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Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt im Ruhrgebiet

Minister Laumann vor blaumen Hintergurnd

Landesweite Arbeitsmarktkonferenzen: Minister Laumann im Vor-Ort-Austausch über den Arbeitsmarkt im Ruhrgebiet

Dritte Arbeitsmarktkonferenz in Gelsenkirchen

Im Rahmen seiner landesweiten Arbeitsmarktkonferenzen hat sich Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstag, 1. Oktober 2026, mit Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftsorganisationen und weiteren Arbeitsmarktakteurinnen und -akteuren aus dem Ruhrgebiet in Gelsenkirchen getroffen. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die berufliche Ausbildung, die Arbeitslosigkeit in der Region und der weiterhin bestehende Fachkräftebedarf.

01.10.2026

„Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen ist regional sehr unterschiedlich. Mir ist es deshalb wichtig, vor Ort mit Unternehmen, Beschäftigten und den weiteren Akteuren über ihre spezifische Situation und ihre Bedürfnisse zu sprechen. Ich will wissen: Wo gibt es Probleme, welche sind das, wo liegen aber auch Chancen und Wachstumspotentiale. Nur so können wir zu konkreten Ergebnissen kommen, was wir gemeinsam anpacken können – für einen Arbeitsmarkt, der Beschäftigten und Unternehmen Perspektiven bietet“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Das Ruhrgebiet ist besonders stark vom Strukturwandel der ver-gangenen Jahrzehnte geprägt. Das verarbeitende Gewerbe hat an Bedeutung verloren, bleibt aber ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt der Region. Eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit geht mit einem überdurchschnittlich großen Anteil von Men-schen ohne Berufsabschluss einher. Zugleich suchen Unternehmen weiterhin Fachkräfte. Die berufliche Ausbildung ist deshalb besonders wichtig, um jungen Menschen auch im Ruhrgebiet Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Aktuell zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region robust: In Gelsenkirchen, Bottrop, Essen und dem Kreis Recklinghausen waren zuletzt insgesamt rund 579.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren knapp 4.000 Beschäftigte beziehungsweise 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch auf dem Ausbildungsmarkt gibt es in der Region Chancen: Im laufenden Ausbildungsjahr wurden rund 7.800 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Im August waren davon noch rund 2.100 Stellen unbesetzt. Damit stehen weiterhin zahlreiche betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen zur Verfügung. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales unterstützt junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf deshalb mit Programmen wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“ oder „Ausbildungswege NRW“. Seit 2025 wurden allein in Gelsenkirchen, Bottrop, Essen und dem Kreis Recklinghausen durch „Ausbildungswege NRW“ über 2.600 junge Menschen erreicht und beraten (Stand September 2026).

„Für die berufliche Ausbildung zu werben und jungen Menschen die Attraktivität einer Ausbildung noch stärker vor Augen zu führen ist mir ein wichtiges Anliegen. Wir müssen die berufliche Ausbildung auch und gerade im Ruhrgebiet weiter stärken und noch attraktivere Rahmenbedingungen für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe schaffen. Denn eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine ausgezeichnete Grundlage für ein selbstbe-stimmtes Leben und schützt vor Arbeitslosigkeit. Deshalb unterstützen wir junge Menschen dabei, ihren Weg in die Arbeitswelt zu finden – auch, wenn etwa die Schullaufbahnen nicht bei allen Jugendlichen immer gerade verlaufen. Gleichzeitig unterstützen wir die Ausbildungsbetriebe aktiv dabei, passende Auszubildende zu finden. Das sind dann im besten Fall ihre Fachkräfte von morgen“, so Minister Laumann weiter.

Thema der Konferenz war daher, wie die Chancen junger Menschen durch berufliche Ausbildung weiter verbessert werden können und Unternehmen Fachkräfte mit den notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen finden. Dabei stand im Fokus, wie bestehende Angebote besser genutzt, Jugendliche und Betriebe passgenauer zusammengebracht und auch jungen Menschen mit schwierigeren Startbedingungen Wege in Ausbil-dung eröffnet werden können.

Dirk Strangfeld, Geschäftsführer Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit: „Das Ruhrgebiet ist seit jeher von wirtschaftlichen Veränderungen geprägt und dieser Wandel ist auch aktuell in vollem Gange. Dabei sind das Wissen und die Kompetenzen der Menschen für eine erfolgreiche Transformation ausschlaggebend. Hierfür braucht es gut qualifizierte Beschäftigte sowie junge Menschen, die in ihre be-rufliche Bildung investieren. Die Ausbildung ist ein wirksamer Hebel für die Unternehmen, um sich diese Fachkräfte der Zukunft zu sichern. Auch junge Menschen mit erschwerten Startbedingungen können wir als Arbeitsagentur wirksam dabei unterstützen, eine berufliche Ausbildung erfolgreich zu starten und auch abzuschließen. Gemeinsame erfolgreiche Initiativen wie die „Jungen Visionäre“ tragen in Gelsenkirchen dazu bei, dass junge Menschen sich früh mit beruflichen Perspektiven auseinandersetzen und Selbstvertrauen in Fragen der Berufswahl entwickeln. Auch der noch im Aufbau befindliche Bildungscampus hat die berufliche Qualifizierung der Menschen in Gelsenkirchen im Blick und verknüpft die vielfältigen Angebote in der Region. Der heutige Austausch mit den Arbeitgebenden liefert uns weitere wertvolle Informationen darüber, wie Ausbildungs- und Qualifizierungsinhalte in der Zukunft aussehen könnten und wie wir gemeinsam die Unterstützungsangebote in der Region noch besser an den Bedürfnissen der Unternehmen und der Menschen ausrichten können.“

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe: „Wir alle müssen einen intensiveren Beitrag leisten, damit die berufliche Ausbildung weiterhin Erfolg haben wird. Zum einen müssen die Unternehmen und die Unternehmensverbände sich bereit erklären, sich in bei der Berufsorientierung enger einzubringen mit der Bereitstellung von praxisnahen Beispielen. Zum anderen muss die berufliche Orientierung viel früher in den Schulen beginnen! Auch hier müssen sich die Unternehmen vor Ort mit einbringen, um im frühen Schulalter den Schülerinnen und Schülern spielerisch erkenntlich zu machen, welche Möglichkeiten es im Rahmen der beruflichen Ausbildung gibt.“

Lisa Fullert, Jugendbildungsreferentin beim Deutschen Gewerkschaftsbund in der Region Emscher-Lippe: „Das Ruhrgebiet hat enormes Potenzial: Wir haben überproportional viele junge Menschen und zugleich starke tarifgebundene und mitbe-stimmte Betriebe. Gute Ausbildung bringt beides zusammen. Wenn wir jungen Menschen faire Bedingungen und echte Perspektiven bieten, sichern wir nicht nur Fachkräfte, sondern investieren in die Zukunft unserer gesamten Region.“

Hintergrund:
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann besucht im Rahmen seiner Arbeitsmarktkonferenzen sechs Arbeitsmarktregionen Nordrhein-Westfalens: das Bergische Land, Rheinland, Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen und Münsterland. Die gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit organisierten Austauschformate haben das Ziel, mit den Akteuren vor Ort frühzeitig Veränderungen am Arbeitsmarkt zu bespre-chen und auf diese zu reagieren. Im Mittelpunkt stehen die Themen Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung, Fachkräftesicherung, Beschäftigtentransfer sowie eine bessere Verzahnung bestehender Unterstützungs- und Vermittlungsangebote für arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen. Mit allen Arbeitsmarktkonferenzen will das Ministerium von einer Bestandsaufnahme zu konkreten Verabredungen für den Arbeits-markt der jeweiligen Region kommen. Die Konferenzen sind Teil der Fachkräfteoffensive NRW. Die Arbeitsmarktkonferenz für das Ruhrgebiet wurde von der Regionalagentur Emscher-Lippe organisiert.