Alle Potenziale auf dem Arbeitsmarkt nutzen – Die Vermittlungsoffensive der kommunalen Jobcenter in Nordrhein-Westfalen
Eine zentrale Säule der nordrhein-westfälischen Fachkräfteoffensive ist die stärkere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials. Im Rahmen der Fachkräfteoffensive hat die Landesregierung zusammen mit den kommunalen Jobcentern im Herbst 2023 die Vermittlungsoffensive gestartet. Im Dezember 2024 und 2025 wurde die Vermittlungsoffensive jeweils für das Folgejahr verlängert. Menschen, die von den Jobcentern betreut werden, sollen noch besser als bisher in Beschäftigung vermittelt werden. Unternehmen sind dabei wichtige Partner.
Den Jobcentern in Nordrhein-Westfalen steht eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung, um erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen und sie in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln. Ziel ist es, Menschen schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ein Abrutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden.
Gerade auch junge Menschen müssen das klare Signal bekommen: Eine Ausbildung ist die beste Versicherung vor Arbeitslosigkeit und bietet vielfältige Möglichkeiten im Arbeitsleben. Unser Arbeitsmarkt und unsere Gesellschaft brauchen dringend gut ausgebildete Menschen.
Zielgruppe sind alle Leistungsberechtigten
Die Vermittlungsoffensive der kommunalen Jobcenter richtet sich grundsätzlich an alle Leistungsberechtigten. Menschen mit Fluchterfahrung sind dabei eine Zielgruppe, insbesondere Absolventinnen und Absolventen der Integrationskurse. Nach Absolvieren des Integrationskurses soll grundsätzlich in eine Erwerbstätigkeit vermittelt werden. Der weitere Spracherwerb und die Qualifizierung erfolgen im Regelfall arbeitsplatzbegleitend.
Die Vermittlungsoffensive adressiert ausdrücklich jedoch auch Menschen ohne Migrations- bzw. Zuwanderungsgeschichte. Wesentlich ist die Nähe zum Arbeitsmarkt.
Welche Jobcenter nehmen an der Vermittlungsoffensive des Landes teil?
An der Vermittlungsoffensive beteiligen sich alle 18 Jobcenter in kommunaler Trägerschaft.
Kreise: Borken, Coesfeld, Düren, Ennepe-Ruhr-Kreis, Gütersloh, Hochsauerlandkreis, Kleve, Lippe, Minden-Lübbecke, Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf.
Städte: Essen, Hamm, Mülheim an der Ruhr, Münster, Solingen, Wuppertal.
Zusammenspiel von Arbeitgebern und Jobcentern
Der Arbeits- und Fachkräftemangel erfordert ein intensives Zusammenspiel von Arbeitgebern und Jobcentern. Der nordrhein-westfälischen Landesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, dass sich die Unternehmen stärker als bisher für eine Beschäftigung von Menschen, die Beratungs- und Qualifizierungsleistungen von den Jobcentern erhalten, öffnen und sich in Abstimmung mit den Jobcentern aktiv in den individuellen Integrationsprozess einbringen. Das Land wirbt deshalb intensiv mit den Akteuren auf Landesebene und insbesondere mit den Unternehmensverbänden und Kammern für die Vermittlungsoffensive. Gemeinsam konnten viele Erfolge erzielt werden und dadurch sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer neue Perspektiven geschaffen werden.
Einige gelungene Beispiele finden Sie unten auf der Seite.
Fortführung der Vermittlungsoffensive in 2026
Die positiven Ergebnisse und Erfahrungen der Vermittlungsoffensive haben die Landesregierung bestärkt, den erfolgreichen Weg fortzusetzen. Im Jahr 2024 konnten die kommunalen Jobcenter 10,5 % mehr Integrationen in den Arbeitsmarkt erreichen als im Jahr 2023. Im Jahr 2025 steigerten sie das Ergebnis um weitere 5,0 % im Vergleich zum Jahr 2024. Hiermit haben die kommunalen Jobcenter einen bedeutsamen Beitrag zur Bekämpfung des Fach- und Arbeitskräftemangels in Nordrhein-Westfalen beigesteuert.
Darüber hinaus hat die Vermittlungsoffensive gezeigt, dass das Fundament der erfolgreichen Arbeit der Mitarbeitenden in den Jobcentern die persönliche Beratung ist. Die kommunalen Jobcenter sind nah am Menschen und können so individuelle und erfolgreiche Beratung und Unterstützung auf dem Weg in den Arbeitsmarkt liefern.
Die persönliche Beratung ist ein entscheidender Baustein der Vermittlungsoffensive, der im Jahr 2026 noch deutlicher in den Blickpunkt gestellt wird. Dies betrifft ausdrücklich alle Leistungsbeziehenden.
Jede(r) wird gebraucht, jede(r) soll ein Angebot erhalten und jede(r) muss sich einbringen, um mit Hilfe der Unterstützungsangebote der Jobcenter den Übergang in eine Beschäftigung zu schaffen.
In der praktischen Umsetzung bedeutet dies, dass die kommunalen Jobcenter in Nordrhein-Westfalen die leistungsberechtigten Personen einladen und ihnen möglichst ein Angebot unterbreiten sollen, eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen sowie in den Gesprächen, sofern dies zielführend ist, einen Kooperationsplan zu erarbeiten, in dem die Schritte für eine Arbeitsaufnahme, Ausbildung oder Qualifizierung festgehalten werden. Wichtig ist dabei auch, einen engen Kontakt zwischen Bewerberinnen, Bewerbern, den Mitarbeitenden des Jobcenters und den Arbeitgebenden her- und sicherzustellen.
Beispiele aus der Vermittlungsoffensive
Die Vermittlungsoffensive wirkt! Die 18 beteiligten Jobcenter haben eine Reihe von zusätzlichen Aktivitäten entfaltet, um realistische Perspektiven aufzuzeigen, noch intensiver zu unterstützen und in Unternehmen zu vermitteln. Die Beispiele zeigen erfolgreiche Vermittlungen, zielführende Veranstaltungsformate, innovative Schnuppertrainings oder besondere Beratungsangebote.
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