Nordrhein-Westfalen fördert die Bahnhofsmissionen 2026 mit weiteren 914.000 Euro
Minister Laumann: Die wichtige Arbeit der Bahnhofsmissionen verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung
Die Landesregierung unterstützt im Jahr 2026 die Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen bei ihrer Arbeit für Menschen in schwierigen Lebenslagen mit 914.000 Euro. Sozialminister Karl-Josef Laumann hat am Donnerstag, 1. Oktober 2026, in der Bahnhofsmission am Essener Hauptbahnhof einen entsprechenden Zuwendungsbescheid an die kirchlichen Wohlfahrtsverbände als Träger der Bahnhofsmissionen übergeben. Die Landesmittel werden im Rahmen einer gezielten Projektförderung bereitgestellt.
„Die Bahnhofsmissionen und ihre vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das soziale Gesicht unserer Bahnhöfe. Sie bieten Orientierung, sichern die Barrierefreiheit im Reiseverkehr und leisten unbürokratische Krisenhilfe in akuten Notsituationen. Diese wichtige Arbeit verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung“, erklärt Sozialminister Karl-Josef Laumann. „Mit der erneuten Förderung schließen wir die verbleibende finanzielle Lücke, die durch gestiegene Betriebskosten und rückläufige Spenden entstanden ist. Gleichzeitig schlagen wir die Brücke in die Zukunft: Die neuen, professionellen Fundraising-Strukturen ermöglichen es den Trägern, dieses Angebot langfristig und krisenfest abzusichern.“
700.000 Euro der Fördersumme fließen in die Stärkung der landesweit 23 lokalen Standorte. Die übrigen Mittel dienen der Umsetzung einer Gesamtstrategie zur Weiterentwicklung der Bahnhofsmissionen sowie der Etablierung moderner Fundraising-Strategien. Nach einer erfolgreichen Anschub- und Stabilisierungsförderung im Jahr 2025 in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro deckt das Land mit dieser erneuten und zugleich abschließenden Förderung die bestehenden Restbedarfe, um die Arbeit der Einrichtungen langfristig auf ein solides, spendenbasiertes Fundament zu stellen. Die Förderung erfolgt aus Mitteln zur Armutsbekämpfung.
Die Bahnhofsmissionen standen zuletzt vor strukturellen Herausforderungen: Während der Unterstützungsbedarf im Zuge gesellschaftlicher Krisen stark anstieg, brachen gleichzeitig kirchliche Zuweisungen infolge sinkender Kirchensteuereinnahmen sowie private Spendeneinnahmen ein. Auch die Gewinnung ehrenamtlich Engagierter gestaltet sich zunehmend schwierig. Die Landesförderung des vergangenen Jahres hatte die Angebote bereits erfolgreich stabilisiert. Die nun für 2026 bewilligten Mittel dienen der dauerhaften Absicherung der Arbeit der Bahnhofs-missionen und ermöglichen es den Trägern, neu entwickelte Konzepte zur Spenden- und Ehrenamtsgewinnung flächendeckend in die Praxis umzusetzen. Eine Fortführung der Landesförderung über das Jahr 2026 hinaus ist nicht vorgesehen.
„Wir danken der Landesregierung, insbesondere dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, für die erneute Förderung der 23 Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen. Mit der ersten Förderung konnten viele die Bahnhofsmissionen stabilisierende Projekte umgesetzt werden, etwa bauliche Maßnahmen und Qualifizierungen der ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Die vielfältige Arbeit der ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbei-tenden mit etwa einer Million Hilfeleistungen pro Jahr für alle Menschen unterwegs erfährt durch die Förderung große Wertschätzung und Anerkennung. Mit der zweiten Förderung werden beispielsweise weitere notwendige Hitzeschutzmaßnahmen und die Erweiterung der Angebote möglich sein“, erklärt Christian Heine-Göttelmann, Vorstand Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. - Diakonie RWL.
„Wir sind froh und dankbar, dass es der Landesregierung erneut gelungen ist, die so wichtigen finanziellen Mittel für die Arbeit der Bahnhofsmission in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung zu stellen. Die Förderung ist ein sehr wichtiges Zeichen für die haupt- und ehrenamtlich Engagierten, die so viel Zeit und Herzblut schenken. Minister Karl-Josef Laumann macht damit einmal mehr deutlich, dass ihm die pragmatische und niedrigschwellige Hilfe für Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in Notlagen geraten, am Herzen liegt. Damit hilft er uns, den Menschen an den Bahnhöfen, die oft Brennpunkte sozialer Problemlagen sind, zu helfen“, erklärt Andrea Redding, Vorstandssprecherin von IN VIA Köln.
Hintergrund
Die 23 selbstständigen, lokalen Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen werden personell und finanziell von den Wohlfahrtsverbänden der Evangelischen und Katholischen Kirche – darunter Diakonie, Caritas und IN VIA – getragen. An den meisten Standorten arbeiten die katholischen und evangelischen Träger in bewährter Weise ökumenisch zusammen.