Medizinisch-technische Berufe

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Eine Patientin auf einer CT-Liege wird von einer Krankenschwester betreut

Medizinisch-technische Berufe

Durch die Entdeckung der Röntgenstrahlen vor rund 125 Jahren entstanden die Grundlagen der Ausbildung der technischen Assistenz in der Medizin. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte und auch durch die Wiedervereinigung wurden Neuregelungen für die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistenz kontinuierlich notwendig.

Die Ausbildungen der vier Berufe in der medizinisch-technischen Assistenz ist im Gesetz über technische Assistenten in der Medizin (MTA-Gesetz oder MTAG) vom 02.08.1993 und in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV) vom 25.04.1994 geregelt.
Die Ausbildung dauert in Deutschland drei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an Berufsfachschulen (MTA-Schulen) sowie aus einer praktischen Ausbildung in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Ausbildungen zur / zum Medizinisch-technischen Assistentin / Medizinisch-technischen Assistenz bis zum 31.12.2022

Die Medizinisch-Technische Assistenz (MTA) ist in vier fachliche Berufsbilder der technischen Assistenten in der Medizin und Tiermedizin im Gesundheitswesen unterteilt. Das fachschulische Berufsbild lehrt insbesondere die selbstständige und eigenverantwortliche Ausführung aller medizinisch-technischer Methoden, die im Rahmen des medizinischen Untersuchungs-, Behandlungs- und Forschungsbetriebes zur Diagnostik, Prognostik, Früherkennung, Prävention, Verlaufs- und Therapiekontrolle von Krankheiten und Störungsbildern sowie im Rahmen der Rehabilitation anfallen.

  •  "Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin" oder "Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent" (MTLA oder MTA-L):

Sie führen Laboruntersuchungen u.a. in der klinischen Chemie, der Hämatologie, der Immunologie, der Mikrobiologie, der Humangenetik sowie in der Histologie und Zytodiagnostik durch.

  •  "Medizinisch-technische Radiologieassistentin" oder "Medizinisch-technischer Radiologieassistent" (MTRA, MTA-R, RTA):

Sie sind in den Bereichen u.a. Röntgendiagnostik (Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Röntgen) Strahlentherapie, Nuklearmedizin tätig.

  • „Medizinisch-technische Assistentin für Funktionsdiagnostik" oder "Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik" (MTAF):

Sie untersuchen Patienten mit Hilfe medizinischer Geräte. Die Diagnostik umfasst vier Hauptgebiete: Neurologie (Nerven), Kardiologie (Herz-Kreislauf-System), Audiometrie (Hören und Gleichgewicht) sowie Pulmologie (Lunge).

  • "Veterinärmedizinischtechnische Assistentin" oder "Veterinärmedizinisch-technischer Assistent"(VMTA):

Sie führen Untersuchungen zur Diagnostik von Tierkrankheiten, Tierseuchen und zur Überprüfung vom Tierstammender Lebensmittel durch.
 
Vor dem Hintergrund der medizinischen, technologischen und gesellschaftlichen rasanten Entwicklung und der Arbeit am und mit den Patientinnen und Patienten wurden die Ausbildungsinhalte bundeseinheitlich auf den neuesten Stand gebracht.
Das bedeutet, dass Ausbildungen, die bis zum 31.12.2022 begonnen werden, noch nach dem MTA-G vom 02.08.1993 und MTA-APrV vom 25.04.1994 beendet werden können.
Danach erfolgt die Ausbildung nach den reformierten Regularien.

 
Reformierte Ausbildung zur / zum Medizinischen Technologin / Medizinischen Technologe ab dem 01.01.2023

Mit Einführung des reformierten Bundesgesetzes über die Berufe in der medizinischen Technologie (MT-Berufe-Gesetz - MTBG) vom 24. Februar 2021 (BGBl. I S. 274) wird die Ausbildung bundeseinheitlich neu geregelt. Es enthält die zentralen und grundlegenden Rahmenvorgaben und tritt in seinen wesentlichen Teilen am 1. Januar 2023 in Kraft.

Durch die Reform werden die sich stetig weiterentwickelnden technischen, medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Ausbildungen integriert und die Ausbildungen zeitgemäß und attraktiv ausgestaltet.
Die Berufe in der medizinischen Technologie sichern eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patientinnen und Patienten. Sie nehmen im Bereich der medizinischen Diagnostik und Therapie mit den ihnen im jeweiligen Beruf vorbehaltenen Tätigkeiten eine technische Schlüsselrolle ein.

Das MT-Berufe-Gesetz hat die jeweiligen Berufsbilder der vier MT-Berufe

•              Labordiagnostik,
•              Radiologie,
•              Funktionsdiagnostik und
•              Veterinärmedizin

zukunftsfähig aufgewertet und weiterentwickelt sowie in der medizinischen Technologie zeitgemäß und attraktiv ausgestaltet. 
Eine wesentliche Weiterentwicklung des Berufsbildes spiegelt sich bereits in der Berufsbezeichnung wieder. Zum 1. Januar 2023 wird die Berufsbezeichnung in Medizinischer Technologe / Medizinische Technologin geändert.
 

  •  „Medizinische Technologin für Laboratoriumsanalytik" oder „Medizinischer Technologe für Laboratoriumsanalytik":

Zu den Kernaufgaben gehören die Planung, Vorbereitung und Durchführung biomedizinischer Analyseprozesse mittels verschiedener Methoden und Verfahren einschließlich der Präanalytik und der Postana-lytik. Präanalytik umfasst beispielsweise auch Blutabnahmen. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist außerdem die Sicherstellung der Qualität der jeweiligen Analyseprozesse und Analyseergebnisse.

  • „Medizinische Technologin für Radiologie" oder „Medizinischer Technologe für Radiologie":

Die Kernaufgaben beziehen sich auf radiologische Untersuchungen und Behandlungen, Strahlentherapie sowie nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie. Aufgabe der Berufsgruppe ist auch, die jeweils erforderlichen Strahlenschutzmaßnahmen zu planen, vorzubereiten und durchzuführen und physikalisch-technische Aufgaben in der Dosimetrie auszuführen. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist außerdem die Sicherstellung der Qualität der Durchführung und der Ergebnisse der jeweiligen Untersuchungs- und Behandlungsprozesse. Zu den Aufgaben gehören – jeweils auf Grundlage einer ärztlichen Anordnung – die erforderliche Verabreichung von Pharmaka für bildgebende Verfahren und die Anwendung offener radioaktiver Stoffe an Patientinnen und Patienten.

  • „Medizinische Technologin für Funktionsdiagnostik" oder „Medizinischer Technologe für Funktionsdiagnostik":

Die Kernaufgaben umfassen die Planung, Vorbereitung und Durchführung von funktionsdiagnostischen Untersuchungen in der Kardiologie, in der Angiologie, in der Pneumologie, in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und in der Neurologie bei Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen. Charakteristisch für die Tätigkeiten der Medizinischen Technologinnen für Funktionsdiagnostik und der Medizinischen Technologen für Funktionsdiagnostik ist, dass während der jeweiligen Untersuchung eine Plausibilitätskontrolle und soweit erforderlich eine Vorbefundung sowie Anpassungen im Untersuchungsablauf vorzunehmen sind.

  • „Medizinische Technologin für Veterinärmedizin" oder „Medizinischer Technologe für Veterinärmedizin":

Zu den Kernaufgaben gehören die Planung, Vorbereitung und Durchführung biomedizinischer Analyseprozesse mittels verschiedener Methoden und Verfahren einschließlich der Präanalytik und der Postana-lytik. Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist außerdem die Sicherstellung der Qualität der jeweiligen Analyseprozesse und Analyseergebnisse. In Abgrenzung zu den Medizinischen Technologinnen für Laboratoriumsanalytik und den Medizinischen Technologen für Laboratoriumsanalytik führen Medizinischen Technologinnen für Veterinärmedizin und Medizinischen Technologen für Veterinärmedizin auch Untersuchungen in der Analytik von tierischen Lebensmitteln durch. Den Auszubildenden sind die für die Berufsausübung erforderlichen Kompetenzen insbesondere in der Lebensmitteltechnologie und in der Spermatologie zu vermitteln.
 
Der Ausbildungsvertrag, der das Ausbildungsverhältnis vertraglich absichert, wird für die Ausbildung in den Berufen der medizinischen Technologie nun gesetzlich vorgeschrieben.
Der theoretische und praktische Unterricht findet weiterhin an Fachschulen statt, die die gesetzlich vorgesehenen Mindestanforderungen erfüllen. Die praktische Ausbildung wird im Umfang entsprechend ausgeweitet und findet in geeigneten Einrichtungen statt.
Darüber hinaus werden vorbehaltene Tätigkeiten definiert, die Möglichkeiten zur Teilzeitausbildung explizit aufgegriffen und Regelungen zur Praxisanleitung und zur Praxisbegleitung geschaffen.
Wichtige Aspekte einzelner Regelungen wurden konkretisierend ergänzt u.a.:
 

  • Schaffung einer einheitlichen und für alle Länder umsetzbaren Finanzierungsgrundlage (sowohl Betriebs- als auch Investitionskosten) für die Ausbildung bei gleichzeitiger (im Gesetzesentwurf aufgegriffenen) Einrichtung einer Schulgeldfreiheit für alle Gesundheitsfachberufe.
     
  • Die Regelung einer Ausbildungsvergütung in § 34 MTBG.
     

Zur Ausfüllung des Rahmens bedarf es – wie bei allen bundesgesetzlich geregelten Gesundheitsfachberufen üblich – weiterer Detailregelungen, insbesondere zur Struktur und zum Inhalt der Ausbildung sowie zur staatlichen Prüfung. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Medizinische Technologinnen und Medizinische Technologen (MT-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – MTAPrV) ergänzt das MT-Berufe-Gesetz daher entsprechend.
Die MTAPrV wird auf der Grundlage der Ermächtigung in § 69 Absatz 1 des MT-Berufe-Gesetzes erlassen und enthält unter anderem Regelungen zu den Mindestanforderungen an die Ausbildungen der vier Berufe, das Nähere über die staatliche Prüfung, die Urkunden für die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung, zum Anerkennungs-verfahren sowie zum Verfahren und zu den Voraussetzungen der Dienstleistungserbringung. Zur Umsetzung hat der Bund gegenüber den Ländern Gestaltungsspielräume eingeräumt, deren landesrechtliche Umsetzung nunmehr erforderlich ist. Durch die Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen kann die jeweilige Landesregierung zukünftig flexibel auf Regelungsnotwendigkeiten in Nordrhein-Westfalen reagieren.
Das Land Nordrhein-Westfalen arbeitet derzeit an den landesrechtlichen Umsetzungsprozessen zum MT-BG und MTAPrV.
 

Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung in der Medizinischen Technologie sind gemäß § 14 des Gesetzes über die Berufe in der medizinischen Technologie (MT-Berufe-Gesetz - MTBG):

Die Ausbildung darf nur absolvieren, wer

  1. mindestens einen der folgenden Abschlüsse besitzt:
    a) den mittleren Schulabschluss oder einen anderen gleichwertigen Schulabschluss oder
    b) einen Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung und eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in einem Beruf, für den eine reguläre Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren vorgeschrieben ist,
  2. sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Absolvierung der Ausbildung ergibt,
  3. nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Absolvierung der Ausbildung ungeeignet ist und
  4. über die Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt, die für das Absolvieren der Ausbildung erforderlich sind.

Die Dauer der Ausbildung beträgt in Vollzeit drei Jahre und in Teilzeit fünf Jahre. Sie besteht aus theoretischem Unterricht, aus praktischem Unterricht und einer praktischen Ausbildung.
Die Mindeststundenzahl der Ausbildung in allen Berufen beträgt 4.600 Stunden. Die Verteilung der Stunden auf die Teile der Ausbildung variiert aufgrund der unterschiedlichen Inhalte je nach Beruf.

 

 

 

Gesetze, Verordnungen, Materialien

Nachfolgend finden Sie die aktuell gültigen bundeseinheitlichen Gesetzestexte über die Berufe der technischen Assistenz in der Medizin (MTA-Gesetz oder MTAG) vom 02.08.1993 und in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV) vom 25.04.1994:
 

Wer einen Blick in die Gesetzes- und Verordnungstexte rund um das Gesetz über die Berufe in der Medizinischen Technologie (MT-Berufe-Gesetz) werfen möchte, findet hier die Fundstellen.
Bundesebene:
 

Behördenzuständigkeit

Zuständige Behörde für die Schulen im Gesundheitswesen sind die jeweiligen Bezirksregierungen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des MAGS unter:

Ausbildungstätten für Gesundheits- und Pflegeberufe

Für die Zulassung zum Beruf sowie die damit verbundene Berufsaufsicht sind die unteren Gesundheitsbehörden (Gesundheitsämter der Kommunen, Kreise) zuständig.

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