Beratung in Zeiten von Corona – Regionalagentur MEO

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Bodo Kalveram, Leiter Regionalagentur MEO, Plaktawand mit Logo MEO im Hintergrund
Interview

Regionalagentur MEO unterstützt in Corona-Zeiten die Umsetzung der ESF-geförderten Landespolitik

Die Regionalagenturen bleiben auch in Corona-Zeiten Ansprechpartner für die ESF-geförderten Programme des Landes. Die Regionalagentur MEO hat die Informations- und Beratungsarbeit auf die neuen Bedingungen eingestellt und will die Digitalisierung für die eigene Arbeit voranbringen. Leiter Bodo Kalveram berichtet über die Erfahrungen und den Einsatz neuer Online-Tools.

Arbeit.NRW:

Herr Kalveram, wie arbeiten Sie als Regionalagentur in Corona-Zeiten, wie gelingt es Ihnen, die Informations-, Beratungs- und Koordinationsarbeit in der Region aufrechtzuerhalten und fortzuführen?

Bodo Kalveram:

Wir haben uns in zwei Teams aufgeteilt und arbeiten zeitversetzt im Homeoffice und vor Ort in unseren Büroräumen. Die Beratungsarbeit können wir so reibungslos fortsetzen. Per Telefon und Email sind wir weiterhin für alle regionalen Akteure erreichbar, im Einzelfall auch per Videochat, wenn die Partner das wünschen.

In der Corona-Zeit haben wir den Austausch mit den regionalen Akteuren noch einmal verstärkt, um deren Arbeit zu unterstützen und mögliche Fragestellungen, die durch die „Kontaktreduzierte Umsetzung“ entstehen, zu beantworten. Deshalb wissen wir, dass zentrale Förderangebote wie Bildungsscheck und Potentialberatung weiterhin nachgefragt werden und dass sich die Träger schnell auf die neuen Bedingungen eingestellt haben. Offensichtlich wird das von den Betrieben auch aktuell genutzt, um vor allem Digitalisierung und Arbeitsorganisation voranzubringen. Vor allem bei der Beratung zur beruflichen Bildung (BBE) sind laut Erlass des Ministeriums Originalunterschriften notwendig. Das lief anfangs in der Praxis nicht immer rund und wir sind froh, dass wir bei der Findung praktikabler Lösungen mithelfen konnten. In der aktuellen Situation unterstützen wir zudem die Corona-Hotline der EWG- Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft und geben Informationen für Arbeitgeber und Unternehmen der Region weiter.
 

Arbeit.NRW:

Präsenzveranstaltungen waren nicht möglich. Welche Alternativen haben Sie organisiert?

Bodo Kalveram:

Derzeit sind wir in der Planung für eine neue Veranstaltungsreihe zusammen mit unseren Kooperationspartnern und dem Fraunhofer-Institut. Unter dem Titel "Digital Maker" bauen wir eine Workshop-Reihe zu Blended Learning auf. Wir hoffen zwar auf eine Präsenzveranstaltung, wir werden aber auch einen Plan B entwickeln, um die Workshops als Onlineseminar stattfinden zu lassen.

Die Runden Tische für unsere Region werden wir künftig als Videokonferenzen durchführen und bereiten das vor. Die Kolleginnen von Competentia, mit denen wir hier in einer Bürogemeinschaft sind, haben einige Veranstaltungen bereits als Onlineseminare oder Videoschalte mit großem Erfolg umgesetzt, so dass wir von deren Erfahrungen sehr gut profitieren können.

Arbeit.NRW:

Mit Blick auf  Nach-Corona-Zeiten - die Arbeit der Regionalagentur wird digitaler, wie weit sind Sie hier?

Bodo Kalveram:

Grundsätzlich stehen wir sicherlich vor der Frage, wie das papierlose Büro und eine in Teilen präsenzlose Büroarbeit organisiert werden kann und wie wir die Digitalisierung für unsere eigene Arbeit als Regionalagentur voranbringen können.

Beispielsweise arbeiten wir mit einem neuen Tool, das gute Chatfunktionen für die Projektarbeitet bietet. Um das digitale Projektmanagement voranzutreiben, haben wir bzw. die Wirtschaftsförderung Essen als unser Träger ein weiteres digitales Tool eingeführt. Wir sind da allerdings erst am Anfang und nutzen die Planungen für die Workshop-Reihe Digital Maker als eine Art Pilotprojekt. Es braucht doch einige neue Routine, um mit diesen Tools und Möglichkeiten vertraut zu werden und sie im Projektalltag professionell zu nutzen.

Insgesamt hoffe ich, dass wir unsere Erfahrungen aus der jetzigen Corona-Krise positiv wenden können, ein zentraler Punkt wird sicherlich sein, eine tragfähige Digitalisierungsstrategie für die Regionalagentur und ihre Angebote zur Begleitung der Förderprogramme zu entwickeln.