Ambulante Versorgung zukunftsfest gestalten
Eckpunkte für das Gelingen eines Primärversorgungssystems
Die Alterung der Gesellschaft und der Ärzteschaft sowie die steigenden Gesundheitsausgaben stellen für die Versorgung durch Arztpraxen große Herausforderungen dar. Reformen sind dringend geboten, um weiterhin eine gute Versorgung sicherstellen zu können und das Gesundheitssystem effizienter auszugestalten. Das MAGS NRW hat hierzu einen umfangreichen Dialogprozess mit Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen, der Ärzteschaft und der Patientenvertretung durchgeführt. Als Ergebnis des Prozesses schlägt das MAGS 15 Eckpunkte für das Gelingen eines Primärversorgungssystem vor.
Die Pressekonferenz im Video
Informationen zur Neuausrichtung der ambulanten Versorgung
Rund 40.000 Arztpraxen versorgen die Menschen in Nordrhein-Westfalen ambulant. Doch bereits jetzt ist ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte älter als 65 Jahre und wird auf absehbare Zeit in den Ruhestand gehen. Auch aufgrund der Trends zu Anstellung und Teilzeit kann nicht davon ausgegangen werden, dass genügend ärztlicher Nachwuchs zur Verfügung steht. Zugleich wird die Bevölkerung älter. Damit steigt der medizinische Behandlungsbedarf. Schon heute warten Patientinnen und Patienten immer länger auf Arzttermine.
Das macht deutlich: Wir müssen uns Gedanken machen, wie die Versorgungsprozesse effizienter ausgestaltet werden können, um weiterhin eine gute Versorgung sicherzustellen. Das MAGS NRW hat aus diesem Grund im Spätsommer 2024 den Prozess „Versorgung der Zukunft“ gestartet. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen, der Ärzteschaft, der Pflegekammer, dem Verband der medizinischen Fachberufe und der Patientenvertretung wurden über eineinhalb Jahre hinweg verschiedene thematische Workshops durchgeführt, um Ideen für mögliche Reformansätze der ambulanten Versorgung zu entwickeln.
Mit den nun vorliegenden Eckpunkten liefert das MAGS NRW einen Diskussionsbeitrag, der sich dadurch auszeichnet, dass er ein Gesamtkonzept mit unterschiedlichen, ineinandergreifenden Maßnahmen darstellt. Die 15 vorgeschlagenen Eckpunkte reichen von der Einführung eines strukturierten Ersteinschätzungsverfahrens bei Akuterkrankungen und der Etablierung von Primärversorgungspraxen zur Steuerung der Versorgungsprozess über die Weiterentwicklung der Praxisstrukturen bis hin zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung.