"Baustein der europäischen Idee". Minister Laumann zum Europäischen Sozialfonds in NRW

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Foto: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am ESF-Stand
Interview

"Der ESF ist für Nordrhein-Westfalen wichtig, um Arbeitsmarktpolitik zu gestalten. Und er stärkt das Europa der Gemeinsamkeit."

Interview mit Minister Karl-Josef Laumann zum Europäischen Sozialfonds und seiner Bedeutung für die nordrhein-westfälische Arbeitsmarktpolitik

In Nordrhein-Westfalen ist das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales verantwortlich für den Europäischen Sozialfonds (ESF). Minister Karl-Josef Laumann erläutert anlässlich des NRW-Tags, welche Bedeutung der ESF für die Arbeitsmarktpolitik des Landes hat, um Teilhabe zu fördern und Armut entgegenzuwirken. Der ESF trage zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei und sei "angesichts der zahlreichen Konflikte und Unsicherheiten ein sehr wichtiger Baustein der europäischen Idee."

ARBEIT.NRW:

Herr Minister Laumann, welche Bedeutung hat der Europäische Sozialfonds für die nordrhein-westfälische Arbeitsmarktpolitik?

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen:

Ich will es einmal deutlich sagen: Ohne den Europäischen Sozialfonds hätten wir in Nordrhein-Westfalen erheblich weniger Möglichkeiten in der Arbeitsmarktpolitik. Durch den ESF erhalten hierzulande zahlreiche Menschen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu erweitern, sich zu qualifizieren und auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu behaupten.

Allein in diesem Jahr stehen über 30 Mio. Euro zur Bewilligung zur Verfügung, um zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche zu schaffen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die Schwierigkeiten in der schulischen Ausbildung und auf dem Ausbildungsmarkt haben.

Dank des ESF können wir viele weitere Maßnahmen und Förderangebote ermöglichen, etwa zur gezielten Fachkräftesicherung, aber auch zur Verbesserung der sozialen Teilhabe und zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Kurzum: Der ESF ist für uns in Nordrhein-Westfalen sehr wichtig, um Arbeitsmarktpolitik und Sozialpolitik gestalten zu können.

ARBEIT.NRW:

Welche ESF-geförderten Programme sind Ihnen besonders wichtig?

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen:

Vor allem sind die Programme von großer Bedeutung, mit denen wir jungen Leuten beim Übergang von der Schule in den Beruf und bei der Ausbildung unterstützen. Gerade erst haben wir ein neues Ausbildungsprogramm gestartet, mit dem wir jährlich 1.000 zusätzliche Ausbildungsstellen ermöglichen.

Aber auch der Bildungsscheck ist gut und wichtig. Deshalb haben wir ihn kürzlich auch ausgebaut und den Zugang flexibler gestaltet. Damit unterstützen wir die Menschen bei der beruflichen Fortbildung und Qualifizierung. Vor allem diejenigen können davon profitieren, die sich etwa auf die Digitalisierung vorbereiten wollen, selbst wenn vom Arbeitgeber selbst keine Möglichkeit dazu geboten wird.

Mit dem ESF unterstützen wir insbesondere Projekte für Menschen, die schon lange arbeitslos sind. Wir wollen soziale Teilhabe fördern und Armut entgegenwirken.

ARBEIT.NRW:

"In Menschen investieren" ist das Motto des ESF. Was heißt das für Nordrhein-Westfalen?

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen:

Arbeits- und Sozialpolitik bedeutet immer, in Menschen zu investieren. Zu einer Solidargemeinschaft gehört es, dass der Staat besonders die in den Blick nimmt, die es nicht aus eigener Kraft schaffen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Darum kümmern wir uns mit Hilfe des ESF.

Daher bin ich davon überzeugt, dass der ESF zum Zusammenhalt der Gesellschaft beiträgt. Er stärkt das Europa der Gemeinsamkeit, der Toleranz und der Weltoffenheit. Angesichts der zahlreichen Konflikte und Unsicherheiten ist er ein sehr wichtiger Baustein für die europäische Idee.

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