Qualifikationsmix und Akademisierung in der Pflege – Handreichungen für Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen
Professionelle Pflege profitiert davon, wenn unterschiedliche Kompetenzen im Pflegeteam gezielt zusammenwirken. Ein im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales durchgeführtes Projekt unterstützt Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen dabei, die Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit in intraprofessionellen Pflegeteams weiterzuentwickeln und akademisch qualifizierte Pflegende gezielt einzubinden.
In der professionellen Pflege gibt es vielfältige, durchlässige Bildungswege und Qualifikationsstufen: von der Pflegefachassistenz über aus- und weitergebildete Pflegefachpersonen bis hin zu akademisch qualifizierten Pflegenden. Um den zunehmend komplexeren Versorgungsfragen in unserer alternden Gesellschaft zu begegnen, müssen die unterschiedlichen Kompetenzen im Pflegeteam bestmöglich eingesetzt werden und zusammenwirken.
Das Projekt „KOMMIT (Erstellung eines Kompetenz-Mappings in intraprofessionellen Pflegeteams)“ untersuchte deshalb, wie Kompetenz- und Aufgabenverteilungen, unter Einbezug akademisch qualifizierter Pflegender, sichtbar gemacht und für die Zusammenarbeit genutzt werden können. Das Projekt ist bewusst praxisorientiert; insbesondere wurden Interviews mit Pflegeteammitgliedern geführt und ausgewertet sowie Praxisbeispiele zur Akademisierung in der Pflege einbezogen. Für den Krankenhausbereich, die stationäre und die ambulante Pflege wurde jeweils eine Handreichung entwickelt. Sie enthalten beispielhafte Rollenkarten für die verschiedenen Qualifikationsniveaus sowie weitere Instrumente und Empfehlungen für die Gestaltung kompetenzgerechter Zusammenarbeit. Sie berücksichtigen, dass sich Pflegeprozess, Arbeitsorganisation, Verantwortungsstrukturen und Kooperationsanforderungen in den drei Versorgungsbereichen unterscheiden.
Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen können die Handreichungen nutzen, um ihren Qualifikationsmix eigenverantwortlich weiterzuentwickeln und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen erfolgreich einzusetzen. Die Handreichungen stellen keine verbindlichen Vorgaben für Aufgabenverteilungen dar und ersetzen keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Sie unterstützen vielmehr dabei, Kompetenzen sichtbar zu machen sowie Rollen und Schnittstellen zu klären. Transparente Rollenbeschreibungen und Kommunikation auf Augenhöhe sind dabei mitentscheidend, um die pflegerische Versorgung im Team und für die Menschen mit Pflegebedarf nachhaltig zu stärken.
Die Handreichungen stehen hier zum Download zur Verfügung:
- Handreichung „Akademisierte Pflegefachpersonen im Krankenhaus“ (PDF)
- Handreichung „Akademisierte Pflegefachpersonen in der stationären Pflege“ (PDF)
- Handreichung „Akademisierte Pflegefachpersonen in der ambulanten Pflege“ (PDF)
Das Projekt wurde durch das Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft und das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales durchgeführt.