der Pflege. Das Projekt "Starke Pflege in Münster", gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Europäischen Sozialfonds, hat eine Imagekampagne gestartet, die für das Arbeitsfeld Pflege werben will. An der Auftaktveranstaltung nahmen Minister Laumann und mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen, Behörden, Kostenträgen, Fachseminaren und der Lokalpolitik teil.

Auftakt zur Kampagne - Minister Laumann: "Nachwuchskräfte für die Pflegeberufe gewinnen"

Anerkennende Worte von Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Ich bin dankbar für jede Initiative, die positiv über die Pflege redet“. Gerichtet war der Satz an die Verantwortlichen des Projekts „Starke Pflege in Münster“, die jetzt eine Kampagne auf den Weg gebracht haben, die das Image der Pflegebranche verbessern soll. Genauso wichtig wie eine positive Außendarstellung, ergänzte Karl-Josef Laumann, seien jedoch substantielle strukturelle Veränderungen: „Nur so lassen sich genügend Nachwuchskräfte für die Pflegeberufe gewinnen.“

Ein Novum - Konkurrenten kooperieren

Bevor der Minister im Detail auf die erforderlichen und von ihm selbst maßgeblich vorangetriebenen Strukturveränderungen zu sprechen kam, stellte Cornelia Wilkens, Sozialdezernentin der Stadt Münster, in Grundzügen das Projekt „Starke Pflege in Münster“ vor.

14 Arbeitgeber der Pflegebranche mit insgesamt 29 Pflegeeinrichtungen, das Fachseminar der Johanniter-Akademie und die Stadt Münster haben sich hier zusammengefunden - ein Novum, denn hier kooperieren Konkurrenten. „Aber das Problem, ausreichend Fachkräftenachwuchs zu gewinnen“, so die Dezernentin, „ist allen Arbeitgebern der Branche gemeinsam, und das macht die Zusammenarbeit möglich.“

Ziel des Projekts ist, mit Vorurteilen aufzuräumen und die positiven Aspekte des Pflegeberufs aufzuzeigen. Adressaten sind insbesondere Schülerinnen und Schüler der Regelschulen, aber auch Quereinsteiger, Umschüler und Studienabbrecher. Aber auch Arbeitgeber müssen umdenken, „müssen Angestellte und Auszubildende auf allen Ebenen einbeziehen.“

Damit Interessenten für Pflegeberufe zwischen Arbeitgebern vergleichen können, hat das von der Konkret Consult Ruhr GmbH durchgeführte Projekt auf seiner Homepage ein Arbeitgeber-Casting implementiert. Projektleiterin Andrea Lameck: „Hier können sich Interessierte etwa über die betriebliche Gesundheitsförderung, Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung, spezielle Ausbildungskonzepte und Einkommensmöglichkeiten in den einzelnen Betrieben informieren.“ Über Radiospots und Inserate in den unterschiedlichsten Medien gilt es jetzt, im Rahmen der Imagekampagne für die Arbeit in der Pflegebranche zu werben.

Hohe Ausbildungsvergütung in der Pflege - Wandlung vom Arbeitgebermarkt zu einen Angestellten- bzw. Auszubildendenmarkt

Die Bedeutung der Kampagne unterstrich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann mit seinem Hinweis auf „den gravierenden Fachkräftemangel im gesamten Gesundheitsbereich - über alle Qualifikationsstufen hinweg“. Die Wandlung des einstigen Arbeitgebermarkts in einen Angestellten- bzw. Auszubildendenmarkt illustrierte der Minister am Szenario, in dem der Bewerber um einen Ausbildungsplatz in der Pflegebranche zum Abschluss seines Vorstellungsgesprächs selbstbewusst erklärt: „Ich werde bei meiner Entscheidung Ihr Unternehmen in die engere Wahl einbeziehen.“

Zwar habe zum Beispiel im Ruhrgebiet, so der Minister weiter, die Gesundheitswirtschaft als größter Arbeitgeber ihren Vorsprung zur einst dominierenden Industrie weiter ausgebaut, doch mittlerweile stoße der Markt an seine Grenzen: „Nicht, weil es an Kundinnen oder Kunden fehlt, sondern weil es an Personal mangelt, um sie zu versorgen.“

Eindringlich mahnte der Minister die Arbeitgeber der Branche, Tariflöhne zu bezahlen: „Nur Tariflöhne sind faire Löhne!“ Sie könnten die Attraktivität des Pflegeberufs ebenso steigern wie der Start der generalistischen Pflegeausbildung im kommenden Jahr. Hier sind auch die Krankenhäuser als Partner in der Ausbildung unverzichtbar. „Sie müssen sich“, forderte der Minister, „für Kooperationen mit anderen Pflegeeinrichtungen öffnen.“

Attraktiv sei schon heute die Ausbildungsvergütung für angehende Pflegekräfte, wie eine von seinem Ministerium herausgegebene aktuelle Broschüre belege. Demnach gibt es in der Pflege die zweithöchste Ausbildungsvergütung in Nordrhein-Westfalen: „Das muss man auch mal sagen!“

"Die Macht der Pflegekräfte stärken!" Minister Laumann wirbt für strukturelle Änderungen

Schon lange setzt sich Minister Karl-Josef Laumann zudem dafür ein, die staatlichen Ausbildungen im Gesundheitssektor vom Schulgeld zu befreien: „Bei Ärzten und Apothekern bezahlt der Staat das Studium. In den Gesundheitsfachberufen jedoch müssen die Menschen ihre Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen. Damit muss Schluss sein.“ Mit der partiellen Rückerstattung des Schulgelds in einigen Gesundheitsberufen hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bereits den ersten Schritt getan.

Besonders wichtig sind dem Minister strukturelle Veränderungen in der Branche wie zum Beispiel die Refinanzierung von zusätzlichen Pflegestellen und Lohnerhöhungen über die Kostenträger sowie die Gründung einer landesweiten Kammer für die knapp 200.000 Pflegefachkräfte in Nordrhein-Westfalen. Karl-Josef Laumann: „In der Gesundheitspolitik wird zu oft über Pflege gesprochen, ohne dass die Pflege mit am Tisch sitzt. Das wird sich mit Gründung der Kammer ändern. Sie wird berufliche Standards definieren, Fortbildungsangebote sichern und auch Prüfungen abnehmen dürfen. Die Kammer wird die Macht der Pflegekräfte stärken.“ Für den von seinem Ministerium dazu erarbeiteten Gesetzentwurf wünscht er sich „eine breite parlamentarische Mehrheit.“  

Marken-Botschafter und innovative Konzepte - Fachkräfte für die Pflegbranche gewinnen

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen die Einrichtungen der Pflegebranche selbst, deren Leitungsebenen genauso wie Praxisanleiter und Auszubildende.

Zu erfahren war hier, wie schon im laufenden Projekt „Markenbotschafter“ in den Schulen junge Menschen über Praktikumsmöglichkeiten, Ausbildungsinhalte und Karrieremöglichkeiten in der Pflege informieren, aber auch über Erfahrungen einer persönlichen Bereicherung berichten, die sich aufgrund ihrer Tätigkeit in der Pflege ergibt. Sie, die Markenbotschafter, werden auch in der Imagekampagne eine wichtige Rolle spielen.

Kennenlernen konnten die Anwesenden zudem die „Lern-Etage“ im Altenheim Friedrichsburg. Hier arbeiten 18 Auszubildende aller Ausbildungsjahrgänge auf einer Etage zusammen, entscheiden - begleitet von einem Praxisanleiter - selbst und übernehmen so Verantwortung für ihren Arbeitsbereich. Das innovative Konzept verbessert nach Erkenntnissen der Leitungsebene die Kommunikation, führt zu einer besseren Verzahnung von Theorie und Praxis und ermöglicht den Praxisanleitern, besser als bisher auf Stärken und Defizite der Auszubildenden einzugehen.

Überzeugend auch die Präsentation der gelungenen Integration von jungen Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind, um hier eine Ausbildung in der Pflege zu absolvieren. Nora Iwuanorou aus Nigeria, heute Pflegefachkraft bei der Diakonie Münster, und Rodrigo Josefino aus Brasilien, heute Mitglied der Hausleitung im Meyer-Suhrheinrich-Haus, waren sich einig: „Eine der Grundvoraussetzungen bei der Arbeit mit pflegebedürftigen Menschen ist das Beherrschen der deutschen Sprache.“

Sie alle, die Leitungen der Pflegeeinrichtungen wie auch die hier Beschäftigten und die Auszubildenden, beweisen, dass das Label der Imagekampagne gerechtfertigt ist. Kurz und bündig lautet es: "Starke Pflege in Münster - Wir können das!"

 

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