Ausbildungsprogramm NRW – Praxisbeispiel Castrop-Rauxel

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Frau in der Werkstatt

Ausbildung zur Steinmetzin – Hilfestellung für ausbildenden Betrieb

EU-gefördertes Ausbildungsprogramm NRW verbessert Ausbildungssituation in benachteiligten Regionen Nordrhein-Westfalens - Chance für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf

Die rebeq GmbH begleitet als Träger die Umsetzung des Ausbildungsprogramms NRW im Kreis Recklinghausen. Im Rahmen des Programms wird eine junge Frau zur Steinmetzin ausgebildet. Der Ausbildungsbetrieb, die Firma Grabmale Rüttershoff in Castrop-Rauxel, weiß die Unterstützung zu schätzen: „Eine echte Hilfestellung, gerade wenn man zum ersten Mal ausbildet.“

Mit dem EU-geförderten Programm wird die Ausbildungssituation für junge Menschen mit Startschwierigkeiten in benachteiligten Regionen Nordrhein-Westfalens verbessert. Teilnehmende Betriebe erhalten einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung von bis zu 325 Euro monatlich und maximal 24 Monate lang. Die teilnehmenden Jugendlichen werden über die örtliche Arbeitsagentur oder das Jobcenter vorgeschlagen.

Die rebeq GmbH, ein Tochterunternehmen der Arbeiterwohlfahrt, bietet im Kreis Recklinghausen 48 Plätze im Rahmen des Ausbildungsprogramms NRW an. Der Bildungsträger akquiriert zu den Teilnehmenden geeignete Betriebe, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten oder zum ersten Mal ausbilden.

„Im Rahmen des Ausbildungsprogramms NRW vermitteln wir junge Menschen in passgenaue Ausbildungen mit der Möglichkeit zu weiteren Unterstützungsangeboten. Dabei sind wir Ansprechpartner für die Auszubildenden, den jeweiligen Ausbildungsbetrieb und das Berufskolleg. Unser Ziel ist es, Ausbildungssuchenden eine Ausbildung in einem Unternehmen und eine anschließende Beschäftigungsperspektive zu ermöglichen“, sagt Helena Kaiser, Bereichsleiterin Übergang Schule-Beruf bei der rebeq und Vermittlungsfachkraft.

Für das Matching, also das Zusammenbringen von ausbildungsinteressierten jungen Menschen und Betrieben in der Region, kann die rebeq auf eine große Betriebsdatenbank und ein über die Jahre gewachsenes Netzwerk zurückgreifen. „Für eine Ausbildung durch das Ausbildungsprogramm werben wir auf allen möglichen Wegen und informieren auch auf Messen.“ Der Zuschuss sei dabei zweifelsohne ein „großer Anreiz, gerade für Kleinstbetriebe“, so Helena Kaiser.

Ausbildung zur Steinmetzin bei der Firma Rüttershoff

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz gestaltete sich für Carina Kühn zunächst holprig. Trotz mehrerer Praktika gelang es ihr nicht gleich, einen Beruf zu finden, in dem sie ihre handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten nutzen kann. Der Weg in die Ausbildung war begleitet von Phasen der Selbstfindung und Neuorientierung und auf ihre Bewerbungen erhielt sie zahlreiche Absagen. Die Agentur für Arbeit überwies Frau Kühn an die rebeq GmbH und somit in das „Ausbildungsprogramm NRW“.

Über die rebeq kam schließlich die Ausbildung von Carina Kühn zur Steinmetzin in Castrop-Rauxel zustande. Ein Beruf, in dem eher selten Frauen und weibliche Auszubildende zu finden sind. Die heute 24-Jährige hatte nicht nur das Glück, auf einen aufgeschlossenen Betrieb zu stoßen, sondern auch eine klare Zielvorstellung. Nachdem sie mehrere Jahre als Tätowiererin gearbeitet hatte, wollte sie einen anerkannten Ausbildungsberuf erlernen. „Meine Mutter hat mich auf die Idee zu diesem Handwerkswerksberuf gebracht“, berichtet die junge Frau, die über die rebeq schließlich den Weg in die gewünschte Ausbildung fand und mittlerweile im zweiten Ausbildungsjahr ist.

Die Ausbildung passt zu ihrem kreativen Talent. Davon ist auch ihr Chef Sören Malaschewski überzeugt. Er hatte die Firma Grabmale Rüttershoff vor einigen Jahren übernommen und kannte Carina Kühn bereits aus einem früheren Praktikum. „Von dem Ausbildungsprogramm NRW habe ich auf Umwegen über die Arbeitsagentur erfahren, die den Kontakt zur rebeq hergestellt hat“, berichtet Sören Malaschewski.

„Gerade wenn man zum ersten Mal ausbildet, ist es gut, ein Auffangnetz für alle möglichen Fragen zu haben. Über das Programm gibt es eine echte Hilfestellung“, so der Chef und Betriebsinhaber. Unbestreitbar sei aber auch der Zuschuss ein „wichtiger Faktor“ gewesen, um die Türen für eine Ausbildung zu öffnen. „Am Anfang war ja kaum absehbar, wie die Ausbildung laufen würde. Heute sehe ich für Frau Kühn eine deutliche Perspektive und kann sie mir gut als kreativen in Kopf in unserer Werkstatt vorstellen.“

Mit seiner Auszubildenden hat er nicht zuletzt ein Alleinstellungsmerkmal für den Betrieb angeworben. Denn mit ihren Erfahrungen als Tätowiererin bringt Carina Kühn auch künstlerisches Geschick mit und kann individuelle Skizzen nach den Wünschen der Kunden für Grabsteine anfertigen, zum Beispiel den Fußabdruck eines verstorbenen Kindes oder die Gestalt des Magiers Gandalf für den Grabstein eines Herr-der-Ringe-Fans.

Alles auf gutem Weg, davon ist Vermittlerin Kaiser überzeugt. „Das Ausbildungsverhältnis ist sehr stabil, die Auszubildende ist sehr engagiert und der Betrieb ist mit der Entwicklung sehr zufrieden. Insofern haben wir hier unseren Job erfolgreich erledigt.“

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