Berufsfelderkundung in der Praxis - Bayer AG

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Im Labor Torsten Brand, Mitte, mit zwei Schülern
Interview

Auf Entdeckungstour im Labor - Bayer AG ermöglicht Berufsfelderkundung

Bayer AG ermöglicht Schülerinnen und Schülern Berufsfelderkundungen für Laborberufe.

Die Bayer AG beschäftigt weltweit rund 99.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 30.600 davon in Deutschland. Schwerpunkt des Konzerns ist die chemische und pharmazeutische Industrie. Die Berufsfelderkundung wird dort typischerweise für 20 Schülerinnen und Schüler angeboten. Ein Interview mit Torsten Brandt (Bayer AG)

ARBEIT.NRW:

Herr Brandt, was bieten Sie im Rahmen der Berufsfelderkundung (BFE) an?

Torsten Brandt:

Wir bieten Berufsfelderkundung an unseren verschiedenen Standorten an: in Wuppertal, Dormagen sowie in Kombination in Leverkusen und Monheim. Im Fokus stehen die naturwissenschaftlichen Berufe. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblick in die Arbeit von Chemie- und Biologielaborantinnen/-laboranten und Chemikantinnen/Chemikanten.
Wir bieten eine Mischung aus Betriebserkundung und Besuch des Ausbildungszentrums. Dort können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseren Auszubildenden im Labor über die Schulter schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Unser Programm dauert etwa von 9 bis 15 Uhr inklusive eines Mittagessens. Mit dazu gehört meistens auch noch eine Busrundfahrt über das Gelände.

ARBEIT.NRW:

Was hat sich in der Praxis bewährt?

Torsten Brandt:

Wir beginnen mit einer Präsentation über das Unternehmen. Dabei geht es sowohl um die Produktion als auch um den Ausbildungsbetrieb. Zu Beginn fragen wir die Schülerinnen und Schüler, was sie schon über die Firma wissen. Darauf bauen wir auf und erweitern ihr Wissen über das Unternehmen. Auch wenn wir die praxisorientierte Berufsfelderkundung auf diese Weise mit etwas Theorie beginnen, halten wir an diesem Ablauf fest. So wissen die Schülerinnen und Schüler bei der anschließenden Betriebserkundung bereits genau: Wo bin ich hier? Was machen die hier? Welche Praktikumsmöglichkeiten gibt es für Schülerinnen und Schüler? Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es für Absolventen? Ratsam ist auch, zu Beginn den geplanten Tagesablauf einmal mit den Schülerinnen und Schülern durchzugehen.

ARBEIT.NRW:

Was erwarten Sie von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern?

Torsten Brandt:

Wir wünschen uns Interesse und Aufgeschlossenheit – ohne das bringt der Tag bei uns nicht viel. Wir finden es klasse, wenn Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie Spaß am Entdecken haben. Wir wissen aber auch, dass bei der Berufsfelderkundung viel Ungewohntes auf die Schülerinnen und Schüler zukommt. Da ist es verständlich, wenn sie mal nervös sind oder ungeduldig. Dann signalisieren wir, dass wir sie im übertragenen Sinne an die Hand nehmen. Wir zeigen und erklären, wie der Betrieb funktioniert.

ARBEIT.NRW:

Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit den Berufsfelderkundungen?

Torsten Brandt:

Unsere Erfahrungen und auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sind durchgängig positiv. Manchmal wünschen sie sich, noch mehr praktisch zu arbeiten. Aber das ist aus sicherheitstechnischen Gründen in der chemischen Industrie schwierig. Wir könnten einen Kleinstversuch machen, der wäre aber vergleichbar mit Experimenten, die die Schülerinnen und Schüler bereits aus dem Unterricht kennen. Wir konzentrieren uns daher umso mehr darauf, den Schülerinnen und Schülern einen Mehrwert zu bieten und möglichst viel Neues zu zeigen. Auch wenn sie dann bei einem Versuch vielleicht nur zuschauen dürfen, anstatt mitzumachen.

ARBEIT.NRW:

Welchen Rat würden Sie anderen Betrieben geben?

Torsten Brandt:

Die Betriebe sollten sich auf jeden Fall das Feedback der Schülerinnen und Schüler holen, um zu sehen: Macht das Sinn, was ich anbiete? Haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Spaß und einen Mehrwert? Dafür planen wir am Ende der Berufsfelderkundung immer mindestens eine halbe Stunde ein. Dafür gehen wir die einzelnen Stationen des Tages noch einmal durch. Zuhören ist dabei ganz wichtig. Bei der Berufsfelderkundung müssen beide Seiten Interesse zeigen, das Unternehmen und die Schülerinnen und Schüler.