G.I.B.: Onlineseminare in der Corona-Krise

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Mann mit Köpfhörer mit Sicht auf Bildschirm mit Teilnehmnden einer Webkonferenz

G.I.B.-Onlineseminar: Geoinformationssysteme zur Armutsbekämpfung und Sozialplanung

Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) unterstützt Fortbildung und Austausch der Akteure

Die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) begleitet die Umsetzung der Arbeits- und Sozialpolitik des Landes auch während der Corona-Pandemie. Um Fortbildung und Austausch aufrechtzuerhalten, hat die G.I.B. einige ihrer Präsenzveranstaltungen kurzfristig in Onlineseminare umgewandelt. Eins davon trägt den Titel "Geoinformationssysteme in der Sozialplanung", das sich an kommunale Sozialplanerinnen und Sozialplaner richtete.

Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung - ein strategisches Anliegen der nordrhein-westfälischen Landesregierung - Fortbildung im Onlineseminar

„Schnelle Hilfe für die Ärmsten der Armen“ - mit diesen Worten hatte Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann angesichts der Corona-Krise ein Notfallpaket für die Akutversorgung obdachloser Menschen bereitgestellt. Doch die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung gilt nicht nur für Corona-Zeiten. Vielmehr ist sie ein strategisches Anliegen der nordrhein-westfälischen Landesregierung, das auch anderen von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen zugutekommt.

Das Team Armutsbekämpfung und Sozialplanung der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) unterstützt und berät im Auftrag der Landesregierung und finanziert über den Europäischen Sozialfonds die Kommunen in Nordrhein-Westfalen bei der kleinräumigen Sozialberichterstattung und der Entwicklung ressort- und institutionsübergreifender Arbeitsstrukturen, die geeignet sind, die komplexen Problemlagen in den Sozialräumen zu bearbeiten. Zugleich ermöglicht das Team den landesweiten Austausch zwischen den einzelnen Kommunen und bietet Fachpublikationen und Fortbildungsangebote insbesondere für Sozialplanerinnen und Sozialplaner an.

Um die Fortbildung und den Austausch auch in der kontaktreduzierten Corona-Krise aufrechtzuerhalten, hat die G.I.B. einige ihrer Präsenzveranstaltungen kurzfristig in Onlineseminare umgewandelt. Eins davon trägt den Titel „Geoinformationssysteme in der Sozialplanung“, das sich an kommunale Sozialplanerinnen und Sozialplaner richtet.

Hotspots für den kommunalen Handlungsbedarf identifizieren

„Geoinformationssysteme“, sagt G.I.B.-Mitarbeiter Tim Stegmann, „dienen der Erfassung, Analyse und Präsentation räumlicher Daten aus den unterschiedlichsten Bereichen wie etwa Soziales, Städtebau, Umwelt oder Sicherheit. Sie sind ein wichtiger Baustein bei der adäquaten Beschreibung der Lebenslagen der Menschen, da sie auf kleinräumiger Ebene gemeinsam ausgewertet werden können. Zugleich führen sie zu einer Verbesserung der Planung der sozialen Infrastruktur, da kleinräumige kartografische Darstellungen das Verständnis für die Konzentration von benachteiligenden Lebenslagen in der Kommune erhöhen. So können Entfernungsanalysen zu Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie etwa Kitas für unter Dreijährige Hinweise liefern, ob diese Einrichtungen dort zu finden sind, wo auch die meisten unter Dreijährigen leben.“

Eindringlich auch ein zweites Beispiel: Über Geoinformationssysteme lassen sich kommunale „Hitzeinseln“ identifizieren, also innerstädtische Gebiete ohne ausreichende Luftzirkulation aufgrund allzu dichter Bebauung oder in Folge der klimawandelbedingten Zunahme von Extremtemperaturen, die für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Hochsommer gefährlich werden können. Tim Stegmann: „Vom Bau eines Altenpflegeheims an dieser Stelle wäre also abzuraten, es sei denn, man kombiniert ihn zum Beispiel mit der Anlage großflächiger Grünanlagen.“

All das und mehr war Gegenstand des G.I.B.-Onlineseminars. Als Dozent referierte Dr. Christian Müller-Kett. Auch nach seinen Erkenntnissen sind bloße Zahlen in Excel-Tabellen kaum aussagekräftig: „Erst wenn die Daten mit Hilfe von Geoinformationssystemen räumlich dargestellt werden, werden Zusammenhänge deutlich. So können Sozialplanerinnen und Sozialplaner auf einen Blick Hotspots in den Kommunen erkennen, die exakt vor Augen führen, wo in einer Kommune Handlungsbedarf besteht.“

Postive Resonanz der Teilnehmenden

Eine Aussage, die Diana Röhricht, Mitarbeiterin der Stabsstelle Sozialplanung bei der Stadt Mönchengladbach und Teilnehmerin des Onlineseminars, bestätigen kann: „Über Geoinformationssysteme können wir ‘sprechende Karten‘ generieren, die oft mehr sagen als tausend Worte und bloße Zahlen. So können wir Plandaten visualisieren und sie der Politik und der Verwaltung zur Verfügung stellen.“ Positiv bewertet sie auch die zusätzlichen Bestandteile des G.I.B.-Onlineseminars, „die Übungen in Form von Video-Tutorials für die Selbstlernphase zum Beispiel, die Videos der Vorträge, um sie später auch anderen Interessenten vorspielen zu können sowie das Online-Handbuch zur späteren Arbeit mit Geoinformationssystemen.“

Nicht zuletzt wegen der positiven Resonanz der Teilnehmenden soll es auch in Nach-Corona-Zeiten Onlineseminare geben, zumal sie manchen Teilnehmenden aufgrund eingesparter Fahrzeiten und wegen der zeitlichen Beschränkung auf halbe Tage statt – wie bei der ursprünglich geplanten Präsenzveranstaltung - auf ganze Tage die Teilnahme überhaupt erst ermöglicht haben.

Einsatzmöglichkeiten und Grenzen digitaler Formate

Doch für G.I.B.-Experte Tim Stegmann kommen Onlineseminare nach Corona nur bei eher technischen Themen wie etwa der Arbeit mit Geoinformationssystemen in Frage. Für Beratungsgespräche mit Workshop-Charakter ist ein solches Format hingegen in seinen Augen kaum geeignet: „In der Beratung eignen sich Videokonferenzen nur für einfache Themen und mit Menschen, die wir schon vorher persönlich kennen gelernt haben. Sozialplanung hat auch viel mit dem Aufbau von Vertrauen zwischen Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen der Kommunalverwaltung oder weiterer Organisationen zu tun. Da ist der persönliche Kontakt unabdingbar. Und für unsere Arbeit als Beraterinnen und Berater ist der Einsatz „unserer“ Arbeitsmittel wie Flipcharts oder Moderationskarten unbedingt notwendig. Auch für Fortbildungen etwa zu den Themen Moderationstechniken oder Kooperationsmanagement kommen sie nicht in Frage, weil die persönliche Nähe ein wesentliches Element dieser Fortbildungen ist, da nur so die persönlichen und sozialen Kompetenzen der einzelnen Personen zum Ausdruck kommen.“

Unabhängig davon, ob die G.I.B. zukünftig Präsenzveranstaltungen oder Onlineseminare organisiert: Im Handlungsfeld „Armutsbekämpfung und Sozialplanung“ sind ihre Beratungsleistungen nicht nur in den Augen von Diana Röhricht, der Sozialplanerin aus der Stadt Mönchengladbach, unverzichtbar: „Das Team der G.I.B. ist für uns ein sehr wertvoller Beratungspartner. Außerdem trägt sie die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den verschiedenen Kommunen zusammen, woraus sich für unsere Arbeit immer wieder fruchtbare, in der Praxis verwertbare und von uns hochgeschätzte Hinweise ergeben.“

 

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