Ausbildung

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Zwei Frauen in medizinischer Arbeitskleidung sitzen an einem Schreibtisch und schauen sich ein Blatt Papier an.

Ausbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen

Anspruchsvoll und zukunftssicher

Ausbildungen in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen sind anspruchsvoll und zukunftssicher. Neben der neuen generalistischen Pflegeausbildung existiert hier eine abwechslungsreiche Zahl an unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten. Die Ausbildung findet dabei an so genannten "Schulen des Gesundheitswesens" statt, dauert in der Regel drei Jahre und umfasst einen theoretischen und einen praktischen Ausbildungsteil.

Informationen zu den Ausbildungsberufen finden Sie hier im Überblick. 

Generalistische Pflegeausbildung

Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden im Pflegeberufegesetz (PflBG) zusammengeführt. Dieses ist am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen.
Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“.
Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Die Ausbildungsdauer beträgt generell in Vollzeit drei Jahre (2.100 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht / 2.500 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung findet an den Pflegeschulen und in Krankenhäusern, Einrichtungen der stationären Altenhilfe sowie der ambulanten Versorgung statt. Hierzu werden Ausbildungsverträge geschlossen. Die Auszubildenden erhalten während der Ausbildung eine Ausbildungsvergütung.

Nach zwei Dritteln der Ausbildung wird eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eingeführt. Die am Abschluss der Ausbildung stehende staatliche Prüfung besteht aus einem praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil.

Der Zugang zur bundeseinheiltich geregelten dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung ist - im Sinne der europäischen Vergleichbarkeit der  Pflegeausbildungen - ohne Schulabschluss nicht möglich.
Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann sind gemäß § 11 Pflegeberufegesetz:

1. der mittlere Schulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss oder
2. der Hauptschulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Schulabschluss, zusammen mit dem Nachweis

a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zweijärhiger Dauer.
b) einer erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferausbildung von mindestens einjähriger Dauer
oder

3. der erfolgreiche Abschluss einer sonstigen zehnjährigen allgemeinen Schulbildung.

Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung kann ein Pflegestudium absolviert werden. Informationen dazu gibt es hier.

Einjährige Ausbildung generalistische Pflegefachassistenz in Nordrhein-Westfalen

Das nordrhein-westfälische Kabinett hat am Dienstag, 8. Dezember 2020 die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die einjährige Pflegefachassistenzausbildung verabschiedet. Mit der Verordnung wird ein wesentlicher Baustein für neue Bildungswege in die berufliche Pflege gelegt.
 
Die Verordnung ist zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Ergänzend zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Pflegefachassistenz wurde die Verpflichtung zur Gewährung einer angemessenen  Ausbildungsvergütung für die zukünftigen Auszubildenden im Pflegefachassistenz-Ausbildungsvergütungsgesetz geregelt. Das Gesetz ist ebenfalls zum 1. Januar 2021 in Kraft getreten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Altenpflege / Altenpflegehilfe

Mit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung zum 1. Januar 2020 ist das Altenpflegegesetz außer Kraft getreten. Eine Altenpflegeausbildung auf dieser Grundlage ist nicht mehr möglich. Die derzeit laufenden Kurse werden bis zum staatlichen Examen weitergeführt.

Ausbildung in der Altenpflegehilfe

Zum 1. Januar 2021 ist die generalistische Pflegefachassistenzausbildung in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten. In einer Übergangsphase besteht bis zum 30. Juni 2021 auch weiterhin die Möglichkeit zur Ausbildung zur Altenpflegehelferin bzw. zum Altenpflegehelfer. Diese findet ebenfalls an zugelassenen Pflegeschulen (bisherigen Fachseminaren für Altenpflege) statt und dauert ein Jahr (750 Stunden theoretischer und fachpraktischer Unterricht / 900 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung in der Altenpflegehilfe soll die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die für eine qualifizierte Betreuung und Pflege alter Menschen in stabilen Pflegesituationen unter Anleitung einer Pflegekraftkraft erforderlich sind.

Gesundheits- und Krankenpflege bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

Mit Einführung der generalistischen Pflegeausbildung zum 1. Januar 2020 ist das Krankenpflegegesetz außer Kraft getreten. Eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege und in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege auf dieser Grundlage ist nicht mehr möglich. Die derzeit laufenden Kurse werden bis zum staatlichen Examen weitergeführt.

Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz

Am 1. Januar 2021 ist die generalistische Pflegefachassistenzausbildung in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten. In einer Übergangsphase besteht bis zum 30. Juni 2021 auch weiterhin  die Möglichkeit zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz. Diese findet  an zugelassenen Pflegeschulen (bisherige Krankenpflegeschulen) statt und dauert in Vollzeit 1 Jahr (500 Stunden theoretischer und fachpraktischer Unterricht / 1.100 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz soll Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Gesundheitsförderung sowie der Versorgung und Begleitung von kranken und behinderten Menschen vermitteln.

Studium und Beruf der Hebammen

Informationen

Hebammen leisten als Angehörige der Gesundheitsfachberufe einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen. Denn Hebammen legen den Grundstein zu einem guten Start ins Leben. Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten, flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Versorgung mit geburtshilflichen Leistungen ist daher ein wichtiges Anliegen des MAGS.
Der Hebammenberuf umfasst insbesondere die selbstständige und umfassende Beratung, Betreuung und Beobachtung von Frauen während der Schwangerschaft – also pränatal, aber auch bei der Geburt, während des Wochenbetts sowie der Stillzeit, die selbstständige Leitung von physiologischen Geburten sowie die Untersuchung, Pflege und Überwachung von Neugeborenen und Säuglingen.
Am 1. Januar 2020 sind das Hebammengesetz (HebG) sowie die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV) in Kraft getreten. Mit diesen neuen bundesgesetzlichen Regelungen wurde auch die Ausbildung in der Hebammenkunde grundlegend neu ausgerichtet, das heißt alle Hebammen werden zukünftig akademisch im Rahmen von Regelstudiengängen ausgebildet. Das Hebammenstudium ist als duales Studium mit verschiedenen Lernorten ausgestaltet und weist einen hohen Praxisanteil aus. Die Praxiseinsätze finden im Krankenhaus und im ambulanten Bereich, z.B. bei einer freiberuflichen Hebamme oder in einem Geburtshaus statt. Das Studium dauert in Vollzeit mindestens sechs Semester, aber höchstens acht Semester und schließt mit einer Bachelorprüfung, die die staatliche Prüfung umfasst, ab.
Eine berufsfachschulische Ausbildung an den bestehenden Hebammenschulen kann nur noch bis zum 31. Dezember 2022 begonnen werden und muss bis zum 31. Dezember 2027 abgeschlossen sein. Das HebG sieht für eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2030 vor, dass Hochschulen die praktischen Lehrveranstaltungen des Studiums und die Praxisbegleitung von bestehenden Hebammenschulen durchführen lassen können. Zu diesem Zweck können entsprechende Kooperationsvereinbarungen zwischen Hochschulen und Hebammenschulen geschlossen werden.
 
Für Detailinformationen wird auf den Link „Häufig gestellte Fragen und Antworten“ verwiesen.

Hebammenstudium

Ziel der Akademisierung ist es, den Hebammenberuf zukunftsgerecht weiterzuentwickeln, attraktiver zu gestalten und die Qualität der Ausbildung nachhaltig zu verbessern.
Darum hat der Bund in Umsetzung der Richtlinie 2005/36/EG das neue Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen vom 22. November 2019 (BGBL. I S. 1759) und die Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen vom 8. Januar 2020 (BGBL. I S. 39) geschaffen.
Die Qualifikation zur Hebamme wird nunmehr nach und nach bis 31. Dezember 2027 von einer dreijährigen, fachschulischen Ausbildung in ein duales Studium von mindestens sechs und höchstens acht Semestern Dauer überführt.
Neben den aktuell 12 ausbildenden Hebammenschulen in Nordrhein-Westfalen soll zum Wintersemester 2021/2022 ein flächendeckendes Hochschulangebot für diesen Studiengang mit einer ausreichenden Zahl an Studienplätzen vorgehalten werden. Bisher haben acht Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Interesse an der Einrichtung eines Studiengangs bekundet.
Derzeit gibt es aktuell eine staatliche sowie zwei private Hochschulen, an denen bereits seit dem Wintersemester 2020/2021 der Studiengang Hebammenkunde angeboten wird. Die Auswahl der geeigneten Hochschulen erfolgt hier im Einvernehmen zwischen dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.
 
Für Detailinformationen wird auf den Link „ Häufig gestellte Fragen und Antworten“ verwiesen.

Praxisanleitung

Wer als Praxisanleitung im berufspraktischen Teil des Hebammenstudiums tätig wird, muss…

  1. über die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“ verfügen.
    Die Berufserlaubnis kann über eine fachschulische Ausbildung, im Rahmen von Modellvorhaben oder durch ein Hebammenstudium erworben worden sein.
  2. über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in dem jeweiligen Einsatzbereich (z. B. im Krankenhaus, als freiberufliche Hebamme, in einer ambulanten hebammengeleiteten Einrichtung oder in weiteren Einrichtungen) verfügen.
  3. eine berufspädagogische Zusatzqualifikation (z.B. Weiterbildung zur Praxisanleitung) im Umfang von mindestens 300 Stunden absolviert haben.
    Die berufspädagogische Zusatzqualifikation kann auch durch den Abschluss eines pädagogischen Studiums im Gesundheits- oder Sozialwesen nachgewiesen werden, dessen Schwerpunkt in der Erwachsenenbildung liegt.
  4. kontinuierliche berufspädagogische Fortbildungen im Umfang von 24 Stunden in 12 Monaten nachweisen.

Das Land NRW macht zudem von der gesetzlich verankerten Ermächtigung Gebrauch, den Nachweiszeitraum auf drei Jahre zu verlängern. Der Umfang der berufspädagogischen Fortbildung soll gleichzeitig auf mindestens 72 Stunden erhöht werden. Dies soll mit der Verordnung zur Durchführung des Hebammengesetzes in Nordrhein-Westfalen (Durchführungsverordnung Hebammengesetz – DVO-HebG NRW) erreicht werden.
Eine Ausnahme für die Qualifikation der Praxisanleitung besteht für die Bereiche Neonatologie und Gynäkologie. In diesen Bereichen können auch Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachkräfte, die zur Praxisanleitung qualifiziert sind, die Praxisanleitung übernehmen.

Ausnahmeregelung zur Praxisanleitung (Bestandsschutzregelung):
Die Qualitätsanforderungen an die Praxisanleitung sind im Hebammengesetz von 2020 zum ersten Mal gesetzlich verankert. Deshalb ist eine Bestandsschutzregelung getroffen worden für Personen, die am 31. Dezember 2019 bereits als praxisanleitende Person tätig waren oder nach dem alten Hebammengesetz zur außerklinischen Praxisanleitung ermächtigt wurden. Die Bestandsschutzregelung gilt für alle als Praxisanleitung tätigen Hebammen, unabhängig vom Tätigkeitsort Krankenhaus oder im ambulanten Bereich.
Für diese Praxisanleitungen wird auf die Anforderung der zweijährigen Berufserfahrung im jeweiligen Einsatzbereich und auf eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden verzichtet. Sie müssen jedoch die Berufserlaubnis als Hebamme besitzen und die kontinuierliche berufspädagogische Fortbildung erfüllen, um dauerhaft als Praxisanleitung tätig zu sein.
Mit dem Erlass „Ausnahmeregelung zur Praxisanleitung“ vom 20. Dezember 2019 wurden die Anforderungen zur Bestandsschutzregelung konkretisiert. Dieser Erlass wurde am 6. Mai 2021 an die geltende Rechtslage angepasst. Link zum Erlass: Ausnahmeregelung zur Praxisanleitung gemäß der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV)“

Praxisanleitung im Zusammenhang mit der Staatlichen Prüfung der Hebammenstudierenden:
Für die Zulassung zur staatlichen Prüfung muss die studierende Person durch Vorlage eines Tätigkeitsnachweises nach § 12 HebStPrV belegen, dass sie die in Anlage 3 (Link: Anlage 3) aufgeführten Tätigkeiten während ihrer Praxiseinsätze erbracht hat. Zum zweifelsfreien Führen des Nachweises gegenüber der Behörde ist kontinuierlich ein Nachweisheft mit den geforderten Tätigkeiten durch die Studierenden zu führen, wobei die Praxisanleitung die angeleitete Tätigkeit bestätigen sollte. So kann sichergestellt und transparent ausgestaltet werden, dass alle geforderten praktischen Tätigkeiten angeleitet wurden und die Kompetenzen im Verlauf des Studiums erlangt wurden.
Im Prüfungsausschuss für die staatliche Prüfung zur Erlangung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung „Hebamme“ ist laut § 15 Abs. 1 Nr. 5 HebStPrV für den praktischen Prüfungsteil eine Praxisanleitung als Prüferin oder Prüfer der praktischen Einsatzorte einzubinden.

Nachweise zur Praxisanleitung:
Die Nachweise über die Qualifikation der Praxisanleitungen muss die verantwortliche Praxiseinrichtung (= Krankenhaus) gegenüber der zuständigen Bezirksregierung erbringen. Zuständig ist die Bezirksregierung, in deren Gebiet die verantwortliche Praxiseinrichtung liegt.
Das Krankenhaus trifft Vereinbarungen mit freiberuflichen Hebammen und/oder ambulanten hebammengeleiteten Einrichtungen für die außerklinischen Einsätze. In den Vereinbarungen wird u.a. der Nachweis der erforderlichen kontinuierlichen berufspädagogischen Fortbildung der Praxisanleitung gegenüber dem Krankenhaus geregelt.
Das Krankenhaus als verantwortliche Praxiseinrichtung übermittelt die gesammelten Nachweise der Praxisanleitungen der zuständigen Bezirksregierung. Die Fortbildungspflicht beginnt grundsätzlich ab dem Jahr nach der erfolgten berufspädagogischen Zusatzqualifikation gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 3 HebStPrV.

Vergütung der Praxisanleitung im außerklinischen Einsatz:
Die Kosten für die Praxisanleitung im außerklinischen Einsatz werden finanziert. Dazu gehören auch die Kosten der Weiterqualifizierung einer (freiberuflichen) Hebamme zur Praxisanleitung.
Zur Finanzierung der Kosten der praktischen Ausbildung von Hebammenstudierenden im außerklinischen Bereich haben die Vertragspartner nach § 134a SGB V (Deutscher Hebammenverband, Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands, Netzwerk der Geburtshäuser und GKV-Spitzenverband) eine Pauschale vereinbart. Die Pauschale gilt für freiberuflich tätige Hebammen und Hebammen in Geburtshäusern.
Die Pauschalen zur Vergütung werden den außerklinischen Praxisanleiterinnen von den Krankenhäusern ausgezahlt, mit denen sie eine Vereinbarung für die Durchführung der berufspraktischen Ausbildung der jeweiligen Hebammenstudierenden geschlossen haben.
Diese festgelegten Pauschalen stellen zugleich einen Teil des Ausbildungsbudgets nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz dar. Das Krankenhaus hat damit für die Praxisanleitung einen konkreten Kostenansatz für das Gesamtausbildungsbudget.
Vereinbart wurden 6.600 Euro für 480 Stunden Praxisanleitung und einmalig für die Weiterqualifizierung zur Praxisanleitung von freiberuflich tätigen Hebammen 9.730 Euro.

Praxisanleitung im Krankenhaus durch Beleghebammen:
Auch Beleghebammen können in der Praxisanleitung eingesetzt werden. Die Beleghebammen sind vertraglich an die Klinik gebunden. Über die vertraglichen Regelungen können auch die Vergütung für die Praxisanleitung und Weiterbildungen abgestimmt werden.
Pauschale Aussagen über die hier entstehenden Kosten und notwendigen Festlegungen sind jedoch nicht möglich. Dies muss individuell im Rahmen des Einsatzes in der jeweiligen Klinik vereinbart werden.

Durchführung außerklinischer Einsatz:
Zur Durchführung von Praxiseinsätzen im außerklinischen Bereich, können die verantwortlichen Praxiseinrichtungen Vereinbarungen mit einer Beleghebamme oder Beleghebammenteams schließen.
Die Gewährleistung, dass das Erreichen der berufspraktischen Studienziele nicht gefährdet wird, ist eine wesentliche Voraussetzung für die Vereinbarungen mit Beleghebammen zur Durchführung der Praxiseinsätze im außerklinischen Bereich.

Finanzierung

§ 17 a Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) und § 134 a des fünften Sozialgesetzbuches regeln die Finanzierung der akademischen Hebammenausbildung. Über den bestehenden Ausgleichsfonds nach dem KHG werden der berufspraktische Teil des Studiums der Hebammenstudierenden im stationären und ambulanten Bereich sowie die Vergütung der Studierenden für die gesamte Dauer des konzipierten Studiums finanziert. Die Auszahlung erfolgt jeweils an die verantwortliche Praxiseinrichtung (= Krankenhaus). Die verantwortlichen Praxiseinrichtungen leiten die Ausbildungsbudgets auch an die mit ihnen kooperierenden ambulanten Einrichtungen und Hebammen weiter. Im Bereich der außerklinischen Praxiseinsätze von Hebammenstudierenden bei freiberuflich tätigen Hebammen und hebammengeleiteten Einrichtungen, beträgt die pauschale Vergütung 6.600 Euro (verbindliche Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband und den Berufsverbänden der Hebammen).

Behördenzuständigkeit

Mit der Reform der Hebammenausbildung durch das am 1. Januar 2020 auf Bundesebene in Kraft getretene Hebammengesetz (HebG) wird die bisher berufsfachliche Hebammenausbildung akademisiert. Dementsprechend ist für mehrere Regelungsbereiche auf Landesebene die zuständige Behörde neu zu bestimmen. Bis zum 31. März 2024 sind die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte im Sinne des „alten Rechts“ zuständige Behörden für die Hebammenausbildung und -aufsicht. Diese Zuständigkeit umfasst die Durchführung des Hebammengesetzes nach altem Recht einschließlich der Vornahme von Prüfungen und Erteilung der Berufszulassung für an Hebammenschulen ausgebildete Hebammen. Durch die Schaffung dieser Übergangsregelung für die auslaufende berufsrechtliche Ausbildung soll ermöglicht werden, dass alle fachschulischen Ausbildungen bei den unteren Gesundheitsbehörden abgeschlossen werden können.
Ab dem 1. April 2024 wird die Zuständigkeit zur Durchführung des neuen HebG vollständig auf die Bezirksregierungen übertragen. Die Zuständigkeit umfasst insbesondere die Erteilung der Berufserlaubnis, die Tätigkeit als Aufsichtsbehörde für die praktischen Studienanteile (insbesondere Registrierung und Überwachung der Praxisanleiter), Überwachung aller in Nordrhein-Westfalen tätigen Hebammen, hier insbesondere die jährliche Überprüfung der Fortbildungspflichten.
Die Zuständigkeit für die vorübergehende Dienstleistungserbringung von Europäerinnen und Europäern mit ausländischen Berufsabschlüssen, auch nach dem HebG, wird ausschließlich bei der Bezirksregierung Münster liegen.

Gesetze, Verordnungen

  • Gesetz über das Studium und den Beruf von Hebammen (Hebammengesetz – HebG) vom 22. November 2019 (BGBl. I S.1759)
  • Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen (HebStPrV) vom 8. Januar 2020 (BGBl. I S. 39)
  • Landesgesetz über den Beruf der Hebammen Nordrhein-Westfalen
  • Berufsordnung Hebammen Nordrhein-Westfalen (HebBO NRW)
  • Zuständigkeitsverordnung Heilberufe Nordrhein-Westfalen (ZustVO NRW) vom 20. Mai 2008 (GV. NRW. S. 458), zuletzt geändert durch Verordnung vom 27. Januar 2021 (GV. NRW. S. 46)
  • Verordnung zur Durchführung des Hebammengesetzes in Nordrhein-Westfalen (DVO-HebG NRW)

 

Anrechnung von Skills- Lab Stunden auf Praxiseinsätze/praktische Ausbildung

Eine Anrechnung von Skills-Lab Stunden auf den berufspraktischen Teil der Ausbildung ist nicht möglich.
Denn der Umfang und der Inhalt der berufspraktischen Ausbildung sind verbindlich in § 13 und § 71 Abs. 1 des Hebammengesetzes vom 22.11.2019 (BGBl. I S. 1759) in Verbindung mit § 8 der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen vom 08.01.2020 (BGBl. I S.39) festgelegt worden. Die in Anlage 2  und 3 der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen festgelegten zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben sind verbindlich. Praxiseinsätze dürfen danach nur in Krankenhäusern, bei freiberuflichen Hebammen oder in ambulanten hebammengeleiteten Einrichtungen durchgeführt werden. Eine Anrechnungsmöglichkeit durch den Einsatz von Skills-Lab Stunden auf die Praxiseinsätze/praktische Ausbildung ist nicht vorgesehen. Eine Abweichung durch Landesrecht ist gemäß § 71 Abs. 2 Satz 1 des Hebammengesetzes ausgeschlossen.

Verwendung von Skills-Lab in praktischen Lehrveranstaltungen

Die Verwendung von Skills-Lab im Rahmen des hochschulischen Teils des Hebammenstudiums ist möglich.
Nach § 11 Abs. 2, § 19 Hebammengesetz enthält das sechs- bis achtsemestrige Studium mindestens 2200 Stunden praktische Ausbildung und 2200 bis 2400 Stunden Theorie, zu der auch der fachpraktische Unterricht im Skills-Lab gehört.
 
Nach § 75 Abs. 1 des Hebammengesetzes können Hochschulen bis zum 31.12.2030 die praktischen Lehrveranstaltungen des Studiums und die Praxisbegleitung an Hebammenschulen durchführen lassen. Voraussetzung hierfür ist eine zwischen Hochschule und Hebammenschule abgeschlossene Kooperationsvereinbarung gemäß § 75 Abs. 2 des Hebammengesetzes.

Präsenzpflicht im hochschulischen Studienteil

§ 2 Abs. 2 der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen stellt klar, dass die Stundenzahl des hochschulischen Studienteils nicht nur das Präsenzstudium umfasst, sondern dass das Selbststudium mit einem angemessenen Teil berücksichtigt werden kann. Die Stundenvorgaben im Hebammengesetz und der Studien- und Prüfungsverordnung sind entsprechend den hochschulrechtlichen Regelungen als Zeitstunden zu berücksichtigen.

Ergotherapie

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten befähigen zum Beispiel kranke oder behinderte Menschen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Umwelt zu einer größtmöglichen Handlungsfähigkeit in den Lebensbereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Dabei werden die jeweilige Lebensphase, der Lebensbereich sowie die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse hinsichtlich der Betätigung und der Umweltanforderungen berücksichtigt.

Die Ausbildungsdauer beträgt in Vollzeit drei Jahre (2.700 Stunden theoretischer und fachpraktischer Unterricht / 1.700 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung findet an zugelassenen Ergotherapieschulen und unter anderem in ergotherapeutischen Praxen und Krankenhäusern statt.

Logopädie

Logopäden und Logopädinnen beraten, untersuchen und behandeln auf Basis einer ärztlichen Verordnung Patientinnen und Patienten mit Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen.

Sie können selbstständig logopädische Befunde erheben (Standardverfahren), die logopädische Therapie eigenverantwortlich planen, durchführen und dokumentieren. Sie beraten die Betroffenen und deren Angehörige hinsichtlich des logopädischen Befundes und der störungsbildspezifischen Behandlungsmöglichkeiten und leiten die Betroffenen zu eigenständigem Üben an.

Die Ausbildungsdauer beträgt in Vollzeit drei Jahre (1.740 Stunden theoretischer und fachpraktischer Unterricht / 2.100 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung findet an zugelassenen Logopädieschulen und unter anderem in logopädischen Praxen oder Rehabilitationseinrichtungen statt.

Physiotherapie

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind in der Lage, durch Anwenden geeigneter Verfahren der Physiotherapie in Prävention, kurativer Medizin, Rehabilitation und im Kurwesen Hilfen zur Entwicklung, zum Erhalt oder zur Wiederherstellung körperlicher Funktionen zu geben. Bei nicht rückbildungsfähigen körperlichen Einschränkungen sind sie zudem in der Lage, Ersatzfunktionen zu schulen.

Die Ausbildungsdauer beträgt in Vollzeit drei Jahre (2.900 Stunden theoretischer und fachpraktischer Unterricht / 1.600 Stunden praktische Ausbildung). Die Ausbildung findet an zugelassenen Physiotherapieschulen und unter anderem in physiotherapeutischen Praxen oder Rehabilitationseinrichtungen statt.

Notfallsanitäter/in

Die Ausbildung der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters ist seit 2014 im Notfallsanitätergesetz (NotSanG) geregelt.

Im Bereich der Notfallrettung, des qualifizierten Krankentransportes sowie bei Sekundärtransporten sind erweiterte Fachkompetenzen des Rettungsdienstpersonals notwendig, um auch zukünftig eine fach- und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können. Das Notfallsanitätergesetz hat vor diesem Hintergrund die Ausbildung eines nicht-ärztlichen Rettungsdienstberufes auf hohem Niveau und auf aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik geschaffen. Mittelfristig wird damit der Beruf der Rettungsassistentin und des Rettungsassistenten abgelöst.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Weitere Ausbildungen

Neben den genannten Berufen besteht zudem in folgenden Gesundheitsfachberufen die Möglichkeit zur Ausbildung.

  • Podologe bzw. Podologin
     
  • Medizinisch-Technische(r) Radiologie-Assistentin bzw. Assistenz
     
  • Medizinisch-Technische(r) Laboratoriums-Assistentin bzw. Assistenz
     
  • Medizinisch-Technische(r) Assistentin bzw. Assistenz für Funktionsdiagnostik
     
  • Masseur / in und medizinischer Bademeister bzw. medizinische Bademeisterin
     
  • Pharmazeutisch-Technische(r) Assistentin bzw. Assistenz
     
  • Diätassistentin bzw. Diätassistent
     
  • Orthoptistin bzw. Orthoptist
     
  • Hygienekontrolleurin bzw. Hygienekontrolleur
     
  • Desinfektorin bzw. Desinfektor
     
  • Familienpflegerin bzw. Familienpfleger

 

Anerkennung ausländischer Ausbildungen

Ausländische Ausbildungen der Gesundheitsfachberufe können als gleichwertig anerkannt werden. Die Berufsanerkennung erfolgt zentral beim Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie NRW

Für die Erteilung der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung sind die Kreise und kreisfreien Städte sowie die Bezirksregierungen zuständig.

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