Modellprojekte

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Evaluation des Brückentreffs

Förderschwerpunkt: Sonstige innovative Ansätze

Träger: Diakonisches Werk Dortmund und Lünen gGmbH

Laufzeit: 01.05.2011 – 31.12.2011

Zielgruppe: Ohne besondere Zielgruppe

Projektort: Dortmund

Projektbeschreibung:

Der Brückentreff befindet sich im Bereich des Quartiers Hafen in der Dortmunder Nordstadt, in einer ehemaligen Kneipe mitten in einem Wohnviertel. Die Dortmunder Nordstadt ist aufgrund innerstädtischer Segregationstendenzen, ein Ort, an dem sich die sozialen Probleme häufen und die Bevölkerung hinsichtlich ihrer Integrationskraft zunehmend überfordert.

Der Brückentreff wird regelmäßig von 40 Personen die wohnungslos, ehemals wohnungslos oder in prekären Wohnverhältnissen leben, besucht. Davon sind durchschnittlich 14 % Frauen.

Abschlussbericht

Ziele und Methoden des Projektes

Zielgruppe:

  • Diakonisches Werk mit seinen Entscheider- und Mitarbeiterebenen
  • NutzerInnen des Brückentreffs
  • Nachbarschaft des Brückentreffs
  • Partner des Diakonischen Werkes im Hilfesystem für Menschen in Wohnungsnot in Dortmund
  • Fach- und Stadtöffentlichkeit

qualitative Ziele:

  • Überprüfung der Zielerreichung für die Einzelfallhilfe und das Gesamtangebot der Einrichtung
  • Identifizierung von wirksamen, konzeptionellen Elementen des Brückentreffs für eine Fachdiskussion, mit dem Ziel die sozialräumliche Einbindung von tagesstrukturierenden Angeboten der Wohnungsnotfallhilfe in der Stadtteilentwicklung und die Diskussion um den Aufenthalt im öffentlichen Raum anzureichern

vorgesehene Methoden zur Zielerreichung:

  • Einrichtung einer Projektgruppe und eines Begleitgremiums
  • Abstimmung und Anpassung des Zielsystems mit Projektgruppe
  • Sichtung und Auswertung von trägereigenen Materialien und
  • Konzepten sowie von Presseartikeln und Publikationen
  • Durchführung eines Gesprächs mit den Mitarbeiter/-innen des
  • Brückentreffs zur Konzeption und inhaltlichen Entwicklung des
  • Angebotes sowie seiner Nutzerstruktur
  • Durchführung und Auswertung von acht Experteninterviews mit
  • Vertreter/-innen der unterschiedlichen Segmente des Hilfesystems für
  • Menschen in Wohnungsnotfällen in Dortmund
  • Durchführung und Auswertung von 17 Interviews mit Nutzer/-
  • innen des Brückentreffs in Form von leitfadengestützten Gesprächen
  • im Brückentreff
  • Durchführung und Auswertung von 24 Kurzinterviews mit
  • Passant/-innen im Quartier rund um den Brückentreff
  • Begehung des Quartiers mit einer Gruppe von sechs Nutzer/-
  • innen des Brückentreffs in Form eines „Stadtteilrundgangs“ bei dem die Nutzer/-innen die für sie relevanten Orte zeigen und ihre Bezüge dazu erklären
  • Versuch der Ansprache von Nicht-Nutzern des Brückentreffs im öffentlichen Raum
  • Auswertung der Materialien und Gespräche mit der Projektgruppe und Erstellung eines Zielsystems für die Evaluation des Brückentreffs
  • Diskussion der Evaluationsergebnisse und Entwicklung von konkreten Handlungsempfehlungen mit  dem Begleitgremium

Ausgangslage

örtliche Rahmenbedingungen/Eckdaten:

Der Brückentreff wurde 1987 in Dortmund installiert und ist seitdem ein fester Bestandteil des Dortmunder Hilfesystems. Verortet ist der Brückentreff in der Dortmunder Nordstadt, einem Stadtteil mit sich konzentrierenden sozialen und ökonomischen Problemlagen. Nach einer 25-jährigen Laufzeit stellt sich die Frage, ob Anpassungen am bestehenden Konzept vorgenommen werden sollten. Daneben sollen die anderen Träger und Akteure der Dortmunder Wohnungsnotfallhilfe eingebunden werden, um die Evaluationsergebnisse für einen trägerübergreifenden Diskurs zu nutzen.

bestehende Hilfestrukturen für Wohnungsnotfälle:

Der Brückentreff ist ein Teilprojekt der Zentralen Anlauf- und Beratungsstelle für alleinstehende wohnungslose Frauen und Männer in Dortmund. Er bietet Freizeit- und Aufenthaltsqualitäten abseits der Straße. Er ist eine niederschwellige Nahtstelle zum Hilfesystem. Aus der Dualität zwischen lebenspraktischem und versorgendem Angebot auf der einen und aktivierender, integrierender Hilfe auf der anderen Seite ist aus Sicht des Trägers ein erfolgreiches Modell geworden, das sich kontinuierlich weiter entwickelt. Eine wesentliche Charakteristik des Brückentreffs ist die Tatsache, dass dort kein Alkohol konsumiert werden darf.

Projektplanung

Meilensteine/Ablaufplanung/Projektphasen:

  • Bestandsaufnahme
  • Bewertung der Zielerreichung und Wirksamkeit
  • Reflexion und Diskurs mit einem Begleitgremium

Projektumsetzung

am Projekt Beteiligte/ Kooperationspartner:

StadtRaumKonzept GmbH, Diakonisches Werk Dortmund und Lünen, NutzerInnen des Brückentreffs, Sozialamt und Gesundheitsamt der Stadt Dortmund, BODOe.V., Verbund Sozialtherapeutischer
Einrichtungen, Sozialdezernatsbüro  Stadt Dortmund

Verlauf / Abweichungen von der Projektplanung:

Die Ansprache von Nicht-NutzerInnen im öffentlichen Raum kam leider nicht zustande

Projektergebnisse

Zielerreichung qualitativ:

  • In der Gesamtschau der Ergebnisse der Evaluation ist festzustellen, dass die derzeitige Praxis des Brückentreffs und der Vernetzung mit dem Dortmunder Hilfesystem dazu beiträgt, dass alle Ziele, die das Diakonische Werk sich mit dem Brückentreff setzt, angesprochen werden.
    Es fehlt aber eine Operationalisierung in Form von Zielgrößen. Daher ist es vor dem Hintergrund der bestehenden Ziele nur möglich zu bewerten, ob die Ziele angesprochen werden und nicht, ob sie erreicht werden.
  • Im Hinblick auf die Frage nach einem „Saufraum“ lassen die Ergebnisse der Befragung den Schluss zu, dass ein solcher auf Grund der kleinräumigen Orientierung der Nutzer/-innen und der harten Abgrenzung zwischen einzelnen Gruppen von Trinkenden im öffentlichen Raum kaum konzeptionell dazu geeignet wäre, eine sichtbare Veränderung im öffentlichen Raum herbei zu führen.
  • Der Großteil der Nutzer/-innen wohnt im direkten Umfeld des Brückentreffs, die Bewegungsräume sind eher klein. Beim Stadtteilrundgang wurde, gerade bei den Nutzer/-innen mit eigener Wohnung, deutlich, dass der Nahraum einen hohen Stellenwert hat. Die räumliche Nähe zum Brückentreff ist ein wichtiger Faktor für die emotionale Bindung an ihn.

Zielerreichung quantitativ:

Für die qualitative Bewertung der Zielerreichung wurden z.T. quantitative Daten unterstützend hinzugezogen.

weitere Effekte:

Die Evaluation hat, wie beabsichtigt, Impulse für die laufende Arbeit des Brückentreffs geliefert. Über die enge Einbindung weiterer Akteure der Dortmunder Wohnungsnotfallhilfe ist es gelungen, die Evaluationsergebnisse  in das System zu tragen und zu diskutieren.

Kontakt:
Uta Schütte-Haermeyer
Rolandstr. 10
44145 Dortmund
Tel.: 0231 8494-375
E-Mail: schuette@diakoniedortmund.de
 

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