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Erfahrungsaustausch mit der EU-Kommission

Arbeitsbesuch aus Brüssel: Direktorin der GD EMPL informiert sich über ESF-Programme in NRW

Die Direktorin des Direktorats „Jobs and Skills“ bei der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration (GD EMPL) der Europäischen Kommission, Manuela Geleng, war gemeinsam mit Justus Seuferle von der GD EMPL im Juli zu einem Arbeitsbesuch im MAGS zu Gast. Im Mittelpunkt stand dabei die Präsentation zweier ESF-kofinanzierter Programme der aktuellen Förderphase 2021 – 2027 des ESF in Nordrhein-Westfalen.

Fokus auf Ausbildungsförderung

In einem ersten Gespräch wurde das Programm „Ausbildungswege NRW“ vorgestellt. Das zuständige Fachreferat gab einen Überblick über die Programmstruktur und aktuelle Zahlen. 

Mit Beginn des Jahres 2025 wurden die seit 2023 erprobten Programme Ausbildungswege NRW und Übergangslotsen in einem gemeinsamen Programm „Ausbildungswege NRW“ zusammengefasst. Zielgruppe sind unversorgte, ausbildungssuchende junge Menschen und Schülerinnen und Schüler in den Bildungsgängen des Übergangssektors an den Berufskollegs. Ziel des Programms ist, den jungen Menschen eine passende Perspektive auf dem Weg in die Ausbildung aufzuzeigen und das Angebot einer verbindlichen Ausbildungsperspektive zu unterbreiten sowie ausbildungssuchende Unternehmen bei der Besetzung ihrer freien Ausbildungsstellen zu unterstützen. Gefördert werden landesweit 240 Coaches/Übergangslotsen, die die jungen Menschen beim Übergang in eine Ausbildung oder andere Anschlussperspektive begleiten. Ergänzt wird das Coachingangebot durch die Förderung von jährlich 270 trägergestützten Ausbildungsplätzen. Bislang konnten von den Coaches und Übergangslotsen über 7.500 junge Menschen erreicht und begleitet werden.

Anschließend berichteten Vertreterinnen des AWO Berufsbildungszentrums (AWO BBZ) Düsseldorf sowie der IHK Düsseldorf aus der Praxis: Desiree Gerner, Leitung der AWO BBZ, betonte, wie wichtig eine offene Ansprache der Jugendlichen auf Augenhöhe sei. Yvonne Dittmar-Moch, Übergangslotsin im Übergangsektor, wies darauf hin, wie positiv das Angebot bei den Schülerinnen und Schülern aufgenommen werde.

Insgesamt werden in der ESF-Förderphase 2021 – 2027 rund 23,4 Mio. Euro jährlich aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds bereitgestellt, um ausbildungsinteressierte junge Menschen mit dem Programm bedarfsorientiert zu unterstützen und in verbindliche Ausbildungsperspektiven zu begleiten. 

Langjährige Unterstützung für junge Menschen mit Behinderung

Ein zweiter Schwerpunkt des Besuchs war die Aktion „100 zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung in NRW“. Auch dieses seit vielen Jahren laufende Programm wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds kofinanziert. Dabei wird ein „Ausbildungs-Dreieck“ zwischen dem Auszubildenden mit einer Behinderung, dem kooperierenden Ausbildungsbetrieb und dem jeweiligen Berufsförderungswerk (BFW) gebildet, wobei letzteres den Ausbildungsvertrag hält. Die Vorteile dieser Struktur für alle Seiten stellte das Fachreferat vor.

Anschaulich schilderte Sabine Lauer, die Stabsstellenleiterin der Aktion 100  beim Berufsförderungswerk Oberhausen (BFW), die praktische Umsetzung: Oftmals, so Sabine Lauer, sei die Behinderung nicht offensichtlich. Gerade deshalb müsse jede Ausbildung auf die jeweils beteiligten Personen und die individuellen Herausforderungen angepasst werden. Der Lohn dieser Mühe: Auch wenn es eine nicht unerhebliche Zahl an Ausbildungsabbrüchen gibt, so gibt es doch einen hohen Prüfungserfolg (von 317 Teilnehmenden haben 165 die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, davon haben 162 im ersten Anlauf die Prüfung bestanden), und auch guten Vermittlungserfolg (ca. 2/3). Darüber hinaus wurden im Laufe der Jahre mehrere Absolventen der „Aktion 100“ aus dem BFW Oberhausen für ihre sehr guten Abschlüsse (elf Bestenehrungen in 7 Jahren in Folge) bzw. für ihren beeindruckenden Weg ausgezeichnet (z.B. 4 mal vilma Preis des VdK).