Berufsfelderkundung in der Praxis - Dachdeckerei

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Gespeichert von Arbeit.Meding am 9. Februar 2018
Schüler (vorne auf Leiter) und Handwerksmeister bei Dacharbeiten

Gut betreut und hoch hinaus. Zu Besuch bei der Dachdeckerei Mende

Handwerksbetrieb öffnet Türen, um Nachwuchskräfte für Traditionsberuf zu interessieren

Neben vielen jungen Berufsfeldern sind im Rahmen der Berufsfelderkundung auch ganz traditionelle Gewerbe zu erleben. In Wuppertal zum Beispiel lernen Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Facetten eines Dachdeckerbetriebs kennen.

Dachdecker Klaus Mende ist stolz auf seinen Beruf. Genau dieses Gefühl will der Wuppertaler Unternehmer im Rahmen der Berufsfelderkundung (BFE) den jungen Menschen vermitteln. Wie das geht, in nur einem Tag? „Ich gebe den Schülerinnen und Schülern möglichst viel in die Hand. Traditionelle Werkzeuge, unterschiedlichste Materialien. Sie sollen nicht nur zugucken, sondern mitmachen“, sagt Mende.

Er führt in zweiter Generation einen Betrieb mit sieben Beschäftigten. Die überschaubare Größe ermögliche es interessierten Schülerinnen und Schülern, sich ganz schnell zu integrieren. Schüler Niclas hat vor rund einem Jahr die BFE bei der Mende GmbH absolviert: „Ich habe direkt gemerkt, dass Teamfähigkeit wichtig ist und dass hier im Unternehmen die Atmosphäre gut ist“, sagt er.
In der großen Werkstatt- und Lagerhalle des Betriebs in Wuppertal-Nächstebreck ist Niclas nach einer kurzen Einweisung selbst aktiv geworden. Er hat Nägel in einen Balken geschlagen, Bleche gekantet, Schiefer bearbeitet und Kunststoffbahnen zugeschnitten. „Man kann viel Energie loswerden, das fand ich gut“, sagt der Schüler.

Durch die Übungen mit Werkzeugen und Materialien lasse sich ganz nebenbei viel über die Geschichte des Berufs vermitteln, sagt Geschäftsführer Mende. „Wir zeigen zum Beispiel den Schieferhammer. Das ist etwas ganz Beständiges, damit habe ich schon während meiner Lehre gearbeitet.“ Verschiedenste Dachpfannen gibt Mende den Schülerinnen und Schülern in die Hand. „Nur auf diese Weise bekommen sie ein Gefühl für Gewicht und Beschaffenheit der Werkstoffe.“ An Modellflächen zeigt er, wie das Material am Dach befestigt wird. Er demonstriert, welche verschiedenen Deckungsformen und Farbgestaltungen möglich sind. Auch den kreativen Aspekt seines Berufs wolle er vermitteln, sagt Mende.

„Ich war überrascht, was ein Dachdecker alles macht“, sagt Niclas. Diverse Dämmmaterialien und Kunststoffbahnen hat er im Lager zugeschnitten. „Zu unseren Aufgaben gehören auch Abdichtungsarbeiten und Wärmedämmung“, sagt Mende.
Der Tagesablauf der BFE bei Dachdecker Mende ist flexibel und nicht zuletzt wetterabhängig. Unter Umständen ist der Besuch einer Baustelle möglich. Niclas hat dabei zum ersten Mal auf dem Beifahrersitz eines Lkws gesessen: „Das war ein neues Gefühl. In engen Straßen fühlte es sich abenteuerlich an“, erinnert sich der Schüler. Auf der Baustelle nahmen ihn Gesellen mit auf ein Gerüst. Gesichert wurde Niclas mit einem Gurt. „Zum Glück bin ich schwindelfrei“, sagt er. „Wir hatten auch schon Schülerinnen und Schüler, denen fiel das weniger leicht“, sagt Mende, „das ist dann auch eine wichtige Erfahrung.“ Mit der Zeit könne man sich aber an Höhe gewöhnen, ermutige er die BFE-Schülerinnen und -Schüler. Schließlich sollen alle Teilnehmenden den BFE-Tag mit einem guten Gefühl beenden.

Dachdecker Mende will mit seinem Engagement auch den Nachwuchsproblemen seiner Branche etwas entgegensetzen. Er schätzt es, die Schülerinnen und Schüler zu einem frühen Zeitpunkt in ihrer beruflichen Orientierungsphase kennenzulernen. „Die Jugendlichen sind dann noch ganz besonders aufgeschlossen.“
Er wünscht sich, dass der BFE-Tag ein Erlebnis ist, von dem die Schülerinnen und Schüler auch ihren Freundinnen und Freunden berichten. So war es bei Niclas: „Nach der BFE hatte ich viel zu erzählen.“

 

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