Neue Klinik für forensische Psychiatrie in Wuppertal-Ronsdorf: Bauarbeiten starten
Landesregierung schafft zusätzliche Plätze in der Forensik
Wuppertal, Bedburg-Hau, Lünen: Die Landesregierung treibt den Ausbau der Kliniken für forensische Psychiatrie in Nordrhein-Westfalen weiter voran. Auf einem Freigelände im Norden von Wuppertal-Ronsdorf beginnen am Dienstag, 26. Mai 2026, die Bauarbeiten für eine weitere forensische Psychiatrie mit 150 Plätzen.
Hinweis vom 15. Juni 2026:
Die am 26. Mai 2026 unter dem Titel „Neue Klinik für forensische Psychiatrie in Wuppertal-Ronsdorf: Bauarbeiten starten“ veröffentlichte Pressemitteilung enthielt Passagen, die auf einem veralteten Sachstand beruhen und somit mit Stand 15. Juni 2026 fehlerhaft sind. Konkret geht es um folgende Passagen:
- in Bedburg wird „die bestehende LVR-Klinik um den „Campus II“ mit 144 Plätzen erweitert“
- die „Erweiterung [am Standort Bedburg-Hau soll] (…) mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen einhergehen“
- „Insgesamt sollen 649 neue Plätze bis zum Jahr 2028 entstehen.“
Korrekt ist, dass auf dem „Campus II“ der LVR-Klinik in Bedburg-Hau mit Stand 15. Juni 2026 baulich zwei neue Stationsgebäude mit jeweils 72 Plätzen, also insgesamt 144 Plätze, entstehen und diese Baumaßnahme voraussichtlich Ende 2028 abgeschlossen sein soll.
Diese Baumaßnahme war zum Start des Projekts im Jahr 2022 als teilweise Erweiterung der LVR-Klinik geplant gewesen. Alte Bestandgebäude, die aufgrund ihres Zustand nicht mehr für eine weitere Nutzung ertüchtigt werden können, sollen zudem aufgegeben werden. Es handelt sich hierbei um die Gebäude 5, 15, 25, 28, 38 und Bahnstraße 5b.
Die fehlerhaften Passagen in der Pressemitteilung basieren auf den damaligen Zahlen, die inzwischen überholt sind. So lag die Sollplatzzahl der Klinik zum Zeitpunkt des Projektbeschlusses im Jahr 2022 bei 382 Plätzen und Ziel war es, durch die Baumaßnahme eine Sollplatzzahl von 433 Plätzen zu erreichen. Aufgrund des großen Bedarfs an Unterbringungsplätzen, der derzeit landesweit besteht, wird in Bedburg-Hau ein bestehendes Gebäude, für das bereits ein Ersatzbau geschaffen wurde, entgegen ursprünglicher Planungen weiter für den Maßregelvollzug genutzt und zudem, soweit möglich, in den bestehenden Gebäuden durch zum Beispiel Zimmerdoppelbelegungen mehr Plätze geschaffen, so dass die aktuelle Sollplatzzahl der Klink 437 Plätze derzeit beträgt.
Entsprechend entstehen im Vergleich mit der aktuellen Zahl durch die Baumaßnahme keine zusätzlichen Sollplätze und der Standort wird mit Bezug auf die Plätze beim aktuellen Vergleich nicht erweitert.
Mit dem zu Beginn des Projekts angenommenen Platzzuwachs ging entsprechend auch die Erwartung einher, dass vor Ort zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Denn ein Platzzuwachs in der Forensik geht zugleich mit der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze am Standort einher, um die fachgerechte Versorgung und Betreuung der zusätzlichen untergebrachten Personen zu gewährleisten. Da aber im Vergleich mit den aktuellen Zahlen keine neuen Plätze entstehen, entstehen entgegen unserer ursprünglichen Formulierung in der PM nun keine zusätzlichen Arbeitsplätze am Standort.
Von dem Umstand, dass die PM sich auf veraltete Daten bzgl. der Baumaßnahme in Bedburg-Hau bezieht, ist leider auch die genannte Zahl in der letzten Passage betroffen. Da es im Vergleich zu den aktuellen Sollzahlen in Bedburg-Hau durch die Baumaßnahme zu keinem Platzzuwuchs kommt, muss der Aufwuchs von 51 zusätzlichen Plätzen aus den 649 insgesamt neuen Plätzen, die aus Neubauten entstehen sollen, herausgerechnet werden.
Mit Stand Mai 2026 sind in der Klinik 418 Personen untergebracht.
Ursprünglicher Text der Pressemitteilung vom 26. Mai 2026:
Aber auch an weiteren Standorten finden Bauarbeiten statt: In Bedburg-Hau laufen die Arbeiten seit kurzem, dort wird die bestehende LVR-Klinik um den „Campus II“ mit 144 Plätzen erweitert. Wiederum in Lünen soll die neue forensische Klinik (ebenfalls 150 Plätze) wie geplant bis Jahresende fertiggestellt sein.
„Mit dem Baubeginn für die neue Klinik in Wuppertal und den weiteren Baumaßnahmen haben wir weitere Meilensteine bei den Kapazitätserweiterungen in der Forensik erreicht. Durch die entstehenden zusätzlichen Plätze wird die Versorgung und Therapie verbessert. Das trägt zur allgemeinen Sicherheit bei. Darüber hinaus werden die neuen Gebäude natürlich alle Sicherheitsstandards erfüllen“, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.
Insgesamt entstehen für den Forensik-Standort in Wuppertal sieben Gebäude. Die Klinik wird modernsten Sicherheitsstandards entsprechen, unter anderem durch einen 5,5 Meter hohen transparenten Zaun, der das Gelände umgeben wird. Bauherr der psychiatrischen Klinik ist das Land-Nordrhein-Westfalen, das am Standort Wuppertal rund 176 Millionen Euro investiert. Die Inbetriebnahme der Klinik in Wuppertal durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist für 2028 geplant. Mit der Einrichtung werden rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen.
Das Land hat im Jahr 2012 mit dem zweiten Ausbauprogramm beschlossen, zusätzliche forensische Kliniken zu errichten. Bei der in Wuppertal entstehenden Forensik handelt es sich um den dritten Klinikneubau aus diesem Programm. Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Münsterland in Hörstel ging bereits 2023 in Betrieb. Die forensische Klinik in Lünen soll wie beschrieben noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Anschließend wird es eine längere Test- und Inbetriebnahmephase geben, unterzubringende Personen und Mitarbeitende werden im ersten Halbjahr 2027 in die neuen Gebäude einziehen. Derzeit findet vor Ort der Innenausbau statt.
Neben diesen Klinikneubauten erweitert das Land derzeit auch bereits bestehende Klinikstandorte. Insgesamt sollen 649 neue Plätze bis zum Jahr 2028 entstehen. So entstehen am Forensikstandort Bedburg-Hau zwei neue Stationsgebäude mit jeweils vier Geschossen. Das Land Nordrhein-Westfalen investiert am Standort Bedburg-Hau rund 120 Millionen Euro. Die Erweiterung soll voraussichtlich Ende 2028 abgeschlossen sein und ebenfalls mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen einhergehen.
Die Landesregierung erweitert die Kapazitäten im Bereich Forensik, um dem Bedarf an Behandlungsplätzen nachzukommen.
Hintergrundinformationen
In Kliniken für forensische Psychiatrie werden Menschen untergebracht und behandelt, die wegen einer schweren psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung erhebliche rechtswidrige Taten begangen haben und bei denen Gefahr der Begehung weiterer solcher Taten besteht. Die Unterbringung in einer Forensik wird von einem Gericht angeordnet, wenn es Täterinnen oder Täter als schuldunfähig oder auch vermindert schuldfähig einstuft.